Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

03_Haiku / Maui 12.-21.04.2019

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Kristina
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03_Haiku / Maui 12.-21.04.2019
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
12.04.2019
Gefahrene Meilen: 
0 Meilen
Fazit: 

Haiku / Maui  12. – 21.04.2019

Kahuluis Airport ist schon deutlich größer als Lihues. Es wuselt ganz schön und dauert auch eine Weile, bis unsere Koffer vom Gepäckband rumpeln – aber immerhin sind beide dabei!

Im zweiten Anlauf finden wir den Shuttlebus zum Autoverleiher – auch hier ist es Hertz.
Der Bus ist fast leer, der Schalter auch und kaum 5 Minuten später wissen wir, welches Auto es diesmal ist: Ein graumetallic Nissan Rogue mit sehr vielen Schmarren und Macken!
Sehr gut, da brauchen wir uns keine Gedanken zu machen, wenn wir mal einen Busch auf den engen Straßen streifen!
Jörg guckt sich den Wagen an, verstaut das Gepäck und ich mache Fotos von allen Lackschäden und kleinen Beulen!

Ich schreibe schnell noch eine SMS an Nicolas, wie verabredet und erhalte sofort eine Rückmeldung, dass er uns erwartet!

Noch auf dem Parkplatz aktivieren wir auch gleich das Navi, denn das Bali-Haus scheint schwer zu finden zu sein!

Trulla folgend kommen wir schnell auf den Hana Hwy Nr.36, der uns direkt zum Haus bringen soll. Ihre Anweisungen und die Informationen von Nicolas decken sich und schon nach ca. 13 Meilen finden wir die Abzweigung in die East Kuahia Street.
2 Meilen weiter auf der engen, verwinkelten Straße und mit sicherlich 400 Meter Höhenunterschied erreichen wir Haus Nr. 1090 und einen winkenden Mann davor!
Er weist uns auf das Grundstück und in die Parklücke ein.

Die Begrüßung ist nett und der in der Schweiz geborene Wahl-Mauianer führt uns herum.
Das Grundstück liegt sehr hügelig, sehr grün, sehr bewachsen mit Palmen und Tannen mitten drin.
Es gibt ein großes Haus tief unten im Tal bei einem kleinen Bach, der zurzeit allerdings braun-modderig ist, da es so viel geregnet hat.
Zusätzlich ein kleines Bürohüttchen und eine Hot-Pool-Ecke mit Dusche, ein flaches Apartment direkt an der Straße und………. Ja, und das Bali-Hut!!!

Es handelt sich um eine sehr kleine Hütte mit einer Grundfläche von ca. 3 mal 3 Metern, eine Seite nur mit Glasfenstern und 2 Türen mit Moskitogittern.
Die Möblierung besteht aus einem Queensize-Bett, einer Lampe, einer Kleiderstange, einem kleinen Sofa und einem Tischchen.
Wenn Jörg und ich mit unseren 4 Gepäckstücken darin sind, ist kein Platz mehr!

Die überdachte Outdoorküche und der Sitzplatz sind gerade ausreichend und funktional. Die Dusche ist offen – ohne Vorhang und hat einen tollen Blick auf den Dschungel!

Unsere Toilette ist ca.20 Meter entfernt separat und direkt daneben findet sich auch die Waschmaschine mit dem Trockner. Alles ist sauber und gut eingerichtet – aber eben extrem rustikal und klein!
Auf den Fotos und Videos sah es geräumiger und etwas luxuriöser aus!

Aber es ist egal, denn hier werden wir jetzt die nächsten 9 Tage bleiben und uns damit arrangieren. Das Appartement auf dem Plateau gefällt uns zwar besser, ist aber eh an eine junge Frau vermietet, die nie zu Hause ist. Außerdem lag dies pro Nacht mit über 300$ deutlich über unserer Schmerzgrenze – wir zahlen nur 80$!

Wir versuchen, etwas Ordnung in unser Chaos zu bekommen und wirklich schaffen wir etwas Platz! Nicht gebrauchte Sachen bleiben im Koffer, Klamotten auf die Bügel, Küchenkram und Schuhe nach draußen und schon wirkt es aufgeräumter. Die Kinder bekommen ein paar Fotos von unserer neuen Unterkunft und kennen sofort das richtige Wort dafür: GLAMPING! So sieht es aus!

Überhaupt ist dies auch ein hausgemachtes Problem: Unsere ursprünglich 1.Unterkunft in dieser Preisklasse in Anahola / Kauai war noch kleiner und spartanischer. Wegen der Stornierung sind wir ja praktisch aufgestiegen in das Condo in Lihue. Das war so nicht geplant!

Jetzt müssen wir erst einmal ans Einkaufen denken.
Wir trödeln die 15 Meilen wieder zurück nach Kahului zu Walmart – unsere 1.Wahl.
Die Strecke geht alternativ über den Hana Hwy. oder über Land und dann auf den Haleakala Hwy Nr. 37 runter in die Stadt. Wir werden das jeweils nach Lust und Laune entscheiden!

Leider entpuppt sich der Walmart schon wieder als Neighbourhood Market ohne große Lebensmittelabteilung. Wir bekommen zwar das Notwendigste für heute Abend und zum Frühstück morgen, aber mehr auch nicht! Gut, da müssen wir noch einmal umdenken!

Nicolas hatte uns den Manafoods Laden in Paia empfohlen, aber den werden wir uns erst morgen ansehen. Im Vorbeifahren haben wir gesehen, wie überlaufen der Ort ist – da wird das Parken ein Problem!

Für heute Abend reichen die Fleischstücke aus der Warmhaltetheke und Sushi! Zusammen mit einem Glas Wein ist das ein gelungener Abschluss!

DATUM :                           Samstag, 13.04.2019

WETTER:                          Am Haus in den Bergen immer wieder heftige Tropengüsse, dazwischen und        auch dabei Sonne und warm 23°C

Warum muss ich ausgerechnet dann nachts auf die Toilette, wenn diese draußen ist und es gerade regnet?
Egal, mit Taschenlampe bewaffnet trabe ich ums Hauseck herum durch feinen Regen auf die Toilette und zurück. Dann bin ich erst einmal wach und mir fällt in der Ruhe auf, dass wir hier noch kein einziges Kikerikiiii gehört haben!
Nicolas hatte die Frage nach den Hühnern hier mit einem lapidaren „Luftgewehr!“ beantwortet! Auch gut und uns soll es Recht sein!

