Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

"Cruise Arizona" - auf Hammertour mit 2 Kids, Mai/Juni 2009

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tinchen74
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Lone Rock Campground

Hi Kochi,

quetsch dich rein, hinten ist noch ein Platz frei smileyWenn du mal fahren willst, warte auf den nächsten Tag, da geht's ab in den Matsch smiley

Am Lone Rock, puh, lass mich überlegen, ich glaub, das hing von der Frau am Kassenhäuschen ab. Das Kassenhäuschen ist ja nur tagsüber besetzt und du kannst "day use only" mit jedem Fahrzeug reinfahren, entweder mit Nationalparkpass oder man zahlt Einzeleintritt.

Beim ersten Mal, meine ich, haben wir für die Übernachtung das Wohnmobil bezahlt und für den Hummer auch, weil es "per vehicle, per night" abgerechnet wird. Hummer draußen lassen ging leider auch nicht, die Zufahrtsstraße und der Highway sind "towing zone".

Zwischendurch waren wir mal "day use only" da, nur mit dem Hummer = NP Pass.

Bei der letzten Nacht kamen wir so spät, daß die Kasse nicht mehr besetzt war, es gab auch keine Umschläge und keinen Automaten und bei der Ausfahrt wurden wir so vehement weitergewunken, daß wir uns dann auch nicht mehr aufgedrängt haben. In Summe hat's gepasst für uns smiley

LG;

Bettina

Karin
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Kletterstelle

Hi Bettina,

ich musste lachen, auch bei uns mit fast großen Söhnen machen solche "Kletterstellen" den größten Spaß!

Je steiler und unwegsamer desto besser, meine Söhne helfen mittlerweile mir, wenn ich mich nicht weitertraue... (höhenangstbedingt, nur bei mir, nicht bei ihnen)

Ich würde übrigens auch deutlich lieber im Hummer mitfahren wie Kochi!

Mein "Plan", statt dem gemieteten Minivan bei Hertz diesen Sommer einen Fullsize SUV zugewiesen zu bekommen, hat nicht funktioniert in Portland, habt Ihr Tricks auf Lager??

Vielen Dank

Karin

tinchen74
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SUV

Karin, vielleicht funktioniert das nur am Hochzeitstag?

Grinsegrüße,

Bettina

tinchen74
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26.05.2009, Dienstag: Cottonwood Canyon Road

Wir haben gut geschlafen und erwachen bei leichtem Wind und Sonne am Seeufer. Welch herrliche Kulisse!

Heute geht es also auf unsere erste "richtige" Hummertour.

Erster Stop: die Paria Contact Station.
Dort erfahren wir, was wir nach den Niederschlägen der letzten Tage schon geahnt haben: Die Straßenzustände in der Gegend sind sehr schlecht, die Cottonwood Canyon Road gilt gar als "closed" *schluck*. Der Ranger schaut sich unser Auto an und meint nur, "well, you can try and see how far you can get!". Das wollen wir dann auch tun, lassen uns vorher aber noch schnell Permits ausstellen für die Coyote Buttes South für den nächsten Tag. Juhu!

Also los, schauen wir mal, wie weit wir kommen - eigentlich wollen wir ganz hoch fahren, aber wenigstens bis zum Yellow Rock (ca. 12 Meilen).

Soo schlecht finden wir die Straßenverhältnisse gar nicht; ein paar kleiner Pfützen, tiefe Spurrillen, man wird ordentlich durchgerüttelt, aber deswegen gesperrt? Naja, wir sind ja auch erst 3 Meilen weit gefahren!

Etwas später sieht es dann schon so aus:

Und trotzdem mein Schuh im Schlamm steckenbleibt, der Hummer kommt da problemlos durch.

Wir sind aber wahnsinnig langsam unterwegs, ein Wagen, schlammbespritzt bis oben hin und ein richtiger Offroader, kommt uns entgegen, wir überholen 2, 3 "Leichtsinnige" mit normalen Straßen-PKWs!!!

