Wir hatten Site 11 auf dem Signal Mountain Campground ergattert. Ein traumhafter Platz mit Blick auf den See und die Tetons im Hintergrund.

Der Wettergott meinte es sehr gut mit uns und überraschte uns mit klarem Himmel. Wir waren früh aufgestanden und hatten noch vor dem Frühstück auf dem Wanderparkplatz am String Lake umgeparkt. Um 7:30 Uhr waren nur noch wenige Plätze frei. Nach einem kohlenhydratreichen Frühstück brachen wir um 8 Uhr auf.

Zunächst sind wir durch den Wald zum Holley Lake aufgestiegen.


Am Holley Lake legten wir eine Frühstückspause ein, bevor wir steil zuerst über traumhafte Wiesen und dann über Geröllfelder zur Paintbrush Divide aufstiegen. Wir mussten sogar Altschneefelder passieren. Nachdem wir den Sattel überquert hatten, genossen wir den Blick auf die Tetons.

Da es windig war und wir vom anstrengenden Aufstieg nassgeschwitzt waren, machten wir uns direkt an den Abstieg. Unterwegs sahen wir an einigen Stellen Freiwillige, die den Weg ausbesserten. Wir steuerten den Lake Solitude für die Mittagspause an und packten hungrig unsere Butterbrote aus. Während ich aß, schaute ich auf den See und wunderte mich, was da schwamm. Plötzlich stieg das Tier aus dem Wasser und wir sahen, dass es ein Braunbär war, der gemütlich den Wanderweg entlangschlenderte. Wir packten schnell unser Essen ein, nahmen die Rucksäcke wieder auf den Rücken und gingen ein paar Schritte zurück. Es waren noch andere Wanderer da, die sofort ihre Handys zückten. Der Bär interessierte sich nicht für die Menschen und auch der Ranger, der ebenfalls Pause machte, blieb ganz ruhig. So packten auch wir unsere Kamera aus und konnten ein tolles Bild von dem Tier machen. Was für ein Erlebnis!

Nach der Pause sind wir stetig abgestiegen und haben noch einen Elch gesehen. Der Wanderweg führte an einem Bach entlang und die Strecke zog sich am Ende dann doch ziemlich hin. Nach zehn Stunden, 33 Kilometern und 1.400 Höhenmetern waren wir glücklich am Wohnmobil angekommen.
Zurück am Signal Mountain Campground sind wir noch baden gegangen und haben das Wohnmobil nicht abgeschlossen. Als wir zurückkamen, war die Tür verschlossen. Irgendwie muss sie sich verriegelt haben, als ich sie zugemacht habe. Sonst hatten wir immer ein Fenster geöffnet, aber dieses Mal nicht. Alles war noch im WoMo. Zum Glück standen neben uns Österreicher, die auch bei RoadBear gemietet hatten. Von ihnen haben wir die Nummer vom Roadservice bekommen. Am Ende konnte der Support einen Unfall simulieren und so die Entriegelung der Vordertür auslösen. Letztendlich ist alles noch glimpflich ausgegangen, aber nach der langen Wanderung wir haben es nicht gebraucht.
Nach der langen Wanderung stand ein gemütlicher Tag auf dem Programm. Unsere Beine waren gar nicht so schwer wie befürchtet, also liefen wir zur Lodge, um uns Kajaks auszuleihen. Leider darf man nur in einem sehr kleinen Gebiet Kajak fahren, weshalb wir uns wegen des hohen Preises die Kajaks nur für eine Stunde ausgeliehen haben. Wir sind dann über den See gepaddelt und haben den Rest des Tages am Strand und auf unserem schönen Platz verbracht. Der Kampf um die Plätze hat sich mehr als gelohnt. Ich habe öfter gelesen, dass die Tetons wie die Alpen seien und sich deshalb nicht lohnen würden. Natürlich ist die Landschaft hochalpin, aber ich fand es herrlich, dass man an einem Tag vom See bis ins Hochalpine wandern konnte.
Guten Morgen,
puh das war ja eine Achterbahnfahrt an diesem Tag :) erst das Glück der tollen und ungefährlichen Bärensichtung und dann der Schreck mit dem verschlossenen Camper. Das der Support die Vordertür entriegeln konnte war ja in eurem Fall wahnsinnig hilfreich! Wusste gar nicht dass sowas geht.
Gruß
Rebecca
Diese Entriegelungsfunktion gibt es nur bei den neuen Campern. Wir hatten einfach großes Glück, denn sonst wäre es sehr teuer geworden. Von daher leiber Schlüssel mitnehmen