RE: Calgary - Vancouver mit zwei Kids in 15 Tagen - Routencheck
Hallo Kaki,
zunächst einmal auch dir ein freundliches Hallo! Herzlich willkommen in unserem Forum!
Du fragst, ob es einen Unterschied machen würde, wenn man nach einer Tagestour wieder zum gleichen Campground zurückkehrt, anstatt zu einem anderen Campground zu fahren. Ganz klares Ja. Es macht einen großen Unterschied. Vorausgesetzt es handelt sich um einen ruhigen, naturbelassenen Campground mit ausreichend Privatsphäre an den Sites.
Wir haben es bei all unseren bisherigen Reisen so empfunden. Egal ob in den USA oder in Kanada. Und bei unseren zukünftigen Reisen werden wir es noch mehr berücksichtigen. Wenn es von den Fahrstrecken her machbar ist, dann ist es unserer Ansicht und auch unserer bisherigen Erfahrung nach die eindeutig schönere Variante, wenn man am Ende des Tages wieder zum Ausgangspunkt seiner Tagestour zurückkehrt, statt von Campground zu Campground zu 'hoppeln'. Vor allem dann, wenn man mit Kindern unterwegs ist.
Diese Variante hat den großen Vorteil, dass man durch den gefühlten Heimkehreffekt schon während der Urlaubsreise am vertrauten Ort einmal das bisher Erlebte verarbeiten kann. Das ist so dermaßen wichtig. Gerade mit Kindern. Die Tatsache, dass man obendrein auch als Erwachsener seine Campsite, ihre Lage und ihre Eigenheiten beim zweiten Mal bereits kennt und auch bereits dort eingecheckt ist, kommt dann noch hinzu.
Hier mag natürlich jeder anders ticken. Denn eigentlich müsste es doch egal sein, ob man wieder zur gleichen Campsite zurückkehrt oder nicht. Zumindest solange man die Ziele der betreffenden Region von dieser Campsite aus tatsächlich nur mit dem Fahrzeug und nicht auch zu Fuß erreichen kann. In Nationalparks mit weit verstreut liegenden Einzel-Highlights wurde es deshalb auch schon genau so empfohlen. Also Erkundung des Parks mit Einzelübernachtungen statt mit einer Mehrfachübernachtung, unter der Voraussetzung eines nur begrenzten Zeitbudgets in diesem Park.
Uns war das etwas zu pragmatisch gedacht. Der mögliche hohe Erholungswert von Mehrfachübernachtungen wurde dabei völlig außen vor gelassen.
Wir persönlich, ebenfalls mit zwei Kindern reisend, haben es daher bereits in der Phase unserer Routenplanung komplett anders gesehen gehabt und haben es auch während der eigentlichen Reise anders empfunden. Die Mehrfachübernachtung war auch mit Tagestour eine richtig angenehme Erfahrung gewesen. Hier mal die Kurzfassung dieser Erfahrung am Beispiel des Madison CG (Yellowstone NP).
Diese Erfahrung, also die Erkenntnis, dass Mehrfachübernachtungen unterm Strich doch die bessere Lösung sind, hatten wir auch bei unserer 2025er Reise, wo wir ebenfalls auf einer Oneway-Route von Calgary nach Vancouver unterwegs gewesen waren. Wir haben es auf unserem Reiseabschnitt in den kanadischen Rocky Mountains (von Calgary nach Jasper) nämlich auch mal mit häufigerem Campgroundwechsel probiert. Zusätzlich zu einer geplanten Doppelübernachtung im südlichen Teil des Jasper NP auf dem Wilcox Creek CG. Der nach den vielen Einfachübernachtungen bereits während der Reise von der Familie klar formulierte Wunsch war dann: Lieber bei der nächsten Reise doch wieder mehr Mehrfachübernachtungen planen und dann Tagestouren von den jeweiligen Campgrounds aus starten als immer von einem Campground zum nächsten zu fahren, auch wenn dann die Tagesetappen wieder länger werden würden. Vielleicht ja nicht ganz so lang wie bei unserer Ersttätertour, auch wenn es für uns damals wie ein einziger Rausch gewesen war. So etwas funktioniert unserer Meinung nach aber nur mit dem 'Hunger' eines Ersttäters.
Als Wiederholungstäter würden also auch wir nur noch im absoluten Ausnahmefall mehr als 300 Meilen oder 500 Kilometer an einem einzigen Tag zurücklegen wollen. Und solche Strecken auch nur dann, wenn an diesem Fahrtag nicht noch irgendwelche Wanderungen oder Ähnliches geplant wären. Die Strecken, die jetzt bei eurer Reise mit den von dir aktuell ins Auge gefassten Doppel- und Dreifachübernachtungen herauskommen würden, lägen aber auch für uns noch absolut im Rahmen.
