Um 6:30 Uhr klingelte der Wecker - wir wollten gegen 7:30 Uhr am Takakkaw Falls Parkplatz sein, um dort noch einen Platz zu ergattern. Auch hatten wir viel vor: Geplant war der Iceline Trail via Celeste Lake mit 17 km und etlichen Höhenmetern. Und ich kann nicht zu viel vorwegnehmen - der Tag sollte der Adrenalinreichste der Reise werden.
Pünktlich ging es los zur Anfahrt mit den Switchbacks. Da unser Womo gerade über der Grenze von 23ft lag, mussten wir diese Serpentinen der Strecke abwechselnd vorwärts und rückwärts meistern. Das Ganze war aber für uns kein Problem. Wir waren früh da, hatten an dieser Stelle keinen Verkehr und konnten die ca. 90 m Rückwärtsfahrt leicht bewältigen.
Doch ein paar hundert Meter nach dem letzten Switchback dann das erste Highlight des Tages: Zwei Schwarzbären, die die Straße kreuzten. Unsere ersten zwei Bären des Urlaubs freuten uns sehr, schenkten uns dabei aber wenig Beachtung.


Wir trafen dann am Parkplatz ein und ergatterten einen von zwei der letzten Womo-Parkplätze. Wir frühstücken erst hier, bevor wir uns auf den Weg zu den übermächtigen Takakkaw Falls machten.
Die Takakkaw Falls sind wirklich riesig und selbst am Morgen war sehr viel los. Wir hielten uns nicht so lange auf und starteten zeitig mit dem Iceline Trail, da dieser mit ca. 7h veranschlagt war. Wir würden noch genug Aussicht auf den Wasserfall haben.


So starteten wir den Trail, die Besuchermassen verschwanden rapide. Der Weg verlief erst ein bisschen bergab, kreuzte dann die Zufahrtsstraße und führte dann einen serpentinenartigen Waldweg den Berg hinauf. Am Aufstieg nahmen wir einen kleinen Umweg von einem halben Kilometer zu den Hidden Lakes in Kauf. Eine absolute Empfehlung - die Spiegelungen vom überliegenden Berg machen den See wirklich wunderschön. Das Gewässer wirkte auch sehr idyllisch, da wir zu dem Zeitpunkt dort alleine waren.


Wir erreichten zeitig die Baumgrenze, wo der Weg nun langsam über mehr Stein führte und auch mehr Schnee auf der Höhe offenbarte. Uns war klar, der Weg wird über das ein oder andere Schneefeld führen. Auf dem Weg nach oben begrüßten uns auch das ein oder andere Eichhörnchen.


"Das ein oder andere Schneefeld" war eine maßlose Unterschätzung von uns. Ab einer gewissen Höhe liefen wir nur noch über Schnee. Das war aber nur das eine Problem: Durch den Schnee war nicht erkennbar, wo der Weg lang führte. Uns kamen zwar die ein oder anderen Wanderer entgegen (unter anderem auch eine Familie mit zwei Kindern), die Spurensuche gestaltete sich trotzdem sehr schwierig. Unser Glück in dieser Not: mein GPS am Handy. Wir konnten den Weg grob an der Offline-Karte nachvollziehen. ![]()





Trotzdem gestaltete sich der folgende Abstieg als schwierig. Der zugeschneite Wald offenbarte etliche Schneelöcher, was zu ein paar kleineren Stürzen führte. Doch wir gaben nicht auf und fanden langsam den Weg in den Bereich, der nicht mehr von Schnee überschüttet war. Schlussendlich kreuzten wir am Abstieg den Celeste Lake, der mit dem angrenzenden beschneiten Wald wunderschön aussah. An diesem Teil des Weges waren sehr viele Brücken eingestürzt und Bäume lagen auf der Strecke. Kein Wunder - in der Mitte des Weges ein Schild, dass der Trail eigentlich geschlossen sei. Schade, dass das Schild auf der anderen Seite des Trails wohl vergessen wurde.



Der Abstieg führte danach einen Waldweg hinab zum Laughing Falls Backcountry Campground mit den gleichnamigen Wasserfällen. Auf dem Weg entlang trafen wir noch zwei Einheimische, die sich mit Skiern auf dem Weg nach oben machten und uns über die Schneebedingungen befragten. Danach ging es entlang des Tales zurück zum Parkplatz. Doch auch kurz vor Ende der schweren Wanderung noch eine Überraschung: Ein Schwarzbär in weiter Entfernung im Wald, der uns leise beobachtet.



