Endlich war der Tag gekommen: Unser Abenteuer konnte beginnen! ![]()
Allerdings lag vor der eigentlichen Reise noch eine kleine Reise innerhalb Deutschlands, denn bevor wir überhaupt in Richtung Alaska und Yukon aufbrechen konnten, mussten wir von Köln aus erst einmal zum Flughafen nach Frankfurt gelangen. Also schnappten wir uns unsere zwei großen Koffer, zwei Handgepäckkoffer und die zusätzlichen Rucksäcke und machten uns mit den Öffis auf den Weg zum Kölner Hauptbahnhof.
Die Kölner Verkehrsbetriebe blieben ihrer Linie selbstverständlich treu und begrüßten uns standesgemäß mit einer Verspätung, sodass wir schon kurz überlegten, ob unsere Reise womöglich bereits vor dem ersten Flug ins Stocken geraten würde. Zum Glück erreichten wir den Zug nach Frankfurt trotzdem und konnten uns erst einmal zurücklehnen.
Vor uns saßen zwei Jugendliche, die sich bereits um zehn Uhr morgens mit einem Salitos in der Hand angeregt über die Openings und Closings irgendwelcher Raves unterhielten. Wir verstanden ungefähr die Hälfte des Gesprächs, fanden es aber trotzdem ziemlich unterhaltsam. Gleichzeitig wurde uns bewusst, wie froh wir sein würden, solche Unterhaltungen in den kommenden vier Wochen vermutlich nicht mehr hören zu müssen. Statt Clubs, Raves und Menschenmengen warteten schließlich Schotterpisten, Berge, Wälder und mit etwas Glück der eine oder andere Bär auf uns. Allein die Vorstellung, für eine Weile aus dem Alltag auszusteigen und so viel Zeit draußen in der Natur zu verbringen, ließ unsere Vorfreude noch einmal wachsen, sodass die Zugfahrt nach Frankfurt fast wie im Flug verging.![]()
Am Flughafen angekommen, gaben wir zunächst unser Gepäck auf und trafen anschließend eine spontane Entscheidung, mit der wir schon länger geliebäugelt hatten: Wir gönnten uns ein Upgrade auf Premium Economy. Eigentlich war uns der Aufpreis etwas zu hoch, aber da Tom in der Vergangenheit mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte und uns fast zehn Stunden Flugzeit bevorstanden, entschieden wir uns schließlich doch dafür. Das Bezahlen tat zwar kurz weh, doch die Aussicht auf mehr Beinfreiheit und kostenlose Gin Tonics half erstaunlich schnell bei der Verarbeitung dieses finanziellen Rückschlags.
Bevor wir uns auf den Weg zum Gate machten, wollten wir noch eine wichtige Frage klären: Würde unser Gepäck in Vancouver automatisch bis Whitehorse durchgecheckt werden, oder mussten wir es dort abholen und erneut aufgeben? Am Schalter fiel die Antwort ziemlich eindeutig aus: „Sie müssen es in Vancouver abholen und neu einchecken.“ Na gut, das war zwar nicht ideal, aber immerhin hätten wir unsere Koffer dann selbst unter Kontrolle. So bestand zumindest keine Gefahr, dass sie versehentlich in New York oder Honolulu landeten, während wir in Kanada auf sie warteten.
Mit dieser Information im Gepäck machten wir es uns am Gate bequem und warteten aufs Boarding, das natürlich ebenfalls nicht ganz pünktlich begann. Der Flug selbst verlief anschließend weitgehend ereignislos, und wir konnten die Vorzüge unseres Upgrades genießen. Wir saßen in der ersten Reihe der Premium Economy, wo die Beinfreiheit so großzügig war, dass vermutlich auch ein ausgewachsener Elch bequem Platz gefunden hätte.
Bei den Bildschirmen gab es allerdings einen kleinen Haken: Da sich vor uns keine Wand befand, in die sie hätten eingebaut werden können, waren sie in den Sitzen verstaut und mussten bei Bedarf ausgeklappt werden. Grundsätzlich kein Problem – wäre da nicht die offenbar etwas in die Jahre gekommene Halterung von Toms Bildschirm gewesen. Während meiner zuverlässig an Ort und Stelle blieb, sackte seiner ungefähr alle fünf Minuten wieder in Richtung Knie ab. Tom durfte also während des Fluges und der Filme regelmäßig nachjustieren, während ich entspannt meinen eigenen Bildschirm nutzen konnte.![]()
Mehrere Stunden und einige Gin Tonics später näherten wir uns schließlich Vancouver, als eine Durchsage der Stewardess unsere bisherigen Gepäckpläne plötzlich infrage stellte. Sie erklärte, dass Passagiere mit Anschlussflügen von Partnergesellschaften, beispielsweise Air North, ihre Koffer nicht erneut aufgeben müssten, da diese automatisch weitergeleitet würden.