Weil ihr nach obiger Aufzählung auch den Jasper NP besuchen wollt: Der bekanntere nördliche Teil des Jasper NP ist im Jahr 2024 großflächigen Waldbränden zum Opfer gefallen. Das weißt du schon, oder? Falls nicht und falls du mal einen Überblick bekommen willst, wie es dort aktuell aussieht und was es für Alternativen im südlichen Teil des Jasper NP gäbe, hier mal ein Link, unter anderem findest du dort ein Video vom Sommer 2025 mit Bildmaterial zu Jasper, Whistlers CG, Highway 93A, Edith Cavell Road, Athabasca Falls, Valley of the Five Lakes, Maligne Canyon, Lake Annette, Miette Hot Springs, Old Fort Point, Beauvert Lake, Pyramid Lake und Beauty Creek, das Video dauert nur 11 Minuten.
Mit Icefields meinst du bestimmt den Icefields Parkway. Der Icefields Parkway ist insgesamt 227 Kilometer lang und geht vom Abzweiger vom Trans-Canada Highway bei Lake Louise bis hoch zum Yellowhead Highway südlich der Stadt Jasper. Die südliche Hälfte des Icefields Parkway liegt im Banff NP, die nördliche Hälfte des Icefields Parkway liegt im Jasper NP. Banff NP und Jasper NP grenzen direkt aneinander. Und von dieser nördlichen Hälfte des Icefields Parkway ist der wiederum südliche Teil und die Natur dort von den verheerenden Waldbränden des Jahres 2024 komplett verschont geblieben.
Was hieltest du von einer Doppelübernachtung auf dem Wilcox Creek CG zur Erkundung des südlichen Teils des Jasper NP? Dieser Campground liegt in der Nähe der Parkgrenze vom Banff NP zum Jasper NP. Die Campsites dort sind nicht reservierbar, wären also bei rechtzeitiger Anreise zum großen Teil noch verfügbar. Da findest du schon was, erst recht mit einem wendigen Truck Camper. Wir hatten letzten Sommer übrigens auch einen Truck Camper von Fraserway, und zwar den ganz großen, und selbst für diesen haben wir problemlos ohne Reservierung eine schöne Campsite auf dem Wilcox Creek CG gefunden, mitten in den Sommerferien. Abends war der Campground dann aber gut gefüllt gewesen, logisch, war ja Hauptsaison.
Am zentralen Tag eurer Doppelübernachtung dort könntet ihr in der ersten Tageshälfte eine geführte Tour auf dem Athabasca-Gletscher machen. Und zwar nicht mit diesen Monsterbussen von Columbia Icefield Adventure, sondern mit einer professionell geführten dreistündigen Wanderung mit Athabasca Glacier Icewalks, können wir nur sehr empfehlen und haben es auch gemacht. In der zweiten Tageshälfte könntet ihr, wenn ihr noch fit seid, entweder den Wilcox Pass Trail in unmittelbarer Nähe des Campgrounds entlangwandern (egal wie weit, lohnt sich schon auf dem allerersten Teilstück und ist auch überhaupt nicht überlaufen) oder den nur sechs Kilometer weiter südlich liegenden Parker Ridge Trail (der wohl schönste Trail am Icefields Parkway und trotzdem nicht überlaufen).
Am nächsten Tag würde sich auf der Weiterfahrt in Richtung Norden noch gleich am Anfang der Upper & Lower Sunwapta Falls Trail anbieten. Bis dorthin gingen die Waldbrände des Jahres 2024 auch nicht. An den weiter nördlich gelegenen Athabasca Falls jedoch sind die Waldbrandschäden unübersehbar. Es gibt zwar selbst auf Höhe der Athabasca Falls noch einige größere zusammenhängende Waldgebiete, die vollkommen unversehrt geblieben sind, wie es bei Waldbränden ja häufig der Fall ist. Aber je weiter nördlich man kommt, desto mehr verbrannte Waldflächen sieht man. Auch manche Trails in der Gegend südlich von Jasper sind immer noch komplett gesperrt. Es wird Jahrzehnte dauern, bis der Wald sich dort wieder erholt hat. Wie gesagt, schau dir das oben verlinkte Video einfach mal an, dann bekommst du einen guten Eindruck, wie es dort aktuell aussieht.
Viele Grüße
Alex I love not man the less, but nature more
RE: Calgary - Vancouver mit zwei Kids in 15 Tagen - Routencheck
Hallo Ihr Lieben,
leider war ich in Arbeit abgertaucht und konnte hier nicht weiter frickeln. Ich glaube aber jetzt habe ich es - und es ist ganz anders geworden. Das liegt zum Teil auch an den verrückten Buchungsregeln, z.B. Abreise nur freitags oder Montags im Wells Grey...
