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Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Tag 8 - Moab / Arches NP

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Rebecca312
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Beigetreten: 07.02.2016 - 22:25
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Tag 8 - Moab / Arches NP
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
Samstag, 13. Juni 2026
Gefahrene Meilen: 
100 Meilen

Die Nacht war herrlich ruhig und außerdem hatte es angenehm abgekühlt, sodass wir endlich mal wieder richtig gut schlafen konnten. Bevor es weitergeht, nutze ich die vorhandenen Wasserstellen noch schnell, um unsere Wanderschuhe vom roten Bryce-Staub zu befreien. Auch unsere Wasservorräte füllen wir noch einmal auf, bevor wir gegen 9 Uhr Richtung Moab aufbrechen.

Frühstücken wollen wir heute in der Stadt. Während der etwa einstündigen Fahrt suche ich bereits einen passenden Spot heraus. Die Wahl fällt natürlich auf Downtown Moab, genauer gesagt auf das Cactus Jack's.

Einen Parkplatz finden wir überraschend schnell. In einer Seitenstraße der Hauptstraße entdecken wir unter ein paar Bäumen ein schattiges Plätzchen für den Camper. Bis wir einen Tisch bekommen, dauert es zwar ein paar Minuten, dafür stehen Kaffee und Frühstück kurze Zeit später schon vor uns. Das Frühstück ist dieses mal "nur" Okey. Wir machen noch einen kurzen Abstecher in den örtlichen Supermarkt, um Proviant für das Abendessen einzukaufen. Ganz ehrlich: So ein klimatisierter Supermarkt ist bei den Temperaturen auch immer eine willkommenene Gelegenheit, sich ein bisschen abzukühlen. 😉

Kurz nach 13 Uhr rollen wir ohne nennenswerte Wartezeit am Eingang in den Arches National Park. Wir folgen der Parkstraße, passieren den Balanced Rock und biegen dann zum Double Arch sowie den North und South Windows ab. Für den Abend haben wir noch die Wanderung zum Delicate Arch geplant, deshalb halten sich die übrigen Aktivitäten heute bewusst in Grenzen.

      

Einen Parkplatz zu finden ist überhaupt kein Problem. Also schnell die Wanderschuhe angezogen, denn der feine Sand findet sonst zuverlässig seinen Weg in jede Socke, und schon schleppen wir uns durch die brütende Hitze die wenigen Meter zum Double Arch. Im Schatten steht eine Künstlerin und malt den gewaltigen Felsbogen auf Leinwand. Allein bei dem Gedanken, bei diesen Temperaturen dort zu stehen, komme ich schon wieder ins Schwitzen.

Am Double Arch angekommen suchen wir uns direkt ein schattiges Plätzchen und schauen einfach nach oben. Die Bögen wirken aus dieser Perspektive noch beeindruckender. Am Himmel ziehen hauchdünne Wolken vorbei, die in allen möglichen Regenbogenfarben schimmern. Wie dieses Phänomen genau heißt, weiß ich bis heute nicht, aber es sah wunderschön aus. 😊 

 

      

Michael erkundet ein wenig die umliegenden Felsen, während ich einfach sitzen bleibe, die Landschaft auf mich wirken lasse und das Treiben um uns herum beobachte. Fast eine Stunde verbringen wir dort im Schatten. Es gefällt mir wirklich gut sich diese Zeit zu nehmen und nicht von Viewpoint zu Viewpoint zu düsen.

Unser nächstes Ziel ist der Devils Garden Campground. Hier hatten wir kurzfristig tatsächlich die begehrte Site 46 ergattert. Am Campingplatz angekommen verzichten wir zunächst aufs große Einrichten, ziehen uns lieber etwas Leichteres an und überlegen mehrmals, ob es drinnen oder draußen wohl weniger heiß ist. Die Antwort lautet: eigentlich nirgendwo.

Die Temperaturen sind wirklich extrem und der Platz gefällt uns auf den ersten Blick leider nicht ganz so gut, wie wir gehofft hatten. Die Sitzgruppe mit Grill liegt komplett in der prallen Sonne und außerdem relativ weit vom Camper entfernt. Also schnappen wir unsere Campingstühle und setzen uns kurzerhand auf die Schattenseite des Wohnmobils.

Nur wenige Minuten später kommt der Camp Host mit seinem Golf Cart angefahren. Er erkundigt sich, ob alles geklappt hat, und wir unterhalten uns noch eine Weile über unsere geplanten Wanderungen. Besonders den Landscape Arch empfiehlt er uns mehrfach. Er erzählt sogar, dass er selbst am nächsten Morgen dorthin wandern möchte. Danach sitzen wir noch eine ganze Weile schwitzend im Schatten, bevor wir uns schließlich wieder auf den Weg machen.

