Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

3.300 Meilen in 19 Tagen – von Denver durch die Nationalparks des Mittleren Westens

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sie-29
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3.300 Meilen in 19 Tagen – von Denver durch die Nationalparks des Mittleren Westens
Eckdaten zum Reisebericht
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abgeschlossen

Wir schreiben den 12.06.2012 und das Warten hat ein Ende. Heute geht es endlich los! Nach monatelanger Planung und unzähligen Besuchen auf www.womo-abenteuer.de startet heute unser lang ersehnter 25-tägiger USA-Urlaub.

19 Tage davon werden wir mit einem 25 ft Camper durch den mittleren Westen fahren, 6 Tage lang die Verwandtschaft in Colorado Springs besuchen. Wir - das sind übrigens mein Freund Sven (35) und ich, Tamara (29).

Unsere Rundreise startet zwar erst am Freitag, jedoch wollen wir euch unsere geplante Route nicht vorenthalten. Diese soll es sein: (die grünen Buchstaben markieren jeweils unsere Tagesziele)

Karte 1

Größere Kartenansicht

Karte 2

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 Übersicht:

Datum Ziel Etappe Übernachtung Meilen
12.06.12 Frankfurt / Denver - - -
13.06.12 Garden of the Gods - - -
14.06.12 Royal Gorge Bridge / Great Sand Dunes - - -
15.06.12 Denver (WoMo-Übernahme) / Laramie A - B Mirror Lake 203
16.06.12 Snowy Range Pass / Boysen State Park B - C Tough Creek CG 260
17.06.12 Thermopolis / Cody C - D Walmart Cody 126
18.06.12 Yellowstone Mammoth Hot Springs / Norris Geyser D - E Canyon CG 164
19.06.12 Yellowstone Canyon / Midway Geyser E - F Madison CG 78
20.06.12 Yellowstone Prismatic / Old Faithful etc. F - G Bridge Bay CG 73
21.06.12 Yellowstone Mud Vulcano / Great Teton G - H Atherton Creek CG 129
22.06.12 Jackson H - I Walmart Perry 242
23.06.12 Antelope Island / Great Salt Lake I - J Little Cottonwood CG 373
24.06.12 Bryce Canyon Queens Garden Trail / Wall Street J - K North CG 116
25.06.12 Bryce Canyon / The Wave K - L Walmart Page 161
26.06.12 Horseshoe Bend / Lower Antelope Canyon L - M Watchman CG 231
27.06.12 Zion Lower Emerald Pool / West Rim Trail M Watchman CG 0
28.06.12 Zion Narrows / Emerald Pools M Watchman CG 0
29.06.12 Highway 12 / Capitol Reef / Moki Dugway / Gooseneck M - N Devils Canyon CG 428
30.06.12 Moab / Canyonlands N - O Dead Horse Point CG 145
01.07.12 Canyonlands / Arches Nationalpark O - P Devils Garden CG 113
02.07.12 Arches Nationalpark P - Q KOA Central City 363
03.07.12 Denver (Womo-Abgabe) / Air Force Academy Q - R - 43
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sie-29
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Dienstag, 12.06. – Frankfurt/Denver

