Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Wohnmobilübernahme und Mietwagenrückgabe

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jo_kro
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Beigetreten: 17.05.2015 - 17:11
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Wohnmobilübernahme und Mietwagenrückgabe
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
05.03.2020
Gefahrene Meilen: 
211 Meilen
Fazit: 
Ein Tag voller Spannung - und Chicago gleich zweimal

Mit El Monte hatten wir im Voraus einen Übernahmetermin um 13 Uhr ausgemacht, deshalb hieß es früh aufstehen, den wir wollten noch einkaufen gehen und natürlich pünktlich da sein. Die vorherigen Mails von El Monte mit vielen Punkten und noch mehr gelb gefärbten "Merksätzen" ( a la: "Sind Sie eine Minute zu spät, bekommen Sie ihr Wohnmobil erst einen Tag später", etc.) haben uns den Eindruck eines straff geführten Unternehmens mit  Mitarbeitern vermittelt, deren Kernkompetenz Struktur und Planung sind, weniger Humor. Wir waren also gewillt, überpünktlich zu sein, um auch ja den strengen Anforderungen gerecht zu werden.

Einen Transfer haben wir nicht mitgebucht, wir sind also mit unserem Jaguar nach Middlebury gefahren, was ein recht lustiger Trip war. Wir waren auf alles vorbereitet (Mail von El Monte a la "Erwarten Sie Schneestürme, schlechte Straßenverhältnisse, Tornados, Raubkatzen auf der Straße") etc. ließen uns mit dem schlimmsten rechnen. Am Ende war es eine nette Spazierfahrt durch die Vororte von Chicago, danach weitgehend Einöde.Genau das, was wir uns gewünscht hatten, und von dem wir noch viel mehr sehen wollten.

Die Fahrt verlief un kompliziert, lediglich eine kurze Streckensperrung auf dem Weg hat uns fast noch das Pünktlichkeits-Genick gebrochen, am Ende waren wir aber sogar 12 Minuten zu früh.  Und stolz wie bolle.
Wir standen dann also auf dem Elkhart Co./KOA Middlebury, dem Übergabeort der Wohnmobile und unsere Augen wurden erstmal groß. Da standen (neben dem Gefährt, das unser Begleiter werden sollte) 3x A-Class-Wohnmobile, in unseren Augen waren das Busse. Erste verzweifelte Seufzer unserer Mitfahrerin, die großen Respekt vor genau diesen Wohnmobilen hatte, seitdem ich ihr das erste Mal im "Wohnmobil-Roulette" gezeigt habe, was auf uns zukommen könnte. Vorfreudiges, aber durchaus respektvolles Augenfunkeln beim männlichen Teil der Besatzung.

 

Dann aber erstmal die Frage: Was jetzt? Wir waren 10 Minuten zu früh und wollten die in unserer Vorstellung auf die Sekunde durchgetakteten Highend-Service-Mitarbeiter nicht zu früh belästigen. Wir klopften also vorsichtig und fragten, ob wir warten sollten oder schon reinkommen dürften. Steven, der sich als der Email-Partner von El Monte herausgestellt hatte (und den wir für einen anonymen  Service-Mitarbeiter in irgendeinem Großraumbüro gehalten hatten) schaute uns misstrauisch an und meinte: "Wait outside!". Wir begannen uns also, geknickt durch unseren Fauxpax (die Spielregeln wurden immerhin klar kommunziert), zurückzuziehen - und Steven brach in schallendes, aber sehr freundliches Gelächter aus. Natürlich dürften wir hereinkommen. schön, dass wir da seien, er konnte sogar unsere Namen (von allen Mitfahrern). Das Eis war gebrochen und wir fühlten uns pudelwohl.

So stand sie da, die "MS Bier".