Irgendwie ist das aber nicht das, was wir uns vorgestellt haben - Offroad-Fahren war nicht unser Ziel, eigentlich wollen wir hier nur fahren (und eigentlich wollte ICH das tun, zur Einstimmung, schließlich ist diese Strecke ja angeblich PKW tauglich *g* - das Schlammgeschaukele überlasse ich dann aber doch gerne Udo!)

Nach 7 Meilen ist dann aber endgültig Schluss:

Hier hat sich offensichtlich nur ganz kurz vor uns ein Wagen ziemlich tief eingegraben und sich dann nur mit Mühen wieder rückwärts rausarbeiten können. Das wollen wir nun nicht auch noch versuchen?!

Also drehen auch wir um. Schade, bis zum Yellow Rock sind wir nicht gekommen, und nun? Blöd. Und die Piste sieht auch nicht so aus, als ob das die nächsten Tage nochmal was wird. Dabei hatten wir hier so viel vor sad

Wir kramen in den Unterlagen nach einem Alternativziel und entscheiden uns relativ spontan für den Sidestep Canyon / Rainbow Valley. Dazu müssen wir erstmal ein paar Meilen wieder zurück und dann nochmal etliche Meilen auf einer Dirtroad fahren, die sich aber zum Glück in besserem Zustand präsentiert.

Als wir dort ankommen, suchen wir uns erstmal ein schattiges Plätzchen am Rim zum Rainbow Valley unter einer Abbruchkante und machen ein kurzes Picknick.

Aber schon braut sich - mal wieder - was zusammen, dunkle Wolken jagen über den Himmel, es stürmt heftig, aber noch haben wir Sonnenschein.

Rainbow Valley - nur vom Rim aus, reingeklettert sind wir mit den Kindern nicht:

Nur einen knappen Kilometer Fußmarsch in die entgegengesetzte Richtung erreicht man den sogenannten "[url=http://www.synnatschke.de/ssc/ssc.html]Sidestep Canyon[/url]".

Als wir diesen erreichen, hat die Gewitterstimmung fast einen Höhepunkt erreicht und ich dränge zum Aufbruch - schließlich sind wir hier "unpaved" unterwegs und wir haben den Straßenzustand auf der Cottonwood Canyon Road (CCR) noch in sehr frischer Erinnerung. Udo lässt es sich natürlich nicht nehmen, dennoch ein paar Schritte in den Canyon hineinzuklettern um mal wieder ein Panorama zu schiessen.

[

Mit den ersten Regentropfen erreichen wir das Auto. Wir beschließen: Hier müssen wir nochmal zurückkehren!

Aus Sicherheitsgründen geht es zügig zurück, doch auch dieser Gewitterregen ist bald wieder vorbei, ohne daß es zu einem Unwetter kam.

Die muss es ein paar Tage zuvor gegeben haben, denn in Page war der halbe Hügel zwischen Golfplatz und Holiday Inn auf die Straße gespült worden, dies wurde in den folgenden Tagen repariert. Als wir in Flagstaff waren, hörten wir von großflächigen Straßensperren wegen der Unwetter, die 89 muss teilweise unter Wasser gestanden haben. Verständlich, daß wir Sorgen hatten, in der Pampa hängen zu bleiben!

Wir fahren also zurück nach Page zum Lone Rock Campground, hier ist es zwar windig (und wir entdecken das Loch in der Wohnmobilkarosserie, da reichlich Sand ins Wohnmobil geweht wurde... ) und bedeckt, aber das Gewitter ist in die andere Richtung abgezogen. Nach einer kurzen Badeerfrischung ziehen wir mit beiden Fahrzeugen um.

Morgen geht es ja in die Coyote Buttes South, da bietet sich der Stateline Campground als Startpunkt an. Der Ranger heute morgen versicherte uns "excellent road conditions", für ein Wohnmobil überhaupt kein Problem.

Ähm ja, er hatte nicht wirklich Recht.