Gebucht habe ich leider noch nicht so viel, aber so könnte es nun werden:
Tag
Ort
Übernachtung
19.-21.
Calgary
Applause Hotel
21.-23.
Banff
Jack Lake Main
23.-25.
Lake Louise
Protection Mountain
25.-27.
Icefield Parkway
Wilcox Creek
27.-29.
Mt. Robson
Robson Meadows
29.-31.
Wells Grey
Clearwater Lake
31.-1.
Seton Lake
BC Hydro Seton Lake CG
1.-2.
???
???
2.-5.
Porteau Cove
Porteau Cove Campground
5.-7.
Victoria
Chateau Victoria
7.-9.
Vancouver
Sandman Airport in Richmond
Macht das so Sinn? Ich habe noch keinen richtigen Plan für den 31.7. bis 2.8. Enden wollte ich in Porteau Cove, drei Tage am Meer mit Lagerfeuer stelle ich mir als schönen Abschluss vor. Ein bisschen Ruhe für die Kids. Und dann mit der Fähre nach Victoria. Whale Watching mit Orca Tours am 6. Rüber nach Vancouver am 7. Den 8. in Vancouver und am 9. back Home. Habt ihr noch Empfehlungen/Anmerkungen? Wenn die Route so plausibel ist gerne auch zu To Dos?
Ich danke Euch vielmals fürs mitdenken, das schafft so viel Orientierung!
RE: Calgary - Vancouver mit zwei Kids in 15 Tagen - Routencheck
Hallo Kaki,
z.B. Abreise nur freitags oder Montags im Wells Grey
Das mit der Abreise "nur freitags oder montags" gilt nicht an jedem Wochenende. Es gilt nur an langen Wochenenden. Montag, der 03.08.2026 ist ein gesetzlicher Feiertag in British Columbia (der B.C. Day), deshalb ist da gerade (leider, sage ich jetzt mal) ein langes Wochenende. Leider, was eure Reise betrifft. Denn diese Regelung ist nicht auf den Wells Gray PP beschränkt, sondern sie gilt für alle Provincial Parks von British Columbia.
Ich habe noch keinen richtigen Plan für den 31.7. bis 2.8. Enden wollte ich in Porteau Cove ...
Und genau das wird deshalb jetzt etwas knifflig. Weil nämlich auch euer geplanter Aufenthalt auf dem Porteau Cove CG nicht am Sonntag, dem 02.08.2026 beginnen können wird. Auch die Nacht vom Samstag, dem 01.08.2026 zum Sonntag, dem 02.08.2026 kannst du so als Einfachübernachtung nicht auf einem der auf der Strecke liegenden schönen staatlichen Campgrounds reservieren. Und ihr werdet auf dem Porteau Cove CG frühestens am Montag, dem 03.08.2026 anreisen können.
Wir hatten dieses Problem letztes Jahr auch gehabt, und zwar am Labour-Day-Wochenende. Bei uns ging es um die Nächte an der Sunshine Coast (gehört auch zu British Columbia).
Unsere Lösung hieß dann: Dreifachübernachtung an genau diesem langen Wochenende.
Warum? Weil wir auf keinem der entlang unserer Reiseroute um dieses Wochenende herum auf der Strecke liegenden staatlichen Campgrounds von British Columbia nur eine einzige oder nur zwei dieser drei Nächte dieses langen Wochenendes hätten reservieren dürfen. Auf keinem. Gilt für eure Reise ganz ähnlich. Selbst viele private Campgrounds haben genau diese Regelung (private Campgrounds wollten wir aber ohnehin nicht).
Das klingt planerisch erst mal nach einer ganz schönen Herausforderung, weil du ja diese Dreifachübernachtung jetzt auf einen einzigen möglichst schönen staatlichen Campground zwischen Clearwater Lake und Porteau Cove legen müsstest. Und weil die Gesamtstrecke vom Clearwater Lake CG zum Porteau Cove CG ohne Zwischenhalte immerhin 567 Kilometer beträgt. Mit (leider) sehr vielen lohnenswerten Zwischenzielen. Viele davon sind schöne staatliche Campgrounds, auf denen (wieder leider) die besagte Regelung gilt:
Emerald Bay CG, Green Lake PP (unsere Doppelübernachtung dort direkt am Seeufer wurde zum schönsten Badeaufenthalt unserer Reise, und es war richtig hochsommerlich warm dort gewesen)
The Chasm (ganz kurze, aber lohnenswerte Wanderung, haben wir gemacht)
Duffey Lake Road (schöner Scenic Highway, beginnt gleich hinter Lillooet, einfach fahren und genießen, vor allem den nördlichen Teil)
Seton Dam CG (fcfs, kostenlos, uns war es dort allerdings viel zu heiß gewesen, das muss natürlich bei euch nicht genauso sein, aber eine klimatisch eher trockene, warme Gegend ist dies schon)
Joffre Lakes Park (Permit erforderlich, dieses kann ab zwei Tagen vor dem Besuchsdatum früh um 7 Uhr PDT erworben werden, Achtung, direkt vor Ort kein Mobilfunkempfang!)
