Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Kurzreisebericht: Slow-Tour durch die Canadien Rockies

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Puffin76
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Kurzreisebericht: Slow-Tour durch die Canadien Rockies
Eckdaten zum Reisebericht
Reiseregion: 
Start/Ziel: 
Reisedauer: 
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Reiseschwerpunkte: 
Reisezeit: 
Status: 
abgeschlossen
Wir waren im September 2025 auf einer Rockies-Slow-Tour unterwegs.
 
Rahmendaten
  • Flug: Condor, Premium Economy
  • Womo: Fraserway Truckcamper Dinette Slide-Out
Übernachtungen
  • 1 Nacht Calgary, Hotel Sandman Downtown
  • 2 Nächte Elkwood CG, Kananaskis Country
  • 1 Nacht Interlakes CG, Kananaskis Country
  • 1 Nacht Banff Tunnel Mountain Village II
  • 2 Nächte Kicking Horse CG, Yoho NP
  • 2 Nächte Silverhorn Creek CG, Icefields Parkway
  • 3 Nächte Whistlers CG, Jasper
  • 1 Nacht Rampart Creek CG, Icefields Parkway
  • 2 Nächte Lake Louise Hard-Sided CG
  • 1 Nacht Banff Tunnel Mountain Village II
  • 1 Nacht Bow Valley CG
Flug
Wir sind mit Condor in der Premium Economy geflogen und haben auch für dieses Jahr wieder dort gebucht. Der Service war sehr gut, und die Flugzeit verging deutlich schneller, als ich es vorab befürchtet hatte.
 
Calgary
Calgary hat uns positiv überrascht – zumindest aus der Sicht von Nicht-Großstädtern. Wir waren vom Anblick der Innenstadt angetan und hatten trotz Jetlag viel Spaß dabei, die Stadt zu erkunden. Für dieses Jahr habe ich mir eine Stadtführung vorgenommen, um noch etwas tiefer einzutauchen.
 
Wohnmobil
Ob wir noch einmal einen Truckcamper wählen würden, können wir nicht eindeutig beantworten. Wenn ja, dann definitiv die Bunk-Bed-Variante, da diese einDry Bath hat – im Gegensatz zum Dinette Slide-Out. Fahr- und verbrauchstechnisch war der Camper top, allerdings haben wir den fehlenden Stauraum und das „einmal ums Fahrzeug herum“ zum Einsteigen schon als etwas gewöhnungsbedürftig empfunden. Dieses Jahr sind wir zu dritt unterwegs, daher stellt sich diese Frage für uns nicht mehr.
 
Die Fahrzeugübernahme bei Fraserway verlief im Vergleich zu unseren Erfahrungen im Osten eher holprig. Wir wurden erst um 10:15 Uhr vom Hotel abgeholt und mussten dann lange warten. Letztlich sind wir erst kurz vor 14 Uhr vom Hof gerollt und haben trotz gut vorbereiteter Checkliste nicht alles vollständig getestet – ein Fehler. So hätten wir direkt bemerkt, dass die Heizung defekt war und es noch weitere kleinere Merkwürdigkeiten gab, die uns während der Reise begleitet haben. Die Wasserpumpe war akustisch jedenfalls nicht zu überhören.
 
Wir haben erneut bei Fraserway gebucht, werden dieses Mal aber definitiv erst losfahren, wenn wirklich alles getestet und für funktionstüchtig befunden wurde.
 
Einkaufen
Den Ersteinkauf haben wir im Save-On-Foods in Airdrie erledigt. Ich hatte mir vorab eine Kundenkarte organisiert (kanadische Telefonnummer erforderlich; unsere eSIMs hatte ich drei Tage vor Abreise bestellt). Dadurch gab es im Rahmen einer Aktion 20 % Rabatt sowie einige Extrapreise; zusätzlich greift ja auch der Fraserway-Voucher. Trotz gut vorbereiteten Einkaufszettels haben wir recht lange gebraucht – hier möchte ich dieses Jahr noch strukturierter vorgehen.
Ein weiterer Einkauf folgte in Canmore. Danach wird es schwieriger: In Banff ist Einkaufen zwar möglich, Parken mit dem Womo jedoch nicht (nächste Option: Bahnhof). Für größere Einkäufe also eher ungeeignet. In Jasper war die Auswahl begrenzt, und in Lake Louise war im Grunde nur das Brot aus der Bäckerei eine echte Option. Alles machbar, aber mit etwas Planung verbunden.
 