Ich bin mit dem Hummer vorgefahren, und da der Wash zwischen Whitehouse Trailhead und dem Campground noch (wenig) Wasser führt und die "Straße" dahinter zur lehmigen Schlaglochpiste mutiert, entscheiden wir: Wir bleiben am Trailhead stehen, weiter geht's mit dem Wohnmobil nicht!

Da es dank Badestopp nun doch später geworden ist als geplant, die Fahrt wesentlich länger dauerte und wir ein gutes Stück 2x abgefahren sind, erreichen wir den Trailhead erst bei Einbruch der Dämmerung. Grillen werden wir hier nicht, also geht auch dieser Abend wieder ohne gemütliches Lagerfeuer früh zu Ende.....

tinchen74
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27.05.2009, Mittwoch: Coyote Buttes South

Ein bißchen erstaunt, ein bißchen erleichtert stellen wir fest, daß wir nicht die einzigen waren, die die Nacht am Wave Trailhead verbracht haben.

Morgens laden wir das Auto voll mit Picknick, reichlich Getränken, Wanderschuhen und was man sonst noch so braucht und machen uns auf die Tour zu den Coyote Buttes South. Nach ausgiebigem Studium der verschiedenen Anfahrtsmöglichkeiten entscheiden wir uns für die weitere, aber einfachere Variante über Corral Valley und die Poverty Flat Ranch, anstatt die kürzere, aber tückischer zu fahrende Abkürzung über Lone Tree und Paw Hole zu nehmen.

Erst geht es die House Rock Valley Road entlang, dann biegen wir am Corral ab auf die sandige Piste Richtung Poverty Flat Ranch.

Dank der Niederschläge (sie müssen ja auch mal für was gut sein!) sind die sandigen Passagen gut zu bewältigen und für den Hummer sowieso erstaunlich problemlos zu meistern.

Bald erreichen wir die alte Poverty Flat Ranch und schauen uns dort ein bißchen um -

und finden sogar ein Feld mit Moqui Marbles!

An der Ranch treffen wir auf ein deutsches Paar mit einem Toyota- SUV, die zur White Pocket wollen - Permits für die CBS haben sie nicht, ihnen war zu viel Trubel an der Ranger Station. Wir tauschen uns kurz aus, und dann trennen sich auch schon unsere Wege. Wenig später sehen wir auch schon die Teepees  -

Das Auto parken wir, mit Parklizenz hinter der Scheibe, unter einem Baum am Trailhead und los geht's, denn noch trennt uns ein guter Kilometer vom Ziel unserer Träume. Seit zwei Jahren wollten wir hier hin, und nun soll es tatsächlich so weit sein.

Heute ist es ausnahmsweise mal heiss und sonnig, und die Kinder haben nicht wie sonst ein Schläfchen im Auto gemacht, entsprechend übellaunig und wenig motiviert sind sie für den Fußmarsch in praller Sonne durch den Sand. Besonders die Große ist heute müde, also gibt es bei der Ankunft erstmal ein motivierendes Picknick im Schatten, während Udo sich ein wenig umsieht.

Die Müdigkeit der Kinder nimmt zu und ich merke: das hat hier und heute alles keinen Sinn mehr, die Kinder sind einfach zu müde. Ich werde mit ihnen umkehren zum Auto, damit sie dort Mittagsschlaf machen können und gebe Udo 2-3 Stunden Zeit allein. Aber nicht, ohne mich vorher wenigstens für eine Viertelstunde umgesehen zu haben.

Also gehe ich los,
und bin einfach nur fasziniert. Was ich sehe, ist unglaublich, unbeschreiblich, einfach nur wunderschön -

Als ich zum Picknickplatz zurückkehre, habe ich Tränen in den Augen. Das, was die Natur hier erschaffen hat, gehört mit Sicherheit zu den schönsten Ansichten der Welt, und ich darf hier sein! Unmöglich, jetzt wieder zu gehen, nach nur einem solch kurzen Einblick....

Und das Unmögliche geschieht:
Beide Kinder lassen sich auf die Felsen hinlegen und schlafen bald darauf ein.



