Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

04_Honooka`a / Big Island-Hawaii   21.- 26.04.2019

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Kristina
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04_Honooka`a / Big Island-Hawaii   21.- 26.04.2019
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
21.04.2019
Gefahrene Meilen: 
0 Meilen
Fazit: 

Honooka`a / Big Island-Hawaii   21.- 26.04.2019

Nach dem Landen wird eine Art Rolltreppe an die Tür herangefahren, wir steigen direkt am Gate aus und kommen in eine offene überdachte Halle. Der Flughafen entpuppt sich als klein, überschaubar, hübsch und ein Flughäflein der sehr kurzen Wege. Direkt hinter der Halle gibt es ein Kofferband namens „B“, ich frage eine Mitarbeiterin, ob dies das richtige Band ist, da ich keine Anzeige erkennen kann. Ihre Antwort: „Yes, we donˋt have a baggage claim A or C – all luggage comes on B“. OK, auch gut! Wir sehen in der Halle, wie unsere Koffer aus dem Flugzeug ausgeladen werden, hören hinter der Stellwand, dass sie auf das Band geladen werden und wirklich – da sind sie! Prima – hat alles geklappt!

Der Bus von Hertz steht schon in Sichtweite und wir können sofort einsteigen. Auch hier sind die Wege kurz. Am Schalter der Verleihfirma präsentiere ich – wie immer – Jörgs Führerschein und seine Kreditkarte. Sie tippt alles ein, erkennt uns als Vielbucher und bittet mich dann zu unterschreiben – Moment: Das ist Jörgs Führerschein und er hat auf dem Bild einen Schnäuzer – das bin doch nicht ich!

Sie guckt etwas betreten und bittet dann, Jörg zu unterschreiben. Schnell ist der Rest auch erledigt und ihr Preis ist……. Ein Nissan Rogue in schwarz mit 4WD! Alles gut und die Fahrt auf den Vulkan gerettet.

Unser nächstes Ziel ist natürlich Safeway, er bietet alles was wir brauchen. Bei den relativ hohen Lebenshaltungskosten lohnt sich unsere Safeway-Clubcard von 2001 besonders!

Mal wieder fällt uns die superentspannte Art der Hawaiianer auf. Ein Artikel hat an der Scannerkasse keinen Preis in der Anzeige. Die Kassiererin fragt mich danach (weiß ich nicht!)und ob ich ihr vielleicht zeigen könne, wo der Artikel liegt (kann ich!).
Entspannt smalltalkend wandern wir zu dem Regal am Ende des Ladens und sie guckt sich den Preis an, locker geht es wieder zurück an die Kasse. Niemand drängelt dort oder regt sich auf – alle sind entspannt und gut ist es.

Die Temperatur außen liegt bei 94°Fahrenheit – zu warm für uns.

Wir fahren in Richtung unserer neuen Unterkunft in Honookaˋa. Zuerst über Lavafelder, dann über vertrocknete Wiesen und Vulkankegel, am Ende durch grüne Felder und Wälder. Dann sind wir am Ziel: Honookaˋa!
Die Straße führt bis kurz vor das Meer, dann  rechts ab und dort ist schon das Häuschen auf dem Hügel zu sehen. Es gibt den perfekten Blick über das Meer. Ein Zimmer mit Küchenecke und tollem Badezimmer, leider ohne Schrank, aber mit Kabelfernsehen! Kühlschrank und Herd sind draußen auf der Terrasse. Das Haus besticht durch den unbeschreiblichen Ausblick  und ist gut ausgestattet.
Unser Gastgeber Jim ist Rentner aus Philadelphia, mit Hund, super engagiert und hilfsbereit. Seine Frau stammt aus Vietnam und ist noch berufstätig.

Wir räumen uns ein – ohne Schrank geht dies schnell – und genießen den Abend entspannt auf der überdachten und windgeschützten Terrasse!

DATUM :                           Ostermontag, 22.04.2019

WETTER:                          Sonne, Wind, einige Regentropfen in den Bergen, sonst trocken, 20 – 28°C

Die Nacht war nicht ruhig – gegen Abend hatten wir schon das Gefühl, mitten in einem Dschungel zu wohnen. Grillenzirpen, Blätterrauschen und viele verschiedene Vögel durcheinander haben uns bis spät in die Nacht begleitet, aber merkwürdigerweise haben wir sehr gut damit schlafen können – hat etwas von White-Noise! Ein Vogel hat es uns besonders angetan: Sein „Booo-Peeeeh!“ ist super laut und er antwortet prompt auf unser Nachahmen!

Heute Morgen gegen halb sechs ging es dann wieder los – eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang! Aber auch jetzt störte es nicht!

Das Häuschen ist sehr liebevoll eingerichtet und es macht Spaß, hier zu wohnen. Die Kombination mit dem Herd und Kühlschrank draußen und dem Rest der Küche drinnen ist gewöhnungsbedürftig, aber unproblematisch!

Unser Frühstück genießen wir auf der Terrasse mit Mega-Ausblick im Sonnenschein.

Für heute haben wir uns die Nordspitzen-Umrundung vorgenommen. Im Auto nehmen wir die Badesachen mit und werden auf dem Rückweg einen Beachpark besuchen.

Der Start ist früh in Richtung Norden zum Waipio Valley Lookout. Hier können wir in das Tal sehen, in dem noch / oder besser wieder Taro angebaut wird. Das Tal selbst ist für Fremde kapu – d.h. verboten. Es ist im Besitz von einigen Ursprungs-Hawaiianern, die nach dem zerstörerischen Tsunami von 1946 erst vor einiger Zeit wieder in das Tal gezogen sind. Damals waren durch die Flutwelle viele Menschen ums Leben gekommen, alle Häuser, Tempel und Felder zerstört worden. Von einem Lookout aus können wir weit in das Tal hinein, den schwarzen Strand und die gesamte Küstenlinie sehen. Die Straße endet hier und außer einer Wandergruppe, die in die Berge gehen will, sind wir hier alleine.  Zurück geht es bis Honookaˋa und dann nach Westen Richtung Waimea, ab hier geht es über die kleine Straße am Hang an den Kohala Mountains entlang durch riesige Farmwiesen mit Kühen.
Der Ausblick über die Küstenregion im Westen ist atemberaubend. Hier oben ist noch alles sattgrün, je mehr wir in Richtung Westen schauen, wird es immer trockener und gelber.
In Hawi – fast an der Nordspitze der Insel- wenden wir uns nach Osten. Auch hier gibt es nur eine Sackgasse, die uns über 8 Meilen bis zum Pololu Valley Lookout führt. Einen Zwischenstopp gibt es noch bei der Statue von King Kamehamehame I – deren Geschichte etwas schräg ist: Dies ist das Original, die Kopie steht in Waikiki am Iolani-Palast! Die werden wir uns auch noch ansehen!

Endlich am Ende der Straße angekommen, ist hier ein Parkplatz mit 5 Autos bereits vollbesetzt  von Wanderern, die in einer 4 stündigen Wanderung zum Strand und zurück unterwegs sind. Alle weiteren Besucher müssen sich nach dieser Strecke, die mit ihren Kurven, Engpässen und einspurigen Brücken sehr der Road-To-Hana in Kurzform ähnelt – am Straßenrand in die Büsche drücken. Das gelingt jedoch nicht jedem!

Wir gucken uns in der Zwischenzeit den Ausblick an und stellen fest: Wie der Waipio-Lookout von heute Morgen, nur etwas weiter im Norden und diesmal von der anderen Seite und deutlich rummeliger.

