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Kurzfazit: Erfahrungen und Tipps zu Reisen mit Kleinkindern

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kaffee_kanne
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Kurzfazit: Erfahrungen und Tipps zu Reisen mit Kleinkindern
Eckdaten zum Reisebericht
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abgeschlossen

Hallo an alle,
wir sind nun wieder zurück von unserer Tour und hatten eine sehr tolle Zeit.
Da wir hier so viele tolle Tipps mitnehmen konnten, möchte ich euch auch gerne an unseren Erfahrungen teilhaben lassen.
Hier möchte ich erstmal das Thema Reisen mit Kleinkindern aufgreifen, da dass vermutlich die von euch, die dieses Jahr noch losziehen dürfen, am meisten interessiert. Die Routenplanungen sind bei fast allen ja inzwischen abgeschlossen und Reiseberichte zum Südwesten gibt es ja auch schon reichlich.
Unseren werd ich auch noch erstellen, aber dazu muss ich mich erstmal durch die vielen Fotos wühlen. Das kann noch eine Weile dauern wink

Vorbereitung und Planung:
Wir haben 5 Monate vor Reisebeginn die Entscheidung getroffen mit unseren Kindern (zum Reisezeitpunkt 1 und 3 Jahre alt) in den Südwesten der USA zu fliegen.
Ausschlaggebend war für uns der Direktflug ab München nach SFO, da wir auf gar keinen Fall umsteigen wollten. Ganz zu Beginn der Reiseplanung hatte ich noch mit einer nördlicheren Route geliebeugelt, aber nach etwas Recherche hier im Forum schnell wieder verworfen, was bei der diesjährigen Schneelage wohl auch ganz gut war.

Campingplätze:
Nachdem wir die Route ausgearbeitet haben, hab ich dann auch schon viele Campingplätze (vor allem die staatlichen in den NPs und SPs) vorgebucht was auch echt gut war, da auch im April meist schon das FULL Schild am Campingplatz hing.
Zwischenübernachtungen an weniger populären Plätzen wo es auch meist mehrere Optionen gab hab ich aber offen gelassen (z.B. Barstow, Selgman) und den kompletten Abschnitt zwischen Death Valley und Yosemite da hier noch nicht klar war wann die Pässe aufmachen. Das hat uns noch genug Flexibilität vor Ort gegeben.
Wir haben auch schon Campingurlaub in den USA ohne Kinder gemacht und sind damals ganz anders an die Planugn rangegangen. Mit Kindern war es aber echt super die Plätze vorab so genau auszuwählen und zu reservieren, da man einfach viel mehr Zeit auf dem Campingplatz verbringt.

Tagesablauf:
Auch unser Tagesablauf war mit Kindern ein ganz anderer, da wir uns unsere Fahrzeiten nach den Schlafenzeiten der Kinder gerichtet haben.
Bei kürzeren Etappen 1-2h sind wir nach dem Frühstück immer erstmal noch vor Ort losgezogen und gewandert oder was angeschaut. Dann haben wir ein frühes Mittagessen gemacht und alles gepackt und sind dann zur Mittagsschlafenszeit los. Dann ohne Zwischenstopps direkt zum nächsten Ziel und da dann Nachmittags wieder was gemacht.
Bei länergen Etappen 2-4 Stunden, haben wir meinst einen Teil am späten Vormittag gemacht und geschaut das die große wach bleibt. Dann eine längere Pause eingelegt uns was angeschaut, eingekauft oder so und dann am frühen Nachmittag die 2te Fahrtetappe bei der dann meist beide geschlafen haben.
So hat es für uns super funktioniert und es gab eigentlich nie großes Geknatsche.
Was für uns nicht funktioniert hätte sind viele Zwischenstopps, so wie wir das bei unseren Reisen ohne Kinder gemacht haben. Da waren wir eigentlich den ganzen Tag unterwegs und haben immer wieder angehalten und sind dann erst abends am CG agekommen, daher war da auch die Lage nicht so wichtig. Spätestens beim zweiten Zwischenstopp hatten unsere Kids keine Lust mehr auf ab- und anschnallen und wenn sie geschlafen haben sind sie dann meist wieder wach geworden auch wenn wir nur mal kurz für einen Fotostopp halten wollten.
Aber ihr kennt eure Kinder am besten und auch im Laufe der Reise entwickelt man da ganz automatisch eine Routine. Es macht aber Sinn sich vorab zu überlegen welche Stops einem wircklich wichtig sind und auf welche man auch verzichten kann. So hatten wir einige Sachen als Wenn-alle-grad wach-sind-und-gute-Laune-haben-Stopps auf der Liste, die dann weggefallen sind weil eben grad alle geschlafen haben.