Wetter
Abgesehen von etwa 24 Stunden mit durchwachsenem Wetter – natürlich genau an unseren Tagen am Lake Moraine und Lake Louise – hatten wir Traumwetter. Nachts war es oft sehr kühl, morgens entsprechend frisch, tagsüber jedoch sonnig und häufig bis zu 25 Grad warm. Zeitweise war etwas Rauch von den Feuern in den Northwest Territories spürbar, jedoch nie problematisch. Wettertechnisch hätte es kaum besser laufen können.
 
Campgrounds
Bisher waren wir zweimal in Nova Scotia unterwegs, wo viele Campgrounds über Wasser- und Stromanschluss verfügen. Die eher einfache Ausstattung der Stellplätze in den Rockies war für mich in der Planung zunächst ungewohnt, im Nachhinein aber völlig unproblematisch.
 
Unsere persönlichen Top 3 – allein wegen der Lage und der genialen Aussicht – waren:
  • Silverhorn Creek
  • Kicking Horse
  • Interlakes
Am wenigsten gefallen hat uns Lake Louise, was sicher auch am Wetter und an unseren recht lauten Platznachbarn lag. Zudem hatte man dort das Gefühl, der Zug fahre direkt durch das Fahrzeug – an anderen gleisnahen Plätzen empfand ich das als deutlich weniger störend.
 
Die Tunnel-Mountain-Campgrounds in Banff sind landschaftlich nicht besonders attraktiv, aber extrem praktisch: Mit dem Bus ist man schnell zum Bummeln oder Abendessen in der Stadt (Maple Leaf – sehr empfehlenswert).
 
Der Whistlers Campground in Jasper ist ebenfalls eher funktional, punktete bei uns aber mit sehr netten kanadischen Nachbarn und einem wirklich guten Duschhaus. Außerdem ist Jasper als Ort einfach sympathisch.
 
Ein kleiner Planungsfehler hat uns noch erwischt: Wir wollten auf dem Icefields Parkway am Waterfowl CG dumpen, hatten jedoch übersehen, dass dieser bereits am Vortag geschlossen wurde. Das passiert mir kein zweites Mal.
 
Bis auf den Interlakes (FCFS) hatten wir alle Campgrounds bereits im Januar 2025 bzw. drei Monate im Voraus über Alberta Parks gebucht. Trotz der späten Reisezeit war es insgesamt sehr voll.
 
Den Platz auf dem Interlakes haben wir gegen 10 Uhr morgens gesichert und sind wandern gegangen – am Nachmittag suchten bereits zahlreiche Fahrzeuge vergeblich nach freien Stellplätzen.
 
Aktivitäten
Dank unserer entspannten Route hatten wir viel Zeit für Wanderungen. Gerade an stark frequentierten Orten reichte es oft, ein paar hundert Meter vom Parkplatz wegzugehen, und wir waren erstaunlich häufig alleine unterwegs.
 
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir im Kananaskis der Ptarmigan Cirque Trail und die Wanderung zum Rawson Lake. Generell ist das gesamte Kananaskis-Gebiet traumhaft – auch der Smith-Dorrien Trail mit Stopp am Spray Lake ist sehr zu empfehlen.
 
Am Bow Lake war die Wanderung zu den Bow Glacier Falls ein Highlight, auch wenn das letzte Stück aufgrund eines Erdrutsches gesperrt war. Bei Windstille sind dort fantastische Spiegelungen möglich. Ebenfalls lohnend ist der Bow Summit Viewpoint.
 
Im Yoho hat uns die Wanderung zu den Laughing Falls gut gefallen.
 
In Banff haben wir vorab Fahrräder gemietet und sind den für Autos gesperrten Bow Valley Parkway bis zum Johnston Canyon und zurück gefahren. Landschaftlich großartig, leider waren die Räder in schlechtem Zustand. Nach etwa zehn Kilometern verlor mein Mann ein Pedal, was eine Umkehr mit Radtausch nötig machte, und mein E-Bike entwickelte am Berg ein recht eigenwilliges Verhalten. Der Service bei Bike Banff war – im Gegensatz zu unseren sonstigen Kanada-Erfahrungen – leider unfreundlich und desinteressiert. Für uns: kein zweites Mal.
 
Für die Bootstour auf dem Maligne Lake hatte ich ebenfalls vorab Tickets gebucht. Da es an diesem Morgen recht smoky war, wirken die Bilder sehr mystisch. Nett und interessant, aber kein Muss für ein zweites Mal. Dafür hatten wir einen wunderschönen Tag am See, sind noch zwei Trails gelaufen und haben einen sehr leckeren Lunch auf der Restaurantterrasse genossen.
 