Nairn Falls CG (dort waren wir ebenfalls, sehr schöne Wanderung direkt von der Campsite aus möglich, inklusive Nairn Falls und Zugang zu einem kleinen, seichten Sandstrand am Fluss entlang des Wanderweges, hier waren wir dann am frühen Abend ganz für uns allein gewesen, weil diesen Sandstrand kaum jemand auf dem Schirm hat)
Brandywine Falls (nur wenige hundert Meter vom Sea-to-Sky Highway entfernt)
Whistler Bungee (falls man nach den Downhill-Trails von Whistler noch nicht genug Adrenalin hatte)
Alice Lake CG (dies war unser Campground nach dem Whistler Mountain Bike Park)
Shannon Falls (mit 335 Metern die dritthöchsten Wasserfälle British Columbias)
Geh mal in dich und überlege, ob für euch eine Doppel- oder gar Dreifachübernachtung auf einer schönen Campsite am Seeufer auf dem Emerald Bay CG in Frage käme. Bei nur zwei Nächten dort könntest du ja für die dritte Nacht auf den Seton Dam CG spekulieren. Volle drei Nächte reservieren müsstest du auf dem Emerald Bay CG dann trotzdem. Du meldest dich dann einfach fairerweise schon bei eurer Registrierung vor Ort gleich für die dritte Nacht ab, damit die Leute dort Bescheid wissen und die Campsite für den dritten Tag als wieder frei kennzeichnen können.
Viele Grüße
Alex I love not man the less, but nature more
superhilfreich, danke! Da hätte ich mich jetzt durch alle Camprgrounds geklickt und nie verstanden, warum ich nicht zur Buchung komme. Du beschreibst es als kniffelige Aufgabe. Ich denke es löst gerade mein letztes Thema: 31.7. bis 1.8. Es werden also zwei bis drei Nächte Green Lake! Und dann entweder eine lange Fahrt oder eben ein Zwischenstop in Liollet. Ich werde also weniger sehen - dafür haben wir mehr Urlaubsgefühl und alle fahren weniger - das scheint mir ein ganz passabler Deal zu sein.
Die unterschiedlichen Buchungstermine machen mich allerdings wahnsinnig! Habt ihr da Erfahrung? Muss ich dann zur genauen Uhrzeit am Internet hängen und tausendmal reload drücken oder wie läuft das ab? Gibt es da Erfahrungen und Tips?
RE: Calgary - Vancouver mit zwei Kids in 15 Tagen - Routencheck
Hallo Kaki,
bitte, gern geschehen. Ich heiße übrigens Alex. Pirat ist nur mein Benutzername.
Ich werde also weniger sehen - dafür haben wir mehr Urlaubsgefühl ...
Genau so sehen wir es auch. Wir nennen es immer "Urlaub im Urlaub". Mindestens eine solche Dreifachübernachtung hatten wir bislang auf jeder unserer Womo-Reisen dabeigehabt. Es waren auch schon einmal fünf Nächte auf derselben Campsite gewesen. Manche Einheimische stehen sogar noch länger auf ein und demselben Platz. Und sie wirkten alle immer sehr entspannt dabei.
Wir empfinden daher diese Buchungseinschränkung von BC Parks bei langen Wochenenden als eine sehr willkommene Regelung. Sie entschleunigt so eine Reise ungemein. Unsere von BC Parks 'verordnete' Dreifachübernachtung 2025 auf dem Saltery Bay Campground, Mermaid Cove, Sunshine Coast, war ein richtig schöner Ruhepunkt unserer Reise gewesen. Ein sehr schönes Fleckchen Erde übrigens, inklusive Bade- und Wandermöglichkeiten und sogar Möglichkeiten zum Klippenspringen, sollte es euch noch ein weiteres Mal in der warmen Jahreszeit nach Westkanada ziehen.
Mit dem Buchungssystem von BC Parks haben wir letztes Jahr relativ gute Erfahrungen gemacht. Relativ meine ich jetzt im Vergleich zum Lotterie-System von Parks Canada. Es hing in erster Linie vom Timing der eigenen Klicks ab und nicht vom Losglück. Allerdings waren wir auch nicht in der absoluten Spitzensaison in British Columbia unterwegs, sondern von Mitte August bis Anfang September. Von Ende Juni bis Anfang August ist die Nachfrage da schon noch einmal deutlich höher.
