Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Und ab gehts...

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jo_kro
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Beigetreten: 17.05.2015 - 17:11
Beiträge: 21
Und ab gehts...
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
04.03.2020
Gefahrene Meilen: 
0 Meilen
Fazit: 
Die Anreise in die USA verlief problemlos - und wir hatten von Beginn an Spaß :)

Es ist der 04. März, Abflugtag. Dementsprechend aufgeregt waren wir. Wir sind zwar mittlerweile geübte Flieger und genießen auch unsere Urlaube, aber USA, Wohnmobil, drei ganze Wochen - das ist doch schon etwas ganz besonderes: die Freiheit ruft.
(Ich muss aber dazusagen, dass ich unter uns sicherlich der bin, den der Womo-Virus am meisten infiziert hat. Wir sind seit 3 Wochen wieder in Deutschland und ich schwelge schon wieder in den Gedanken zum nächsten Urlaub :))

Bereits gegen 05:45  Uhr  machen wir uns auf den Weg zum Stuttgarter Flughafen, der nicht weit von unserer "ursprünglichen Heimat" liegt. Dort wohnt zwar niemand mehr von uns, aber als alte Schulfreunde sind unsere Eltern alle in der Region beheimatet, so dass wir uns dort für die Nacht vor dem Abflug einquartieren.
Meine Freundin, die berufsbedingt erst später nachreisen kann, fährt uns zum Flughafen. Eine blöde Situation, sie da so zurückzulassen, aber es ist ja nicht für lange. Schon am 12.03. wird sie uns folgen, wir werden sie in Dallas einsammeln.

Nach dem Einchecken, bei dem die anderen auch ihre Koffer abgeben (ich habe mich für dieses Mal dem Experiment verschrieben, nur mit Handgepäck auszukommen, mein sehr positives Fazit dazu folgt später), und der Sicherheitskontrolle heißt es dann erstmal abwarten. Wie immer waren wir deutlich zu früh am Flughafen, man weiß ja nie. Aber die Urlaubsvorfreude und der ein oder andere Kaffee lässt die Zeit recht schnell vergehen.Pünktlich um 08:30 Uhr geht dann der Flieger nach Frankfurt, von wo aus wir die große Reise antreten.

Kleiner Funfact (fürs Klima jedoch eher eher weniger funny); Einer von uns arbeitet in Frankfurt, ist also von dort extra in die Stuttgarter Region gereist, um dann wieder nach Frankfurt zu fliegen - was man nicht alles tut für gemeinsame Flugtickets. Wir haben das erstmal als lustig hingenommen, für den Rückflug hat uns dieses Zusammenbuchen aber unglaublich geholfen. So hatten wir mit dem Extra-Ticket meiner Freundin nur eine "Baustelle", als es ans Nach-Hause-Kommen ging.

In Frankfurt selbst war die Umsteigezeit dann relativ kurz. Wir mussten keine weitere SIcherheitskontrolle passieren und der einzige "Extra-Check", durch den wir mussten (man liest da ja so einiges an Erfahrungen mit zusätzlichen Security-Checks vor Abflug in die USA, war ein netter junger Mann, der ins beim Boarding in der Warteschlange ansprach (wohl stichprobenmäßig) und uns super nett zu unserer Reise befragte (Wie sind sie zum Flughafen gekommen? Darf ich das Ticket sehen? Was machen Sie in den USA? Ach Wohnmobil, wow, toll, das wird bestimmt super! Oh, darf ich dazu auch noch die Buchungsbestätigung sehen?). War eher ein netter Smal-Talk.

Am Flughafen Frankfurt war noch "alles so wie immer"

Im Flieger hatten wir drei dann eine der Außenreihen für uns, was sehr angenehm war. Ich mag es immer, etwas näher an den Toiletten zu sitzen, weil ich mir einbilde, dass man dann bspw. vor der Landung besser im Griff hat, wann man sich spätestens auf den Weg machen muss, um der langen Schlange zu entkommen, aber das mag nur in meinem Kopf Sinn machen :)

Den Board-Service von Lufthansa haben wir auf jeden Fall ausgiebig genutzt und uns ein oder zwei "Urlaub: Wir kommen"-Bierchen gegönnt. Auch die Filmauswahl war wirklich beachtlich gut. So gut unterhalten kam ich noch selten aus dem Flieger - auch wenn an Schlafen nicht zu denken war. Das kann ich im Flugzeug einfach nicht.

Ansonsten war der Flug sehr ruhig und wir sind überpünktlich und gut in Chicago gelandet: Ortszeit 13 Uhr und damit noch reichlich Möglichkeiten, den Tag zu nutzen.