Die Shuttle-Tickets für Lake Moraine und Lake Louise habe bereits im April vorgebucht. Wir hatten einen Termin am Nachmittag und einen zum Sonnenaufgang. Die Nachmittagstour fiel buchstäblich ins Wasser, da es oben stark geregnet hat. Der Sonnenaufgang am nächsten Tag blieb ebenfalls aus, aber dafür konnten wir bei trockenen Bedingungen zu den Consolation Lakes wandern.
 
Am letzten Tag vor der Fahrzeugrückgabe waren wir noch am Lake Minnewanka – ein wunderschöner Ort, der uns sehr gut gefallen hat. Für dieses Jahr planen wir dort eine Bootstour ein.
 
Insgesamt ein für uns fast perfekter Urlaub mit wunderbaren Erlebnissen. Die überschaubare Fahrtstrecke und die Zeit für Wanderungen und Naturerlebnisse haben einen sehr entspannten Urlaub ergeben. Wir freuen uns schon, im September wieder in den Rockies unterwegs sein zu dürfen.
 
Viele Grüße
Susanne
 
 
 
 
 
Rawson Lake in Peter Lougheed PP:
 
Janina 141
Bild von Janina 141
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Beigetreten: 27.12.2015 - 13:16
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RE: Kurzreisebericht: Slow-Tour durch die Canadien Rockies

Liebe Susanne,

vielen Dank für deinen kleinen, feinen Bericht, klingt nach einer ganz tollen Reise. Deine Bilder sind auch so toll, machen richtig schöne Kanada-Sehnsucht 🍁💕 (Von wo ist das letzte?)

Da sind viele kleine wertvolle Infos drin, vielen Dank!

Liebe Grüße, Janina.

 

Puffin76
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Beigetreten: 12.09.2017 - 12:26
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RE: Kurzreisebericht: Slow-Tour durch die Canadien Rockies

Hallo Janina,

danke für das Feedback. smiley

Das letzte Bild ist der Rawson Lake in Peter Lougheed PP. Eine wirklich schöne Wanderung und ein beeindruckender See. Kann ich nur empfehlen. 

Viele Grüße

Susanne

Oeyni79
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Beigetreten: 21.01.2024 - 22:19
Beiträge: 389
RE: Kurzreisebericht: Slow-Tour durch die Canadien Rockies

Wow, liebe Susanne, was für Bilder heart 

Und danke für den Bericht. Wir waren sicher auch nicht das letzte Mal dort. 

LG, Regina 

Puffin76
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Beigetreten: 12.09.2017 - 12:26
Beiträge: 101
RE: Kurzreisebericht: Slow-Tour durch die Canadien Rockies

Danke Regina. smiley Das sind tatsächlich alles Handybilder. Wir haben uns nach längeren Überlegungen dazu entschlossen, die Spiegelreflex mit dem ganzen Eqipment daheim zu lassen, weil wir es zum Wandern sowieso nicht mitgeschleppt hätten.

LG, Susanne

Ich hänge mal noch ein paar an:

Rincewind
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Beigetreten: 10.01.2024 - 12:39
Beiträge: 194
RE: Kurzreisebericht: Slow-Tour durch die Canadien Rockies

Hallo Susanne,

auch wenn das Wetter für euch am Maligne Lake nicht so toll war, ist das Foto von Spirit Island um so besser.
Mal eine ganz andere Stimmung als auf den üblichen Bildern.

Gruß
Christian

Puffin76
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Beigetreten: 12.09.2017 - 12:26
Beiträge: 101
RE: Kurzreisebericht: Slow-Tour durch die Canadien Rockies

Hallo Christian, 

das mit Spirit Island sehe ich auch so. So war es tatsächlich ein bisschen mystisch. Und nach der Bootstour ist der Smoke-Effekt dann auch relativ schnell verschwunden und wir hatten nach unserer Wanderung einen tollen späten Lunch auf der Sonnenterrasse am See. 

