Reiseroute und Campgrounds
Wie schon in der Einleitung zum Reisebericht erwähnt, wollten wir das Gespann der Firma Graner ausprobieren und hatten uns als Zielpunkt die Region des Grand Staircase Escalante ausgesucht. Bisher sind wir stets mit Wohnmobilen unterwegs gewesen und nahmen uns diesmal, aufgrund der Freiheit, welche durch den Jeep gegeben war, auch das ein oder andere, mit dem Wohnmobil nicht oder schwer erreichbare Ziel vor. Wir starteten so entgegen dem Uhrzeigersinn, um am ersten Samstag in der Nähe von Tuba City zu sein. Ursprünglich hatten wir noch geplant, uns auf dem Weg dorthin den Coal Mine Canyon anzusehen, aber die Zeit war dann doch recht knapp und es blieb an diesem Tag bei der Tour mit dem Gide Mikah. Für uns weitere Highlights auf dem Weg nach Escalante waren dann das Valley of The Gods, der Bicentinnel Highway UTSR95 und die Gegend rund um Hanksville. Nach den zwei vollen Tagen in Escalante und dem Herzstück unserer Tour, die Erkundung der Slotcanyons Peek A Boo and Spooky Gulch, ging es dann mit einer Zwischenübernachtung im Zion NP zurück nach Las Vegas.
Wir mögen besonders die ruhigen Campgrounds der State Parks und Nationalparks, aber ein privater Campground geht natürlich auch einmal zwischendurch, z.B., wenn kein staatlicher Campground zur Verfügung steht oder die Lage für unsere Vorhaben günstiger scheint. In Escalante hatten wir uns für den RV Park entschieden, da uns der Campground im Petrified Forrest im Mai nicht so besonders abgeholt hatte. Wir konnten schlussendlich nicht genau sagen warum, möglicherweise erwischten wir durch den Feiertag im Mai einen recht trubeligen Tag. Auch war da noch der Gedanke, dass es so einfacher ist, abends Essen zu gehen, ohne auf ein leckeres Bierchen zu verzichten.
Obwohl wir auf anderen Reisen schon das eine oder andere Mal geboondockt hatten, wollten wir auf dieser Tour nur Campingplätze nutzen, es gab uns ein bisschen mehr Sicherheit, die Erfahrung mit dem Trailer fehlte ja und wir fühlten uns so etwas entspannter.
Das Gespann und Vergleich zum Wohnmobil
Vorweg möchten wir nehmen, dass ein Gespann in unseren Augen, am meisten Sinn macht, wenn man sich eine oder je nach Zeit auch mehrere Homebase/s auswählt, um von dort die jeweilige Umgebung zu erkunden.
Der Zeitaufwand für das Fahren und Fertigmachen ist beim Gespann größer. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei empfohlenen 55 mph, so dass man bis zu 25 % mehr an Zeit aufwenden muß, um das Tagesziel zu erreichen, je nach dem, welche Straßen genutzt werden oder was für Höhenlagen man überwinden möchte. Bei der Variante Pick up + Trailer spielt letzteres wahrscheinlich eine weniger große Rolle, da das Größenverhältnis hier etwas ausgeglichener ist. Allerdings geht mit dem stärkeren Fahrzeug, so denke ich, der Vorteil des sparsameren Fahrens gegenüber dem Wohnmobil verloren, den wir beim Jeep verzeichnet haben. Die Reichweite von 14 - 15 mls/Gallone punktete hier deutlich vor dem 24 ft Wohnmobil mit 9 - 10 mls/Gallone, das war in unserem Fall eine Spritersparnis von ca. 25%. Der größere Zeitaufwand, welcher beim Ankoppeln entsteht, fällt mit ein bisschen Routine, kaum ins Gewicht.
Gewöhnungsbedürftig ist auf jeden Fall, dass nicht ohne weiteres der Wohnbereich zu erreichen ist, also einfach nach hinten gehen und etwas, dass gebraucht wird zu holen, funktioniert eben nicht, erst muss ja der Trailer geöffnet werden, um in den Innenbereich zu kommen, das bedeutet, man muss seine Gedanken und die benötigten Dinge vor Abfahrt zusammennehmen, sonst kann es etwas nervig werden.
Das Raumgefühl im Trailer war nicht ganz so großzügig, wie wir es vom Wohnmobil gewohnt waren und hing wahrscheinlich damit zusammen, dass die Dinette etwas weiter hinten, also direkt gegenüber dem Kühlschrank, untergebracht ist. So sind wir uns gelegentlich auf den „Füßen gestanden“, wenn gemeinsam im Wohn-Ess-Bereich gewerkelt wurde. Im Gegensatz dazu ist das Bad etwas größer und hat auch eine tiefere Duschwanne, fast eine „Minibadewanne“, stelle ich mir sehr praktisch vor, wenn man mit kleinen Kindern unterwegs ist.
