Tag 5:
Good Morning Utah - die Luft ist klar und frisch - und wir früh auf den Beinen.
Nach einer schnellen warmen Dusche ( ... die letzte unserer Reise) packen wir zusammen und düsen los;
nicht aber ohne nochmal den fantastischen Sonnenaufgang von den Felsen hinter unserem Zelt zu beobachten.
Gefrühstückt wird in St. George in einem kleinen gemütlichen Straßencafe mit warmem Kakao und frischen Croissants.
Über den Highway 18 verlassen wir die Stadt Richtung Norden. Die Straße verläuft entlang der östlichen Grenze des etwas höher gelegenen Teils des Snow Canyon State Parks, selten besucht, aber landschaftlich ebenso reizvoll.
Nach fünf Kilometern halten wir an einem pullout am Straßenrand, schnüren die Wanderstiefel und laufen los.
Hier oben versteckt sich ein eher wenig bekanntes Ziel des Snow Canyon State Parks: der „Petroglyph Canyon“.
Ein schmaler Felsspalt, dessen Besonderheit darin liegt, dass er zahlreiche Petroglyphen der Fremont-Kultur beherbergt.
(ist auf den offiziellen Karten aber nicht verzeichnet)
Der Zugang ist etwas kompliziert und die Angaben im Netz widersprüchlich.
Ältere Berichte beschreiben einen sehr kurzen, direkten Zugang, der aber teilweise über Privatgrund führte, und inzwischen leider nicht mehr genutzt werden darf. Hier befindet sich eine ausgedehnte Villengegend, alles Privatgelände und striktes Parkverbot.
Daher muss man heute einen etwas längeren Weg über public land nehmen, der mit rund 13 km hin und zurück angegeben wird. ![]()
Um uns diesen langen Anweg jedoch zu ersparen halten wir uns an die Tipps aus den Internet-Foren und kürzen den Weg so um fast 8 km ab.
Wir marschieren vom pullout direkt querfeldein und folgen einem undeutlichen (Kuh-?)-Pfad durch die wüstenartigen sanften Hügel, müssen dann einen Stacheldrahtzaun überqueren, und stoßen schliesslich auf den Gila Trail, dem wir anschließend nach Norden folgen. Hübsch ist es hier, der Pfad schlängelt sich in einem stetigen Auf und Ab zwischen Lavagestein und rötlichen Felsen. Nach gut 2 km erreichen wir unser Ziel.
Im Internet heißt es, der Petroglyph Canyon wäre mitten im Felsgewirr versteckt und ohne GPS-Daten kaum zu finden, aber überraschenderweise wurde der Trail inzwischen wohl verlegt und führt nun fast direkt zum Eingang des Petroglyph Canyons. Auch ein kleines Hinweisschild wurde angebracht.
Ein markanter, knorriger Baum wächst direkt im engen Canyon und gibt ein photogenes Bild:
Tief im engen, teilweise nur schulterbreiten Canyon befinden sich über die gesamte Länge zahlreiche Petroglyphen an den Wänden, die vor Jahrhunderten von den native people in die dunkle Felsoberfläche geritzt wurden. Zu sehen sind neben allerlei Tieren auch menschliche Gestalten und etliche Hände und Fußabdrücke sowie geometrische Symbole.
Eine kleine archäologische Schatzkammer, und das Ganze ohne Besucherzentrum, Absperrungen oder Audioguide …
Hier zwischen den Felsencanyons gibt es noch mehr versteckte Petroglyphen. Wir machen uns auf die Jagd und folgen den GPS-Koordinaten, kämpfen uns dabei durch dichtes Gebüsch und überklettern manch Hindernis, sind schon verdammt nah dran, werden dann aber jäh von einem unüberwindbaren Dryfall gestoppt - damn, von dieser Seite gibt es wohl kein Durchkommen.
Man könnte hier oben auch noch zur Scout Cave und dann weiter hinunter zum Johnson Canyon (wo wir gestern waren) hinunterlaufen. Oder einfach am Rim entlang und von oben auf den Snow Canyon hinunterzuschauen.
