Gestern Abend die Koffer und Rucksäcke gepackt, heute bringt uns dann unsere Tochter zum Flughafen Frankfurt.
Abflug 12:25, wir sind kurz nach 09:00 am Flughafen, eigentlich viel zu früh. Haben wir doch schon alles im Voraus gemacht, einchecken, Fast Baggage Drop Off bewirbt Condor in der App und auch einen Timeslot für den Security Check haben wir vorab gebucht.
Wir durchqueren den halben Flughafen, Condor hat seine Schalter und Gepäckaufgabe natürlich ganz am Ende von Terminal 1.
An den Gepäckaufgabe-Automaten dann etwas Verwirrung, Condor in Verbindung mit Kanada taucht dort gar nicht in der Auswahl auf. Ein kurzes Gespräch mit einem anwesenden Guide bringt die Erkenntnis: Condor bietet keine automatische Gepäckaufgabe für Nordamerika-Flüge an. Wieso das in der Condor-App trotzdem beworben wurde, bleibt ein Rätsel.
Also doch in die Schlange vor den Condor-Schaltern einreihen. Zum Glück ist die noch nicht sehr lang. Dummerweise wird sie aber auch nicht kürzer - die beiden geöffneten Schalter schließen, die Mitarbeiter gehen in Frühstückspause. Für die nächste halbe Stunde geht erstmal gar nichts, danach öffnen tröpfchenweise wieder drei Schalter. Hektik macht sich breit, immer wieder müssen Passagiere vorgelassen werden, bei denen es mit dem Erreichen des Fluges knapp wird. Ein Schalter wird lange von einer Dame blockiert, die lautstart streitet ,weil ihr Gepäck zu schwer ist und sie's nicht einsehen kann.
Den Timeslot für den Security-Check können wir schon nicht mehr erreichen, als wir endlich an die Reihe kommen, also müssen wir uns dort auch in die Schlange einreihen. Und siehe da, dort ist es genau das gleiche Spiel. Von 13 vorhandenen Lanes sind 5 geöffnet, immer wieder müssen dringende Fälle vorgezogen werden. Draußen sind's heute 35 Grad, im Flughafen ein paar weniger. Wir beginnen uns Sorgen zu machen, ob es für uns reicht, es wird langsam knapp bis zum Boarding.
Also nach dem Security-Check im Laufschritt zu unserem Gate, wir erreichen es wenige Minuten vor dem Boarding-Beginn bzw. vor dem Besteigen der Busse. Die Maschine steht auf einem Außenplatz, also bei den erwähnten 35 Grad eine nette Busfahrt und dann in der prallen Sonne im Gänsemarsch die Treppe ins Flugzeug hoch.
Endlich geschafft, es kann losgehen. Denken wir zumindest. Der Kapitän informiert, dass "wegen eines Problems mit einigen Gepäckstücken" sich der Start verzögert. Wir stehen noch eine gute Stunde, bevor wir zum Start rollen.
Das geht ja schon gut los
Der Flug selbst verläuft ruhig, wir holen wieder eine halbe Stunde auf und landen mit genau einer Stunde Verspätung in Calgary.
Nach der Landung geht die Einreise Dank der Ausweis-Scanner und einiger hilfreicher Service-Mitarbeiter die die Passagierströme an dieser Stelle leiten echt schnell. Der Flughafen ist aber auch eher überschaubar, nicht so ein Moloch wie Frankfurt.
Allerdings werde ich hier aussortiert und muß an einen Schalter mit einer Einreise-Beamtin zur Befragung. Ich hatte in der ArriveCan-App angegeben, daß ich eine Waffe mitführe. Leider ist das dort eine Ja/Nein-Frage und man kann nicht angeben, welche Art Waffe. Nachdem ich klargestellt hatte daß es sich um ein Multitool ohne Einhandöffnung handelt und sich dieses außerdem im Aufgabegepäck befindet, war aber auch das schnell hinter mich gebracht.
Dank Priority Baggage sind unsere Koffer mit die ersten, die auf dem Laufband erscheinen, bereits 5 Minuten später sind wir draußen am Taxistand.
Ich nenne dem Taxifahrer die Adresse des Hotels, aber er findet diese nicht in seinem Navi. Später stellt sich heraus, daß er sich vertippt hat.
Ich frage ihn, ob er weiß wo die Cruise Canada Station ist, das Hotel ist genau gegenüber. Er sagt, das weiß er und fährt los.
Nach einiger Zeit wundere ich mich über die Fahrtrichtung, da kann was nicht stimmen. Ich spreche ihn darauf an und nach einigem Hin und Her stellt sich heraus, er fährt nicht zu Cruise Canada, sondern zu CanaDream, hört sich ja auch so ähnlich an ![]()
Ich spiele also Navi und lotse ihn zum Barlow Trail und dann zum Comfort Inn & Suites Airport South direkt gegenüber von Cruise Canada.
Dort angekommen, will er tatsächlich den vollen Fahrpreis von gut 75 $ von uns. Das verweigere ich und wir einigen uns auf 50 $. Eigentlich immer noch zu viel, aber es war jetzt schon ein langer Tag und ich will keinen größeren Streit vom Zaun brechen.
Das Hotel ist nichts besonderes, aber die Lage zählt. Es ist sauber und hat alles, was man für die erste Nacht braucht, Betten, Air condition und Badezimmer. Es gibt sogar ein Schwimmbad mit Rutsche, das wir aber nicht nutzen.
Stattdessen machen wir uns mit unseren Rucksäcken auf zur nächsten Busstation, die wir vom Hotel aus tatsächlich auf Gehwegen erreichen können. Keine Selbstverständlichkeit in dieser Gegend.
Downtown geht es dann erst mal zu MEC, dort hatten wir im Sale Trinkflaschen und eine kleine Axt vorbestellt. Moskito-Repellent und eine Basecap (ich Depp hatte meine vergessen) kamen noch dazu.
Anschließend wollten wir noch zu Dollarama, unsere Ersteinkaufsliste für diverse Kleinigkeiten abarbeiten, aber durch die Flugverspätung und den Spaß mit dem Taxi war es mittlerweile so spät dass dort schon geschlossen war.
Na ja, schauen wir uns halt die Devonian Gardens im Core Shopping Center an. Denkste, das mach auch schon um 18:00 Uhr zu.
Also erst mal was Essen gehen und anschließend zum Calgary Tower. Wir finden das Bank and Baron Pub in der Fußgängerzone und bestellen statt Hauptgerichten 3 Vorspeisen. Steak Bites, Mini Seafood Rolls und Loaded Nachos. Restaurant und Gerichte sind sehr zu empfehlen, es gibt eine sehr große Auswahl aller möglichen Craft-Biere.
Allerdings werden Softgetränke anscheinend als Sirup mit Leitungswasser bereitet und die Sprite meiner Frau schmeckt deutlich nach Chlor.
Anschließend gehen bzw. fahren wir noch auf den Calgary Tower, der bietet tolle Ausblicke über die Stadt und einen Glasboden für Schwindelfreie.


Zurück im Hotel ist es dann auch genug für heute, wir sind seit gut 26 Stunden auf den Beinen.