Die Einreise verlief problemlos, auch wenn mein Reisepass sich erst im zweiten Anlauf mit dem elektronischen Einreise-Gerät anfreunden konnte. Dann ging es aber umso besser - nutzte aber letztendlich doch nichts: Vermutlich, weil mein Reisepass seit der letzten Einreise neu ausgestellt wurde, durfte ich mich anschließend in die lange Reihe derer einreihen, die etwas ausführlicher mit dem sehr freundlichen Einreisebeamten sprechen durften. War aber alles kein Problem, er wirkte ehrlich interessiert an unserer Reise und gab noch den ein oder anderen Tipp (Es wäre Tornado-Saison.., ). Die anderen durften die deutlich schnellere Möglichkeit nutzen und waren ruckzuck an der Kontrolle vorbei.Dann hieß es Koffer holen und dann schnell mit dem Shuttle ins angrenzende Mietwagen-Gebäude.

Dort angekommen trafen wir auf einen sehr freundlichen Mitarbeiter von Sixt, der uns erstmal direkt kostenlos upgegradet hat: Auf dieses schicken Jaguar. Wir haben uns gefreut, der Mitarbeiter bei der Auto-Ausgabe dann eher weniger, weil unser Freund in der Empfangshalle wohl an diesem Tag besonders viele Upgrades verteilt hat - auch gerne mal, ohne das oben bei der Ausgabe mitzuteilen. So machte man sich auf die Suche nach unserem Jaguar, und nach ein paar hektischen Telefonaten war er dann auch gefunden, wurde vorgefahren und wir konnten einsteigen.

Mit Sack und Pack machten wir uns dann erstmal auf den Weg in unser Hotel. Wir hatten uns das "La Quinta Inn & Suites by Windham - Lake Shore" ausgesucht. Die Fahrt durch Chicago war trotz Verkehr vergleichsweise angenehm und wir waren sehr aufgeregt, was wohl in den kommenden Tagen so auf uns zukommen würde.
Das Hotel selber war dann nett, aber unspektakulär. Das größte Hindernis war das direkt angrenzende, gleichnamige Motel, in dem wir erst irritiert angeschaut und dann ins eigentliche Hotel weitergeschickt wurden.
Dort angekommen packten wir erstmal aus und gönnten uns allen etwas "Wifi-Zeit". Schließlich wollten Freunde und Familie über die gute Ankunft informiert und die Nachrichten verfolgt werden: Es gab gerade die ersten Corona-Fälle in Chicago, für uns aber noch kein Grund zur Sorge - das Ausmaß war noch nicht abschätzbar und wie so oft auf dieser Reise waren wir rechtzeitig weg aus Chicago, bevor es richtig losging.Mit den üblichen Corona-Witzen ("schmeckt kalt besonders gut") gingen wir also zur Urlaubs-Tagesordnung über und die hieß erstmal: Auf zum Walmart. Sicherlich in vielen Punkten kritikbedürftig, für uns aber der Inbegriff amerikanischen Einkaufs-Gefühls. Genau das richtige, um die aufkommende USA-Stimmung weiter anzuheizen. Der nächste Markt war nicht weit, wir machten uns also auf den Weg und kauften erstmal das (unnötigste) ein, frei nach dem Motto: Die irrsten Sachen, die es bei uns nicht gibt, müssen wir unbedingt mitnehmen. Und Wasser. Letzteres konnten wir hier übrigens noch plastikflaschenweise ohne irgendwelche Einschränkungen mitnehmen. Ein Gefühl, dass wir in den nächsten Wochen immer weniger genießen können würden.

Nach der Rückkehr ins Hotel gab es dann erstmal Kaffee-Pause, (das Hotel stellte Thermoskannen mit Kaffee unterschiedlicher Stärke zur Verfügung, wobei sich alle den wohligen Instant-Kaffee-Geschmack teilten). Dazu gab es amerikanische Süßigkeiten ohne Ende.

Danach machten wir uns fertig und wollten ein bisschen die, schon dämmernde, Stadt erkunden. Das taten wir bis in den Abend, den wir zur Freude der männlichen Beteiligten und unter schmunzelnder Kommentierung unserer weiblichen Mitreisenden (eigentlich hats ihr auch gefallen :) ) im Tilted Kilt ausklingen lassen haben. Das aber weniger aus der Überzeugung heraus, dass das ein in Chicago sehenswertes Etablisment wäre, sondern eher der Tradition geschuldet, dass wir dort bei einer vorherigen Reise gelandet sind, ganz ohne zu wissen, was auf uns zukommt.
Fazit: Sicherlich nicht für jeden etwas, ganz bestimmt auch nicht unproblematisch, aber für uns war es ein schöner erster Abend mit doch recht gutem amerikanischen Essen und dem ein oder anderen Bier.

 

Todmüde sind wir dann im Hotel in unsere Betten gefallen und haben im Wissen, dass es morgen erst richtig losgeht, hervorragend geschlafen.