Du musst tatsächlich zur genauen Uhrzeit des jeweiligen Buchungsstarts pünktlich am Rechner sitzen. Und immer daran denken, dass vom Zeitpunkt deiner Klicks bis zum Eintreffen deiner Buchungsanfragen auf den Servern von BC Parks ein oder zwei Sekunden vergehen können, wegen der (nicht vorhersagbaren) Datenlaufzeiten von deinem Rechner bis zu den Buchungsservern in Kanada. Es lohnt sich auch, schon ein paar Wochen vorher ein paar Probeläufe durchzuführen für die von dir geplanten Campgrounds. Einfach nur um schon mal ein Gefühl für das richtige Timing deiner Klicks zu kriegen. Wenn du dann eine Campsite erfolgreich in den Warenkorb bekommen haben solltest, musst du sie ja nicht bezahlen. Du entfernst sie dann fairerweise einfach wieder, damit sie anderen Leuten sofort wieder zur Verfügung steht und nicht erst nach dem automatischen Timeout.
Viele Grüße
Alex I love not man the less, but nature more
Hallo Kaki,
zunächst einmal auch dir ein freundliches Hallo! Herzlich willkommen in unserem Forum!
Du fragst, ob es einen Unterschied machen würde, wenn man nach einer Tagestour wieder zum gleichen Campground zurückkehrt, anstatt zu einem anderen Campground zu fahren. Ganz klares Ja. Es macht einen großen Unterschied. Vorausgesetzt es handelt sich um einen ruhigen, naturbelassenen Campground mit ausreichend Privatsphäre an den Sites.
Wir haben es bei all unseren bisherigen Reisen so empfunden. Egal ob in den USA oder in Kanada. Und bei unseren zukünftigen Reisen werden wir es noch mehr berücksichtigen. Wenn es von den Fahrstrecken her machbar ist, dann ist es unserer Ansicht und auch unserer bisherigen Erfahrung nach die eindeutig schönere Variante, wenn man am Ende des Tages wieder zum Ausgangspunkt seiner Tagestour zurückkehrt, statt von Campground zu Campground zu 'hoppeln'. Vor allem dann, wenn man mit Kindern unterwegs ist.
Diese Variante hat den großen Vorteil, dass man durch den gefühlten Heimkehreffekt schon während der Urlaubsreise am vertrauten Ort einmal das bisher Erlebte verarbeiten kann. Das ist so dermaßen wichtig. Gerade mit Kindern. Die Tatsache, dass man obendrein auch als Erwachsener seine Campsite, ihre Lage und ihre Eigenheiten beim zweiten Mal bereits kennt und auch bereits dort eingecheckt ist, kommt dann noch hinzu.
Hier mag natürlich jeder anders ticken. Denn eigentlich müsste es doch egal sein, ob man wieder zur gleichen Campsite zurückkehrt oder nicht. Zumindest solange man die Ziele der betreffenden Region von dieser Campsite aus tatsächlich nur mit dem Fahrzeug und nicht auch zu Fuß erreichen kann. In Nationalparks mit weit verstreut liegenden Einzel-Highlights wurde es deshalb auch schon genau so empfohlen. Also Erkundung des Parks mit Einzelübernachtungen statt mit einer Mehrfachübernachtung, unter der Voraussetzung eines nur begrenzten Zeitbudgets in diesem Park.
Uns war das etwas zu pragmatisch gedacht. Der mögliche hohe Erholungswert von Mehrfachübernachtungen wurde dabei völlig außen vor gelassen.
Wir persönlich, ebenfalls mit zwei Kindern reisend, haben es daher bereits in der Phase unserer Routenplanung komplett anders gesehen gehabt und haben es auch während der eigentlichen Reise anders empfunden. Die Mehrfachübernachtung war auch mit Tagestour eine richtig angenehme Erfahrung gewesen. Hier mal die Kurzfassung dieser Erfahrung am Beispiel des Madison CG (Yellowstone NP).
