Im Laufe des gestrigen Tages wurde angekündigt, dass Lufthansa heute streikt und alle Flüge gestrichen werden, so wurden wir von Lufthansa HH-FRA-ORD auf United HH-LHR-ORD umgebucht. Unsere Recherche ergab, dass wir, da wir nur im Transitbereich sein würden, kein ETA für UK bräuchten. Am Schalter am Flughafen Hamburg wollte man uns aber ohne ETA nicht einchecken, so dass wir dieses dann noch schnell online beantragten und zum Glück innerhalb von 3 Minuten bewilligt bekommen. Jetzt können wir in den nächsten 2 Jahre auch nochmal nach England einreisen, yeah!
Nach der Sicherheitskontrolle gönnen uns erst einmal ein wirklich leckeres Frühstück, bevor es die kurze Strecke nach London geht.

Beim Anflug haben wir einen tollen Blick auf die Themse und die Tower Bridge.

Die im Rahmen der Umbuchung erhaltenen Verzehrgutscheine werden bei Starbucks gleich in einen Kaffee investiert. Kaum beim Gate angekommen, beginnt schon das Boarding und wir brauchen uns nicht zu setzen, das klappte total reibungslos. An Bord unserer United Maschine bekamen wir auch noch ein kostenfreies Upgrade von Mittelsitzen in der Eco zu einer 2er Reihe in der Premium Eco mit mehr Beinfreiheit und WLan am Fenster. Das Essen war auch sehr lecker und die zu Hause heruntergeladenen Serien und Filme sowie der gratis Messenger Dienst verkürzen uns die lange Flugzeit. Dieser Flug ist wirklich sehr entspannt und wir landeten bereits relativ früh in Chicago, nämlich gegen 14 Uhr.
Die Lanes bei der Einreise sind total leer, das kennen wir hier auch komplett anders. Dank MPC und nur 3 Leuten vor uns sind wir richtig schnell eingereist. Welcome to the USA. Unsere Koffer kommen ebenfalls sehr schnell, der automated people mover bringt uns flink zum Mietwagenterminal und wir bekommen zügig unseren Mietwagen. Optimistisch schreibe ich Chris eine WhatsApp, dass wir so gegen 19 Uhr mit Essenstop in Nappanee eintreffen sollten.
Ja, das geht dann wohl zu schnell und ich habe die Rechnung ohne den Chicagoer Berufsverkehr und vor allem ohne einen gewissen berauscht erscheinenden jungen Mann gemacht, der nämlich mit seinem Firmen-Tesla in unsere hintere Fahrerseite rumst, während wir auf der Mittelspur schleichen. Er habe uns nicht gesehen meint er, aber wie schon erwähnt, riecht sein Fahrzeuginneres sehr nach Gras und er ist irgendwie merkwürdig und extrem ruhig drauf. Lange Rede, kurzer Sinn. Wir rufen unseren Autovermieter und die Polizei an und fahren auf den Seitenstreifen um zu warten. Die Polizei braucht recht lange zu uns, sie hat halt auch mit dem starken Verkehr zu tun. Der Officer schnauzt unverständliche Dinge über seine Sprechanlage und lotst uns dann auf dem Seitenstreifen die Abfahrt ein Stück herunter. Dort befragt er den Unfallverursacher und uns getrennt und nimmt dann über eine Stunde lang das Unfallprotokoll auf, während er in seinem Streifenwagen mit Blaulicht hinter uns steht. Die Uhr tickt, 19 Uhr Ankunft in Nappanee können wir definitiv nicht halten. Keine Ahnung, was da so lange gedauert hat, aber wir bekommen unsere Papiere wieder und einen Report, in dem nur unsere und die Daten des Unfallverursachers stehen, ansonsten hat der Officer dokumentiert, dass die Unfallursache nicht geklärt werden konnte. Ja okay… Mal schauen, was daraus wird, aber auf jeden Fall können wir jetzt endlich weiterfahren. Wir haben mindestens 2 Stunden Zeit verloren. Zum Glück ist es nur ein Blechschaden und niemand ist zu Schaden gekommen, der Zeitverlust ist zwar blöd, aber tatsächlich nur ein kleines Übel 🍀!!!

Wir fahren nur mit einem Boxenstopp bei Wendy´s, wo wir aufgrund der vielen Crackheads schnell wieder flüchten, und einem weiteren Stopp bei Panda Express in der einbrechenden Dunkelheit nach Nappanee, wo wir erst gegen 22:30 Uhr im Stockfinsteren beim Farmhouse eintreffen. Auf dem Parkplatz stehen schon die neuen Familienmitglieder der Graner-Familie Melissa und Gianna bereit, die auf ihre Überführer warten.
Es ist (noch) leicht windig und wir trinken mit Chris und Tobias ein leckeres Yuengling-Bier und klönen ein wenig, bevor uns die Müdigkeit dann in unser rollendes Zuhause für die kommenden Wochen treibt. Chris rät uns noch zu einer zweiten Decke, die wir zwar mitnehmen, ich jedoch zu diesem Zeitpunkt noch denke, dass wir sie nicht brauchen, da wir gerne kühl schlafen 😂. Da ahne ich jedoch nicht, dass die Temperatur in der Nacht auf 3 Grad, gefühlt wie -1 Grad, fallen sollte. Der Schlaf übermannt uns schnell.

Good Night Nappanee nach einem turbulenten und anstrengenden Tag und ein fettes Dankeschön an unseren Schutzengel !!!
Hi Stephie,
Ja, das Bier ist wirklich eine Empfehlung.
Und da wussten wir alle noch nicht, dass es in der Nacht (und auch nächsten Tag) nicht nur kalt werden sollte.
Viele Grüße von Chris
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