Ich schlafe noch einmal ein und nach dem entspannten Frühstück mit gewohnter Ausstattung machen wir uns auf den Weg zur Shoppingtour nach Kahului.

Es steht der Safeway, Target und Ross auf dem Plan, denn ich bräuchte für abends und morgens im Wind hier auf dem Berg eine leichte, dünne Hose. Damit hatten wir nicht gerechnet, denn ein entspanntes Schlafen ohne Schwitzen oder laute Klimaanlage heißt auch zwingend: Es ist frisch hier oben!

Als wir den Wagen beladen werde ich plötzlich unruhig – es ist wie in Neuseeland nur so ein komisches, sehr beunruhigendes Gefühl. Ich schaue Jörg an und er fragt: Was ist?  Ich bin sehr irritiert – hat er das nicht gemerkt?
Die Luft und die Erde waren plötzlich ganz anders? Warum passiert nicht mehr? Vögel müssten auffliegen? Autos hupen? Alarmanlagen angehen? Nichts passiert? Als wir zu Hause ankommen werde ich in den Nachrichten hören, dass es auf Big Island bei Hilo ein Erdbeben der Stufe 5.1 der Richter Skala gegeben hat – ich denke wieder an Neuseeland.

Wir legen eine Pause am Stadtstrand von Kahului, dem Kanaha Beach Park an.
Hier ist das Wasser sanft und flach an einem Sandstrand und wir können eine Weile herumsitzen. Zwischendurch überkommt uns der Hunger und wir entscheiden uns für eine Pizza bei Dominos direkt bei Target. Sehr lecker, nach unseren Wünschen modifiziert und gar nicht mal so teuer mit 27$.

Auf dem Rückweg schauen wir noch einmal bei Manafood in Paia vorbei – aber auch diesmal gibt es keinen Parkplatz! Jörg bleibt daher im Auto, während ich mich umschaue und anschließend Bericht erstatte.

Zurück am Haus kochen wir uns einen Kaffee und essen Donuts – 6 Stück für 4,79$ während wir für die gewünschten 5 Stück 5 $ bezahlt hätten. Also haben wir jetzt noch einen über!

Da es noch so früh ist, wollen wir noch einmal aufbrechen und zum Maui Raceway fahren.
Hier soll es am nächsten Wochenende ein Rennen geben – was genau, wissen wir allerdings nicht! Das Internet ist schneckig langsam und macht nicht wirklich Spaß.
Egal wir fahren erst einmal gucken – STOPP: wir würden losfahren, wenn das Tor aufgehen würde! Weder die Fernbedienung noch der manuelle Code funktionieren.
Wir probieren und probieren – nichts geht! Am Ende schicke ich Nicolas eine SMS und er reagiert auch prompt!
Sein Vorschlag, das Tor auszuhaken ist aber genau der, den Jörg bereits umgesetzt hat und somit fahren wir entspannt los – soll er sich darum kümmern, wenn er nach Hause kommt!

Wir trödeln bis zur Rennstrecke und finden eine Dragsterstrecke vor, auf der am nächsten Samstag ein NHRA Rennen stattfinden wird. Mal schauen, ob wir es uns vor Ort ansehen werden.
Auf dem Rückweg kommen wir am Alexander & Baldwin Sugar Museum vorbei. Leider hat es schon geschlossen, aber es steht definitiv auf unserer Liste!

Unser nächster Versuch, den Manafood Laden zu besuchen sieht besser aus. Wir bekommen auf dem öffentlichen Parkplatz einen Platz für unser Auto und können uns den ganzen Ort ansehen. Es wirkt auf der einen Seite sehr teuer, aber auch alternativ und hip.
Trotzdem fehlen auch hier nicht die total heruntergekommenen Obdachlosen, die irgendwo draußen schlafen.
Eine Frau fällt uns besonders auf: Barfuß mit einer Wolldecke umgehängt steht sie an der Kreuzung und hat ein Kuscheltier im Arm! Etwas irritierend!

Wir schauen uns die Läden an und wundern uns über die Preise.
Einige Shops sind sehr schick und extrem teuer – eine Leinenbluse ohne besonderen Schnitt für 220$? Nein, vielen Dank!
Der Manafood Laden ist sehr ökomäßig! Die fertigen Gerichte sind vegan, es gibt viel Tofu und Ziegenmilchprodukte, aber auch einige normale Lebensmittel! Zur Not kommen wir hiermit aus!

Zu Hause angekommen steht das Tor offen und ist offensichtlich defekt. Nicolas erzählt, es habe einen Stromausfall gegeben und daher klappte auch das Internet nicht.
Er schimpft über die Amerikaner, die Arbeitsmoral, die Verlässlichkeit und Pünktlichkeit!
Warum er als Schweizer wohl von 27 Jahren dann ausgerechnet hierhin ausgewandert ist? Keine Ahnung!

Wir genießen noch unser Eis, das mittlerweile aber eher eine Konsistenz angenommen hat, die Jörg mag: Halb weich und angetaut! Der Kühlschrank schafft nicht mehr!

War es heute unten im Ort noch sonnig und warm, regnet es hier oben immer wieder – doofes Mikroklima in den Bergen!

 

 

DATUM :                           Sonntag, 14.04.2019

WETTER:                          Am Strand frisch, einige Wolken und viel Wind – in den Bergen immer wieder Regengüsse mit und ohne Sonnenschein

Heute Morgen wollen wir an den Strand- es ist Sonntag und wir hoffen auf viele Surfer und Windsurfer an diesem bei Mauianern sehr beliebten Hookipa Beach Park.

Wir sind eigentlich früh dran – es ist halb 9 Uhr als wir dort ankommen und es sind schon fast alle Parkplätze besetzt.
Wir stellen das Auto am unteren Teil des Parks ab – hier können wir direkt am Sandstrand stehen und unser Auto wieder als Sitzgelegenheit nutzen.

Zuerst machen wir einen Spaziergang den ganzen Strand entlang und gucken den Surfern zu, die im östlichen Teil der Bucht in den Wellen sind.