Vorabplanung:
Mein Mann hatte sich ja vorab schon etwas lustig darüber gemacht, dass ich so viele Abende und Stunden recherchiert und alle möglichen Infos zusammen getragen habe. Im Nachhinein war ich aber echt froh drüber, denn so ging vor Ort nicht so viel Zeit für Recherche drauf und oftmals wäre das wegen schlechtem Internetempfang gar nicht so leicht möglich gewesen.
Gerade auf den langen Fahrstrecken war ich froh darüber, dass ich mir Notitzen gemacht hatte was alles interessantes auf der Strecke liegt wo man evtl. eine Pause machen kann.
Gerade in Regionen die einsam sind macht es einfach einen Unterschied, ob man 2 Stunden an einem Schotterparkplatz direkt an der Straße Mittagspause macht, weil alle Hunger haben oder ob man weiß das in 10 Meilen ein Ort mit einem Spielplatz kommt, wo die Kids rumtoben können.

Autositze:
Dieses Thema hat mich vorab auch viele Stunden gekostet. Am Ende haben wir uns dann entschieden uns 2 Evenflo Sonus von Walmart ans Flughafenhotel liefern zu lassen.
Den Shuttle vom Flughafen zum Hotel sind wir ohne Sitze gefahren ca. 10 Min. Das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Aber für die Shuttles in den Nationalparks hat man ja auch keine Kindersitze.
Auf der Walmartseite kann man vorab genau einsehen wie die Lieferzeiten sind und nach der Bestellung auch verfolgen wo die Sitze gerade sind. Bei der Bestellung musste ich erstmal bei meiner Bank die Zahlung autorisieren, da die bei Kreditkartenumsätzen im Onlineshop im Ausland erstmal die Zahlung blocken. Also vielleicht nicht auf den letzten drücker und am Wochenende bestellen wink
Beim Check- in im Hotel haben wir dann unsere Sitze auch direkt bekommen und konnten sie dann am nächsten Tag für den Transfer zu Road Bear nutzen. Hier haben wir auch nachgefragt und ohne Sitze hätten sie uns nicht mitgenommen.
Dann ware wir gespannt was wür für eine Sitzecke im Womo bekommen und wir hatten eine U Sitzecke mit 3 Gurten (einer vorwärts, einer Seitwärts und einer rückwärts), somit haben wir dann beide Sitze gegenüber angebracht. So konnten sich beide sehen und gut rausschauen und der kleine rückwärtsgerichtet fahren.
Auchd die Befestigung ging besser als gedacht. Ich hatte extra Spanngurte mitgenommen, aber die haben wir nicht gebraucht. Den Sitz für die Tochter haben wir zusätzlich mit Teather befestigt. Für den anderen gab es keinen Anker aber der hat auch so fest gehalten.
Klar sind die Sitze zuhause mit Isofix nochmal was anderes, aber im Vergleich zu den Mietsitzen die wir in Griechenland und Mallorca erhalten haben war die US Lösung echt super.

Gepäck:
Hier haben wir uns echt stark eingeschränkt und sind mit 2 Koffern und einem Packsack mit Kraxe und Handgepäck geflogen. Zusätzlich hatten wir noch einen Buggy und eine Manduca mit. In den Packsack hatten wir auch noch die Spannbetttücher und eine Picknickdecke gepackt. Wir haben 3 Mal unterwegs gewaschen und sind super mit unseren Klamotten ausgekommen. Auch für die Kids hatten wir nicht viel mit. Windeln, Feuttücher etc haben wir alles vor Ort gekauft und an Spielsachen haben wir auch nur die Lieblingsteile mitgenommen. Im Resteregal gab es noch Eimer und Schafeln und dann haben sie noch je einen Ball und Seifenblasen bei Wamart bekommen. Damit waren sie auch happy, gab ja jede Menge Steine, Zapfen etc auf den Campingplätzen.