Aber ganz von vorn………

Unser Flieger startet um 08.10 Uhr in Frankfurt. Da wir über zwei Stunden von Frankfurt entfernt wohnen, heißt es nachts um vierteldrei aus den Federn krabbeln, noch die letzten Sachen einpacken und losfahren. Am Abend zuvor haben wir eine Begegnung mit der ersten Schlaftablette unseres Lebens ... zwar wirkt diese erst nach eineinhalb Stunden, aber immerhin ist die Aufregung so groß, dass wir sonst vermutlich gar nicht hätten schlafen können.
Am Flughafen angekommen klappt alles wunderbar. Wir checken ein und stellen fest, dass wir wahre Packkünstler sind - unsere Koffer wiegen beide genau die maximal erlaubten 23 kg. Sven's Kamera wird in der Sicherheitskontrolle auf Sprengstoff untersucht und ich selbst werde motiviert, ein im Handgepäck verirrtes Marmeladenglas zu entsorgen, ansonsten erscheinen wir wohl eher ungefährlich und werden anstandslos durchgelassen.
Wir fliegen mit United Airlines und müssen leider eine Zwischenlandung in Chicago in Kauf nehmen. Dafür konnten wir für den Rückflug einen Direktflug mit der Lufthansa ergattern.
Nachdem uns einige Bekannte und Kollegen vorgewarnt hatten, dass United Airlines von Service und Ausstattung her nicht annähernd mit der "Luxusairline" Lufthansa mithalten kann, steigen wir ohne große Erwartungen in den Flieger. Jedoch werden diese weit übertroffen, der Service ist gut, das Essen ebenfalls. Zwischendurch werden wir immer wieder mit Chips, Salzstangen und jeder Menge Getränke versorgt. Auch das Angebot an Unterhaltung (jeder Sitz hat seinen eigenen Mini-Bildschirm) ist ok. Das einzige Manko ist, dass wir in Dreierreihen sitzen und ich meinen Banknachbarn, der offenbar einen gesunden Schlaf hat (er pennt quasi den kompletten Flug), immer wieder zwischendurch wecken muss, um zur Toilette zu können. Konfirmandenbläschen lässt grüßen...

Da wir mit einer Verspätung von über 30 Minuten in Frankfurt gestartet sind, machen wir uns zwischendurch schon Sorgen, ob mit dem Umsteigen in Chicago wohl alles klappt. Immerhin müssen wir das ganze Prozedere mit Passkontrolle, Gepäck holen / einchecken, Sicherheitskontrolle usw. über uns ergehen lassen und haben aufgrund der Verspätung nur noch eine knappe Stunde Zeit dafür. Letztendlich landen wir jedoch planmäßig - Rückenwind sei Dank! Auch sämtliche Kontrollen laufen reibungslos ab (hier wurde schon vorgesorgt und z.B. ein extra Schalter für die Passkontrolle von Personen mit Anschlussflug eingerichtet), sodass wir pünktlich zur Boarding Time am Gate stehen. Da fällt unser Blick mehr zufällig als gewollt auf die Anzeigetafel der Flugzeiten. Hinter unserem Flug erkennen wir einen Text in orange ... oh oh, mir schwant Fürchterliches! "Waiting for airplane" heißt es, Abflug ca. 15.00 Uhr. Wie bitte?? Drei Stunden sollen wir hier jetzt noch rumlungern? Na prima! Während wir warten, geht die veranschlagte Abflugzeit kontinuierlich nach oben. Letztendlich starten wir um 15.45 Uhr. Also gut, immer schön nach vorne blicken und die nervige Wartezeit am Gate ganz schnell vergessen.

In Denver angekommen werden wir von Svens Tante und Onkel abgeholt. Wir fahren nach Colorado Springs und machen uns dort mit der Umgebung vertraut. Und natürlich auch mit der dünnen Luft. Zwar sind wir hier "nur" auf knapp 2.000 Metern, für uns als Flachlandratten (300 Meter) ist es aber eine wahre Leistung ohne zu Hyperventilieren die Treppen rauf- und runter zu kommen.

Bilder gibt’s heute noch keine, aber morgen sieht das schon anders aus!

Didi
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Yellowstone

Hallo Tamara,

einen Reisebericht mit Yellowstone im Programm nehme ich doch gerne mit. Bin schon gespannt auf eure Erfahrungen. 

Liebe Grüße
   Didi
Scout & Webmaster Womo-Abenteuer.de

Man muss Träume auch mal in die Tat umsetzen, ansonsten bleiben es Träume

robbelli
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dito

Hi Tamara,

ich fahre mindestens genauso gerne mit wie Didi. Will da auch nächstes Jahr hin!

Boaah, da musstet ihr ja ganz schön Meilen fressen....! Was ist das nur für ein verdammt großes Land!

Ich bin schon gespannt auf die ersten Bilder.