Am Vormittag brauchen wir eine Pause und gehen noch einmal den ganzen Strand entlang.
Am Ende sammeln sich die Surfer – ein besonderer Menschenschlag – und dahinter sehen wir eine Gruppe von Touristen auf einen Strand hin fotografieren. Wir stellen uns dazu und sehen 14 große grüne Meeresschildkröten am Strand liegen.
Einige krauchen Richtung Meer, andere kommen aus den Wellen und ziehen sich mühsam durch den tiefen Sand. Sie sind richtig groß und sehr entspannt.
Zu ihrem Schutz ist auch ein langes Seil quer über den Strand gespannt – sonst würden wohl ein paar Idioten auch die Schildkröten stören.

Wir machen ein paar Fotos und filmen, dann steigen wir noch auf den Aussichtspunkt und gucken von obenauf die Klippen.
Hier finden wir wieder eine Parallele zu Neuseeland: Direkt vor der Brandung stehen 5 japanische Paare und fotografieren sich wie wild in den schönsten Posen: Sie wedelt mit Tüchern und springt vor der Gischt in die Höhe und er nimmt geradezu militärische Körperhaltung ein – genau wie in Neuseeland auf der Nordinsel bei Auckland! 

Den Rest des Vormittags und Mittags verbringen wir hier im Schatten eines Baumes und genießen den Ausblick auf Surfer, Windsurfer, Schnorchler, Schwimmer und Harpunisten – das es so etwas überhaupt gibt!
Es ist relaxt und im Wind bei Sonnenschein gut auszuhalten. Baden will bei der Strömung allerdings niemand von uns!

Am Nachmittag machen wir noch einen kleinen Abstecher zum Alexander & Baldwin Museum. Wir zahlen unseren Obolus für Seniors über 60 und Erwachsene und gucken uns die Geschichte der Zuckerrohrmühle, die erst 2016 geschlossen wurde an.
Was für eine harte Arbeit von der Ernte bis zur Verarbeitung! Heiß, anstrengend, mit Dampf und Hitze in der Fabrik!  Ein Albtraum. Das Museum ist allerdings etwas enttäuschend klein!

Anschließend fahren wir im Sonnenschein zurück nach Hause und hier regnet es wieder in Schauern.
Wir haben noch keinen trockenen  Abend gehabt und nach der Dusche und dem Grillen sitzen wir wieder zwischen Regenschauern unter dem überdachten Essbereich.

Hier wollen die Wege zur Toilette oder der Waschmaschine gut zwischen den Regenschauern getimed werden! 

 

 

 

DATUM :                           Montag, 15.04.2019

WETTER:                          Sonne, heiß, wenig Wind

Für heute läuft ein Doppelprogramm. Zuerst wollen wir in den Süden (nach Kihei und Wailea) und ganz an die Südspitze zu den Lavafeldern und an die La Perousse Bay.

Da es keine anderen Straßenverbindungen gibt, müssen wir zunächst in den Norden bis fast nach Kahului, um dann auf der 311 in Richtung Süden.
Es geht vorbei am Zuckermuseum und der Rennstrecke bis zum Abzweigung auf die 31.
Diese führt bis weit in den Süden an all den superteuren Hotel- und Golfanlagen vorbei. Die Straßen sind extrem gepflegt und die Blumenrabatten schön bunt.

Aus der 4-spurigen Straße wird eine 2-spurige und dann eine sehr schmale Straße, an der sich entgegenkommende Autos aneinander vorbeischlängeln müssen.
Im letzten großen Lavaflowfeld von 1790 machen wir ein paar Fotos – hier sieht es aus, als sei der Ausbruch gerade erst 2 Monate her. Alles ist grau-braun krümelig, sehr scharfkantig und bedeckt eine riesengroße Fläche.

Weiter geht es auf einer Gravelroad. Erstaunlich, wie viele Cabrios sich auf dieser Strecke trauen! Unser Auto ist ja wenigstens hochbeinig genug und die Reifen einigermaßen grobstollig – aber die?

An der Bay soll man gut schnorcheln können und wirklich sind ein paar Schnorchler im Wasser und einige Boote liegen vor Anker! Der Einstieg ist extrem hart über Lavagestein und dazu haben wir keine Lust. Das Warnschild über eine Hai-Sichtung macht die Sache nicht besser.

Bei gut über 30 °C machen wir uns lieber auf den Rückweg zum Auto.

Eigentlich wollen wir uns ja auch noch die Strände ansehen und steuern den Oneloa Beach an, auch Big Beach genannt. Wir gehen ein wenig an der Wasserkante spazieren und steuern dann den nächsten Strand an: Maluaka Beach. Hier finden wir nicht einmal einen Parkplatz, weil dieser Strand mitten in einer Condo-Siedlung liegt.

Nr. 3 ist Makena Landing Beach Park. Sehr saubere Anlagen, kaum Parkplätze und eine kleine Bucht, die bei Flut vermutlich keinen Strand mehr hat! Aber es scheint ein guter Schnorchelplatz zu sein. Alle weiteren Strände in Richtung Norden lassen sich nur über kleine Wege zwischen den Anlagen erreichen – ohne Parkplätze!
Nein, das gefällt uns nicht! Hier kommen wir nicht mehr her, da sind die Strände im Norden bei uns besser.

Nach dem Essen fahren wir heute Abend auf den Haleakala Krater fahren, um den Sonnenuntergang zu beobachten.

Als wir losfahren, hängt der Berg zwar in den Wolken, aber das wird uns nicht davon abhalten!

Es sind nur 31 Meilen bis zum Nationalparkeingang, aber es zieht sich extrem in die Länge. Serpentinen über Serpentinen in steilen Anstiegen und die Aussicht über Kahului wird immer besser. Kurzfristig fahren wir durch die Wolken und dann geht es weiter in klarem Sonnenschein unter stahlblauem Himmel.

Immer weiter geht es nach oben und endlich sind wir auf über 10 000 Fuß und parken unser Auto mit einem spektakulären Ausblick gleich nach 2 Seiten: In den Vulkan mit seinem großen Kessel in einem Farbspektrum vom hellgrau bis dunkelrot.
Kein bisschen Grün auf dieser Höhe – alles staubig und felsig. Dazu weht eine steife Brise und dies alles bei Temperaturen von unter 10°C – es ist saukalt!
Nur ein paar Touristen asiatischer Herkunft hüpfen weiterhin mit Hemdchen und Shorts durch die Gegend, die sind auch mit offenem Cabrio hier hochgefahren!