Die Übernahme des Wohnmobils war dann ein Kinderspiel. DIe A-class ist es zur Erleichterung mancher und ein wenig Enttäuschung der Mehrheit nicht geworden ("Schaut mal, diesen großen Riesen hatten wir für euch reserviert, aber die Guys vor euch wollten ihn unbedingt"), sondern unser treuer Begleiter, den wir angelehnt an ein großes Meisterwerk zeitgenössischer Popmusikkultur "MS Bier" tauften. Das gleiche Modell hatten wir 2014 bereits bei Cruise America gefahren, so dass uns die Eingewöhnung leicht fiel - es war ein bisschen wie nach Hause kommen. Die freundliche Mitarbeiterin führte uns dann sehr zügig durch das Wohnmobil ("Ihr kennt das ja", "Das wisst ihr sowieso schon") und wünschte uns mit einem augenzwinkernden "Traut euch, das Ding zu nutzen, Steven muss die negativen Dinge sagen, ich bin für den Spaß da" einen wunderbaren Urlaub. Tatsächlich wurden wir davor von Steven davor auf viele Gefahren hingewiesen (Jegliche Art von Unfällen beim Vorwärts-, Seitwärts-, und Kopfüberfahren; die unumstößliche Tatsache, auf Walmart-Parkplätzen von kriminellen Gangs nicht nur ausgeraubt, sondern auch gevierteilt zu werden und den sicheren Wohnmobiltod durch Nichtgebrauch des Tow/Haulknopfs, etc.). Nicht falsch verstehen: Diese Hinweise sind wichtig. Aber er war eindeutig der "Bad Cop" in diesem Gespann.

Erstmal war Zeit für das "Unboxing" unseres Interieurs.

Nachdem wir das Wohnmobil übernommen hatten, hieß es erstmal, die mitgebrachten  Dinge aus dem Jaguar einzuräumen und das Wohnmobil wohnlich zu machen. Alles Interieur war noch in Kartons und originalverpackt, so dass wir erstmal eine wilde Verpackungsschlacht begannen. Den Müll durften wir zum Glück gleich vor Ort lassen.  Wir haben derart viele Sachen mitbekommen, dass locker nochmal 3 weitere Leute mit uns hätten reisen können, knausrig war El Monte hier also wirklich nicht.

Die Rückfahrt nach Chicago, wo wir den Mietwagen wieder abgeben mussten, traten wir dann entspannt an. Ich fuhr den Jaguar, die anderen beiden lenkten das Wohnmobil. Aber wir gingen erstmal den Weg allen Fleisches (jedenfalls des Teils, der einen Amerika-Urlaub macht): Burger essen. Es war der erste von vielen, und sicher nicht der schlechteste. Nur wo wir waren, daran kann ich mich leider nicht mehr erinnern und die Fotos helfen meinem Gedächtnis auch nicht auf die Sprünge.

Es folgte eine unspektakuläre Fahrt zurück an den Chicagoer Flughafen - ganz ohne Aufregung war sie aber nicht, denn den Jaguar zu tanken stellte mich vor mittelgroße Herausforderungen. Es war nämlich absolut nirgends vermerkt, welche Sorte Sprit dieses Gefährt benötigt und auf mein Glück wollte ich mich nicht verlassen. Der nette Tankwart half mir aber, und so konnte ich weiterfahren.

Dankenswerterweise hatte der Jaguar ein Navi, das wir gerne nutzten. Das hat uns anscheinend auch schnell ins Herz geschlossen, so dass es partout nicht wollte, dass ich den Weg zurück zum Car Rental finde. Nachdem ich die Adresse, die auf dem Mietvertrag stand, einegeben hatte, führte es mich zwar zuverlässig bis sehr nah an den Flughafen, um mich dann  in den letzten 100 Metern auf den Parkplatz eines Flughafengebäudes zu führen, von dem sich mir erst nach der dritten Runde erschlossen hat, dass ich da auf keinen Fall drauf fahren darf: Nur für Mitarbeiter - und irgendwas mit Security. Sicherlich hatte es nichts miteinander zu tun, aber genau in diesem Augenblick nahm ich war, dass ein Auto wohl meine Verfolgung aufgenommen hatte. Ich fuhr also schnurstracks vom Parkplatz und hielt verzweifelt an der nächsten Tankstelle und rief meine Mitreisenden im Wohnmobil an, ob sie das Rental Car Center gefunden hätten. Klar, kein Problem, sie stünden dort auf einem Kurzzeitparkplatz, aber der nette Parkwächter hätte gesagt, sie könnten dort bleiben, bis ich da wäre, Das war schonmal eine Erleichterung, war doch meine größte Angst, dass wir uns  mangels Parkplätzen nie wieder finden würden und ich meinen Urlaub am Flughafen verbringen muss, während die anderen die USA bereisen.