Btw, seid ihr mit dem eigenen Auto nach FRA gefahren? Wo habt ihr da geparkt?

Liebe Grüße

Elli
Scout Womo-Abenteuer.de

Trakki
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ich auch

Hallo Tamara,

ich möchte auch gerne von euren Erfahrungen profitieren, da der Yellow nächstes Jahr auch unser Ziel sein wird. Ich bin gerne dabeiSmile.

Herzliche Grüße

Sonja
Scout Womo-Abenteuer.de

Trakki.Reisen

sie-29
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Mittwoch, 13.06. – Garden of the Gods

Hallo an alle Mitfahrenden!

@elli: wir sind nicht selbst gefahren, sondern haben uns hinfahren lassen. Es gibt aber Parkmöglichkeiten z.B. bei "Airparks".

 

Weiter gehts...

Heute ist erstmal Shoppen angesagt. Onkel Bob fährt uns zu "Kohl’s", wo wir zusätzlich zu der gerade stattfindenden Rabattschlacht mit unserer Gutscheinkarte nochmal 30% auf alles kriegen (so etwas wäre in Deutschland nicht möglich). Wir geben mehr als 350 Dollar aus, sind aber nun bestens eingedeckt mit neuen Hosen, Schuhen und Shirts. Angeblich haben wir übrigens 400 Dollar gespart ... hm, interessante Mathematik.
Daheim gibt es T-Bone Steaks, grilled potatoes, baked beans und Salat. Wir hatten schließlich "echt amerikanisches Essen" bestellt. Und Onkel + Tante verwöhnen uns bis zum Gehtnichtmehr.
Am Nachmittag fahren wir zu Garden of the Gods, was keine 10 Minuten entfernt ist. Dieser schöne Garten mit roten Sandsteinfelsen ist kostenlos für Jedermann und man kann dort gut und gerne einige Stunden verbringen. So laufen auch wir gemütlich zwischen den roten, teils bizarren Felsformationen umher und beobachten Kletterer, die die glatten Felswände entlanghangeln. Der Name Garden of the Gods stammt übrigens angeblich von zwei Landvermessern. Einer von ihnen sagte, dass der Park hier der perfekte Platz für einen Biergarten sei. Der zweite erwiderte daraufhin „aber einer für die Götter“. Und schon war der Name „Garden of the Gods“ geboren. Ob es sich tatsächlich so zugetragen hat, lasse ich mal dahingestellt… smiley

Garden_of_the_gods1

Garden_of_the_gods

Garden_of_the_gods3

Kletterer im Garden of the Gods

Garden_of_the_gods4

Garden_of_the_gods5

Die "Kissing Camels"

sie-29
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Donnerstag, 14.06. – Royal Gorge Bridge, Great Sand Dunes

Für heute geplant sind die Royal Gorge Bridge und der Great Sand Dunes Nationalpark. Um neun Uhr starten wir in Colorado Springs, machen aber nach 10 Minuten schon den ersten Stopp, denn Onkel + Tante wollen uns einen echt deutschen Laden zeigen, in dem es die uns bekannten Backwaren, Wurst, Käse und alle möglichen anderen deutschen Lebensmittel zu kaufen gibt. Das Geschäft scheint gut zu gehen, denn trotz Apothekenpreisen ist der Laden voll. Schätze, selbst die Amis können ihr Gummibrot früher oder später nicht mehr sehen... Auch wir decken uns mit Brötchen und Wurst für den heutigen Ausflug ein.

Deutscher Laden in Colorado Springs

Frei übersetzt: Du kannst einem Deutschen was erzählen, aber nichts vormachen...