Wir krabbeln auf den Aussichtspunkt und merken die Höhe doch sehr – es ist einfach nicht genug Luft da!
Der Blick ist unglaublich – über den Kraterabbruch kann man bis in das flache Tal und zur Küste gucken. Eine dicke Wolkenschicht liegt über dem Meer, der Rest ist frei. Die kleinen Vulkankegel im Krater zeigen die „schlafende“ Aktivität an, denn der Vulkan gilt nicht als erloschen!

Wir schauen uns entspannt um und warten auf den Sonnenuntergang und werden nicht enttäuscht! Dieses Bild lässt sich nicht beschreiben und selbst Fotos und Filme können das Gefühl nicht bescheiben.
Die Alternative „Sonnenaufgang“ haben wir schon von zu Hause gecancelt! Da müssten wir um halb sechs Uhr morgens oben sein und bei fast 2 Stunden Anfahrt durch die Dunkelheit also spätestens um halb vier hier losfahren – und da waren wir dann raus! Es ist Urlaub!
Zusätzlich hätten wir bereits von zu Hause ein Permit beantragen und bezahlen müssen, damit wir überhaupt auf den Berg dürfen und was ist, wenn es dann regnet????? Nein, danke!

Eine rechtzeitige Ankunft am Nachmittag hat uns den Aufwand erspart.

Nun haben wir auch alles gesehen und so cruisen wir gemächlich den Berg wieder runter und freuen uns bei einem Glas Wein über die Ruhe hier im Dschungel!

DATUM :                           Dienstag, 16.04.2019

WETTER:                          Alles: Sonne, Regen, 19  bis 32 °C

Wir starten wieder früh – heute geht es rund um West Maui!

Der erste Teil der Fahrt geht durch Kahului durch über den Ost- und Nordteil der Insel.
Die Straßen werden immer schmaler, steiler, enger begrenzt durch Abhänge und Felsen, immer ohne Leitplanke, oft nur einspurig, die Brücken sind noch enger und erfordern oft ein Rangieren.
Zum Glück sind wir fast alleine unterwegs und uns kommt nur einmal einer entgegen, dem wir rückwärtsfahrend ausweichen müssen.

Es gibt auf der Strecke ein paar Aussichtspunkte, die man anfahren „muss“!

An den  Olivine Pools stehen große Warnschilder über die Gefahr des Abstürzens – hier sind schon mehrere Kletterer beim Versuch, die Pools zu erreichen abgestürzt.
Wir gehen vorsichtig bis zur Kante und gucken. Ich kann mir vorstellen, dass es bei Regen hier sehr glatt wird und ein Sturz schnell passiert.

So fängt es passend dazu auch gerade jetzt an zu regnen – leicht und fieselig, aber unsere Regenjacken ziehen wir trotzdem über.
Der Ausblick ist wunderschön auf Badepools an der Steilküste, die bei Flut immer wieder überschwemmt werden. Bei Sonnenschein sicherlich noch viel schöner und verlockender – aber uns reicht es auch so.

An der Straße sind hin und wieder kleine Siedlungen, die dicht an der Straße ihre Häuser haben.
Zum Teil haben sie kleine Verkaufsstände für Obst, Kaffee, T-Shirts oder Kunstgewerbe. Da es aber noch so früh am Tag ist, gibt es jetzt noch nichts.

Unser nächster Stopp am Nakalele Blowhole steigert die Stimmung noch: Hier ist ein Grabplatte angebracht, auf der steht: „Hier verloren wir unseren Sohn…….. er wurde am Blowhole eingesogen und seine Leiche nie gefunden……..“
Wir gehen ein Stück weiter und können die beiden Löcher sehen, bei denen in regelmäßigen Abständen Wasser durch die Wellen nach oben gepresst und mit einem Fauchen und einer feinen Gischtwolke oben heraussprüht.
Es sieht toll aus und uns reicht der Blick von oben. Diese Wanderungen auf dem harten, rauen Lavagestein reizen uns nicht wirklich!

Wir fahren die Küstenstraße weiter, die Sonne kommt heraus und es wird sehr heiß.
Jetzt sind wir wieder in dichter bewohntem Gebiet. Diese Gegend ist der zweite Schwerpunkt des Tourismus auf Maui.
Ab Napili im Norden bis Lahaina im Süden der Westküste reiht sich eine Hotelanlage, Golfplatz und Ferienhausanlage an die Nächste.
Die Badestrände sind bekannt zum Schnorcheln, aber als wir uns so einen ansehen müssen wir feststellen, dass es keine Sandstrände, sondern Klippen mit großen Steinen sind, über die man klettern muss!
Unsere Lust zu Schnorcheln geht gegen Null – außerdem kennen wir mit den Malediven die besten Gebiete der Welt – da kann Hawaii nicht mithalten!

Wir gucken uns in Kaˋanapali im Foodland um und entscheiden uns für ein kleines Mittagessen – so spät ist es schon. Zum Nachtisch gibt es Mochi – Eis in verschiedenen Geschmacksrichtungen in einer pastellfarbenen Reisteighülle.
Schnell stellen wir fest: Das ist nicht unseres! Das Eis ist lecker, aber die Hülle ist zäh und wir verzichten auf den Genuss! Das Eis wird herausgequetscht, die Hülle entsorgt! Sieht nett aus – mehr aber auch nicht!

Irgendwann kommen wir dann in Lahaina an – dem Hauptort der Westküste, von der unser Reiseführer behauptet „Wer nicht in Lahaina gewesen ist, hat Maui nicht gesehen!“
Also sind wir jetzt hier.

Der Ort hat eine echte Geschichte mit Missionaren, Walfängern und Ur-Hawaiibewohnern.
Die Hauptstraße besteht aus kleinen älteren Häusern mit Veranden – große Hotelbauten findet man hier nicht.
Laut Plan gibt es einen öffentlichen Parkplatz an der Prison St und genau auf dem können wir uns auch hinstellen – er ist sehr voll und hat eine Maximalparkdauer von 3 Stunden. Wie die das hier kontrollieren entzieht sich meiner Kenntnis!