Viele Grüße

Susanne

Pirat
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Beigetreten: 21.10.2016 - 00:41
Beiträge: 941
RE: Kurzreisebericht: Slow-Tour durch die Canadien Rockies

Hallo Susanne,

ein wunderschöner Kurzbericht mit sehr sehnsüchtig machenden Fotos von Kanada. Ich könnte sofort wieder hin. heart

Wegen deiner Einschätzung zum Truck Camper: Habt ihr die ganz große Variante Truck Camper Slide Bunk schon einmal selbst ausprobieren können? Wir persönlich, zu viert reisend (3 Erw., 1 größeres Kind), würden nach unserer gemachten sehr positiven Erfahrung vom letzten Sommer immer wieder diesen Camper buchen wollen (siehe auch hier und hier). Vom Schlafkomfort her war er deutlich besser als die 28-Fuß-C-Klassen, die wir bisher gemietet hatten und vom Wohnkomfort her war er nicht schlechter als eine 25-Fuß-C-Klasse, weil das vordere Bett so breit war (183 cm x 203 cm), dass wir bequem auch unsere Tochter dort haben mitschlafen lassen können und die Dinette deshalb nicht ein einziges Mal zum Bett umbauen mussten. Stauraum hatte er ebenfalls ausreichend, wenn man auf Hartschalenkoffer verzichtet. Auch Lebensmittel-Großeinkäufe für sechs Tage inklusive der Getränkevorräte für vier Personen für diese Zeit passten hinein, ebenso ein Grundbestand an Feuerholz, eine Axt, ein Gasgrill samt Reserve-Propanflaschen und natürlich die vier Campingstühle. Probiert es einfach mal aus! smiley

Deine Campground-Einschätzung zum Lake Louise Campground teilen wir übrigens, und zwar ganz unabhängig vom Wetter. Bei uns war das Wetter dort nämlich gar nicht mal so schlecht gewesen. Von unseren insgesamt 20 Campgrounds in Alberta und British Columbia hat er uns jedoch am wenigsten gefallen. Und das obwohl wir dort keine lauten Nachbarn hatten und uns persönlich auch die Züge nicht gestört haben, Letzteres gehört für uns zu einem Nordamerika-Urlaub einfach dazu. Aber solange man dort eine Site mit Feuerring haben möchte (für uns eine Grundbedingung), ist man auf die wenigen Sites, die einen solchen haben, angewiesen. Wirklich schön ist von diesen wenigen Sites leider nur eine einzige, und diese ist natürlich sofort zum Buchungsstart für die ganze Saison ausgebucht.

Bin schon gespannt auf eure Eindrücke vom nächsten Mal. smiley

Viele Grüße
Alex
I love not man the less, but nature more

Reisebericht "The Big Circle" (LAX-LAX)

Puffin76
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Beigetreten: 12.09.2017 - 12:26
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RE: Kurzreisebericht: Slow-Tour durch die Canadien Rockies

Hallo Alex,

vielen Dank für das nette Feedback. smiley

Wir kennen die Bunk-Bed-Variante tatsächlich noch nicht, schauen aber mal, ob wir uns die dieses Jahr bei Fraserway anschauen können. Für dieses Jahr sind mir mit der 25-Fuß-Variante von Fraserway unterwegs, die kennen und mögen wir. 

Wenn wir dann 2027 wieder ohne das dann volljährige Kind auf Tour gehen, sieht die Sache wieder ander aus. smiley

Ich freue mich jetzt nächste Woche erst mal aufs Buchen der Campgrounds (wir machen eine Rockies-Süd-Runde mit dem Waterton) und auf die Detail- Planung und das Erstellen des Roadbooks, bis es Ende August dann wieder losgeht.

Viele Grüße

Susanne

Dreamer
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Beigetreten: 23.01.2026 - 15:44
Beiträge: 1
RE: Kurzreisebericht: Slow-Tour durch die Canadien Rockies

Hallo Susanne,

 

danke für den wunderschönen Kurzbericht. Darf ich Fragen mit welchen Smartphone Ihr die Fotos gemacht habt? Die sehen Traumhaftschön aus. Da freut man sich umso mehr auf den Urlaub.


Viele Grüße
Margit 

 

Pirat
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Beigetreten: 21.10.2016 - 00:41
Beiträge: 941
RE: Kurzreisebericht: Slow-Tour durch die Canadien Rockies

Hallo Susanne,

ja, seht mal zu, ob ihr euch die Variante Truck Camper Slide Bunk dieses Jahr bei Fraserway schon mal anschauen könnt. Es geht ja nicht nur um das höhenverstellbare und superstabile Bunk Bed, es geht auch um den extremen Platzgewinn durch den Slide-out dort im Aufenthaltsbereich dieses Campers. Und natürlich um das supergroße Alkovenbett, ein Bett mit 183 cm x 203 cm hat man ja sonst nicht.

Die Sache hätte übrigens auch schon dieses Jahr anders aussehen können, wo ihr zu dritt unterwegs seid. Dieser Camper ist sogar auch zu viert ein wahres Raumwunder. wink

Viele Grüße
Alex
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Reisebericht "The Big Circle" (LAX-LAX)