Auf dem Rückweg stoppen wir noch einmal bei dem rachedürstigen King Kamehamehame I – er soll seinerzeit zu einem fröhlichen Großfamilienfest eingeladen haben und dabei alle Konkurrenten für seine Machtposition töten lassen. Nicht gerade die feine Art!

Von hier aus geht es jetzt auf die Küstenstraße bis zum Spencer Beach Park. Hier finden wir einen schönen Strand mit viel Schatten und tollem Badeplatz. Waren es in den Bergen gerade mal 66°Fahrenheit, so steigt die Temperatur hier auf 89°F – es ist heiß! An dem langen Strand sind außer uns noch 2 einsame Menschen!

Wir suchen uns ein schönes Plätzchen und gehen baden.  Das Wasser ist hier viel wärmer als auf den nördlicheren Inseln.  Am Strand trödelt im Flachwasser auch noch eine Grüne Meeresschildkröte umher – ich kann ein paar schöne Fotos von ihr machen, bevor sie irgendwann verschwindet!

Den Abend verbringen wir mit einem leckeren Abendessen (vom brandneuen Riesen-Weber-Grill, den Jim uns stolz präsentiert!) Natürlich noch ein wenig auf der Terrasse abhängen und den Geräuschen zuhören – Booo-Peeeehh!

DATUM :                           Dienstag, 23.04.2019

WETTER:                          Mal wieder alles – auch die Temperaturen zwischen 22 und 29°C

Meine Nacht ist früh zu Ende: Gegen 2 Uhr morgens spüre ich ein so starkes Erdbeben, dass ich davon wach werde. Im ersten Moment bin ich wie gelähmt und orientierungslos, dann erst weiß ich, was passiert ist und versuche Jörg zu wecken, denn er schläft tief und fest. Im Ernstfall könnte das hier alles zusammenbrechen und er würde es nicht einmal merken! Es ist alles wieder ruhig und ich versuche wieder einzuschlafen – mit mäßigem Erfolg. Am nächsten Morgen sehen wir in den Nachrichten, dass es wieder ein stärkeres Erdbeben gegeben hat.

Wir brechen nach dem Frühstück auf und fahren in Richtung Hilo. Unser 1. Anlaufpunkt sind die Akaka-Fall. Die Küstenstraße ist sehr gut ausgebaut und lässt sich super fahren. Auf halber Strecke wird es dunkel und ein starker Regenguss zwingt uns zum sehr langsam fahren. Ein paar Minuten später ist alles wieder vorbei und die Sonne scheint!

Auf einer kleinen Seitenstraße erreichen wir den Statepark und sind eine Viertelstunde zu früh da: Geöffnet ab 8.30 Uhr! OK, wir warten eben ein wenig und wirklich kommt kurze Zeit später eine junge Frau mit einem großen Truck angefahren, die das Tor öffnet und uns freundlich begrüßt. Wir sind die ersten auf dem Parkplatz – natürlich – und können uns schnell ein Park-/Eintritts-Ticket kaufen. Mit 5 Dollar am Automaten sind wir dabei!

Nach uns kommen jetzt noch ein Auto in den Statepark gefahren und wir machen uns auf den Weg. Dem Reise-Know-How-Führer gemäß GEGEN die empfohlene Parkroute und somit kommen wir sehr schnell in den Genuss des ersten Ausblicks auf den Akakafall. Um uns herum riesenhohe Bambusbüschel, Bananensträuche und Farne.

Der Wasserfall ist von dichtem Urwald umgeben, man kann allerdings das freifallende Wasser und den Pool unten sehr gut sehen. 130 Meter ist er hoch, führt im Moment sehr viel Wasser und ist schon beeindruckend. Wir können filmen und fotografieren – nur von Dschungelgeräuschen umgeben! Sehr schön!

Irgendwann gehen wir dann weiter in Gegenrichtung und uns kommen die ersten Besucher entgegen. Es wird laut und an einer Stelle sehr Insektenschutzspray-lastig. Eine richtige Wolke Chemie hängt hier in der Luft, obwohl wir in unserem ganzen Hawaii-Urlaub kaum etwas Stechmückiges gesehen haben. Jörg hat einen Mückenstich und ich zwei – in gut 3 Wochen!

Im gleichen Moment fängt hinter uns ein Mitarbeiter mit dem Laubbläser an zu lärmen – Schluss mit Filmaufnahmen mit Dschungelgeräusch und Wasserrauschen!  Aber wir haben ja auch schon alles „im Kasten“.

Wir setzen unsere Fahrt fort. Eigentlich wollen wir den Onomea Scenic Drive befahren, der direkt am Wasser langführt, aber just in diesem Moment fängt es wieder an zu schütten und wir so bleiben auf dem Hawaiian Belt Hwy.

Vor dem Angriff auf den großen Berg wollen wir noch tanken und mal wieder unser Glück mit der Kreditkarte versuchen – aber auch diesmal klappt es nicht an der Säule. Also wieder rein und dasselbe wie immer. Vor mir steht ein Mann mit demselben Problem – für ihn etwas Neues! Als er merkt, dass wir eine Sprache sprechen, erzählt er mir, dass er so viele Probleme mit seiner Karte hätte. Oft würde sie nicht akzeptiert und er wisse gar nicht, was er machen solle. Ich frage ihn, ob er sie für das Ausland bei seiner Bank angemeldet habe und ob er denn nicht vielleicht im Ernstfall eine andere Karte ausprobiert hätte. Beides verneint er und sagt, er habe überhaupt nur diese eine Karte!!! OK, wir gehen da vielleicht mehr auf Nummer sicher und somit kann ich ihm auch nicht helfen!

Die Lava-Saddle-Road ist ganz neu, extrem gut ausgebaut und mit 60 Meilen/Stunde zu befahren! 

Dann wird es jedoch ganz anders: Wir biegen ab auf den John A.Burns Way und schon geht es auf schmaler Straße auf Serpentinen bergan. Nach 6 Meilen erreichen wir das Visitorcenter auf 2829 M. – hier sollte man dringend eine mindestens 30 minütige Pause einlegen, um den Körper an die Höhe zu gewöhnen, wenn man noch weiter hoch will.
Natürlich wollen wir und deshalb warten wir hier auch.   

Ich nutze die Zeit auf diesem sehr engen Parkplatz und wechsele Shorts, T-Shirt und Tevas gegen lange Hose, Kapuzenpullover und Sneaker mit Socken. Jörg reicht der Pullover!

Jetzt sind die 30 Minuten vorbei und Jörg drängt zum Aufbruch. An diesem Punkt der Straße scheiden sich die Geister: PKW, Hinterradgetriebene, Cabriolets, Untermotorisierte und nicht so Motivierte fahren nach links den Berg hinunter – der Rest begibt sich nach rechts direkt auf die holperige und staubige Gravelroad.

Die ersten 3 Meilen rütteln und schütteln wir uns durch die Kurven mit atemberaubenden Steigungen. Der Motor brüllt, hinter uns eine riesige Staubwolke und zwischendurch erhaschen wir immer wieder atemberaubende Ausblicke! Die Fahrt ist megaaufregend, sehr spannend und extrem anstrengend. 2 Autos kommen und entgegen und schnell machen wir alle Lüftungen zu – wer will denn den Dreck im Auto haben?