Im Zentrum befindet sich der größte Banyantree, den ich je gesehen habe.
Er füllt den gesamten Marktplatz mit seinem zentralen Stamm und den ausladenden Ästen, die durch Luftwurzeln gestützt werden.
Insgesamt überdacht er wohl im Durchmesser ca. 60 Meter. In seinem Schatten ist die Luft angenehm kühl und es weht ein leichter Wind vom Hafen her – waren es an der Nordseite noch frische 24°C bei Nieselregen, so sind es jetzt hier über 30°C.
Durch das altehrwürdige Gerichtshaus, in dem sich jetzt ein Museum befindet gehen wir zum Hafen. Hier reiht sich ein „Walbeobachtung-/Schnorchel-/Tauch-/Segel-/Abenteuer-/Glasbodenboot-/Unterwasserboots-Tour-Anbieter“ neben dem nächsten auf. Das Hafenbecken ist voll mit den entsprechenden Booten. Nichts für uns.

Am Hafenbecken entlang fällt uns eine lange Schlange auf. Hier stehen vorwiegend ältere Leute an und werden – nach Erreichen des letzten Drittels mit Getränken versorgt.
Dann geht es weiter zu einem Pavillon, in dem sie verschwinden.
Da wir uns diese Prozedur nicht erklären können, fragen wir bei einem uniformierten Hafenmitarbeiter nach.
Er klärt uns auf, dass diese Leute vom Kreuzfahrtschiff „Princess of the Sea“ kommen, das draußen auf Reede liegt.
Sie werden morgens um 9 Uhr zum Ausflug an Land gebracht und müssen spätestens um 17 Uhr wieder an Bord sein. Daher wird die Schlange gegen 16 Uhr so lang, dass sie bis zum Ende des Hafenbeckens reicht.
Haben sie dann endlich den Pavillon erreicht, so wird ihre Chipkarte eingelesen und das darauf gespeicherte Foto verglichen.
Erst dann dürfen sie mit einem Tenderboot wieder auf das Kreuzfahrtschiff.
Dieses liegt weit draußen und ist ein riesiges, bestimmt 12 Deck hohes Monster – ein Hochhaus auf dem Wasser mit über 4000 Passagieren plus Personal. Ein Albtraum!

Wo diese ganzen Leute sind, merken wir, als wir an der Hauptstraße entlangschlendern.
Hunderte von meist ältlichen, nicht immer fitten Leutchen shoppen von einem Andenkenladen in den nächsten.
Unschwer zu erkennen, wer vom Kreuzfahrtschiff kommt und wer nicht: Auf der Brust klebt ein rundes Nummernschildchen, dass einem jeden ein bestimmtes Transferboot zuordnet. Das hilft beim Sortieren!
Unvorstellbar, wie diese Anzahl an Kreuzfahrtschifflern verteilt wird auf Reisebusse, die zu den einzelnen Ausflügen verteilt werden.

Für Individualreisende ist so ein Auflauf an Gruppenreisenden immer ein Ärgernis!

Wir brechen dann irgendwann auf und setzen unsere Fahrt fort. Jetzt ist die Straße deutlich breiter und es geht schnell voran.
Wir erreichen die Südküste  und fahren am Strand entlang – hier gibt es sehr lange Beach Parks direkt an der Straße und mit viel Verkehrslärm.
Aber auch hier sehen wir viele behelfsmäßige Behausungen von Obdachlosen, z.T. in Autos, oder auch nur unter Planen. Generell gibt wohl hier ein ähnlich großes Problem wie auf allen anderen Inseln Hawaiis auch, aber es fällt nicht so auf!

Wir kommen nach  Kahului und versuchen heute mal einen Einkauf bei Manafoods in Paia. Erstaunlicherweise finden wir sogar einen Parkplatz direkt gegenüber – das grenzt an ein Wunder in dieser überlaufenen Ortschaft.

Heute Abend wird gegrillt und ich entscheide mich schnell für 2 Wagyu-Tenderloins, Jörg nimmt 4 Biologisch-dynamische Schweinewürstchen ohne Gentechnik, Antibiotika und nur von glücklichen Schweinen. An der Kasse kommt dann der Schock: So teure Würstchen haben wir noch nie gekauft! Hauptsache, sie schmecken- wehe nicht!

Zuhause angekommen – regnet es! Was für ein Wunder! Von 4 Abenden haben wir jetzt 4 Abende im Regen verbracht!

Zuerst wird die Wäsche gewaschen und die Handtücher getrocknet – dann gibt es Abendbrot!

Das Fleisch ist sehr lecker, auch wenn mir die Knoblauchbutter fehlt. Die Wurst schmeckt gut, aber nicht so überragend, dass es den Preis rechtfertigen würde!

Den Abend verbringen wir wie immer – sitzen, erzählen, Tagebuch schreiben, Weintrinken, in den Himmel gucken…..

 DATUM :                          Mittwoch, 17.04.2019

WETTER:                          Sonne, Passatwinde, am Strand angenehm, in Kahului 32°C, kein Regen

Da haben wir ja gestern Abend noch so daher geredet, dass es hier immer nur regnet und dann wachen wir heute Morgen auf bei blauem Himmel und Sonnenschein!

Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen und fahren an den Strand in den Hookipa Beach Park – mehr ist für heute nicht geplant!
Nach dem anstrengenden Tag gestern haben wir uns einen Badetag verdient.

Ankommen tun wir um 8 Uhr und das ist schon richtig etwas los! Wellensurfer auf beiden Seiten des Beaches und wir liegen im Schatten der Bäume direkt am Auto und gucken ihnen zu!

Gegen Mittag frischt der Wind weiter auf und zusätzlich kommen die Windsurfer.
Ganz automatisch machen die Wellensurfer den Windsurfern Platz auf der linken Seite und sortieren sich rechts ein.

An der Seite liegen auch heute wieder die Grünen Schildkröten – 13 große an diesem kleinen Strandstück – das ist schon irre!

Etwas später gehe ich am Strand entlang in Richtung Westen und sehe dort am Ende etwas liegen – eine Mönchsrobbe! Sie ist sehr groß, dick, hellbraun und schläft.
Es ist bereits eine freiwillige „Mönchsrobbenwache“ vor Ort und steckt das Gebiet in einem Abstand von ca. 5 Metern ringsherum ab. Dort darf sich niemand aufhalten, damit die Robbe nicht gestört wird!