Nach einer halben Stunde sind sie fit uns ausgeruht wieder wach, und wir können unsere Erkundungstour doch noch gemeinsam fortsetzen!

Wir sehen wunderliche Gebilde

Sandstein in den tollsten Farben

und den allerfeinsten Strukturen

Zwischen den Teepees sind Wasserpfützen, in denen sich sogar Heerscharen kleiner Kaulquappen tummeln!

Wir schlendern und klettern herum, lassen uns treiben von dieser traumhaften, unberührten, menschenleeren Naturschönheit.

Bis zum späten Nachmittag bleiben wir, und haben doch nur einen Bruchteil des Gebietes sehen können. Was muss es hier noch alles zu entdecken geben? Wir sind uns einig: das war nicht das letzte Mal, das wir hier waren!

Zurück trauen wir uns über die Abkürzung über Paw Hole, berab lässt sich die tiefe Sandspur recht gut fahren, es sind jedoch einige Steinpassagen zu überwinden. Schleifspuren auf den Felsen mahnen zur Vorsicht, doch "unser" Hummer meistert auch dies mit Bravour.

Zurück auf der House Rock Valley Road erwartet uns auch eine Überraschung:

Ein Farmer hat heute eine große Herde Mutterkühe mit ihren jungen Kälbern hierhin getrieben, und die Mädchen sind natürlich hin und weg von den süßen Kälbchen!

Bei Einbruch der Dunkelheit erreichen wir den Trailhead mit unserem Wohnmobil, und zur Feier des Tages packen wir Stephen Weber aus, grillen Steaks, dazu ein kühles Bier.

Ein traumhafter Tag geht zu Ende....

Ich bin mir sicher, diesen Tag, diese Stimmung, diese unbeschreibliche Natur werde ich mir für immer im Herzen behalten. Ich fühle mich privilegiert, dies gesehen haben zu dürfen - und hoffe, daß sich auch meine Kinder etwas davon bewahren werden.

Didi
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das Kleid kenne ich

Hallo Bettina,

 

ich habs wiedererkannt, das Kleid Laughing

 

Und die Fotos - echt Klasse, erinnert mich teilweise an unsere Tour, wobei das ja echt der H(a)ummer ist.

Jetzt hab ich hier doch die Möglichkeit, den Bericht Stück für Stück nachzuholen, hoffentlich schaffe ich das die nächsten knapp zwei Wochen, denn dann gehts bei mir wieder los wink

 

 

 

Liebe Grüße
   Didi
Scout & Webmaster Womo-Abenteuer.de

Man muss Träume auch mal in die Tat umsetzen, ansonsten bleiben es Träume

Karin
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Hummer als Leihwagen ergattern

Hi Bettina,

Du hast Chancen, nicht nur einmal im Jahr am Hochzeitstag solche Upgrades zu ergattern!

Ich habe gerade ein Mail von meiner Schwester aus Neuengland erhalten: Sie hatten einen 7-Sitzer Minivan gebucht, erhalten einen 8-Sitze Minivan, als gestern die Öllampe aufleuchtete, haben sie an der Hertzstation eines nahen Winzig-Flughafens einen Ford Expedition erhalten! Für eine fünfköfige Familie ziemlich reichlich......

Und sie überlegen, zu tauschen..... Am liebsten würde ich tauschen!

 

Tschüß

Karin

tinchen74
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28.05.2009, Donnerstag: White Pocket

Nachdem es uns bei den Coyote Buttes so gut gefallen hat und der Hummer die Strecke so gut gemeistert hat, trauen wir uns heute zur White Pocket.

Die Anfahrt ist bis zur Poverty Flat Ranch gleich, auch diesmal entscheiden wir uns wieder für den Umweg über Corral Valley. Nach dem Abzweig zur Ranch geht es noch 11 weitere staubige Meilen über Sandpisten bis zum Trailhead zur White Pocket. Gewarnt wird vor dem letzten steilen Sandberg abwärts, denn es könnte ein Problem geben, diesen wieder hoch zu kommen.