Dann ist es irgendwann wirklich vorbei: Aus der Buckelpiste wird eine asphaltierte Straße, die uns über die nächsten 3 Meilen bis ganz nach oben führt. Hier sind auf 4200 Metern mehrere Observatorien verschiedener Arten zu sehen. In dieser kristallklaren Luft ohne jede Luft- und Lichtverschmutzung ist die Sternenbeobachtung bestimmt toll! Allerdings ist die Sonne extrem stark, der Wind gnadenlos kalt und die Lufttemperatur beträgt heute Mittag gerade mal 6°C. Zusammen mit dem Windchill-Faktor ergibt das eindeutig zu wenig für Jörgs kurze Hosen!

Wir gehen langsam einmal um die Spitze herum und genießen den Ausblick auf die Vulkane, die dichte Wolkendecke auf der östlichen Seite und die freie Sicht auf das Tal und die Küstenlinie auf der westlichen Seite.

Mit uns zusammen sind noch 4 Jeeps und 2 Tourbusse hier oben – es geht noch entspannt zu. Manchmal sollen hier oben bis zu 50 Autos und 30 Tourbusse stehen – da wird es wohl ganz schön voll!

Jetzt ist es für uns auch genug – die dünne Luft macht mir zu schaffen. Wir machen uns auf den Weg nach unten – und das geht wesentlich schneller und ruhiger als rauf. Fährt man eine Buckelpiste schnell genug, so rollt man über das Waschbrett quasi hinweg und merkt es kaum. Außerdem ist der Motor nicht gefragt – wir rollen bergab. Plötzlich sehen wir eine riesige Staubwolke – uns kommt ein LKW mit 2 Anhängern entgegen. Er versorgt die Observatorien mit Sprit für die Generatoren. Unglaublich, dass er es hier hinauf schafft. Aber irgendwie müssen die ja auch mit Wasser und anderen Versorgungsgüter beliefert werden.

Den Rest des Weges können wir nur noch genießen und kommen dann sehr schnell wieder auf dem Parkplatz des Visitorcenters an. Hier werden wir gleich von einem Mann aus einem 4 WD SUV angesprochen, der an unserem über und über mit Staub bedeckten Auto erkennen kann, dass wir oben gewesen sind. Er will wissen, ob er es mit seinem Auto schaffen könne und wie es gewesen sei. Wir geben gerne Auskunft und schicken ihn auf den Weg – umdrehen kann er immer noch.

Wir sind müde, durchgeschüttelt, rückenverspannt und überreizt von Eindrücken. Heute Abend werden wir die Ruhe auf der Terrasse genießen, uns erholen und ein wenig dem Gezirpe und Boooo-Peeeehhhh lauschen.

DATUM :                           Mittwoch, 24.04.2019

WETTER:                          Es gibt wieder alles – im Osten feucht und wolkig, im Westen seehr heiß und Sonne, von 20 – 34°C das volle Programm

Wir können es heute Morgen ruhig angehen lassen, denn wir haben nichts Spektakuläres vor. Unser 1. Anlaufpunkt ist ein Strand an der Westküste, mitten in einer Gated Community gelegen, zwischen den Hotels Hilton und Marriott. Alle Strände in Hawaii müssen öffentlich zugänglich sein und so ist es auch dieser.
Wir schlängeln uns durch die zwischen Lavafeldern gelegenen Villas und gelangen an einen relativ schönen Strand – gemischt mit Sandstrand und Lavabrocken unter hohen Palmen. Noch ist es leer, aber da hier die ganzen Condomiumsbewohner und Hotelgäste vermutlich nach ihrem späten Frühstück auflaufen werden, ist das sicherlich kein Strand für uns.

Es ist zwar erst 9 Uhr, aber in der Sonne ist es kaum auszuhalten. Die abstrahlende Hitze von der tiefschwarzen Lava hier tut ihr Übriges, dass wir in das Auto flüchten und die Aircondition anwerfen.

Es ist erstaunlich, wie sehr sich hier wieder die Ostküste von der Westküste unterscheiden. Der Passatwind kommt feucht und kühl vom Nordosten und hängt an den beiden Vulkanen Mauna Kea und Mauna Loa fest. Der gesamte Regen fällt dann auf der Ostseite, hier ist es oft auch bewölkt und kühler. Unsere Unterkunft in Honookaˋa liegt genau hier und wenn wir am Nachmittag über die Kohala Mountains kommen, regnet es dort erst einmal. Am Küstenort angekommen, ist es oft noch bewölkt und trocken.

Unsere Tagesexpedition führt uns am Flughafen vorbei in Richtung Kailua-Kona. Dieser Hauptort an der Westküste ist ein Touristenmagnet mit Kreuzfahrtschiffanbindung und wirklich- kaum haben wir unser Auto auf einem Mall-Parkplatz oberhalb des Centrums abgestellt, sehen wir schon oberhalb der Baumspitzen die Schornsteine der – wie sich später herausstellt – „Pride of America“. Das ist das Schwesternschiff der „Princess of America“, die beide in Honolulu stationiert sind und von dort aus ihre Rundtouren um die Hawaiian Islands machen.

Wir spazieren hinunter an den Hafen, wo wir unversehens in ein Getümmel von Touris und Touri-Shops kommen. Hier drängen sich die großen Hotels an der kleinen Küstenstraße. Es gibt einen sehr kleinen öffentlichen Strand und direkt dahinter der schmale Bereich „nur für Hotelgäste“. Dazwischen marschieren die Tagesgäste und Touris, um zu den dahinter gelegenen hawaiianischen Tempeln zu gelangen - und wir mit!

Am Anleger suchen wir den Startpunkt für den Schwimmwettbewerb des Ironman Hawaii und können uns kaum vorstellen, dass hier alle Teilnehmer in diesem Becken auf den Startschuss warten. Wenn sie hier ihre 3,8 km abgeleistet haben, müssen sie aus dem Becken klettern und die gesamte Strecke, die wir mit dem Auto an der Westküste entlang gefahren sind, mit dem Fahrrad hin und zurück abstrampeln. Die gesamte Strecke über den Queen Kaahumanu und Akoni Pule Hwy. bis nach Hawi an der Nordspitze und zurück sind dann 180 km über diese sehr gut ausgebaute Straße – allerdings bei flirrender Hitze auf schwarzem Asphalt hat man sicherlich immer auf einer Strecke auch noch Gegenwind und die Steigungen sind auch nicht zu verachten. Das anschließend noch eine Marathonstrecke auf dem Allli-Way hinzukommt sprengt dann meine Vorstellungskraft über die Belastungsfähigkeit eines menschlichen Körpers! Unvorstellbar!

Am Anleger sehen wir auch hier die Tenderboote des Kreuzfahrtschiffes, die beständig hin und herschippern. Es gibt auch hier einen Sicherheitscheck und eine lange Schlange davor. Zugleich stehen aber auch viele Veranstalter mit Werbeplakaten herum: Fahrradtouren, U-Boottouren, geführte Wanderungen, Segwaytrips, …….. u.v.a.m., eben alles, was Kreuzfahrttouristen bei ihrem Landgang erleben wollen.

Wir gehen die Straße an der Kaimauer einmal rauf und runter, gucken uns den alten Herrscherpalast und die Kirche an und alles, was dieser kleine Ort außer Souvenirläden noch zu bieten hat. Dann brechen wir wieder auf – den Berg hinauf zum Auto und oben angekommen muss ich wirklich einen kurzen Abstecher in den Supermarkt machen, um mich in der Klimaanlagentemperatur wieder etwas herunter zu kühlen – ich koche!

Uns zieht es wieder zurück in die Abgeschiedenheit, Ruhe und relative Kühle von Honookaˋa.

Durch die Berge kommen wir wieder in Nebel und Regen, an der Küste ist es bedeckt, angenehm warm und sehr ruhig – genug Trubel für heute.