Jetzt haben wir schon die beiden seltensten Tierarten dieser Insel an einem / unserem Strand gesehen – einfach toll!

Den Rest des Tages verbringen wir mit einem gemütlichen Abendessen bei Lachs vom Grill! Wir sehen in der Ferne den Sonnenuntergang und anschließend bei klarem Himmel einen wundervollen Sternenhimmel!

Dieses Haus in den Bergen mag sehr eng sein, aber die Nächte sind entspannt und angenehm kühl, die Ruhe ist unbeschreiblich, der Service funktioniert!

DATUM :                           Donnerstag, 18.04.2019

WETTER:                          Morgens trocken, auf unserer Tour gibt es ein paar Tropenschauer, sonst Sonnenschein und sehr heiß

Es ist noch fast dunkel, als wir aufstehen – allerdings war es die ganze Nacht nur „fast“ dunkel, denn wir haben Vollmond und das heißt: Der Weg zur Toilette kann nachts ohne Taschenlampe bewältigt werden!

Unser Frühstück findet normal statt – business as usual – und schon gegen 6 Uhr sind wir satt und frisch geduscht auf dem Weg nach Hana. Korrekterweise: „Road to Hana“.

Noch sind die Straßen leer und nur vereinzelt kommt uns ein Auto entgegen.

Kaum verlassen wir das dichter bewohnte Gebiet um Haiku herum tauchen wir ein in den Dschungel. Die Straßen sind eng, dicht bewachsen und überwachsen, sehr kurvig und oft geht es einspurig über Brücken, oder auch mal ein normales Stück Straße.
Im Ernstfall muss dann ein Auto rückwärts bis zur letzten Ausweichbucht. Doch wir haben Glück: Bei so wenig Verkehr passiert es uns hier nicht!

Unser 1. Anlaufpunkt ist „Twin Falls“ – leider ist dieser auf einem Privatgrundstück liegende Wasserfall noch nicht geöffnet. Andererseits macht dies auch nichts, denn es kommen noch sehr viel mehr auf der Strecke.
Also fahren wir weiter am Keana Arboretum vorbei zum Wailua Valley State Wayside.

Hier schreibt der Reise-Know-How Führer so aus dem Leben gegriffen: „Warum direkt neben der extrem steilen und schwer zu erklimmenden Treppe ausgerechnet ein Behindertenparkplatz ausgeschrieben ist entzieht sich meiner Kenntnis“ -und genau so finden wir es vor!
Nur ein einziger Parkplatz mit Einstiegsbereich ist blau markiert und liegt genau an der Treppe!
Diese ist so steil und schlecht befestigt, dass es selbst für mich eine mühsame Kraxelei wird. Erschwerend kommt hinzu, dass ausgerechnet jetzt die Regenwalddusche angeht und Jörg mir schnell die Regenjacke vorbeibringt.
Ich bin jetzt schon total nass, aber die Fototasche bleibt trocken!

Allerdings lohnt sich das Warten wirklich – in einer kurzen Regenpause kann ich schöne Fotos von der Steilküste machen!

Mittlerweile sind wir schon bei MM 19 angekommen und fahren immer weiter auf dieser extrem kurvigen Straße. 

Am Straßenrand  erwacht langsam das Leben und die Anwohner bauen ihre Stände mit Obst, Kaffee, Souvenirs und ähnlichem auf.

Die Gemeinden hier bestehen fast nur noch aus zugewanderten Mainland-Hippies, die sich hier ein entspanntes Leben einrichten wollen.

Langsam kommen wir mehr in den Süden und bei MM 32 erreichen wir den Waianapanapa-S.P. , hier gibt es sogar einen Zeltplatz für kleine Zelte mit anspruchslosen Zeltern: Kalte Duschen draußen, 1 Wassertoilette, kein Strom, kein Trinkwasser, kein Licht, dafür ein superschöner Ausblick über den Black Beach, die Lava Caves  und -Bridges.

Hier gibt es keine Lichtverschmutzung und das Sternegucken muss sehr schön sein. Erstaunlicherweise gibt es auch Stellplätze für kleine Wohnmobile – maximal VW-Bus-Größe. Allerdings haben auch diese keine Anschlüsse für Strom oder Wasser!

Wir fahren weiter bis MM34 nach Hana, diesem etwas verschlafenen Ort am Ende von Maui.
Wer hier wohnt, muss zunächst einmal 50 Meilen fahren, um nach Paia zum nächsten Ort zu kommen.

Es gibt zwar hier einen Generalstore namens Hasegawa und sogar eine Tankstelle – allerdings haben die nicht immer alles, wenig Frisches, manchmal gar nichts und oft haben sich auch geschlossen – wie heute!

Das nächste Ziel sind die Oheo-Gulch und Seven Sacred Pools an der Südspitze.
Bis dahin wird die Straße immer enger und -vor allen Dingen- immer schlechter!

Erstaunlicherweise sind auch hier noch Camaros und Mustangs unterwegs – das muss schon eine Tortur sein in diesen Schüsseln!

Auf der Strecke zwischen MM 34 und MM 50 von Hwy 360  und  - wieder rückwärts zählend  von MM 50 und 42 von Hwy.330 wird der Straßenzustand immer schlechter. Aber auch hier wohnen noch Menschen am Ende der Welt.

Langsam müssen wir daran zweifeln, ob wir hier weiterfahren können.

Aber zunächst einmal fahren zum Parkplatz am Oheo Gulch und stellen fest, wie viel mehr PKW hier hier stehen können – heute Vormittag ist der Platz nur zu einem Bruchteil gefüllt.

Da dieser Bereich zu den Haleakala N.P. gehört, muss natürlich auch Eintritt bezahlt werden.
Zum Glück habe ich vorher gelesen, dass der Eintritt zum Krater für 3 Tage gültig ist und auch hier unten  genutzt werden kann.
So reichen wir nur die Quittung in das kleine Fenster vom Tollbooth und schon dürfen wir weiterfahren, ohne noch einmal 25$ für ein Auto bezahlen zu müssen.