 

Gegen Mittag erreichen wir die Royal Gorge Bridge und steuern schnurstracks auf den Souvenirshop zu. Wir haben noch keine ordentliche Kopfbedeckung und halten daher Ausschau nach schicken Hüten; für knapp 25 Dollar pro Nase werden wir fündig.
Ich hatte ja zuvor schon im Internet recherchiert, was mich bei der Royal Gorge Bridge erwarten wird. Sie besteht aus über 1.000 Holzplanken und ist 320 m hoch. Ich bin zwar nicht schwindelfrei, aber mein Gott, was solls. War ja schließlich auch schon auf dem 320 m hohen Eiffelturm und habs überlebt. Doch als ich dann tatsächlich auf der Brücke stehe bin ich nicht mehr so cool. Da gehts schon ziemlich weit runter.......und die Brücke schwankt.......oh mein Gott.......es fahren sogar Autos drüber......hält die das aus??? Während ich mir ausmale, wie gleich das ganze Ding samt uns knapp 400 Meter nach unten in den Arkansas River stürzt, sind wir auch schon auf der anderen Seite angekommen. Dort befinden sich mehrere Souvenirhütten im Westernstil, die jedoch gerade alle geschlossen haben. Angrenzend kommen wir an einem Tierpark mit Buffalos, Elks und anderem Getier vorbei, danach erreichen wir die Aussichtsplattform. Von hier hat man einen tollen Blick auf die ganze Brücke und kann erkennen, wie lang diese tatsächlich ist. Wir denken kurz darüber nach, mit der Seilbahn zurückzufahren, laufen dann aber doch wieder über die Brücke zurück. Auch die dort angebotene Attraktion, den Skycoaster lehnen wir dankend ab. Dafür wollen wir gerne mit der Zahnradbahn nach unten in die Schlucht fahren. Die Bahn ist jedoch gerade außer  Sichtweite  und da uns heute noch ein recht straffes Programm bevorsteht, lassen wir diesen Plan sausen.

 

Anschließend setzen wir unsere dreistündige Fahrt zu den Great Sand Dunes fort. Die Gegend ist zeitweise recht karg und sandig und man fragt sich, wie sich die vielen Ranger die hier leben, ernähren bzw. wie sie mit ihrer Landwirtschaft sogar noch Geld verdienen können. Ohne Bewässerung geht hier mal nix... Bei unseren Planungen im Vorfeld hatte ich mich beim Blick auf Google Earth noch gewundert, warum es hier so viele grüne Kreise gibt. Inzwischen weiß ich, es sind Felder, die mit Bewässerungsanlagen versehen sind … und diese fahren nun mal im Kreis.
Nach einer endlos erscheinenden Fahrt, erreichen wir die Einfahrt des Great Sand Dunes Nationalpark. Die Great Sand Dunes, eine Art Mini-Wüste zwischen den Bergen, entstanden durch Sandablagerungen des Rio Grande, die der Wind über Jahrtausende hinweg über das Tal hinweg gefegt hat. Ganze Arbeit hat er da geleistet, denn die Great Sand Dunes erscheinen mir letztendlich noch größer als erwartet.
Ich bin begeistert, als wir vor den Dünen stehen ... wollte ich doch schon immer mal in die Wüste. Da kommt mir diese Mini-Sahara doch gerade recht. Und mit den riesigen Bergen im Hintergrund ist dieser Anblick natürlich nochmal so schön. Sven und ich laufen ein Stück die Sand Dunes entlang. Jedoch geht gewaltiger Wind und der Sand pfitzt uns um die Beine. Das Laufen im Sand plus 2.500 Höhenmeter strengen uns an, sodass wir nach einer guten halben Stunde wieder umkehren. Wir machen lieber Brotzeit an einer Picnic Area mit Blick auf die Sand Dunes.

 

 

 

Danach besuchen wir das Visitor Center und lernen noch etwas mehr über die Entstehung dieses Gebiets, bevor wir wieder die Heimreise nach Colorado Springs antreten. Dort kehren wir noch bei Estela’s Mexican Restaurant ein und lassen uns richtig verwöhnen. Die obligatorischen Nachos zur Vorspeise werden mit fünf verschiedenen Dips serviert und Wasser bzw. Re-Fill gibt’s ja sowieso für lau. Das Essen schmeckt und satt und zufrieden, aber dennoch auch erschöpft von den Erlebnissen geht’s nach Hause.

