Weinselig haben wir bestens geschlafen und lassen den Morgen beim gemütlichen Frühstück angehen. Für heute Abend ist unsere Übernachtung schon gesichert, also können wir ganz entspannt in den Tag starten. Und das bei traumhaftem Wetter: strahlend blauer Himmel und Sonnenschein!
Kaum stehen wir vor dem Camper, sind auch schon unsere Nachbarn zur Stelle und laden uns zur gestern angekündigten Roomtour ein. Alter Verwalter! Das ist kein Wohnwagen, das ist eine Dreizimmerwohnung auf Rädern – inklusive Kücheninsel in der Mitte! Ken wollte unbedingt campen, seine Frau eher nicht. Der Kompromiss: ein Luxusgefährt mit zwei riesigen Slideouts, amerikanischem Kühlschrank und eigener Waschmaschine. Na dann! Jeder hat eben seine ganz eigene Vorstellung vom Camping. 😉
Wir plauschen noch eine Weile, bevor wir uns langsam auf den Weg machen. Allerdings nicht ohne ein kleines Abschiedsgeschenk: Kens Frau hat mit Himbeeren aus dem eigenen Garten Marmelade gekocht und extra eine Charge von zu Hause mitgebracht – für besondere Hosts und Begegnungen. Wir sind gerührt und beschließen feierlich, das Gläschen erst nach unserer Rückkehr zu öffnen. So viel Ehre muss sein!
Unser erster richtiger Touristenstopp des Urlaubs führt uns nach Shediac zum - Kanadier mögen Superlative - größten Hummer der Welt. Nach einem Bummel durch den Ort und einem herrlich entspannten Picknick direkt am Wasser legt der Mann am Riesenhummer noch eine kleine Show hin. Die asiatischen Touristen sind begeistert, Kameras klicken und klicken – wahrscheinlich halten sie ihn mit Bart und Holzfällerhemd für einen waschechten Kanadier. 😉








Weiter geht’s Richtung Kouchibouguac National Park. Der Slogan "schwer auszusprechen... unmöglich zu vergessen" ist irgendwie passend. kuu-schi-buu-guack bedeutet übrigens "Fluss der langen Gezeiten" in der Sprache der Mi'kmaq. Während Frau den Camper registriert, macht es sich der Mann auf den roten Adirondack-Stühlen vor dem Eingang gemütlich. Und muss glatt zum zweiten Mal als Fotomotiv herhalten – diesmal für eine kanadische Touristin, die findet, dass er herrlich entspannt aussieht. 😉 Wir beziehen die schöne Site 19 mit Stromanschluss.


Das Wetter ist immer noch traumhaft, also nutzt Frau die Gelegenheit für einen herbstlich-bunten Spaziergang zum Kellys Beach. Neben Wildgänsen und Reihern konnte Frau hier sogar einen Adler fliegen sehen. Und Ende September noch am Strand sitzen – das hat was!







Der Ehemann bleibt derweil beim Camper. Offiziell ist ihm nicht nach "wandern". Inoffiziell wartet er vermutlich nur darauf, endlich die frisch bei Canadian Tire erstandene Axt ausprobieren zu können. Und tatsächlich: Als Frau vom Strand zurückkommt, prasselt auf der Site bereits ein gemütliches Lagerfeuer.
Für den Abend haben wir uns Steak vom Gasgrill vorgenommen. Klingt nach einem perfekten Tagesausklang.
Kleine Planänderung: Wir haben die falsche Gaskartusche erwischt. Das Steak muss also in die Pfanne. Na gut – wir hatten heute schließlich auch noch keine Panne. Irgendwas ist ja immer!
Satt und zufrieden lassen wir den Abend am Lagerfeuer ausklingen. Über uns spannt sich ein wunderschöner Nachthimmel, und während die Sternschnuppen nur so vorbeiziehen, schicken wir unsere Wünsche gleich hinterher: Möge es bitte möglichst pannenlos weitergehen!

Ideenliste
Wir haben immer eine Ideenliste am Start und nutzen diesen Fundus, um vor Ort spontan zu entscheiden, was wir je nach Lust und Laune oder auch Wetter ansteuern wollen. Manchmal machen wir viel, manchmal skippen wir aber auch alles oder landen am Ende ganz woanders. Aber wir mögen es, ein paar Ideen in der Hinterhand zu haben. Vielleicht hilft sie jemandem von euch bei der Reiseplanung (kein Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Gewähr ob wirklich lohnenswert )
- Pointe du Chene: Fishermans Wharf, 2 kleine Leuchttürme und Parlee Beach mit dem angeblich wärmsten Wasser nördlich von Virginia. Vom Wharf fahren auch Hummerfahrten.
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Shediac:
- Old Train Station Museum: Eisenbahnmuseum im alten Bahnhof
- Giant Lobster: 10m hohe Lobster Statue.
- Visitor Center mit Picknick Platz und bunten Fischerhäuschen
- Homarus Cenre, Shediac: Museum rund um den Hummer inkl. Streichelbecken
- Irving Arboretum, Bouctouche: Botanischer Garten
- Woodchip's What Knots Classy Collectibles, Baie de Bouctouche: abgefahrener Antiquitätenladen direkt am Wasser
- Bouctouche Beach, Bouctouche: die "flüsternden" Dünen, die sich über 12 km erstrecken und nur einen knapp 2 km breiten Zugang zur Bucht freilassen. Zugänglich über Plankenweg.
- Ocean Breeze Farm, Saint-Eduard-de-Kent: Lavendelfarm mit Shop
- Savonniere Olivier, Saine-Anne-de-Kent: Bio-Seifenhersteller
- Phoca Tours, Saint-Louis-de-Kent: Marine Wildlife Safaris Bootsfahrt zu Robben, Schwalben, Seeadlern
- Kouchibouguac NP: diverse Trails direkt am Hauptweg zum Campground (Pines, Beaver, Migmag Cedars, Saltmarsh); Trails ab Campground (Kellys Beach über River Trail, River Trail); im Sommer Kajak-, Kanu- und Fahrradvermietung, im Herbst/Winter Fat-Bikes


Tolle Sache mit der Ideenliste! Mache ich auch seit Jahren