Hier geht es auf einen kleinen Trail, der uns zuerst an einen Aussichtspunkt bringt, von dem man das Meer und die vielen Pools sehen kann und dann zu dem Wasserfall, über den eine kleine malerische Brücke führt – die allerdings nicht so klein ist, dass wir nicht vorhin darübergefahren sind.
Zum Glück scheint die Sonne und ich kann viele tolle Fotos machen.

Als wir weiterfahren frage ich noch einmal nach dem Straßenzustand des Hwy. 31, der uns weiter in Richtung Westen führt. Eigentlich ist diese Strecke für Mietwagen gesperrt und eh nur für 4 WD offen.
Der Ranger beruhigt uns aber und erklärt „Itˋs possible and there are no closures!“ OK – dann versuchen wir es mal!

Die Straße bleibt eng und der Belag wird zunehmend löcheriger.

Einige der tieferen Löcher sind kürzlich gestopft worden, andere nicht! Auch hier wohnen noch Menschen, wie man an den Briefkästen ersehen kann! Jörg kurbelt uns an den letzten Häusern vorbei und dann wird es immer schlimmer: Mehr Löcher und Buckel, die Straße wird enger, kurviger, schotteriger, oft einspurig oder über einspurige Brücken.
Links geht die Steilküste mit gerader Wand nach unten, rechts geht sie ebenso steil nach oben. Immer wieder wird vor „Falling Rocks“ gewarnt und an einer Serpentinenkurve sehen wir unten im Tal ein Autowrack liegen, welches noch deutlich frischer aussieht als all die ausgeplünderten Autos an den Hwys hier am Maui!
Der Asphalt verabschiedet sich vollständig und wir hoppeln über eine Gravelpiste den Berg hinauf. Gelegentlich kommt uns ein Auto entgegen – einmal sogar mit weit aus dem Fenster gehaltenen Selfiestick – geht`s noch?

Immer abwechselnd geht es rauf und runter, über engste Brücken, und die Aussage „keine 4 Meilen lang“ wage ich zu bezweifeln.

Zwischendurch keimt Hoffnung in Form einer Asphaltdecke auf – die wird dann jäh wieder zerschlagen und der Schotter knallt wieder unter unseren Reifen!  Wir werden ordentlich durchgeschüttelt!

Endlich!!!! Am Horizont erscheint ein schwarzer Teerbelag mit einem frischen, gelben Mittelstreifen! Wir haben es geschafft!

Von MM 39 bis MM 32 sind allerdings keine 4, sondern 7 Meilen dieser echt anstrengenden Strecke. Aber wer will sagen, wo hier schlechter Asphaltbelag in Schotter übergeht?

Wir sind froh, dass wir uns die Road-to-Hana im Gegenverkehr erspart haben und cruisen jetzt zurück in Richtung Norden. Ab jetzt sind wir auch auf der 37, dem Kula-Hwy. unterwegs Richtung Kahului/Meer.

Einen Zwischenstopp gibt es noch: Das Queen Kaahumanu Center entpuppt sich als nette Mall, die nicht ganz so ausgestorben wirkt! Aber mehr als ein Bummel hier gibt es nicht – wir sind beide ziemlich erschlagen und brauchen eine Dusche!

Wir beenden diesen langen Tag mit Wäschewaschen, Akkus aufladen, Duschen, Grillen und ein Glas Wein – oder zwei im Vollmond unserer Glampingunterkunft!

DATUM :                           Karfreitag, 19.04.2019

WETTER:                          Sonne, warm bis sehr heiß, sehr windig

Auch heute Morgen starten wir früh.. Schon um 7 Uhr sind wir auf dem Weg zum Iao-Valley. Es ist kaum Berufsverkehr – heute ist Karfreitag, das merkt man auch hier! Die Fahrt ist schnell hinter uns gebracht, denn es sind keine 20 Meilen von zu Hause.

Das Tal wird immer enger und grüner, vor uns ist eine dichte Wolkenwand. An der Einfahrt zu diesem National-Monument sitzt eine kleine, extrem unmotivierte junge Frau, bei der wir unsere 5 Dollar bezahlen.

Auf dem Parkplatz sind ca. 10 Autos – schon viel für diese Uhrzeit! Aber Platz ist sicherlich für 100! Es führt ein kleiner Weg ein paar Treppen nach oben und da können wir wirklich die Iao-Needle noch im Sonnenschein sehen. Ein sehr steiler Felsen, der über 600 Meter nach oben reicht und in Kriegszeiten als Aussichtspunkt genutzt wurde. Wie da jemand hoch- und heile wieder runterklettern konnte, sagt allerdings niemand!

Weiter geht es über einen kleinen Trail am Fluss entlang und wir können mal die Füße ins Wasser halten – es ist erstaunlich kalt! Ist doch gar kein Gletscherwasser!?

Für den heutigen Tag steht auch noch das Maui Ocean Center auf dem Programm. Die Eintrittsgebühr von 37 $ pro Person ist happig und ich bin mir nicht sicher, ob es sich lohnt. Wir gucken uns zuerst die einzelnen Aquarien an, dann die Außenbecken – alles ist sehr interessant und schön gemacht, aber für uns nichts Neues. Es gibt Seesterne, Seegurken und Schildkröten, viel über die Geschichte des Fischfangs und der -Ponds  in Hawaii und über Korallenriffe.

In einer separaten Abteilung geht es nur um Buckelwale – Humpbacks, die hier in den Wintermonaten ihre Jungen zur Welt bringen und im April – also jetzt – wieder auf dem Weg in die Arktis sind. In der Zeit der An- und Abreise, des Zur-Weltbringens, des Nährens und der Rückreise essen die Mütter nichts – 5 Monate Diät! Erst wenn sie wieder im Nordpolarmeer angekommen sind beginnt die Nahrungsaufnahme.

In dem Raum wird die gesamte Reise vorgestellt und es gibt ein kleines Tasteninstrument, mit dem man die Töne der Buckelwale abspielen kann – ich bekomme eine Gänsehaut.