Csnowbaer
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Hallo Zusammen, wir sind

Hallo Zusammen,

wir sind natürlich auch gerne dabei. Unser Rucksäcke sind schon gepackt.

Es kann losgehen-..-

 

Gr¨üsse aus der CH

Britt und CHristian

Reise solange Du noch Jung und Fit dazu bist! (Junge Familie mit 2 Kindern)

Kanada 2004 /USA 08 / Kanada 10/ Australien 11 / USA 12 / USA 13 / USA 14 / USA 15 / Kanada 16 / Schweden 18 / Australien 19

sie-29
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Freitag, 15.06. - Denver / WoMo-Übernahme

Gefahren: 203 Meilen

Heute geht’s los – unsere WoMo-Rundreise!

Aber zunächst ein kleiner Einwurf zur Entstehung der Reiseroute: Der Yellowstone Nationalpark stand ganz oben auf unserer Wunschliste und wird deshalb auch als erstes Ziel angefahren. Anschließend, als krassen Gegensatz dazu, wollen wir noch möglichst viel von den Nationalparks im Süden Utah’s sehen, also Bryce, Zion, Arches etc. Ein weiterer großer Wunsch war es, die Wave in Coyote Buttes North besuchen zu dürfen. Dafür benötigt man jedoch ein Permit, das nur an 20 Personen pro Tag ausgelost wird – 10 per Onlinelotterie drei Monate im Voraus und 10 am Vortag an der Ranger-Station. Ende 2011 planten wir also die Reise, wie wir sie euch nun vorstellen, bis Salt Lake City. Ursprünglich geplant war danach der Zion Nationalpark. Daraus ergab sich dann ein „mögliches Wave-Datum“ vom 26.-28. Juni. Also haben wir uns im Februar bei der Onlineverlosung um Permits für besagte Tage beworben, wurden aber leider nicht berücksichtigt (über 600 andere Mitbewerber). Im Internet erfuhren wir dann, dass die Permits von den Gewinnern nochmals rückbestätigt werden müssen. Erfolgt diese Rückmeldung nicht, werden die Permits am 15. des Folgemonats um 12 Uhr Ortszeit wieder als „frei“ deklariert. Wer dann schnell ist, erhält dafür den Zuschlag.
Um schnell sein zu können, hatten wir uns im Vorfeld bereits die Antragsformulare im Internet angesehen und – für den Fall der Fälle – die verlangten Angaben in der vorgegebenen Reihenfolge in eine Excel-Tabelle eingetragen. Glücklicherweise hat Sven im letzten Moment noch festgestellt, dass die Zeitverschiebung nicht wie sonst 8 Stunden, sondern in unserem Fall nur 7 Stunden betrug (Utah hatte schon auf Sommerzeit umgestellt, Deutschland noch nicht). Pünktlich am 15. März um 19 Uhr saß also mein Freund vor dem PC. Links die angefertigte Excel-Tabelle, rechts den Wave-Kalender (und dort wie wild ‚F5’ drückend…). Als die freien Plätze dann eingeblendet wurden, musste er leider feststellen, dass die drei von uns vorausgewählten Tage nicht dabei waren. Schade … das soll wohl nicht sein! Aber – nach einer gefühlten Ewigkeit – kam ihm die Erleuchtung. Warum nicht einfach die Route umplanen? Denn für den 25. Juni, also einen Tag vor unserem Wunschtermin, hatten wohl drei Mitbewerber ihre Tickets nicht eingelöst. Zwar müssten wir dann einen kleinen Umweg fahren und den Besuch des Zion nach hinten verschieben, aber was solls. Gesagt, getan! Mit Strg + C bzw. Strg + V waren die Formulare in weniger als einer Minute ausgefüllt und wir haben zwei Permits erhalten. Yippie smiley