Nachdem ich dann auf die grandiose Idee gekommen bin, nicht dem Navi, sondern der Beschilderung zu folgen, war das es nicht mehr schwierig, den Mietwagen abzugeben. Die Formalien waren in einer Minute erledigt und ich beeilte mich, schnell zum Wohnmobil zu kommen, damit auch mein Teil des Abenteuers begann.
Dort angekommen kam dann auch prompt wieder der mobile Parkwächter, ließ uns im hellen Licht seiner gelben Warnleuchten erstrahlen und brüllte uns an, dass wir jetzt verschwinden müssten. Ich weiß nicht, welche Laus ihm zwischen "ihr könnt warten" und "Haut ab" über die Leber gelaufen ist, aber ich bin froh, dass ich nicht noch später angekommen bin.

Die nächste Station war dann ein naher Walmart, wo wir uns dann auch mit amerikanischem Bier eindeckten (Papst Blue Ribbon, Budweiser, Millers... wir haben sie alle durch), das so schmeckte, wie wir uns daran erinnerten.Wir beschlossen, Stevens ein- und ausdrücklichen Warnungen zum Trotz, gleich auch die Nacht hier zu vebringen. Ein bisschen aufgeregt (wann würde wohl die Straßengang kommen und uns ausrauben und vierteilen?), vor allem aber voller Vorfreude auf alles, was kommt ließen wir den Tag ausklingen und begaben uns irgendwann nachts in die Betten, wo wir selig schliefen.

 

Jindra
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Beigetreten: 25.03.2011 - 10:55
Beiträge: 2545
RE: Wohnmobilübernahme und Mietwagenrückgabe

Hallo Jonas!

Auch ich lese mit, bis jetzt klein heimlich, ab jetzt nun sichtbar und natürlich habe ich mich angeschnallt!

Schön lustig beschrieben!laugh

Ich kann dir nur sagen, in vielen Situationen die du beschreibst, sehe ich mich selbst.

Ergo, nicht nur wir "alten", die in einer Welt ohne den neumodischen Technik-Schnick-Schnack aufgewachsen sind,

(heute aber gerne benutzt),  sondern auch "die Jugend" hat manchmal so ihre Problemchenwink

Jetzt freue ich mich auf eure Abenteuer, mal sehen wie oft ich mich bei euch wiederfindedevil.

Viele Grüße, Jindra

 

Es gibt für uns noch viele Fragen, wir haben die Welt nicht überall gesehen!

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jo_kro
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Beigetreten: 17.05.2015 - 17:11
Beiträge: 21
RE: Wohnmobilübernahme und Mietwagenrückgabe

Liebe Jindra,

ich freue mich sehr, dass du dabei bist! Schön, dass du dich in manchem, was wir so erlebt haben, wiedererkennst. Diese Urlaubsform verbindet eben einfach alle :)

Bin schon sehr gespannt, wo du dich evtl. noch wiederfindest.

Herzliche Grüße

Jonas

Zille
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Beigetreten: 29.12.2013 - 14:59
Beiträge: 4492
RE: Wohnmobilübernahme und Mietwagenrückgabe

Moin Jonas,

Lass uns weiter fahrenwink

Liebe Grüße aus Berlin,

Thomas

Locker bleiben, Ball flach halten dann wird es ein perfekter Womourlaub

Kochi
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Beigetreten: 21.08.2009 - 11:52
Beiträge: 6619
RE: Wohnmobilübernahme und Mietwagenrückgabe

Hi Jonas ,

...ich hoffe, bei Euch ist alles in Ordnung 🤞!?!
Natürlich würde ich mich auch über eine Fortsetzung freuen 😜...

Munter bleiben
Gruss
Kochi
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