Diese Erfahrung, also die Erkenntnis, dass Mehrfachübernachtungen unterm Strich doch die bessere Lösung sind, hatten wir auch bei unserer 2025er Reise, wo wir ebenfalls auf einer Oneway-Route von Calgary nach Vancouver unterwegs gewesen waren. Wir haben es auf unserem Reiseabschnitt in den kanadischen Rocky Mountains (von Calgary nach Jasper) nämlich auch mal mit häufigerem Campgroundwechsel probiert. Zusätzlich zu einer geplanten Doppelübernachtung im südlichen Teil des Jasper NP auf dem Wilcox Creek CG. Der nach den vielen Einfachübernachtungen bereits während der Reise von der Familie klar formulierte Wunsch war dann: Lieber bei der nächsten Reise doch wieder mehr Mehrfachübernachtungen planen und dann Tagestouren von den jeweiligen Campgrounds aus starten als immer von einem Campground zum nächsten zu fahren, auch wenn dann die Tagesetappen wieder länger werden würden. Vielleicht ja nicht ganz so lang wie bei unserer Ersttätertour, auch wenn es für uns damals wie ein einziger Rausch gewesen war. So etwas funktioniert unserer Meinung nach aber nur mit dem 'Hunger' eines Ersttäters.
Als Wiederholungstäter würden also auch wir nur noch im absoluten Ausnahmefall mehr als 300 Meilen oder 500 Kilometer an einem einzigen Tag zurücklegen wollen. Und solche Strecken auch nur dann, wenn an diesem Fahrtag nicht noch irgendwelche Wanderungen oder Ähnliches geplant wären. Die Strecken, die jetzt bei eurer Reise mit den von dir aktuell ins Auge gefassten Doppel- und Dreifachübernachtungen herauskommen würden, lägen aber auch für uns noch absolut im Rahmen.
Weil ihr nach obiger Aufzählung auch den Jasper NP besuchen wollt: Der bekanntere nördliche Teil des Jasper NP ist im Jahr 2024 großflächigen Waldbränden zum Opfer gefallen. Das weißt du schon, oder? Falls nicht und falls du mal einen Überblick bekommen willst, wie es dort aktuell aussieht und was es für Alternativen im südlichen Teil des Jasper NP gäbe, hier mal ein Link, unter anderem findest du dort ein Video vom Sommer 2025 mit Bildmaterial zu Jasper, Whistlers CG, Highway 93A, Edith Cavell Road, Athabasca Falls, Valley of the Five Lakes, Maligne Canyon, Lake Annette, Miette Hot Springs, Old Fort Point, Beauvert Lake, Pyramid Lake und Beauty Creek, das Video dauert nur 11 Minuten.
Mit Icefields meinst du bestimmt den Icefields Parkway. Der Icefields Parkway ist insgesamt 227 Kilometer lang und geht vom Abzweiger vom Trans-Canada Highway bei Lake Louise bis hoch zum Yellowhead Highway südlich der Stadt Jasper. Die südliche Hälfte des Icefields Parkway liegt im Banff NP, die nördliche Hälfte des Icefields Parkway liegt im Jasper NP. Banff NP und Jasper NP grenzen direkt aneinander.
Und von dieser nördlichen Hälfte des Icefields Parkway ist der wiederum südliche Teil und die Natur dort von den verheerenden Waldbränden des Jahres 2024 komplett verschont geblieben.
Was hieltest du von einer Doppelübernachtung auf dem Wilcox Creek CG zur Erkundung des südlichen Teils des Jasper NP? Dieser Campground liegt in der Nähe der Parkgrenze vom Banff NP zum Jasper NP. Die Campsites dort sind nicht reservierbar, wären also bei rechtzeitiger Anreise zum großen Teil noch verfügbar. Da findest du schon was, erst recht mit einem wendigen Truck Camper. Wir hatten letzten Sommer übrigens auch einen Truck Camper von Fraserway, und zwar den ganz großen, und selbst für diesen haben wir problemlos ohne Reservierung eine schöne Campsite auf dem Wilcox Creek CG gefunden, mitten in den Sommerferien. Abends war der Campground dann aber gut gefüllt gewesen, logisch, war ja Hauptsaison.
Am zentralen Tag eurer Doppelübernachtung dort könntet ihr in der ersten Tageshälfte eine geführte Tour auf dem Athabasca-Gletscher machen. Und zwar nicht mit diesen Monsterbussen von Columbia Icefield Adventure, sondern mit einer professionell geführten dreistündigen Wanderung mit Athabasca Glacier Icewalks, können wir nur sehr empfehlen und haben es auch gemacht. In der zweiten Tageshälfte könntet ihr, wenn ihr noch fit seid, entweder den Wilcox Pass Trail in unmittelbarer Nähe des Campgrounds entlangwandern (egal wie weit, lohnt sich schon auf dem allerersten Teilstück und ist auch überhaupt nicht überlaufen) oder den nur sechs Kilometer weiter südlich liegenden Parker Ridge Trail (der wohl schönste Trail am Icefields Parkway und trotzdem nicht überlaufen).