Aber wir haben heute ja noch anderes vor, daher machen wir hier kehrt. Gegen Mittag sind wir wieder zurück am Auto.
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Next Stop: Yant Flats (manchmal auch als „Candy Cliffs“ bezeichnet)
Eine Stunde später erreichen wir den Yant Flat trailhead. Bis hierhin ist die Straße in einem relativ guten Zustand, kurz danach aber dann mit sehr tiefen Spurrinnen versehen, die sich nach den Regenfällen der letzten Monate in dem lehmigen Untergrund gegraben haben. Da müssen wir selbst mit unserem Fahrzeug ein wenig aufpassen.
Die Landschaft erinnert ein wenig an eine Mischung aus Valley of Fire und Coyote Buttes – rote, orange, rosa und cremefarbene Gesteinsschichten winden sich durch die Landschaft und bilden kleine Canyons, Kuppen und bizarre Sandsteinformationen. Besonders schön ist Yant Flat am späten Nachmittag, wenn die tief stehende Sonne die Strukturen des Sandsteins hervorhebt und die Farben regelrecht leuchten lässt.
Ein verstecktes kleines Juwel für alle, die gerne abseits der ausgetretenen Wege unterwegs sind. Und genau deshalb hat es uns besonders gut gefallen.
Keine Shuttlebusse, keine Menschenmassen und weit und breit kein Besucherzentrum – dafür jede Menge bizarr geformter Sandstein, tiefe Furchen und farbenprächtige Felslandschaften.
So, genug geschwätzt, jetzt gibts erstmal Bilder satt:
Unser Lager schlagen wir unweit des Yant Flats Trailheads auf, nur wenige Meter von der Abbruchkante zum Yankee Doodle Canyons entfernt (muss eine sehr tolle Canyoning-Tour sein, aber dieses Mal haben wir kein Seil und keine Ausrüstung dabei, also das nächste Mal dann vielleicht …).
Und wir müssen eh nochmal zurückkommen, da wir den gesamten hinteren Teil der Yant Flats nicht geschafft haben (der aber wohl noch spektakulärer und farbenprächtiger, aber etwas schwieriger zu erreichen sein soll)
Kurz nach Sonnenuntergang sinken die Temperaturen wieder in Richtung einstellig, so dass wir schnell ein Feuerchen entfachen und uns noch ein paar Würstchen grillen. Es gibt leckere Käse-Speck-Hotdogs mit würzig-rauchiger Barbecue Sauce. Dazu noch eine Dose Pale Ale, was will man mehr …
to be continued ...





















Hi Christian,
ah, da ist ja ein weiteres deiner Teaser Fotos. Hätte ich auch drauf kommen können, dass es nicht die White Pocket ist.
Zwei tolle Ziele hattet ihr euch für diesen Tag rausgesucht
und eine tolle Location für die Übernachtung. Die Yant Flats werdern tatsächlich etwas vernachlässigt (vielleicht zum Glück) sind aber sicher auch einen zweiten Besuch wert. Das lässt sich ja dann perfekt mit dem Yankee Doodle (und vielleicht dem Boltergeist) Canyon verbinden. Einen Top Spot fürs Zelt kennt ihr ja dann schon.
Wir wären jedenfalls mit von der Partie
Liebe Grüße, Mike
Experience!
Scout Womo-Abenteuer.de
Hallo Mike,
ja, genau,
kann mich gut an deinen Reisebericht erinnern als ihr die beiden Canyons gemacht habt.
Für beide habe ich auch bereits die Koortdinaten und die Beschreibung daheim liegen, das nächste Mal sind die fällig ...
(fun fact: wusstest du, dass wenn man dem BoltergeistCanyon immer weiter folgen würde, man dann genau bei der Red Cliffs Recreation Area herauskommt (ja, genau da wo die Stufen im Fels sind und das Seil hängt)).
Liebe Grüße,
Christian