Jetzt wird noch gegrillt und der Abend mit Booo-Peeeehh! genossen.

Nachtrag: In den Nachrichten wird ein Beitrag über einen Haiangriff am Waikoloa Beach gebracht: Eine Kanutin wurde von einem Tigerhai aus ihrem Kanu geschubst und ins Bein gebissen. Sie kam mit einer 36 cm breiten Bisswunde verletzt davon, weil der Hai einfach weggeschwommen ist! Ihr Mann musste alles mit ansehen. Genau an diesem Strand waren wir heute Morgen!!!  

DATUM :                           Donnerstag, 25.04.2019

WETTER:                          Am Strand heiß, bei uns warm, abends ein Regenguss der feinsten Tropenart!

Heute machen wir nichts – haben wir uns vorgenommen! Nach einem entspannten Frühstück fahren wir an den Spencer Bach Park und unsere 1. Aktion ist Badengehen, denn es war im Auto richtig heiß! Wir genießen die Ruhe – es sind wieder nur sehr wenige Leute am Strand. Das Wasser ist klar, warm, eine Schildkröte kommt vorbeigeschwommen (vielleicht dieselbe wie neulich?), wir dümpeln eine Weile vor uns hin. Leider hat sich die Luft in meinem Bodyboard wohl gestern im Auto zu sehr ausgedehnt. Bei bestimmt 60°C im aufgeheizten Auto ist eine Naht geplatzt. Nun hängt es nur noch schlaff im Wasser und die Bläschen blubbern heraus wie bei einem undichten Fahrradschlauch! Also bleibt es am besten gleich hier!

Gegen Mittag wird es etwas voller am Strand, d.h. auf ca. 300 Metern Länge befinden sich jetzt ca. 10 Familiengrüppchen in der prallen Sonne, während wir im Schatten unter dem Baum am Ende sitzen. Für uns ist es nun genug und wir brechen auf.

Im Foodland in Waimea holen wir heute noch einmal eine Lachsseite zum Grillen und riskieren den Kauf eines Fishfoods zum Nachtisch. Hoffentlich ist die Baustelle nicht mehr zu lang und die Flagmen haben ein Einsehen mit auftauender Eiscreme ohne Kühlbox! In den letzten Tagen wurde der Verkehr immer wieder auf langen Strecken einspurig an den neu asphaltierten Strecken entlanggeführt und dies durch sogenannte Flagman geregelt, die den ganzen Tag mit einem Schild STOP / SLOW und einem Funkgerät in der Hand an der Straße stehen! Typisch amerikanisch – haben wir noch nirgendwo anders gesehen.

Heute bleibt noch viel Zeit zum Schreiben, Entspannen und Genießen – nebenbei schreibe ich noch die Bewertungen für unsere letzten beiden Unterkünfte auf Maui und Kauai.

Der Lachs vom Grill schmeckt super und die irrtümlich gekauften Texas Toast Knötzel gelingen im Grill perfekt! Fishfood zum Nachtisch rundet das leckere Essen ab!

Morgen früh müssen wir hier aufbrechen und zuvor die Klamotten alle irgendwie ins Auto bekommen und das Haus ein wenig aufräumen! Aber zuvor lassen wir den Abend ausklingen mit einem Glas Wein – oder zwei, wie immer! Und genießen die Ruhe eines Tropendschungels  -  ein letztes Mal „Booooh-Peeehhh!“

 DATUM :                          Freitag, 26.04.2019 - Umzugstag

WETTER:                          Heute ist es einfach: Regen, mal mehr und mal weniger!

Heute ist zwar Reisetag, aber wir können es langsam angehen lassen. Es hat die ganze Nacht geregnet und nun sitzen wir ein letztes Mal auf der Terrasse und sehen nicht einmal das Meer – so stark ist der Regen!

Auch das Packen verläuft entspannt: Wir müssen keine Rücksicht auf Handgepäcksregeln oder Gewichtslimit einhalten – Hauptsache, alles passt ins Auto und wird nicht nass!

Jörg fährt das Auto rückwärts möglichst weit den Berg hinauf, so sind die Wege kürzer und legt los! Ich sammele derweil die Reste in Walmart-Taschen und Ikeabeuteln ein. Endlich ist alles im Wagen verstaut – auch die restlichen Essensachen.

Wir verabschieden uns von Jim, leider ist Kim nicht da. Er war wirklich ein netter und sehr entspannter Gastgeber / Vermieter. 

Die Strecke bis nach Hilo kennen wir schon und meine angedachten Stopps an den Rainbowfalls, der Scenic- oder der Banyantree-Route am Hafenbecken von Hilo werden gestrichen – es regnet!

Alternative: Das Tsunami-Museum direkt in Hilos Altstadt. Hilo ist schon sehr oft von Tsunamis heimgesucht worden – egal, ob das Erdbeben auf den Aleuthen, in Californien, Chile oder Asien ist – der Tsunami trifft Hilo auf Grund seiner geografischen Lage am meisten. In den letzten Jahrzehnten wurde allerdings das Frühwarnsystem und die Schulung der Bevölkerung so weit vorwärtsgetrieben, dass es keine Verwundeten oder Tote mehr gab!

Nach einer kurzen Wartezeit bis zur Öffnung um 10 Uhr, die wir in einem etwas merkwürdigen Sammelsurium-Museum aus Meeresbiologie und Quiltmacherei verbringen, können wir ins Museum – eine größere Gruppe von Kreuzfahrtschiffleren haben wir hier bei den Quiltern abgehängt

Das Museum ist in einem alten Bankgebäude untergebracht, welches durch seine massive Steinbauweise mehrere Tsunamis ohne Schaden überstanden hat, die Filmvorführung findet im alten Tresor statt. Empfangen werden wir von einer älteren Dame, einer Überlebenden der schweren Flutwellen von 1946 – sie betreut das Museum heute. In einzelnen Bereichen sind die Ursachen und Auswirkungen der verschiedenen Tsunamis von Hilo, Südostasien und zuletzt Fukushima aufgeschlüsselt. Im Video sehen wir dann den aktuellen Stand der Vorwarneinrichtung und der weltweiten Forschung über Tsunamis – sehr interessant.  

Auch jetzt regnet es noch – Hilo soll die Stadt mit dem meisten Regen hier auf Hawaii zu sein – dass können wir bestätigen! Unsere Strecke geht weiter in Richtung Süden und dann nach Westen. Aus der 4-spurigen Straße wird ein normaler Highway, der Verkehr nimmt von Meile zu Meile ab, bis wir westlich vom Vulkano-N.P. ziemlich alleine unterwegs sind. Auf Nachfrage teilt uns Trulla mit, ca. 0,6 Meilen vor unserem Ziel gibt es einen Supermarkt – da sind wir ja mal gespannt, denn Häuser und Menschen scheinen hier dünn gesät zu sein.

Als wir den Laden erreichen, sind wir doch sehr überrascht: Es gibt alles, auch gerne in etwas größeren Gebinden. Obst, Fleisch, Milchprodukte, einfach alles! Selbst eine Tankstelle ist hier – wir sind also gut versorgt!

Für uns ist das Ziel fast erreicht – die übernächste Querstraße ist unsere. Das Tor bekommen wir mit dem gemailten Code von Linda Biedenknapp auf und auch die Beschreibung, wie das Haus zu finden ist,  passt. Ohnehin hätten wir diese auch ohne Beschreibung gefunden: Die „Jurte“ ist nicht zu übersehen! Auf einer Anhöhe steht ein rundes Haus mit spitzem, grünen Dach mitten in einem Lavafeld – das isses!