Am nächsten Tag würde sich auf der Weiterfahrt in Richtung Norden noch gleich am Anfang der Upper & Lower Sunwapta Falls Trail anbieten. Bis dorthin gingen die Waldbrände des Jahres 2024 auch nicht. An den weiter nördlich gelegenen Athabasca Falls jedoch sind die Waldbrandschäden unübersehbar. Es gibt zwar selbst auf Höhe der Athabasca Falls noch einige größere zusammenhängende Waldgebiete, die vollkommen unversehrt geblieben sind, wie es bei Waldbränden ja häufig der Fall ist. Aber je weiter nördlich man kommt, desto mehr verbrannte Waldflächen sieht man. Auch manche Trails in der Gegend südlich von Jasper sind immer noch komplett gesperrt. Es wird Jahrzehnte dauern, bis der Wald sich dort wieder erholt hat. Wie gesagt, schau dir das oben verlinkte Video einfach mal an, dann bekommst du einen guten Eindruck, wie es dort aktuell aussieht.
Viele Grüße
Alex
I love not man the less, but nature more
Reisebericht "The Big Circle" (LAX-LAX)
Ich hoffe dieser Link funktioniert jetzt:
https://www.womo-abenteuer.de/reiseberichte/kuwinho/vancouver-calgary-10...
Liebe Grüße,
Mark
Hallo Ihr Lieben,
leider war ich in Arbeit abgertaucht und konnte hier nicht weiter frickeln. Ich glaube aber jetzt habe ich es - und es ist ganz anders geworden. Das liegt zum Teil auch an den verrückten Buchungsregeln, z.B. Abreise nur freitags oder Montags im Wells Grey...
Gebucht habe ich leider noch nicht so viel, aber so könnte es nun werden:
Macht das so Sinn? Ich habe noch keinen richtigen Plan für den 31.7. bis 2.8. Enden wollte ich in Porteau Cove, drei Tage am Meer mit Lagerfeuer stelle ich mir als schönen Abschluss vor. Ein bisschen Ruhe für die Kids. Und dann mit der Fähre nach Victoria. Whale Watching mit Orca Tours am 6. Rüber nach Vancouver am 7. Den 8. in Vancouver und am 9. back Home. Habt ihr noch Empfehlungen/Anmerkungen? Wenn die Route so plausibel ist gerne auch zu To Dos?
Ich danke Euch vielmals fürs mitdenken, das schafft so viel Orientierung!
Grüße!
Kaki
Hallo Kaki,
Das mit der Abreise "nur freitags oder montags" gilt nicht an jedem Wochenende. Es gilt nur an langen Wochenenden. Montag, der 03.08.2026 ist ein gesetzlicher Feiertag in British Columbia (der B.C. Day), deshalb ist da gerade (leider, sage ich jetzt mal) ein langes Wochenende. Leider, was eure Reise betrifft. Denn diese Regelung ist nicht auf den Wells Gray PP beschränkt, sondern sie gilt für alle Provincial Parks von British Columbia.
Und genau das wird deshalb jetzt etwas knifflig. Weil nämlich auch euer geplanter Aufenthalt auf dem Porteau Cove CG nicht am Sonntag, dem 02.08.2026 beginnen können wird. Auch die Nacht vom Samstag, dem 01.08.2026 zum Sonntag, dem 02.08.2026 kannst du so als Einfachübernachtung nicht auf einem der auf der Strecke liegenden schönen staatlichen Campgrounds reservieren. Und ihr werdet auf dem Porteau Cove CG frühestens am Montag, dem 03.08.2026 anreisen können.
Wir hatten dieses Problem letztes Jahr auch gehabt, und zwar am Labour-Day-Wochenende. Bei uns ging es um die Nächte an der Sunshine Coast (gehört auch zu British Columbia).
Unsere Lösung hieß dann: Dreifachübernachtung an genau diesem langen Wochenende.
Warum? Weil wir auf keinem der entlang unserer Reiseroute um dieses Wochenende herum auf der Strecke liegenden staatlichen Campgrounds von British Columbia nur eine einzige oder nur zwei dieser drei Nächte dieses langen Wochenendes hätten reservieren dürfen. Auf keinem. Gilt für eure Reise ganz ähnlich. Selbst viele private Campgrounds haben genau diese Regelung (private Campgrounds wollten wir aber ohnehin nicht).
