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Tag 7: Death Valley - Ibex Dunes

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Bolly_Bollo
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Tag 7: Death Valley - Ibex Dunes
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
Donnerstag, 13. März 2025
Gefahrene Meilen: 
0 Meilen
Fazit: 
verfallene Minen & feiner Wüstensand  -  eine eindrucksvolle Kombination

 

Tag 7:

Und weiter gehts Richtung Südwesten. Wir folgen allerdings nicht dem Highway 15, sondern wählen die landschaftlich schönere Northshore Road durch das Lake Mead National Recreation Area. Spontan halten wir an der Redstone Picnic Area.
Hier gefällt es uns, und so laufen wir den 2 km langen "Extended Loop Trail" durch die formschönen rotleuchtenden Felsen.
Hatten wir so gar nicht auf dem Schirm, aber wirklich sehr lohnenswert, so als kleines Highlight-to-go am Straßenrand.
 
 
 
 
Wir umfahren Las Vegas und steuern dann die Südspitze des Death Valley National Parks an.
Zwischen "in the middle of nowhere" und "where the heck" biegen wir auf eine unbeschilderte, staubige dirt road und überqueren kurz darauf die Grenze des Death Valley Nationalparks.
 
 
 
Mit jedem Kilometer wird die Straße sandiger und holpriger – 4x4 wärmstens zu empfehlen.
Schließlich stoßen wir auf die "Ibex Spring Ghost Town". 
 
Hier befinden sich die spärlichen Überreste einer alten Minen-Siedlung, bestehend aus einem halben Dutzend verfallener Holzhütten, die sich weitläufig über das Gelände verteilen, teilweise noch mit Originaleinrichtung. Reste von rostigem Werkzeug, alte Kabel und rostzerfressene Metallfässer liegen verstreut im feinen Wüstenstaub.
 
Coole Location - im Gegensatz zu manch touristisch angepriesenen "Ghost Town" mit museumsartig gestalteten Hütten und einer Ausstellung alter Sammlerstücke ist hier wirklich alles noch 100% original 
- sollte jemand also mal zufällig hier vorbeikommen, dann unbedingt anhalten und besichtigen! 
 
 
 

 
 
 
Hinter Ibex Springs zieht die Piste dann steil nach oben in die Ibex Hills. Die alte Minenstraße, im Wesentlichen bestehend aus Geröll und losen Steinen, endet schließlich unterhalb der Moorehouse Mine, einer seit Mitte des letzten Jahrhunderts stillgelegten Talk-Mine.
 
Die verwitterte hölzerne Erzrutsche klammert sich noch immer an den Hang. Zwischen den von der jahrzehntelangen Wüstensonne gegerbten Holzbalken finden sich alte Schienenreste, zerfallene Fundamente und Fragmente alter Loren. Daneben liegen verrostete Seilreste und Überbleibsel der Seilbahnanlagen, mit denen das geförderte Talkum abtransportiert wurde.
 
 

 

 
Der leuchtend weiße Talkum-Abraum bildet einen scharfen, fast unwirklichen Kontrast zu den ansonsten dunkel gefärbten, schroffen Hängen der Ibex Hills.

 


 

Innerhalb des Minenkomplexes finden sich mehrere verlassene Stollen die sich tief in den Berg fressen, die meisten durch Einstürze blockiert oder mit Gestein verschüttet. 
Ein Stollenloch jedoch scheint noch zugänglich zu sein, und so kann ich nicht anders, als hineinzuschlupfen. Sofort umfängt mich Dunkelheit, und ich knipse die Taschenlampe an. Nach fünfzig Metern stoße ich auf eine Absperrung. Auf einer Seite gibt es jedoch eine kleine Öffnung – groß genug, dass ich mich (der alten Mine-Explorer-Regel "no sgn - no ban" folgend), daran vorbeizwängen kann. Ich dringe mehrere hundert Meter tief in den Stollen ein. Auch hier liegen teilweise noch Artefakte aus vergangener Zeit: Handschuhe, Jutesäcke, rostige Dosen und Nägel.
An einer Stelle kann man über eine steile Leiter in eine höhere Ebene der Mine hinaufsteigen. Auch dort gibt es viel zu entdecken.
 
 

 

 


 


Aber irgendwann ist die Abenteuerlust gestillt und auch die letzte Ecke erkundet, und so treten wir den Rückzug an.
Unser nächstes Ziel: Die Ibex Dunes
 
Schon von der Moonhouse Mine kann man sie unten in der Saragosa-Ebene erspähen:
 
 
 

Kurz nach Ibex Springs zweigt eine undeutliche Jeep-Spur gen Süden. Die Piste ist über weite Strecken tief unter angewehten Sand begraben, aber das kann uns kaum aufhalten. 
Nach ein paar Meilen stoppen wir und schlagen unser Camp für heute Nacht direkt im Wüstensand neben der Straße auf.
Von hier sind es nur noch ca. 2 km Luftlinie bis zu den Ibex Dunes. Sie schmiegen sich direkt an die steilen, dunkel aufragenden Felswände der umliegenden Wüstenberge. Dieser Kontrast aus goldgelbem Sand und den schroffen, dunklen Bergen macht sie so spektakulär. 
 
Heute ist es für eine Wanderung allerdings schon zu spät – die Dünen müssen bis morgen warten.
Wir genießen lieber unsere Speck-Pfannkuchen mit cheesy tots, und einen unbezahlbaren Blick auf die im Abendlicht leuchtenden Ibex Dunes und die Bergketten am Horizont.
 