Honooka`a / Big Island-Hawaii   21.- 26.04.2019

Nach dem Landen wird eine Art Rolltreppe an die Tür herangefahren, wir steigen direkt am Gate aus und kommen in eine offene überdachte Halle. Der Flughafen entpuppt sich als klein, überschaubar, hübsch und ein Flughäflein der sehr kurzen Wege. Direkt hinter der Halle gibt es ein Kofferband namens „B“, ich frage eine Mitarbeiterin, ob dies das richtige Band ist, da ich keine Anzeige erkennen kann. Ihre Antwort: „Yes, we donˋt have a baggage claim A or C – all luggage comes on B“. OK, auch gut! Wir sehen in der Halle, wie unsere Koffer aus dem Flugzeug ausgeladen werden, hören hinter der Stellwand, dass sie auf das Band geladen werden und wirklich – da sind sie! Prima – hat alles geklappt!

Der Bus von Hertz steht schon in Sichtweite und wir können sofort einsteigen. Auch hier sind die Wege kurz. Am Schalter der Verleihfirma präsentiere ich – wie immer – Jörgs Führerschein und seine Kreditkarte. Sie tippt alles ein, erkennt uns als Vielbucher und bittet mich dann zu unterschreiben – Moment: Das ist Jörgs Führerschein und er hat auf dem Bild einen Schnäuzer – das bin doch nicht ich!

Sie guckt etwas betreten und bittet dann, Jörg zu unterschreiben. Schnell ist der Rest auch erledigt und ihr Preis ist……. Ein Nissan Rogue in schwarz mit 4WD! Alles gut und die Fahrt auf den Vulkan gerettet.

Unser nächstes Ziel ist natürlich Safeway, er bietet alles was wir brauchen. Bei den relativ hohen Lebenshaltungskosten lohnt sich unsere Safeway-Clubcard von 2001 besonders!

Mal wieder fällt uns die superentspannte Art der Hawaiianer auf. Ein Artikel hat an der Scannerkasse keinen Preis in der Anzeige. Die Kassiererin fragt mich danach (weiß ich nicht!)und ob ich ihr vielleicht zeigen könne, wo der Artikel liegt (kann ich!).
Entspannt smalltalkend wandern wir zu dem Regal am Ende des Ladens und sie guckt sich den Preis an, locker geht es wieder zurück an die Kasse. Niemand drängelt dort oder regt sich auf – alle sind entspannt und gut ist es.

Die Temperatur außen liegt bei 94°Fahrenheit – zu warm für uns.

Wir fahren in Richtung unserer neuen Unterkunft in Honookaˋa. Zuerst über Lavafelder, dann über vertrocknete Wiesen und Vulkankegel, am Ende durch grüne Felder und Wälder. Dann sind wir am Ziel: Honookaˋa!
Die Straße führt bis kurz vor das Meer, dann  rechts ab und dort ist schon das Häuschen auf dem Hügel zu sehen. Es gibt den perfekten Blick über das Meer. Ein Zimmer mit Küchenecke und tollem Badezimmer, leider ohne Schrank, aber mit Kabelfernsehen! Kühlschrank und Herd sind draußen auf der Terrasse. Das Haus besticht durch den unbeschreiblichen Ausblick  und ist gut ausgestattet.
Unser Gastgeber Jim ist Rentner aus Philadelphia, mit Hund, super engagiert und hilfsbereit. Seine Frau stammt aus Vietnam und ist noch berufstätig.

Wir räumen uns ein – ohne Schrank geht dies schnell – und genießen den Abend entspannt auf der überdachten und windgeschützten Terrasse!

DATUM :                           Ostermontag, 22.04.2019

WETTER:                          Sonne, Wind, einige Regentropfen in den Bergen, sonst trocken, 20 – 28°C

Die Nacht war nicht ruhig – gegen Abend hatten wir schon das Gefühl, mitten in einem Dschungel zu wohnen. Grillenzirpen, Blätterrauschen und viele verschiedene Vögel durcheinander haben uns bis spät in die Nacht begleitet, aber merkwürdigerweise haben wir sehr gut damit schlafen können – hat etwas von White-Noise! Ein Vogel hat es uns besonders angetan: Sein „Booo-Peeeeh!“ ist super laut und er antwortet prompt auf unser Nachahmen!

Heute Morgen gegen halb sechs ging es dann wieder los – eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang! Aber auch jetzt störte es nicht!

Das Häuschen ist sehr liebevoll eingerichtet und es macht Spaß, hier zu wohnen. Die Kombination mit dem Herd und Kühlschrank draußen und dem Rest der Küche drinnen ist gewöhnungsbedürftig, aber unproblematisch!

Unser Frühstück genießen wir auf der Terrasse mit Mega-Ausblick im Sonnenschein.

Für heute haben wir uns die Nordspitzen-Umrundung vorgenommen. Im Auto nehmen wir die Badesachen mit und werden auf dem Rückweg einen Beachpark besuchen.

Der Start ist früh in Richtung Norden zum Waipio Valley Lookout. Hier können wir in das Tal sehen, in dem noch / oder besser wieder Taro angebaut wird. Das Tal selbst ist für Fremde kapu – d.h. verboten. Es ist im Besitz von einigen Ursprungs-Hawaiianern, die nach dem zerstörerischen Tsunami von 1946 erst vor einiger Zeit wieder in das Tal gezogen sind. Damals waren durch die Flutwelle viele Menschen ums Leben gekommen, alle Häuser, Tempel und Felder zerstört worden. Von einem Lookout aus können wir weit in das Tal hinein, den schwarzen Strand und die gesamte Küstenlinie sehen. Die Straße endet hier und außer einer Wandergruppe, die in die Berge gehen will, sind wir hier alleine.  Zurück geht es bis Honookaˋa und dann nach Westen Richtung Waimea, ab hier geht es über die kleine Straße am Hang an den Kohala Mountains entlang durch riesige Farmwiesen mit Kühen.
Der Ausblick über die Küstenregion im Westen ist atemberaubend. Hier oben ist noch alles sattgrün, je mehr wir in Richtung Westen schauen, wird es immer trockener und gelber.
In Hawi – fast an der Nordspitze der Insel- wenden wir uns nach Osten. Auch hier gibt es nur eine Sackgasse, die uns über 8 Meilen bis zum Pololu Valley Lookout führt. Einen Zwischenstopp gibt es noch bei der Statue von King Kamehamehame I – deren Geschichte etwas schräg ist: Dies ist das Original, die Kopie steht in Waikiki am Iolani-Palast! Die werden wir uns auch noch ansehen!

Endlich am Ende der Straße angekommen, ist hier ein Parkplatz mit 5 Autos bereits vollbesetzt  von Wanderern, die in einer 4 stündigen Wanderung zum Strand und zurück unterwegs sind. Alle weiteren Besucher müssen sich nach dieser Strecke, die mit ihren Kurven, Engpässen und einspurigen Brücken sehr der Road-To-Hana in Kurzform ähnelt – am Straßenrand in die Büsche drücken. Das gelingt jedoch nicht jedem!

Wir gucken uns in der Zwischenzeit den Ausblick an und stellen fest: Wie der Waipio-Lookout von heute Morgen, nur etwas weiter im Norden und diesmal von der anderen Seite und deutlich rummeliger.

Auf dem Rückweg stoppen wir noch einmal bei dem rachedürstigen King Kamehamehame I – er soll seinerzeit zu einem fröhlichen Großfamilienfest eingeladen haben und dabei alle Konkurrenten für seine Machtposition töten lassen. Nicht gerade die feine Art!