Moment mal – Air North? Das war doch genau unsere Anschlussfluggesellschaft! Wir schauten uns ziemlich verdutzt an und fragten uns, ob wir uns gerade verhört hatten. Schließlich hatte uns das Bodenpersonal in Frankfurt ausdrücklich etwas anderes erzählt. Wer hatte denn nun recht: die Mitarbeiter am Schalter oder die Stewardess im Flugzeug?
Kaum waren wir in Vancouver gelandet, begann deshalb eine kleine Odyssee durch den Flughafen. Wir fragten Mitarbeiter Nummer eins, anschließend Nummer zwei und danach noch einige weitere. Irgendwann hatten wir vermutlich zehn verschiedene Menschen zu diesem Thema befragt, darunter eine Mitarbeiterin sogar mehrfach – was sie, wenig überraschend, nicht unbedingt begeisterte. Immerhin waren sich plötzlich alle einig: Unser Gepäck würde automatisch bis Whitehorse weitergeleitet werden. Na gut, dann mussten wir wohl darauf vertrauen, denn eine andere Wahl blieb uns ohnehin nicht. Ganz beruhigt waren wir zwar noch nicht, aber wir verbrachten die Wartezeit bis zum Weiterflug am Gate und hofften einfach, dass unsere Koffer denselben Reiseplan hatten wie wir.
Auch der Flug nach Whitehorse verspätete sich, sodass wir froh waren, als wir endlich an Bord gehen konnten. Tom hatte offenbar beschlossen, die Gelegenheit zum Schlafen konsequent zu nutzen, denn er schlief praktisch sofort ein – noch bevor das Flugzeug überhaupt richtig in der Luft war. Während ich meine Flugangst also allein mit mir selbst ausmachen durfte, bekam er vom Start kaum etwas mit. Vielen Dank auch! Seine Strafe ließ allerdings nicht lange auf sich warten: Er verschlief einen spektakulären Sonnenuntergang über den schneebedeckten Bergketten Kanadas, den ich mir natürlich nicht entgehen ließ. Tja, wer schläft, verliert.
Gegen 23 Uhr landeten wir schließlich in Whitehorse, doch die Erleichterung über die Ankunft hielt sich zunächst in Grenzen. Schließlich war noch immer nicht klar, ob unsere Koffer tatsächlich mitgekommen waren. In Gedanken planten wir bereits die komplette Route um, denn am nächsten Morgen sollte uns der Fraserway-Shuttle am Hotel abholen, damit unser Abenteuer möglichst direkt beginnen konnte. Ohne Gepäck wäre das allerdings ein ziemlich holpriger Start geworden.
Gemeinsam mit einigen deutschen Reisenden, die wir bereits in Frankfurt kennengelernt hatten, versammelten wir uns deshalb gespannt an der Gepäckausgabe und verfolgten jeden Koffer, der auf dem Förderband auftauchte. Die Minuten zogen sich, und mit jedem Gepäckstück, das an uns vorbeifuhr, stieg die Anspannung ein wenig mehr. Dann entdeckten wir endlich den quietschgrünen Koffer von Tom. Was für eine Erleichterung! Wenn seiner angekommen war, standen die Chancen schließlich gut, dass auch meiner den Weg nach Whitehorse gefunden hatte. Tatsächlich dauerte es nur wenige Minuten, bis auch mein Koffer auf dem Band auftauchte. Mission erfolgreich!
Mit unserem vollständigen Gepäck verließen wir den Flughafen, überquerten nur noch die Straße und erreichten unser Hotel, das SKKY Hotel in Whitehorse. Nach der langen Anreise, den Verspätungen und der kleinen Gepäckkrise waren wir inzwischen ziemlich erledigt und fielen direkt ins Bett. Schließlich wartete am nächsten Morgen bereits der Truck Camper auf uns – und damit konnte das eigentliche Abenteuer endlich beginnen.

Ich grüße dich Luna
und der Start in das Abenteuer ist euch doch ohne allzu große Widrigkeiten bisher gelungen.
WoMo-Übernahme und der Ersteinkauf steht nun bevor und muss bewältigt werden.
Aber dann, geht es loooooooos.
Beste Grüße vom HANS
JEDE REISE BEGINNT MIT DEM ERSTEN SCHRITT