Soweit zur Planung, nun geht es aber wirklich los:
Wir sind schon sehr gespannt auf unseren Camper und natürlich noch mehr auf das, was uns auf unserer Reise alles begegnen wird. Nach einem ausgiebigen amerikanischen Frühstück (mit Saussage, selbstgebackenen Bisquits, Gravy und Marmeladenbrot), packen wir unsere Koffer, kaufen bei einem Abstecher im Walmart kräftig Lebensmittel ein und kommen letztendlich um 14.00 Uhr an der Cruise America Verleihstation in Denver an. Nach einigen negativen Kommentaren im Internet über diesen WoMo-Verleiher, nehmen wir mit gemischten Gefühlen unser 25 ft RV entgegen. Der Preis von knapp 1.360 Euro (inkl. Frühbucher- und Onlinerabatt) ist jedoch unschlagbar. Die sehr nette Mitarbeiterin entschuldigt sich nach Klärung der ersten Formalitäten dafür, dass das deutschsprachige Manual z.B beim Kühlschrank nicht mit dem tatsächlichen Inventar übereinstimmt, da der Camper noch sehr neu ist. Na, mit diesem Manko können wir doch gut leben! Wir scheinen wirklich Glück zu haben, denn unser Camper scheint generell in gutem Zustand zu sein. Er hat gerade mal 9.000 Meilen drauf und abgesehen von einer nicht mehr schließenden Küchenschublade können wir keine größeren Mängel feststellen. Ob wir den Einführungsfilm schon kennen will die Mitarbeiterin wissen? Klar, den hatten wir uns schon mehrmals daheim angesehen. Die Zeit können wir uns also sparen. Sie erklärt uns anschließend überraschenderweise in unserer Landessprache (auf fränkisch) die wichtigsten Funktionen und gegen 15.00 Uhr starten wir unsere 19-tägige Rundreise in Richtung Laramie.

Als wir dort ankommen, besuchen wir das Wyoming Territorial Prison. Wir verbringen dort fast eineinhalb Stunden auf den Spuren von Butch Cassady und kommen pünktlich zu Ladenschluss wieder am Ausgang an.

Cruise America Verleihstation in Denver ... der in der Mitte ist unserer!

 

Im Wyoming Territorial Prison in Laramie

 

Einzelzelle

 

Die "Freizeitbeschäftigung" der Häftlinge - die Besenfabrik

 

Butch Cassady - der wohl prominenteste Häftling

 

 Die Außenanlage

 

Nach einem Zwischenstopp an der Tankstelle, geht plötzlich unser Motorlicht am Camper an. Wir – typisch deutsch – machen uns natürlich gleich Sorgen und bleiben erstmal an einer Parkbucht stehen. Das geht ja gut an, kaum vier Stunden unterwegs und schon die erste Autopanne. Nachdem wir aber im Handbuch nachlesen, dass ein Brennen des Motorlichts unter anderem auf die Qualität des getankten Sprits zurückzuführen sein kann und erst ab Dauerbrennen von 3 Tagen bedenklich wird, lassen wir das Motorlicht Motorlicht sein und machen uns etwas beruhigter auf zum Snowy Range Pass.
Über den Pass haben wir herrlichen Ausblick auf die verschneiten Berge und auch sonst ist die Umgebung hier traumhaft schön. Vorab zu Hause haben wir über Google Earth einen Campground am Medicine Bow, besser gesagt am Mirror Lake ausgemacht. Die Bilder von dort sehen so toll aus, dass hier unser erstes Nachtlager sein soll. Wir biegen in die Straße zum Mirror Lake ein und sehen .... Schnee! Die Straße ist total verschneit und nicht passierbar. Also heißt es hier erstmal ‚Endstation‘. Wir parken unseren Camper und laufen zu Fuß weiter zum Campground. Hm, Campground? Nein, wohl eher doch nur eine Picnic Area, auf der nebenbei bemerkt „Overnight Parking“ ausdrücklich verboten ist. Genauso, wie auf der Parkbucht, auf der wir gerade stehen. Ok, und nun? Es dämmert bereits, wir befinden uns mutterseelenallein auf 3.500 Meter und wissen, dass auf den nächsten Meilen mit Sicherheit kein Campground zu finden sein wird. Mal ganz davon abgesehen sind wir müde. Und überhaupt … die Gegend ist doch so toll hier! Also beschließen wir mal was ‚ganz Verrücktes‘ zu tun und verbotenerweise hier die gerade anbrechende Nacht zu verbringen. Das einzige, wovor ich mich fürchte, sind Bären. Immerhin sind wir hier mitten in der Wildnis.