Flüge:
Für uns war es nicht der erste Flug mit Kind aber so lange waren wir vorher nie unterwegs und haben uns schon Gedanken gemacht wie wir die 11h rumbekommen. Und es lief viel besser als gedacht, obwohl sie beim Hinflug nur sehr wenig geschlafen haben.
Klar ist man froh wenn man dann endlich da ist, aber lasst euch nicht vom Langstreckenflug abhalten. Haben wir vorher ganz viel im Bekanntenkrei gehört. Würden sie ja auch gerne machen aber der lange Flug geht auf gar keinen Fall...
Was echt super ist, sind die Reihen hinter der Wand wo die man auch die Babybetten einhängen kann. Unser Sohn war schon zu groß für das bei United (bis 9kg) aber dadurch hatten wir viel beinfreiheit und auch keine Vorderleute die durch getrampel am Sitz genervt worden wären. Wenn euch das Bettchen wichtig ist und ihr wegen Gewicht zum Reisezeitpunkt unsicher seid müsst ihr LH buchen, da geht das bis 14kg.

Jetlag:
Hier war ich sehr gespannt, wie lange wir brauchen würden. Hin ging das echt ruck zuck. Klar die erste Nacht im Hotel sind wir schon um 18 Uhr Ortszeit ins Bett und waren dann natürlich mitten in der Nacht wach. Aber so wir haben dann nochmal ein langes Vormittagsschläfchen gemacht (Transfer war erst um 12 Uhr) und die Kids dann nochmal ein Nickerchen am Nachmittag auf dem Weg zum ersten CG. Und die zweite Nacht war dann schon bis morgens um 6 Uhr und ab dann waren wir schon super drin. Zurück haben wir dann allerdings eine gute Woche gebraucht bis wir nicht mehr mitten in der Nacht alle wach waren.

Was wir beim nächsten Mal anders machen würden:
- Sachen bei Walmart vorbestellen, und zwar hatte ich vorab überlegt einen Hochstuhl für den kleinen zu kaufen damit wir entspannter essen können. Bei Walmart gab es online auch 70 verschiedene, sodass ich dann überlegt habe das ich auch erstmal abwarten kann, ob es vielleicht einen zufällig beim Resteregal gibt und wenn nicht einfach einen beim ersten Walmart Einkauf mitnehmen kann, dann weiß ich auch wie viel Platz im Womo ist.
Beim Resteragl gab es natürlich keinen und die Auswahl in den Wahlmarts ist auch sehr unterschiedlich groß. In den ersten beiden hatten sie gar keine Hochstühle. Erst nach einer Woche im dritten gab es dann einen. Es ging auch so aber mit Hochstuhl war es einfach entspannter. Beim nächsten Mal würde ich den in die erste Filiale liefern lassen. Dann haben sie den da und man muss ihn auch nicht nehmen falls man doch schon einen hat oder er zugroß fürs Womo ist (wir hatten eins mit Slideout da war es kein Problem).
- noch mehr separat losziehen. Am Anfang haben wir die Parks alle zusammen erkundet was mit Kraxe und Manduca auch ging. Am Ende haben wir es dann meist so gemacht, dass wir eine kürzere Tour mit den Kindern gemacht haben und dann der eine mit den Kindern am Womo gespielt hat und der andere alleine losziehen konnte. Oder morgens einer mit den Kindern länger geschlafen und dann gefrühstückt hat und der andere eine Sonnenaufgangstour gemacht hat. Für die Kids war es egal ob sie z.B. den Grand Canyon jetzt noch aus 3 anderen Blickwinkeln gesehen haben oder nicht. Und für uns war es auch schön mal alleine, flott und und ohne Pipipausen unterwegszusein.