Kurz vor dem Ziel kommt uns ein SUV mit deutsch-amerikanischer Besatzung entgegen, sie haben ihre Zelte am Trailhead aufgeschlagen und machen sich nun auf den Weg ins CBS-Permitgebiet. Mit einem Blick auf unser Auto meinen sie nur: Kein Problem, ihr könnt ruhig ganz runterfahren! Und das tun wir dann auch!

Die White Pocket selbst beeindruckt durch ihre, im Vergleich zu den CBS, weicheren Formen, Brainrocks, Gesteinsplatten, aber auch durch zahlreiche Wasserpools zwischen den Formationen. Die Sandsteinschichten sind hier nicht ganz so fein wie in den Coyote Buttes, dafür aber stellenweise wie ineinander verquirlt. Insgesamt sind wir aber nicht so beeindruckt von dem Gebiet wie von den CBS, aber das ist ja zum Glück auch Geschmackssache!


Mir wird es irgendwann zu heiss und Schatten gibt es hier keinen, also gehe ich mit den Mädchen zurück zum Trailhead, wo wir es uns im Schatten eines Baumes und des Autos gemütlich machen - sprich, die Mädchen spielen im Sand, und ich halte ein Nickerchen auf dem Beifahrersitz smiley

Am späten Nachmittag geht es zurück, wieder mit der Abkürzung über Paw Hole. Wir erfrischen uns am Wohnmobil mit Eis und Eistee, machen ein Abschiedsfoto von unserer "Site"

und ziehen mit dem Wohnmobil um auf den White House Campground.

So sah übrigens die Wegstrecke aus auf der House Rock Valley Road zum Trailhead aus - nein, das ist nicht Wohnmobil tauglich.

Der White House Campground präsentiert sich fast leer und wir ergattern einen schönen Platz mit Picknickbank und Feuerstelle. Obwohl es längst dunkel wird, grillen wir und genießen ein kleines Feuerchen.

tinchen74
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29.05.2009, Freitag: The Rimrocks - Alstrom Point

Gestern sind wir ja noch auf den White House Campground umgezogen, um einen besseren Ausgangspunkt zu haben für Touren nördlich des Highway 89.

Für heute haben wir uns die Rimrocks vorgenommen. Die Anfahrt ist denkbar einfach, es geht für rd. 3 Meilen auf die schon bekannten Cottonwood Canyon Road, dann lässt man den Wagen stehen und macht sich auf den ca. 1 km langen Fußmarsch zum Rim. Der extra von Freunden geliehene Navi weist uns den Weg, und schon bald stehen wir am Rim und können hineinblicken.

Natürlich gibt es hier keinen Wanderweg, das Gestein ist spitz und scharfkantig, die Geröllhalden rutschig. Hier muss richtig geklettert werden und mehr als einmal stelle ich mir vor, was passieren könnte, wenn so ein Gesteinsbrocken in die Tiefe rauscht - so, wie das hier aussieht, kein seltenes Ereignis.

Die Kinder werden wieder mit Seilen gesichert und schon bald merken wir, sie klettern am besten, wenn man sie selbst ihren Weg suchen lässt. Wir kommen nur sehr langsam voran, tasten uns langsam vorwärts, aber die Kinder sind vollends begeistert von der Kletterei

während wir uns eher an den Steinen erfreuen, die hier allerlei Schattierungen von weiss über grau bis zu rostrot aufweisen.

Auf einem kleinen Zwischenplateau finden wir etwas Schatten und machen dort eine Verschnaufpause, bevor wir uns wieder auf die anstrengende Klettertour nach oben machen. Die Mädchen nutzen die Gelegenheit mal wieder für Sandspiele smiley

Es ziehen mal wieder Gewitterwolken auf, diese konzentrieren sich aber auf den Bereich südlich des Highways und stellen keine Gefahr für uns dar.