Denn eines stand für mich fest: Ich wollte unbedingt noch einmal zum Delicate Arch hinaufwandern.Bei meinem letzten Besuch 2018 hatte mich die Hitze dort oben ziemlich an meine Grenzen gebracht. Danach ging es mir alles andere als gut. Dieses Mal wollte ich mir selbst beweisen, dass ich die Wanderung trotzdem schaffen kann.

Kurz nach 18 Uhr erreichen wir den Parkplatz an der Wolfe Ranch. In der letzten Stunde sind einige Wolken aufgezogen, sodass die ersten Abschnitte des Trails überraschend angenehm sind. Die Sonne verschwindet immer wieder hinter den Wolken und spendet willkommenen Schatten für die ersten 30 Minuten des Hikes. Ich habe ausreichend Wasser dabei, trinke regelmäßig und gönne mir immer wieder kleine Pausen.

 

Hat man den größten Anstieg über den Felsen einmal hinter sich gebracht, wirkt der restliche Weg fast schon entspannt. Der beeindruckendste Moment kommt für mich aber jedes Mal an derselben Stelle: Wenn man den schmalen Pfad entlang der Felswand läuft und sich plötzlich nach rechts der Blick auf den Delicate Arch öffnet.

 

Ganz unvermittelt steht er da, perfekt eingerahmt von der Landschaft. WOW. 

  

Wir bleiben lange dort oben und versuchen, die besondere Atmosphäre und diese unglaubliche Landschaft einfach in uns aufzusaugen. Die Betonung liegt allerdings auf „versuchen“.

Im Vergleich zu 2018 sind heute um ein Vielfaches mehr Besucher hier unterwegs. Natürlich kann ich gut nachvollziehen, dass möglichst viele Menschen diesen Ort erleben möchten. Wofür ich allerdings kein Verständnis habe ist, dass man kaum Rücksicht auf andere Menschen nimmt. Wenn sich jeder etwas zurücknehmen würde wäre es sicherlich für alle angenehmer, anstatt sich über Menschen hinweg lauthals zu unterhalten/zu rufen, über Leute drüber zu steigen für ein Bild oder sich direkt vors Gesicht anderer Leute zu setzen.

Gegen Ende ziehe ich mich deshalb in den höher gelegenen Bereich zurück. Dort sind deutlich weniger Menschen und man kann diesen tollen View etwas ruhiger genießen.

Kurz vor 20 Uhr machen wir uns schließlich auf den Rückweg. Und was soll ich sagen: Mein kleines Selbstexperiment ist geglückt. Mir geht es hervorragend, die Wanderung war kein Problem und ich bin ehrlich gesagt ein bisschen stolz auf mich. 😊

Kurz bevor wir den Campground erreichen, schenkt uns die Natur noch einen spektakulären Abschiedsgruß. Der Himmel färbt sich tiefrot und die untergehende Sonne taucht die Felsen in warmes Licht. Da wissen wir noch nicht, dass uns Moab auch in den nächsten Abenden wunderschöne Sonnenuntergänge schenken wird. 

Das Abendessen findet heute entsprechend spät statt. Während die Würstchen und der Spargel auf dem Grill landen, kümmert sich die Plancha um Zucchini und Rosmarinkartoffeln. Am Ende ist es locker halb zehn, bis wir endlich essen können.

Anschließend sitzen wir noch eine Weile am Lagerfeuer, schauen den Flammen zu und lassen den Tag Revue passieren. Lange halten wir aber nicht durch. Nach diesem heißen und erlebnisreichen Tag fallen wir schließlich ziemlich müde ins Bett.

Bernhard
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Beigetreten: 21.08.2009 - 15:31
Beiträge: 16707
RE: Tag 8 - Moab / Arches NP

Hi Rebecca, 

Der beeindruckendste Moment kommt für mich aber jedes Mal an derselben Stelle: Wenn man den schmalen Pfad entlang der Felswand läuft und sich plötzlich nach rechts der Blick auf den Delicate Arch öffnet.

... das erinnert mich doch direkt an mein Gefühl von 1976 (vor mittlerweile also 50 Jahren), als ich das Gleiche fühlte. Es bleibt einem tief in der Erinnerung und man freut sich immer wieder, wenn man Bild davon sieht. Danke dafür !

Die Anzahl der Zuschauer war aber auch damals schon ähnlich.

Herzlichen Gruß

Bernhard

Scout Womo-Abenteuer.de


Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen (G.C. Lichtenberg)