Was wir wieder so machen würden:
-wir würden jederzeit wieder so eine Reise machen, wir hatten einfach eine tolle Zeit zu viert und wenn man die Route an die Kinder und ihre Bedürfnisse anpasst waren sie super tolle Reisebegleiter die alles total entspannt mitgemacht haben.
-vorab soviel Zeit in die Recherche stecken, hier nochmal ein großes Dankeschön an dieses Forum
- den Anfang der Reise langsam angehen, hier hatten wir sehr entspannt geplant und nur kurze Etappen. Das war auch super, da sich erstmal alles einspielen muss und wir so viel Zeit für die Kinder hatten.
- ersten Campingplatz nahe an der Vermietstation, wir waren ganz alleine zur Annahme an der Station und trotzdem dauert es einfach lange bis man endlich vom Hof kommt, wir sind nur bis Half Moon Bay gefahren und das war super so, auch der Anthony Chabot CG als letzter CG vor der Rückgabe war echt super. Beim Packen mit Kindern muss man einfach mehr Zeit einplanen.

So jetzt fällt mir spontan nichts mehr ein, wenn ihr noch Fragen habt. Gerne her damit.
Ansonsten wünsche ich allen die ihre Reise noch vor sich haben eine ganz tolle Zeit und allen die gerade erst am Anfang stehen und sich fragen, ob sie sich eine solche Reise mit Kleinkindern zutrauen sollen - macht es! Informiert euch, plant anders als bei euren Reisen als Paar, lasst lieber Sachen weg - dann habt ihr eine tolle Reise vor euch!

Und der Reisebericht mit Ablauf und Fotos kommt dann später.
Viele Grüße
Claudia

 

niggl
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Zuletzt online: vor 2 Wochen 2 Tage
Beigetreten: 04.11.2018 - 15:01
Beiträge: 61
RE: Erfahrungen und Tipps zu Reisen mit Kleinkindern

Super, haben gerde unsere 7 wöchige Reise mit unseren beiden 1jährigen Zwillingen beendet und bei uns war es im Prinzip genauso wie du schreibst!! smiley

Planung ist das A und O bei dieser Reisekonstellation. Und wenn Pläne nicht klappen, schön locker bleiben smiley

Grüße

Niggl

Matze
Bild von Matze
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Zuletzt online: vor 4 Stunden 37 Minuten
Beigetreten: 13.05.2014 - 18:58
Beiträge: 2765
RE: Erfahrungen und Tipps zu Reisen mit Kleinkindern

Moin Claudia 

auch wenn unsere Kinder mit Anfang 20 aus dem Gröbsten raus sind 🤪 habe ich deinen Beitrag mit Interesse gelesen. 

Eine gute Zusammenfassung aller relevanten Punkte und sicherlich eine Entscheidungshilfe für unschlüssige User.

 

Mein Mann hatte sich ja vorab schon etwas lustig darüber gemacht, dass ich so viele Abende und Stunden recherchiert und alle möglichen Infos zusammen getragen habe. Im Nachhinein war ich aber echt froh drüber........

hoffe dein Mann war Dir im Nachhinein auch dankbar 🙏 für die gute Vorbereitung.

Liebe Grüße

Matthias

 

"Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist."   Henry Ford

Manue
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Zuletzt online: vor 56 Minuten 31 Sekunden
Beigetreten: 25.10.2017 - 10:44
Beiträge: 45
RE: Erfahrungen und Tipps zu Reisen mit Kleinkindern

Hallo Claudia,

vielen Dank für die hilfreichen Informationen/Erfahrungen! 

Auch die Erfahrungen zum Jetlag finde ich interessant, denn dazu ließt man eigentlich nie groß was.

Grüße

Manuel

kaffee_kanne
Offline
Zuletzt online: vor 3 Wochen 6 Tage
Beigetreten: 04.11.2018 - 20:49
Beiträge: 65
RE: Erfahrungen und Tipps zu Reisen mit Kleinkindern

Hallo an alle,

freut mich wenn es dem ein oder anderen weiterhilft.

@Matthias: Ja mein Mann war natürlich auch sehr dankbar für die gute Vorbereitung und Ausarbeitung smiley Und da ich mich teilweise ne Stunde mit der Recherche befasst hab ob Stellplatz 77 oder 78 schöner ist, war so ne kleine Stichelei schon mal angebracht um zu Potte zu kommen wink

Jetzt mach ich erstmal bei den Campground Bewertungen weiter und dann widme ich mich den Bildern und dem Bericht.

Viele Grüße Claudia