Mit vier Erwachsenen unterwegs zu sein, könnte mit dem Trailer trotzdem etwas enger ausfallen, als im Wohnmobil, wo die zusätzlichen Schlafplätze tagsüber als Wohnraum genutzt werden und auch der Alkoven etwas mehr Platz schafft.
Das Gefühl der Bewegungsfreiheit durch den Jeep haben wir total genossen, mal eben schnell den Trailer abschließen und mit dem Auto etwas zu erkunden, war für uns der größte Pluspunkt beim Gespann. Wir haben zu Hause einen Ranger, würden jedoch dem Jeep auch das nächste Mal den Vorrang gegenüber dem Pickup geben, trotz dessen, dass etwas umsichtiger mit dem Trailer gefahren werden muss. Das Fahrgefühl und die Möglichkeit, mehr Bodenfreiheit im Gelände zu haben, sind für uns ausschlaggebend für diese Meinung.
Das Fahren mit dem Anhänger war für mich anfangs etwas anspruchsvoller im Vergleich zum Wohnmobil, für Jürgen ist es kein Problem gewesen, ich habe mich jedoch auch schnell daran gewöhnt.
Das Wetter
Mit lediglich eineinhalb Regen-/Sturmtagen und ansonsten herrlichem Wetter hatten wir, glaube ich, zu dieser Jahreszeit auch etwas Glück, denn die Regenwahrscheinlichkeit soll ja im Frühherbst etwas höher sein. Da es unsere erste Reise in dieser Zeit war, fehlt uns natürlich der persönliche Vergleich.
Wie auch im Mai waren die Nächte angenehm kühl, aber nicht zu kalt, genau richtig zum Schlafen und tagsüber gab es wohlige 20 - 25 Grad.
Der Vermieter - Graner Motorhome Rentals,
ist in seiner Form einmalig. Vom Kontakt bis zu den Fahrzeugen sucht er seinesgleichen.
Jessica Lichtenberger und Tobias Frenzel sind mit Herzblut bei der Sache und gehen auf die Bedürfnisse ihrer Kunden ein. Auch das Mieten von Gespannen und Pickup-Camper sind im Moment im Südwesten der USA alleinig bei den beiden möglich und zeigt, dass sich hier wirklich viel Gedanken gemacht werden, wie man die Wünsche der Kunden erfüllen und den Urlaub noch schöner gestalten kann.
Dank der schnellen Hilfe von Tobias am zweiten Reisetag, setzten wir fast ohne Zeitverlust unsere Fahrt fort, so dass wir unsere Tour zum Blue Canyon am nächsten Tag stressfrei genießen konnten.
Wir können hier nur wieder einmal diesen Vermieter wärmsten empfehlen, sollte eine Reise im Südwesten auf dem Plan stehen. Die intensive Beratung und Begleitung in der Vorbereitung macht es besonders Erstreisenden und Familien mit kleinen Kindern leichter, besser mit Unsicherheiten umzugehen.
Zum Schluss noch einmal ein Überblick über unsere Route. Insgesamt sind wir 1500 Meilen gefahren, davon ca. 300 Meilen Solo mit dem Jeep.
Liebe Grüße, Annett
Hi Anett,
Danke für deinen Bericht und die Einschätzung sprich dem Fazit!
Liebe Grüße aus Berlin,
Thomas
Locker bleiben, Ball flach halten dann wird es ein perfekter Womourlaub
Hi Annett,
herzlichen Dank für die abwägende Beschreibung von Gespann vs. Wohnmobil. Der Zugwagen lässt wirklich viele Möglichkeiten für einen kleinteiligen Besuch der interessanten Zielen.
Herzlichen Dank für deinen Reisebericht !
Bernhard
Scout Womo-Abenteuer.de
Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen (G.C. Lichtenberg)
Hi Bernhard und Thomas,
vielen, herzlichen Dank für Eure Rückmeldung!
Auch möchte ich mich hier an dieser Stelle gleich noch einmal für die vielen positiven Kommentare der Forumsmitglieder, die mich total gefreut haben und natürlich auch ein wichtiger Ansporn gewesen sind, bedanken! ❤️
Liebe Grüße, Annett
HI Annett,
... und du darfst sogar sicher sein, dass immer wieder mehr mitlesen und sich nicht jeden Tag melden ! Aber du hast recht: Rückmeldung gibt den Ansporn, die nächsten Tage mit Freude zu schreiben.
Das Schreiben eines Reiseberichtes können wir alle nicht hoch genug einschätzen!
Herzlichen Gruß
Bernhard
Scout Womo-Abenteuer.de
Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen (G.C. Lichtenberg)