Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

03. Tag Wandern in der Sonne und im Schnee

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Sunny24
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Beigetreten: 20.08.2025 - 08:58
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03. Tag Wandern in der Sonne und im Schnee
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
Dienstag, 10. Juni 2025
Gefahrene Meilen: 
0 Meilen
Fazit: 

Der Jetlag schlug nun doch ein wenig zu, und so war die Nacht bereits um kurz nach fünf beendet. Die erste Nacht im Wohnmobil war ungewohnt und so hatten wir nicht allzu gut geschlafen. Mal knarrte das WoMo, mal summte der Kühlschrank, … Es hatte sich auch merklich abgekühlt, aber dank der im Walmart gekauften Decken war uns nicht kalt geworden. Nur das Aufstehen wurde dann nicht so angenehm.

Draußen kam schon langsam die Sonne über den Berg, sodass wir uns entschlossen, im Freien zu frühstücken.  

Anschließend packten wir unsere Sachen zusammen und liefen zur Shuttlebus Haltestelle auf dem Campground. Der Bus fährt von hier alle 60 Minuten zum Park & Ride Parkplatz, von dem es dann zum Bear Lake weitergeht. 

Wir nahmen den Bus um kurz nach acht, stiegen am P&R um und waren schließlich gegen viertel vor neun am Bear Lake Trailhead. Wir waren zunächst nicht sicher, ob wir nur bis zum Emerald Lake laufen sollten und dann wieder zurück, oder ob wir die große Runde mit dem Lake Haiyaha und den Alberta Falls machen würden.

Erstmal liefen wir eine Runde um den Bear Lake, dann ging es weiter zum Nymph Lake. Beide schon sehr schön, aber sie hauten uns noch nicht vom Hocker. Hinter dem Nymph Lake kommt dann allerdings ein Anstieg, von dem man einen atemberaubenden Blick auf die Rockys hat. Es fing an, spannend zu werden!

  

 

Weiter ging es zum Dream Lake. Wir hatten bereits im Internet gelesen, dass auf der Wanderung noch einige Schneefelder sind, wollten uns diese aber jeweils vor Ort anschauen, um zu entscheiden, ob wir weitergehen. Ein erstes großes Schneefeld kam kurz vor dem Dream Lake, wo man einen kleinen Fluss überqueren muss. Das Überqueren war aufgrund eines kleinen Steges eigentlich nicht schwer, allerdings ging es zum Fluss bergab bzw. bergauf, was auf dem rutschigen Schnee nicht ganz einfach war. 

Wir wussten noch nicht, dass dies eine der einfacheren Partien sein würde!

Wir liefen dann immer entlang des Sees und seine grüne Farbe sowie die Schneefelder drumherum gefielen uns sehr. 

 

Zum Emerald Lake war der Weg dann fast vollständig mit Schnee bedeckt und wir, sowie die anderen Wanderer, hatten an einigen Stellen Mühe, nicht auszurutschen. Das gelang nicht immer allen. Am Emerald Lake angekommen, wurden wir dann mit einem beeindruckenden Panorama belohnt. Hinter dem See türmten sich die schneebedeckten Berge auf und auf dem Wasser trieben noch Eisschollen. Was man auch nicht verschweigen sollte, ist der Andrang, der dort herrschte. Mit Idylle hatte das leider nicht viel zu tun. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten gibt es nur eine kleine, für Wanderer zugängliche Fläche, auf der sich dann natürlich alles versammelt / ausruht / Fotos schießt. Obwohl wir schon das Gefühl hatten, dass die Schneefelder einige Wanderer abhielten, überhaupt bis hierher zu kommen. Auch wir machten eine kurze Pause, schossen die obligatorischen Fotos, bewunderten noch ein Murmeltier und machten uns dann auf den Rückweg. Es war einfach zu voll, um länger zu Verweilen. 

  

Nun stand die Entscheidung an, weiter oder zurück? Der Weg in Richtung Lake Haiyaha sah noch viel schwieriger aus, als der Weg zum Emerald Lake. Aber wir sind fit und wissen nicht, ob wir jemals wieder an diesen Ort zurückkehren können und so entschieden wir uns für den langen Weg. 

Hinter dem Dream Lake zweigt der Weg zum Lake Haiyaha ab und mit “Weg” ist eher ein kleiner Pfad gemeint, der zur Seite steil abfällt und bei Schnee doppelt gefährlich ist.

Hier sollte man einigermaßen schwindelfrei und bei Schnee wirklich trittsicher sein! Trotz “Gegenverkehr” schafften wir den schlimmsten Teil (vielleicht 100-200 Meter) schnell und waren bald wieder auf besseren Wegen unterwegs. Immer wieder trafen wir auf Schnee, aber mit festem Schuhwerk war das kein Problem. Die letzten Meter zum Lake Haiyaha waren wieder anspruchsvoll, da man über große Felsen klettern und springen musste, um zum See zu kommen. Hier fanden wir nun die ersehnte Ruhe. Natürlich waren wir auch hier nicht allein, aber die schwierigen Wegverhältnisse hielten vermutlich doch viele Leute von der Wanderung ab. Der See ist super schön und wir saßen einige Zeit auf den Steinen und schauten aufs Wasser. 

  

Nach dem See wurde der Weg etwas eintöniger und wir waren froh, als wir die Alberta Falls erreichten. Auch hier gab es nochmal eine Pause und ein paar Fotos. 

Statt wie ursprünglich geplant zum Bear Lake zurückzulaufen, entschieden wir uns abzubiegen und stattdessen bei Glacier Gorge Junction den Shuttle zu nehmen. 

Zurück am Park & Ride hätten wir noch länger auf den Shuttle zum Campground warten müssen und so entschlossen wir uns, zu Fuß zum CG zurückzukehren. Der Weg ist nicht lang, nach 12 km Wanderung und in der Hitze war er aber trotzdem ein bisschen anstrengend. Zurück auf der Site ruhten wir uns aus und verbrachten den restlichen Nachmittag mit Lesen und sonstigem. Abends gab es wieder ein Lagerfeuer und nach dem Essen bemerkten wir dann, dass die Batterie unseres WoMos leer war. Der Kühlschrank piepste schon und das Licht flackerte. Wir versuchten, die Batterie mit dem Generator bzw. dem Motor aufzuladen, was nicht klappte. Schließlich löschten wir das Feuer und drehten noch eine Runde durch den Nationalpark. Auch das half nicht und so riefen wir bei der Hotline von El Monte an. Diese suchte eine Werkstatt raus, die wir am nächsten Tag in Estes Park aufsuchen sollten, um die Batterie checken zu lassen. Wir gingen mit einem unguten Gefühl ins Bett, da der Kühlschrank bereits aus war und auch das Licht nicht mehr funktionierte.

 

Leider trübten die Ereignisse des Abends diesen wunderschönen Tag etwas. Die Wanderung würden wir als eine der schönsten unserer gesamten Reise bezeichnen. Ohne den Schnee wäre sie deutlich weniger anspruchsvoll gewesen, aber gerade das gefiel uns so gut. Statt eintönigem Gleichschritt mussten wir immer wieder klettern, kraxeln und sanken in den Schnee ein. Die Natur war im vollen Wandel von Winter zu Sommer. Die Seen waren sehr unterschiedlich und es hat sich gelohnt, auch den Lake Haiyaha mitzunehmen.