Von hier aus geht es jetzt auf die Küstenstraße bis zum Spencer Beach Park. Hier finden wir einen schönen Strand mit viel Schatten und tollem Badeplatz. Waren es in den Bergen gerade mal 66°Fahrenheit, so steigt die Temperatur hier auf 89°F – es ist heiß! An dem langen Strand sind außer uns noch 2 einsame Menschen!

Wir suchen uns ein schönes Plätzchen und gehen baden.  Das Wasser ist hier viel wärmer als auf den nördlicheren Inseln.  Am Strand trödelt im Flachwasser auch noch eine Grüne Meeresschildkröte umher – ich kann ein paar schöne Fotos von ihr machen, bevor sie irgendwann verschwindet!

Den Abend verbringen wir mit einem leckeren Abendessen (vom brandneuen Riesen-Weber-Grill, den Jim uns stolz präsentiert!) Natürlich noch ein wenig auf der Terrasse abhängen und den Geräuschen zuhören – Booo-Peeeehh!

DATUM :                           Dienstag, 23.04.2019

WETTER:                          Mal wieder alles – auch die Temperaturen zwischen 22 und 29°C

Meine Nacht ist früh zu Ende: Gegen 2 Uhr morgens spüre ich ein so starkes Erdbeben, dass ich davon wach werde. Im ersten Moment bin ich wie gelähmt und orientierungslos, dann erst weiß ich, was passiert ist und versuche Jörg zu wecken, denn er schläft tief und fest. Im Ernstfall könnte das hier alles zusammenbrechen und er würde es nicht einmal merken! Es ist alles wieder ruhig und ich versuche wieder einzuschlafen – mit mäßigem Erfolg. Am nächsten Morgen sehen wir in den Nachrichten, dass es wieder ein stärkeres Erdbeben gegeben hat.

Wir brechen nach dem Frühstück auf und fahren in Richtung Hilo. Unser 1. Anlaufpunkt sind die Akaka-Fall. Die Küstenstraße ist sehr gut ausgebaut und lässt sich super fahren. Auf halber Strecke wird es dunkel und ein starker Regenguss zwingt uns zum sehr langsam fahren. Ein paar Minuten später ist alles wieder vorbei und die Sonne scheint!

Auf einer kleinen Seitenstraße erreichen wir den Statepark und sind eine Viertelstunde zu früh da: Geöffnet ab 8.30 Uhr! OK, wir warten eben ein wenig und wirklich kommt kurze Zeit später eine junge Frau mit einem großen Truck angefahren, die das Tor öffnet und uns freundlich begrüßt. Wir sind die ersten auf dem Parkplatz – natürlich – und können uns schnell ein Park-/Eintritts-Ticket kaufen. Mit 5 Dollar am Automaten sind wir dabei!

Nach uns kommen jetzt noch ein Auto in den Statepark gefahren und wir machen uns auf den Weg. Dem Reise-Know-How-Führer gemäß GEGEN die empfohlene Parkroute und somit kommen wir sehr schnell in den Genuss des ersten Ausblicks auf den Akakafall. Um uns herum riesenhohe Bambusbüschel, Bananensträuche und Farne.

Der Wasserfall ist von dichtem Urwald umgeben, man kann allerdings das freifallende Wasser und den Pool unten sehr gut sehen. 130 Meter ist er hoch, führt im Moment sehr viel Wasser und ist schon beeindruckend. Wir können filmen und fotografieren – nur von Dschungelgeräuschen umgeben! Sehr schön!

Irgendwann gehen wir dann weiter in Gegenrichtung und uns kommen die ersten Besucher entgegen. Es wird laut und an einer Stelle sehr Insektenschutzspray-lastig. Eine richtige Wolke Chemie hängt hier in der Luft, obwohl wir in unserem ganzen Hawaii-Urlaub kaum etwas Stechmückiges gesehen haben. Jörg hat einen Mückenstich und ich zwei – in gut 3 Wochen!

Im gleichen Moment fängt hinter uns ein Mitarbeiter mit dem Laubbläser an zu lärmen – Schluss mit Filmaufnahmen mit Dschungelgeräusch und Wasserrauschen!  Aber wir haben ja auch schon alles „im Kasten“.

Wir setzen unsere Fahrt fort. Eigentlich wollen wir den Onomea Scenic Drive befahren, der direkt am Wasser langführt, aber just in diesem Moment fängt es wieder an zu schütten und wir so bleiben auf dem Hawaiian Belt Hwy.

Vor dem Angriff auf den großen Berg wollen wir noch tanken und mal wieder unser Glück mit der Kreditkarte versuchen – aber auch diesmal klappt es nicht an der Säule. Also wieder rein und dasselbe wie immer. Vor mir steht ein Mann mit demselben Problem – für ihn etwas Neues! Als er merkt, dass wir eine Sprache sprechen, erzählt er mir, dass er so viele Probleme mit seiner Karte hätte. Oft würde sie nicht akzeptiert und er wisse gar nicht, was er machen solle. Ich frage ihn, ob er sie für das Ausland bei seiner Bank angemeldet habe und ob er denn nicht vielleicht im Ernstfall eine andere Karte ausprobiert hätte. Beides verneint er und sagt, er habe überhaupt nur diese eine Karte!!! OK, wir gehen da vielleicht mehr auf Nummer sicher und somit kann ich ihm auch nicht helfen!

Die Lava-Saddle-Road ist ganz neu, extrem gut ausgebaut und mit 60 Meilen/Stunde zu befahren! 

Dann wird es jedoch ganz anders: Wir biegen ab auf den John A.Burns Way und schon geht es auf schmaler Straße auf Serpentinen bergan. Nach 6 Meilen erreichen wir das Visitorcenter auf 2829 M. – hier sollte man dringend eine mindestens 30 minütige Pause einlegen, um den Körper an die Höhe zu gewöhnen, wenn man noch weiter hoch will.
Natürlich wollen wir und deshalb warten wir hier auch.   

Ich nutze die Zeit auf diesem sehr engen Parkplatz und wechsele Shorts, T-Shirt und Tevas gegen lange Hose, Kapuzenpullover und Sneaker mit Socken. Jörg reicht der Pullover!

Jetzt sind die 30 Minuten vorbei und Jörg drängt zum Aufbruch. An diesem Punkt der Straße scheiden sich die Geister: PKW, Hinterradgetriebene, Cabriolets, Untermotorisierte und nicht so Motivierte fahren nach links den Berg hinunter – der Rest begibt sich nach rechts direkt auf die holperige und staubige Gravelroad.

Die ersten 3 Meilen rütteln und schütteln wir uns durch die Kurven mit atemberaubenden Steigungen. Der Motor brüllt, hinter uns eine riesige Staubwolke und zwischendurch erhaschen wir immer wieder atemberaubende Ausblicke! Die Fahrt ist megaaufregend, sehr spannend und extrem anstrengend. 2 Autos kommen und entgegen und schnell machen wir alle Lüftungen zu – wer will denn den Dreck im Auto haben?

Dann ist es irgendwann wirklich vorbei: Aus der Buckelpiste wird eine asphaltierte Straße, die uns über die nächsten 3 Meilen bis ganz nach oben führt. Hier sind auf 4200 Metern mehrere Observatorien verschiedener Arten zu sehen. In dieser kristallklaren Luft ohne jede Luft- und Lichtverschmutzung ist die Sternenbeobachtung bestimmt toll! Allerdings ist die Sonne extrem stark, der Wind gnadenlos kalt und die Lufttemperatur beträgt heute Mittag gerade mal 6°C. Zusammen mit dem Windchill-Faktor ergibt das eindeutig zu wenig für Jörgs kurze Hosen!