 
 
 
 
 
Ich brauche ja wohl nicht zu erwähnen, dass wir heute im Death Valley noch keinem Menschen begegnet sind.
Erst gegen Abend kommt noch ein anderes Fahrzeug, ein Allrad-Van, und boondockt einen halben Kilometer weiter. Mit den Bewohnern kommen wir allerdings nicht in Kontakt. Wir sind uns nicht mal sicher, ob sie uns überhaupt schon gesehen haben.
 
 
_________________________
 
 
Tag 8:
 
Am Morgen schiebt sich gerade die Sonne über die Bergkuppen, als wir aus dem Zelt kriechen.
Erst mal einen Kaffee und einen Guten-Morgen-Muffin!
 
Als wir aufbrechen ist es noch angenehm kühl. Hier gibt es keine Wanderwege, keine Fußspuren, keine Hinweisschilder.
Aber die sind auch nicht nötig, denn die Richtung ist klar: Zwei Kilometer querfeldein durch die Wüste, immer auf die Dünen zusteuernd, da kann man sich eigentlich gar nicht verlaufen.
 
 
 
Bis zu 50 Meter hoch türmen sich die Sandberge auf, geformt von Winden, die aus allen Himmelsrichtungen über das Becken fegen.
 
 
Wohin man auch blickt, die Dünen und die dazwischenliegenden Täler sind allesamt mit filigranen Windrippel überzogen.
Hier scheint seit Tagen niemand mehr unterwegs gewesen zu sein, zumindest entdecken wir keine einzige Spur menschlicher Wesen.
Der gesamte Sand, die Dünen, das komplette Wüstenpanorama liegt praktisch jungfräulich vor uns.
 



 
Der Himmel blau wie ein IKEA-Katalog, inmitten eines Meeres aus feinem, hellem Sand, weit und breit nichts als wohltuende Stille
- eine einzigartige Stimmung!

 

 
Wir überqueren einen kleinen Pass zwischen den Hauptdünen und umrunden sie.
Warum? Weil sich direkt hinter den Dünen, versteckt am Fuß der kargen Hänge, die verlassenen Relikte der Grimshaw Mine befinden.

 

 
 
Wie Skelettreste ragen die Überreste eines alten Holzturmes aus dem Wüstensand.
Die Anlage stammt aus der Zeit, als dort intensiv nach Talkum und Mineralien geschürft wurde. Da die Dünen im Laufe der Zeit gewandert sind, sind einige der Stollenöffnungen und der Holzkonstruktionen inzwischen teilweise vom Sand verschüttet.

Die Kombination aus den verfallenen Ruinen und den goldenen Ibex Dunes im Hintergrund macht diesen Ort zu einem faszinierenden Lost Place.
 
 

 
 
 
 
 
to be continued ...
 
 
 
 
Bernhard
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Beigetreten: 21.08.2009 - 15:31
Beiträge: 16668
RE: Tag 7: Death Valley - Ibex Dunes

Hi Christian, 

Herrliche Bilder und Beschreibung einer weitgehend unberührten Natur!!  Und es wird auch bei der komplizierten Erreichbarkeit auch hoffentlich noch lange so bleiben. 

PS:  Was brachte euch auf die Idee, diesen Ort zu besuchen?

Herzlichen Gruß 

Bernhard

Scout Womo-Abenteuer.de


Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen (G.C. Lichtenberg)

scanfan
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Beigetreten: 27.06.2013 - 16:37
Beiträge: 4772
RE: Tag 7: Death Valley - Ibex Dunes

Servus Christian,

 

was für beeindruckende Landschaften das Death Valley bereit hält. Deine tollen Fotos lassen einen staunen!

Ich dringe mehrere hundert Meter tief in den Stollen ein. 

Und an Abenteuerlust scheint es dir nicht zu mangeln.😉

Liebe Grüße

Micha
Scout Womo-Abenteuer.de

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eagle eye
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Beigetreten: 05.02.2013 - 15:06
Beiträge: 3570
RE: Tag 7: Death Valley - Ibex Dunes

Hallo Christian,

hui, wenn ich Anja nur Andeutungen gemacht hätte, in die Mine zu wollen - ich glaube sie hätte sich sofort scheiden lassensurprise

Ich bin sehr froh, dass ihr es sicher wieder aus der Mine geschafft habt und du so von diesen 2 spektakulären Tagen berichten kannst. Was für eine beeindruckende Ecke im Death Valley NP.

Liebe Grüße, Mike

 

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Bolly_Bollo
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Beigetreten: 04.04.2018 - 09:55
Beiträge: 301
RE: Tag 7: Death Valley - Ibex Dunes

Hallo Bernhard,

im Internet gibt es inzwischen einige sehr gute Blogs bzw. auch Youtube Channels von selbsternannten "mine explorers", die speziell über versteckte Minen berichten, die sich ja im Gebiet des Death Valley besonders zahlreich in den Bergen verstecken.
Allerdings meist ohne genauere Namensangaben oder Koordinaten, bzw. nur auf persönliche Nachfrage. Gar nicht so leicht da ran zu kommen ...
Im Death Valley gibt es hunderte solch verlassener Minen, wir haben uns vier herausgepickt und besucht, aber damit greife ich ja schon zu weit vor ...

Viele Grüße,
Christian smiley