Als wir uns hinlegen ist es noch verhältnismäßig warm, dies ändert sich jedoch von Minute zu Minute und es wird nachts seeeehr kalt. Wir haben zwar kein Thermometer im Camper, sind uns jedoch sicher, dass die Außentemperatur unter den Gefrierpunkt gesunken ist.

Auf dem Weg zum Snowy Range Pass

 

Oben angekommen...

 

Endstation! Der Weg zum vermeintlichen Campground ist verschneit

 

Ups ... doch kein Campground?!

sie-29
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Samstag, 16.06. – Snowy Range Pass / Boysen State Park

Gefahren: 260 Meilen

Die Nacht war eisig und der Schlaf dementsprechend unruhig. Auch wenn uns gottseidank kein Bär Besuch abstattete, sind wir gegen 5 Uhr früh hellwach. Was solls, schlafen können wir sowieso nicht mehr. Also gehen wir nach draußen und nutzen die Zeit, um den Sonnenaufgang am Mirror Lake mitzuerleben. Mit der Kamera und mehreren Schichten an Kleidung bewaffnet erkunden wir noch etwas die Umgebung. Als die ersten Sonnenstrahlen hinter dem Horizont hervorblitzen, positionieren wir uns vor dem See und schießen einige Bilder. Spätestens jetzt wissen wir, warum der See ‚Mirror Lake‘ heißt.

Danach holen wir unser Frühstück nach und probieren zum ersten Mal die Dusche aus. Alles funktioniert, was ein Glück! Gegen halb 8 starten wir dann in Richtung Lander. Zwischendurch halten wir immer wieder an, da die Landschaft einfach zu traumhaft ist, um sie nicht zu fotografieren.

Lake Marie, gleich neben dem Mirror Lake

 

Zwischendurch stoppen wir kurz beim Sinks Canyon, wo ein Gebirgsfluss (der übrigens den lustigen Namen Popo Agie trägt) in einer Höhle für einige Kilometer unter der Erde verschwindet und dann nach ca. 300 m Luftlinie als kleiner See wieder zum Vorschein tritt. Das Wasser braucht mehrere Stunden, um den unterirdischen Gang zu durchlaufen. Ansonsten bewerten wir diese Attraktion als weniger sensationell…
In Lander kommen wir gegen halb 2 an, kaufen ein und tanken. Nach einem Schnellimbiss (Hot Dogs) im Camper geht die Reise auch schon weiter. Ziel soll Thermopolis sein, doch die gesamte Strecke wollen wir heute nicht mehr fahren. Nach einer guten Stunde entscheiden wir, dass es für heute reicht und da wir gerade im Boysen State Park einen schönen Campground direkt am See ausfindig machen, bleiben wir gleich hier. Der Tough Creek Campground ist für 17$ pro Nacht absolut erschwinglich, Zugang zum See bzw. Sandstrand ist bei den meisten Sites inklusive. Ebenfalls inklusive sind jedoch auch Unmengen von Stechmücken…

Tough Creek Campground am Boysen Reservoir

 

Sonnenuntergang am Tough Creek Campground

Bernhard
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Snowy Range Scenic Byway

Hallo Britt und Christian,

solch schöne Bilder könnte ich bei meiner Fahrt über diesen Byway leider nicht festhalten, aber eure gleichen das optimal aus : der Mirror Lake am Morgen macht wirklich einen fotogenen Eindruck -- erkauft wohl noch durch ein paar kalte Hände.

Danke für diese Erinnerung !

Grüße

Bernhard

Scout Womo-Abenteuer.de


Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen (G.C. Lichtenberg)