Am späten Vormittag zurück am Hummer, fahren wir erstmal nach Page, ein paar Lebensmittel besorgen, tanken den Hummer voll, essen zu Mittag bei Pizza Hut und gönnen unserem Gefährten nach der Schlammschlacht eine kalte Wellness-Dusche

Wir streiten uns fast um die Pistole, noch nie hat Auto waschen so viel Spaß gemacht  :P

Nachdem wir nun alle -samt Fahrzeug- fit und gestärkt sind, gönnen wir uns einen Entspannungsnachmittag am Lake Powell. Mit dem Hummer parken wir ungefähr da, wo wir ein paar Tage zuvor noch mit dem Wohnmobil standen, und genießen hier einfach nur mal die Ruhe, während die Mädchen ausgiebig baden und plantschen.

Auch hier ziehen wieder kleinere Gewitterzellen auf, aber das stört uns nicht weiter.

Gegen 17 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Alstrom Point. Es wird immer dunkler und dunkler, windiger und auch richtig kalt - wir haben jedoch alle nur T-Shirts und kurze Hosen an (wieder mal schlecht vorbereitet!). Unterwegs wird uns klar - das wird nichts mit dem Sonnenuntergang. Wir sehen höchstens Weltuntergang, bei DEM Gewitter, was sich da gerade auflädt!!! Aber egal, wir fahren weiter, denn sehen wollen den Alstrom Point natürlich schon!

Die letzten Meilen geht es ohne jede erkennbare Piste über nackte Felsplatten, da wird das Navigieren schwer, wir werden ordentlich durchgerüttelt und Udo scheucht mich ein uns andere Mal aus dem Auto, um ihn einzuweisen. Irgendwann verweigere ich das, denn es ist albern - dieses Auto hat einfach genug Bodenfreiheit.

Endlich am Alstrom Point angekommen, geschieht mal wieder ein kleines Wunder: Die Sonne steht tief genug, um unter der dunklen Wolkendecke die Steine und den See anzuleuchten. In der Eile - es waren nur wenige kostbare Minuten - haben wir jede Menge Bilder ohne Stativ gemacht, die leider aufgrund des starken Windes alle etwas Schärfe vermissen lassen. Aber dieser Anblick war einfach so genial, daß technisch einwandfreie Fotos völlig nebensächlich wurden....

Nachdem die Gewitterzelle über den See hinweggezogen war, legte sich der Wind auch wieder und es wurde wieder etwas wärmer. Trotzdem aßen wir unser mitgebrachtes Picknick im Auto - den Kindern haben wir es hier übrigens verboten, auszusteigen, denn es geht ohne Vorwarnung senkrecht die Felsen herab, noch dazu der starke Wind :eek:

Plötzlich bricht die Sonne richtig durch die Wolkendecke und zaubert einen Regenbogen auf das gegenüberliegende Seeufer

Wunderschön!

Bei Einbruch der Dämmerung machen wir uns auf den Rückweg, erreichen beim letzten Licht die Gravelpiste zurück nach Big Water. Mit schlafenden Kindern erreichen wir spät, aber glücklich das Wohnmobil am White House Campground.

Karin
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Beigetreten: 21.08.2009 - 19:06
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Big Water Boondocking

Hi Bettina,

der Hummer erlaubt Euch die schönsten Pisten, Ihr nutzt ihn aber auch ausgesprochen gut!

Wir haben in Februar/März-Vorschultagen mit dem Wohnmobil den Weg bis zum Wash auf dem Weg ab Big Water heimgesucht, also nur die ersten Meter, dann haben wir am Washrand Boondocking betrieben, ich weiß nicht, ob das heute noch erlaubt ist. Je nach Wasserstand gab es dann immer interessantes "Kommt das Auto heil durchs Wasser oder bleibt es stecken"-Zusehen. Eine Rettungsaktion lief im Dunkeln. als wir eigentlich schon im Bett waren...

Leider lag mit dem Wohnmobil der Alstrom-Point immer außerhalb der Reichweite des Möglichen. Der Hummer als Zweitfahrzeug sollte Standard in der Region werden!!

 

Tschüß

Karin