Das klingt planerisch erst mal nach einer ganz schönen Herausforderung, weil du ja diese Dreifachübernachtung jetzt auf einen einzigen möglichst schönen staatlichen Campground zwischen Clearwater Lake und Porteau Cove legen müsstest. Und weil die Gesamtstrecke vom Clearwater Lake CG zum Porteau Cove CG ohne Zwischenhalte immerhin 567 Kilometer beträgt. Mit (leider) sehr vielen lohnenswerten Zwischenzielen. Viele davon sind schöne staatliche Campgrounds, auf denen (wieder leider) die besagte Regelung gilt:
Geh mal in dich und überlege, ob für euch eine Doppel- oder gar Dreifachübernachtung auf einer schönen Campsite am Seeufer auf dem Emerald Bay CG in Frage käme. Bei nur zwei Nächten dort könntest du ja für die dritte Nacht auf den Seton Dam CG spekulieren. Volle drei Nächte reservieren müsstest du auf dem Emerald Bay CG dann trotzdem. Du meldest dich dann einfach fairerweise schon bei eurer Registrierung vor Ort gleich für die dritte Nacht ab, damit die Leute dort Bescheid wissen und die Campsite für den dritten Tag als wieder frei kennzeichnen können.
Viele Grüße
Alex
I love not man the less, but nature more
Reisebericht "The Big Circle" (LAX-LAX)
Hallo Pirat,
superhilfreich, danke! Da hätte ich mich jetzt durch alle Camprgrounds geklickt und nie verstanden, warum ich nicht zur Buchung komme. Du beschreibst es als kniffelige Aufgabe. Ich denke es löst gerade mein letztes Thema: 31.7. bis 1.8. Es werden also zwei bis drei Nächte Green Lake! Und dann entweder eine lange Fahrt oder eben ein Zwischenstop in Liollet. Ich werde also weniger sehen - dafür haben wir mehr Urlaubsgefühl und alle fahren weniger - das scheint mir ein ganz passabler Deal zu sein.
Die unterschiedlichen Buchungstermine machen mich allerdings wahnsinnig! Habt ihr da Erfahrung? Muss ich dann zur genauen Uhrzeit am Internet hängen und tausendmal reload drücken oder wie läuft das ab? Gibt es da Erfahrungen und Tips?
@Mark_RV der Link hat funktioniert - danke dafür!
Ich danke allen Mitdenkenden!
Hallo Kaki,
bitte, gern geschehen. Ich heiße übrigens Alex. Pirat ist nur mein Benutzername.
Genau so sehen wir es auch. Wir nennen es immer "Urlaub im Urlaub". Mindestens eine solche Dreifachübernachtung hatten wir bislang auf jeder unserer Womo-Reisen dabeigehabt. Es waren auch schon einmal fünf Nächte auf derselben Campsite gewesen. Manche Einheimische stehen sogar noch länger auf ein und demselben Platz. Und sie wirkten alle immer sehr entspannt dabei.
Wir empfinden daher diese Buchungseinschränkung von BC Parks bei langen Wochenenden als eine sehr willkommene Regelung. Sie entschleunigt so eine Reise ungemein. Unsere von BC Parks 'verordnete' Dreifachübernachtung 2025 auf dem Saltery Bay Campground, Mermaid Cove, Sunshine Coast, war ein richtig schöner Ruhepunkt unserer Reise gewesen. Ein sehr schönes Fleckchen Erde übrigens, inklusive Bade- und Wandermöglichkeiten und sogar Möglichkeiten zum Klippenspringen, sollte es euch noch ein weiteres Mal in der warmen Jahreszeit nach Westkanada ziehen.
Mit dem Buchungssystem von BC Parks haben wir letztes Jahr relativ gute Erfahrungen gemacht. Relativ meine ich jetzt im Vergleich zum Lotterie-System von Parks Canada. Es hing in erster Linie vom Timing der eigenen Klicks ab und nicht vom Losglück. Allerdings waren wir auch nicht in der absoluten Spitzensaison in British Columbia unterwegs, sondern von Mitte August bis Anfang September. Von Ende Juni bis Anfang August ist die Nachfrage da schon noch einmal deutlich höher.
Du musst tatsächlich zur genauen Uhrzeit des jeweiligen Buchungsstarts pünktlich am Rechner sitzen. Und immer daran denken, dass vom Zeitpunkt deiner Klicks bis zum Eintreffen deiner Buchungsanfragen auf den Servern von BC Parks ein oder zwei Sekunden vergehen können, wegen der (nicht vorhersagbaren) Datenlaufzeiten von deinem Rechner bis zu den Buchungsservern in Kanada. Es lohnt sich auch, schon ein paar Wochen vorher ein paar Probeläufe durchzuführen für die von dir geplanten Campgrounds. Einfach nur um schon mal ein Gefühl für das richtige Timing deiner Klicks zu kriegen. Wenn du dann eine Campsite erfolgreich in den Warenkorb bekommen haben solltest, musst du sie ja nicht bezahlen. Du entfernst sie dann fairerweise einfach wieder, damit sie anderen Leuten sofort wieder zur Verfügung steht und nicht erst nach dem automatischen Timeout.
Viele Grüße
Alex
I love not man the less, but nature more
Reisebericht "The Big Circle" (LAX-LAX)