Plötzlich spricht uns eine Dame an und fragt, ob wir den Film ansehen wollen – na klar, was auch immer für ein Film das ist! Wir werden in einen Kuppelsaal geführt und bekommen eine 3-D-Shutterbrille aufgesetzt. In den Saal könne die Sessel nach hinten gekippt werden, um in der Kuppel das maximale 3-dimensionale Erlebnis zu bekommen. Es gibt eine kurze Einführung und eine Erklärung über den Film und dann wird es dunkel. Bei Walstimmen sehen wir über eine Viertelstunde einen unglaublichen Film über diese Tiere gezeigt, der uns so in deren Welt versetzt, dass meine Gänsehaut kolossale Züge annimmt – ! Allein für diesen Film lohnt sich das Herkommen!

Sehr berührt verlassen wir das Theater – unglaublich!

Als nächstes Highlight betreten wir den Glastunnel unter dem großen Becken – hier sind die sehr viel größeren Haie, Barsche und Rochen zu sehen. Zum Glück sind wir hier fast alleine und ich kann ich Ruhe filmen und schöne Bilder machen. Nicht vorzustellen, wenn hier bei schlechterem Wetter die Parkplätze gut belegt, die Schlange an der Kasse steht und ganze Busladungen hier angekarrt werden. Für uns hat es sich absolut gelohnt!

Wir fahren zu unserem Hookipa-Beach – aber müssen uns zuerst in einer langen Schlange vor Paia anstellen. Endlich erreichen wir den Beach Park und er ist voll – überwiegend aber im oberen Teil. Wir finden unten direkt am Strand einen Parkplatz und können später sogar noch Umparken und uns direkt unter einen Baum stellen.

Der Passatwind ist sehr stark, die Wellen hoch und sehr viele Windsurfer sind unterwegs. Über allem schwebt ein Helikopter – sicherlich eine Filmcrew! Wir sitzen einfach nur im Schatten uns genießen!

Irgendwann mache ich einen Spaziergang zum einen Ende und finde wieder die Mönchsrobbe, die sich sonnt. Auf der anderen Seite der Bucht sind die Schildkröten –  auf dem kleinen bei Flut noch verbliebenen Sandstück sind heute ca. 30 grüne Schildkröten, die sich zum Teil übereinander dort sonnen! Unglaublich! 

Nach dem Strandabenteuer – inclusive einer Rattenentsorgung durch Jörg – das Ding war schon mumifiziert – verbringen wir den Abend wieder ganz in Ruhe am Bali-House!  Das ist Urlaub!       

DATUM :                           Ostersamstag, 20.04.2019

WETTER:                          Aprilwetter auch hier! Sonne,Regen,Sonne,Regen – alles warm zwischen 24 und 26°C, daher stört der Regen nicht

Heute ist unser letzter Tag und den Morgen verbringen wir am Strand und sind schon um 7 Uhr dort. Erstaunlicherweise sind fast alle Parkplätze mit Surfern belegt, obwohl der Platz doch erst um 7 Uhr aufmacht!? Wo kommen die alle her?

Der Tag ist einfach nur ein Strand- und Badetag, den wir entspannt genießen können!

DATUM :                           Ostersonntag, 21.04.2019 - Reisetag

WETTER:                          Sonne & heiß

Um 5.30 Uhr ist die Nacht zu Ende – natürlich sind wir schon wach. Sicherheitshalber hatten wir uns einen Wecker gestellt, aber das ist nicht nötig. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen und es regnet – ausnahmsweise mal nicht. In der Nacht hat uns ein so starker Regenguss aus dem Schlaf geholt, es hat gerauscht, geprasselt und auf dem Dach getrommelt. Heute Morgen ist alles noch nass!

Bei uns ist jetzt erst einmal Aufräumen angesagt, viel ist es ja nicht, denn der Raum ist mehr als überschaubar! Dann erst gibt es Frühstück und unsere letzten Reste werden aufgegessen.

Dann erst genießen wir die letzte Open-Air-Dusche (mit freiem Ausblick auf das Dschungeltal) und hoffen insgeheim, dass es ist der nächsten Unterkunft ein wenig komfortabler wird.

Schon gestern Abend haben wir mit Nicolas abgesprochen, dass wir den Toröffner auf dem Tisch liegen lassen und somit sind alle Formalitäten erledigt.

Entspannt rollen wir zum Flughafen und da es heute Ostersonntag ist, herrscht so gut wie kein Verkehr auf den Straßen und auch bei Hertz werden alle Formalitäten schnell erledigt. Eine Quittung bekommen wir per Email zugesandt – hier funktioniert papierlos problemlos.

Gefahrene Meilen:  659 Meilen in 9 Tagen

Der Shuttle zum Terminal wartet schon und keine 5 Minuten nach der Ankunft stehen wir schon am Terminal. Hier müssen wir selbst einchecken, unser Gepäck aufgeben und unsere Boardingpässe ausdrucken. Über das eventuelle „zuviel“ an Gewicht redet niemand.

Auch diesmal haben wir einen Aufdruck auf unserer Bordkarte, die uns als TSA-approved ausweist. Für uns gibt es einen extra Schalter, bei dem wir an der Sicherheitskontrolle wieder weder Schuhe ausziehen, noch unsere Plastikbeutel, Laptops oder Handys auspacken! Sehr gut und sehr schnell!

Dann ist alles erledigt und wir können uns wieder Jörgs Lieblingsbeschäftigung widmen: Warten! 2 Stunden, 500 Familien aus Indien, die alle zu viele Gepäckstücke haben, 16 Rollstuhlfahrer und 2 weiteren Abflüge später wird endlich unser Flug aufgerufen und wir betreten als „Preferred Seats-Inhaber“ ziemlich früh das Flugzeug.
Hinter uns sitzt eine Familie aus Israel mit einem kleinen Kind, welches über die gesamte Flugzeit von 25 Minuten den kleinen Tisch hochklappt und wieder runterfallen lässt.  Zum Glück ist der Flug nur so kurz!
Wir fliegen über den Norden von Maui und sehen von oben eine nicht endende Autoschlange auf der Road to Hana – wie gut, dass wir das so früh gemacht haben. Jetzt ist es schon viertel nach 11 Uhr!

Kurz nach dem Servieren des typischen und obligatorischen Mango-Passionsfrucht-Fruchtsaftgetränks und dem folgenden Wiedereinsammeln der Becher wird schon der Landeanflug angekündigt. Unter uns erkennen wir schon die Lavafelder von Kailua-Kona.

Mit lieben Grüßen aus Braunschweig

Kristina und Jörg