Wir gehen langsam einmal um die Spitze herum und genießen den Ausblick auf die Vulkane, die dichte Wolkendecke auf der östlichen Seite und die freie Sicht auf das Tal und die Küstenlinie auf der westlichen Seite.

Mit uns zusammen sind noch 4 Jeeps und 2 Tourbusse hier oben – es geht noch entspannt zu. Manchmal sollen hier oben bis zu 50 Autos und 30 Tourbusse stehen – da wird es wohl ganz schön voll!

Jetzt ist es für uns auch genug – die dünne Luft macht mir zu schaffen. Wir machen uns auf den Weg nach unten – und das geht wesentlich schneller und ruhiger als rauf. Fährt man eine Buckelpiste schnell genug, so rollt man über das Waschbrett quasi hinweg und merkt es kaum. Außerdem ist der Motor nicht gefragt – wir rollen bergab. Plötzlich sehen wir eine riesige Staubwolke – uns kommt ein LKW mit 2 Anhängern entgegen. Er versorgt die Observatorien mit Sprit für die Generatoren. Unglaublich, dass er es hier hinauf schafft. Aber irgendwie müssen die ja auch mit Wasser und anderen Versorgungsgüter beliefert werden.

Den Rest des Weges können wir nur noch genießen und kommen dann sehr schnell wieder auf dem Parkplatz des Visitorcenters an. Hier werden wir gleich von einem Mann aus einem 4 WD SUV angesprochen, der an unserem über und über mit Staub bedeckten Auto erkennen kann, dass wir oben gewesen sind. Er will wissen, ob er es mit seinem Auto schaffen könne und wie es gewesen sei. Wir geben gerne Auskunft und schicken ihn auf den Weg – umdrehen kann er immer noch.

Wir sind müde, durchgeschüttelt, rückenverspannt und überreizt von Eindrücken. Heute Abend werden wir die Ruhe auf der Terrasse genießen, uns erholen und ein wenig dem Gezirpe und Boooo-Peeeehhhh lauschen.

DATUM :                           Mittwoch, 24.04.2019

WETTER:                          Es gibt wieder alles – im Osten feucht und wolkig, im Westen seehr heiß und Sonne, von 20 – 34°C das volle Programm

Wir können es heute Morgen ruhig angehen lassen, denn wir haben nichts Spektakuläres vor. Unser 1. Anlaufpunkt ist ein Strand an der Westküste, mitten in einer Gated Community gelegen, zwischen den Hotels Hilton und Marriott. Alle Strände in Hawaii müssen öffentlich zugänglich sein und so ist es auch dieser.
Wir schlängeln uns durch die zwischen Lavafeldern gelegenen Villas und gelangen an einen relativ schönen Strand – gemischt mit Sandstrand und Lavabrocken unter hohen Palmen. Noch ist es leer, aber da hier die ganzen Condomiumsbewohner und Hotelgäste vermutlich nach ihrem späten Frühstück auflaufen werden, ist das sicherlich kein Strand für uns.

Es ist zwar erst 9 Uhr, aber in der Sonne ist es kaum auszuhalten. Die abstrahlende Hitze von der tiefschwarzen Lava hier tut ihr Übriges, dass wir in das Auto flüchten und die Aircondition anwerfen.

Es ist erstaunlich, wie sehr sich hier wieder die Ostküste von der Westküste unterscheiden. Der Passatwind kommt feucht und kühl vom Nordosten und hängt an den beiden Vulkanen Mauna Kea und Mauna Loa fest. Der gesamte Regen fällt dann auf der Ostseite, hier ist es oft auch bewölkt und kühler. Unsere Unterkunft in Honookaˋa liegt genau hier und wenn wir am Nachmittag über die Kohala Mountains kommen, regnet es dort erst einmal. Am Küstenort angekommen, ist es oft noch bewölkt und trocken.

Unsere Tagesexpedition führt uns am Flughafen vorbei in Richtung Kailua-Kona. Dieser Hauptort an der Westküste ist ein Touristenmagnet mit Kreuzfahrtschiffanbindung und wirklich- kaum haben wir unser Auto auf einem Mall-Parkplatz oberhalb des Centrums abgestellt, sehen wir schon oberhalb der Baumspitzen die Schornsteine der – wie sich später herausstellt – „Pride of America“. Das ist das Schwesternschiff der „Princess of America“, die beide in Honolulu stationiert sind und von dort aus ihre Rundtouren um die Hawaiian Islands machen.

Wir spazieren hinunter an den Hafen, wo wir unversehens in ein Getümmel von Touris und Touri-Shops kommen. Hier drängen sich die großen Hotels an der kleinen Küstenstraße. Es gibt einen sehr kleinen öffentlichen Strand und direkt dahinter der schmale Bereich „nur für Hotelgäste“. Dazwischen marschieren die Tagesgäste und Touris, um zu den dahinter gelegenen hawaiianischen Tempeln zu gelangen - und wir mit!

Am Anleger suchen wir den Startpunkt für den Schwimmwettbewerb des Ironman Hawaii und können uns kaum vorstellen, dass hier alle Teilnehmer in diesem Becken auf den Startschuss warten. Wenn sie hier ihre 3,8 km abgeleistet haben, müssen sie aus dem Becken klettern und die gesamte Strecke, die wir mit dem Auto an der Westküste entlang gefahren sind, mit dem Fahrrad hin und zurück abstrampeln. Die gesamte Strecke über den Queen Kaahumanu und Akoni Pule Hwy. bis nach Hawi an der Nordspitze und zurück sind dann 180 km über diese sehr gut ausgebaute Straße – allerdings bei flirrender Hitze auf schwarzem Asphalt hat man sicherlich immer auf einer Strecke auch noch Gegenwind und die Steigungen sind auch nicht zu verachten. Das anschließend noch eine Marathonstrecke auf dem Allli-Way hinzukommt sprengt dann meine Vorstellungskraft über die Belastungsfähigkeit eines menschlichen Körpers! Unvorstellbar!

Am Anleger sehen wir auch hier die Tenderboote des Kreuzfahrtschiffes, die beständig hin und herschippern. Es gibt auch hier einen Sicherheitscheck und eine lange Schlange davor. Zugleich stehen aber auch viele Veranstalter mit Werbeplakaten herum: Fahrradtouren, U-Boottouren, geführte Wanderungen, Segwaytrips, …….. u.v.a.m., eben alles, was Kreuzfahrttouristen bei ihrem Landgang erleben wollen.

Wir gehen die Straße an der Kaimauer einmal rauf und runter, gucken uns den alten Herrscherpalast und die Kirche an und alles, was dieser kleine Ort außer Souvenirläden noch zu bieten hat. Dann brechen wir wieder auf – den Berg hinauf zum Auto und oben angekommen muss ich wirklich einen kurzen Abstecher in den Supermarkt machen, um mich in der Klimaanlagentemperatur wieder etwas herunter zu kühlen – ich koche!

Uns zieht es wieder zurück in die Abgeschiedenheit, Ruhe und relative Kühle von Honookaˋa.

Durch die Berge kommen wir wieder in Nebel und Regen, an der Küste ist es bedeckt, angenehm warm und sehr ruhig – genug Trubel für heute.

Jetzt wird noch gegrillt und der Abend mit Booo-Peeeehh! genossen.

Nachtrag: In den Nachrichten wird ein Beitrag über einen Haiangriff am Waikoloa Beach gebracht: Eine Kanutin wurde von einem Tigerhai aus ihrem Kanu geschubst und ins Bein gebissen. Sie kam mit einer 36 cm breiten Bisswunde verletzt davon, weil der Hai einfach weggeschwommen ist! Ihr Mann musste alles mit ansehen. Genau an diesem Strand waren wir heute Morgen!!!  

DATUM :                           Donnerstag, 25.04.2019

WETTER:                          Am Strand heiß, bei uns warm, abends ein Regenguss der feinsten Tropenart!

Heute machen wir nichts – haben wir uns vorgenommen! Nach einem entspannten Frühstück fahren wir an den Spencer Bach Park und unsere 1. Aktion ist Badengehen, denn es war im Auto richtig heiß! Wir genießen die Ruhe – es sind wieder nur sehr wenige Leute am Strand. Das Wasser ist klar, warm, eine Schildkröte kommt vorbeigeschwommen (vielleicht dieselbe wie neulich?), wir dümpeln eine Weile vor uns hin. Leider hat sich die Luft in meinem Bodyboard wohl gestern im Auto zu sehr ausgedehnt. Bei bestimmt 60°C im aufgeheizten Auto ist eine Naht geplatzt. Nun hängt es nur noch schlaff im Wasser und die Bläschen blubbern heraus wie bei einem undichten Fahrradschlauch! Also bleibt es am besten gleich hier!

Gegen Mittag wird es etwas voller am Strand, d.h. auf ca. 300 Metern Länge befinden sich jetzt ca. 10 Familiengrüppchen in der prallen Sonne, während wir im Schatten unter dem Baum am Ende sitzen. Für uns ist es nun genug und wir brechen auf.

Im Foodland in Waimea holen wir heute noch einmal eine Lachsseite zum Grillen und riskieren den Kauf eines Fishfoods zum Nachtisch. Hoffentlich ist die Baustelle nicht mehr zu lang und die Flagmen haben ein Einsehen mit auftauender Eiscreme ohne Kühlbox! In den letzten Tagen wurde der Verkehr immer wieder auf langen Strecken einspurig an den neu asphaltierten Strecken entlanggeführt und dies durch sogenannte Flagman geregelt, die den ganzen Tag mit einem Schild STOP / SLOW und einem Funkgerät in der Hand an der Straße stehen! Typisch amerikanisch – haben wir noch nirgendwo anders gesehen.

Heute bleibt noch viel Zeit zum Schreiben, Entspannen und Genießen – nebenbei schreibe ich noch die Bewertungen für unsere letzten beiden Unterkünfte auf Maui und Kauai.

Der Lachs vom Grill schmeckt super und die irrtümlich gekauften Texas Toast Knötzel gelingen im Grill perfekt! Fishfood zum Nachtisch rundet das leckere Essen ab!

Morgen früh müssen wir hier aufbrechen und zuvor die Klamotten alle irgendwie ins Auto bekommen und das Haus ein wenig aufräumen! Aber zuvor lassen wir den Abend ausklingen mit einem Glas Wein – oder zwei, wie immer! Und genießen die Ruhe eines Tropendschungels  -  ein letztes Mal „Booooh-Peeehhh!“

 DATUM :                          Freitag, 26.04.2019 - Umzugstag

WETTER:                          Heute ist es einfach: Regen, mal mehr und mal weniger!

Heute ist zwar Reisetag, aber wir können es langsam angehen lassen. Es hat die ganze Nacht geregnet und nun sitzen wir ein letztes Mal auf der Terrasse und sehen nicht einmal das Meer – so stark ist der Regen!

Auch das Packen verläuft entspannt: Wir müssen keine Rücksicht auf Handgepäcksregeln oder Gewichtslimit einhalten – Hauptsache, alles passt ins Auto und wird nicht nass!

Jörg fährt das Auto rückwärts möglichst weit den Berg hinauf, so sind die Wege kürzer und legt los! Ich sammele derweil die Reste in Walmart-Taschen und Ikeabeuteln ein. Endlich ist alles im Wagen verstaut – auch die restlichen Essensachen.

Wir verabschieden uns von Jim, leider ist Kim nicht da. Er war wirklich ein netter und sehr entspannter Gastgeber / Vermieter. 

Die Strecke bis nach Hilo kennen wir schon und meine angedachten Stopps an den Rainbowfalls, der Scenic- oder der Banyantree-Route am Hafenbecken von Hilo werden gestrichen – es regnet!

Alternative: Das Tsunami-Museum direkt in Hilos Altstadt. Hilo ist schon sehr oft von Tsunamis heimgesucht worden – egal, ob das Erdbeben auf den Aleuthen, in Californien, Chile oder Asien ist – der Tsunami trifft Hilo auf Grund seiner geografischen Lage am meisten. In den letzten Jahrzehnten wurde allerdings das Frühwarnsystem und die Schulung der Bevölkerung so weit vorwärtsgetrieben, dass es keine Verwundeten oder Tote mehr gab!

Nach einer kurzen Wartezeit bis zur Öffnung um 10 Uhr, die wir in einem etwas merkwürdigen Sammelsurium-Museum aus Meeresbiologie und Quiltmacherei verbringen, können wir ins Museum – eine größere Gruppe von Kreuzfahrtschiffleren haben wir hier bei den Quiltern abgehängt

Das Museum ist in einem alten Bankgebäude untergebracht, welches durch seine massive Steinbauweise mehrere Tsunamis ohne Schaden überstanden hat, die Filmvorführung findet im alten Tresor statt. Empfangen werden wir von einer älteren Dame, einer Überlebenden der schweren Flutwellen von 1946 – sie betreut das Museum heute. In einzelnen Bereichen sind die Ursachen und Auswirkungen der verschiedenen Tsunamis von Hilo, Südostasien und zuletzt Fukushima aufgeschlüsselt. Im Video sehen wir dann den aktuellen Stand der Vorwarneinrichtung und der weltweiten Forschung über Tsunamis – sehr interessant.  

Auch jetzt regnet es noch – Hilo soll die Stadt mit dem meisten Regen hier auf Hawaii zu sein – dass können wir bestätigen! Unsere Strecke geht weiter in Richtung Süden und dann nach Westen. Aus der 4-spurigen Straße wird ein normaler Highway, der Verkehr nimmt von Meile zu Meile ab, bis wir westlich vom Vulkano-N.P. ziemlich alleine unterwegs sind. Auf Nachfrage teilt uns Trulla mit, ca. 0,6 Meilen vor unserem Ziel gibt es einen Supermarkt – da sind wir ja mal gespannt, denn Häuser und Menschen scheinen hier dünn gesät zu sein.

Als wir den Laden erreichen, sind wir doch sehr überrascht: Es gibt alles, auch gerne in etwas größeren Gebinden. Obst, Fleisch, Milchprodukte, einfach alles! Selbst eine Tankstelle ist hier – wir sind also gut versorgt!

Für uns ist das Ziel fast erreicht – die übernächste Querstraße ist unsere. Das Tor bekommen wir mit dem gemailten Code von Linda Biedenknapp auf und auch die Beschreibung, wie das Haus zu finden ist,  passt. Ohnehin hätten wir diese auch ohne Beschreibung gefunden: Die „Jurte“ ist nicht zu übersehen! Auf einer Anhöhe steht ein rundes Haus mit spitzem, grünen Dach mitten in einem Lavafeld – das isses!

Mit lieben Grüßen aus Braunschweig

Kristina und Jörg