Wir kamen nach ca. 7h Wanderung gegen 16 Uhr an unserem Camper an und waren fix und fertig. Wir hätten hier auf alle Fälle vorher die Trail Conditions prüfen sollen, denn eigentlich war der Trail gesperrt. Wir wären den Trail dann nicht gelaufen. Wir fragten uns, wie die Familie das wohl gepackt haben soll. Kurzfristig entschieden wir uns dazu, heute nicht zu kochen, zurück nach Field zu fahren und gut zu Abend zu essen. Das hatten wir uns nach dem anstrengenden Tag verdient.

Wir fuhren zum Truffle Pigs Bistro & Lodge und mussten ca. 30 Minuten auf einen Tisch warten. Das Bistro war schön, die Bedienungen nett und das Essen sehr gut. Für mich gab es ein leckeres Chimichurri Steak mit Ofenkartoffeln und Gemüse für ca. 26€. Satt vom Steak gab es für mich kein Dessert - der Rest der Bärenbande gönnte sich noch ein paar Schokoküchlein.
Nach dem leckeren Essen ging es zurück zum Kicking Horse CG, wo wir uns duschten und zeitig ins Bett legten. Wir waren fix und fertig vom ereignisreichen und anstrengenden Tag. Den würden wir so schnell wohl nicht vergessen
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Viele Grüße
Nico
Hallo Nico
Danke für den schönen Bericht, scheint ja ein schöner Tag gewesen zu sein.
Ich bin überrascht, dass der Parkplatz beim Takakkaw Falls schon um 7.30 Uhr fast voll war. Ich hatte in Erinnerung, dass dieser Parkplatz eher gross ist und einige Parkplätze für Wohnmobile hat.
Ist dieser Parkplatz in der Zeit von Juli bis September immer so schnell voll oder war das hier eine Ausnahme? Beim Emerald Lake ist es dann ja vermutlich noch schlimmer, aber auch dort fandet ihr zum Glück noch einen Platz.
Gruss Baui
Hey Baui,
ich kann jetzt nur von dem Berichten, was wir gesehen haben. Ich denke manche alte Hasen hier im Forum haben bestimmt mehr Informationen zum Parkplatz 😅.
Der Parkplatz ist eine größere Schleife, wo der vordere Bereich (Anfang der Schleife) für größere Fahrzeuge ist. Bei uns war aber die Hälfte des Bereichs für Touri-Busse abgesperrt. Auf der linken Seite gab es ca. 10 Parkplätze für Wohnmobile, dort waren dann noch zwei frei.
Wenn euer Womo kleiner als 23ft ist, dürft ihr anscheinend auch auf den normalen Parkplätzen parken. Da war viel Platz.
Aber selbst während wir oben am Parkplatz frühstückten, wurden noch zwei Womo-Parkplätze frei. Ich glaub hier muss man notfalls einfach kurz Zeit mitbringen und auf einen Parkplatz warten🤔 So war unsere Devise im kompletten Urlaub und damit sind wir sehr gut gefahren👍
Viele Grüße
Nico
Servus Nico,
was für ein Hradcore-Tag. Ist ja glücklicherweise alles gut gegangen.
Liebe Grüße
Micha
Scout Womo-Abenteuer.de
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Hallo Nico,
was für ein Tag! Seid ihr rückblickend nun froh den Trail trotz Schließung gelaufen zu sein?
Und habe ich das richtig verstanden, dass ihr Teile der Serpentinen rückwärts gefahren seid? Ich wäre da schon völlig fertig gewesen, nicht nur bei dem Gedanken, wenn etwas entgegenkommt....
Liebe Grüße, Mike
Experience!
Scout Womo-Abenteuer.de
Hi Nico,
…toller Tag😃👍! Wir sind damals nur bis zu den Laughing Falls gelaufen und das Stück war schon echt toll 😊!
Mike,
…ist mit dem Womo nicht anders möglich😉…, aber auch gut machbar😎!
Munter bleiben
Gruss
Kochi
Scout WoMo-Abenteuer.de
Hallo Nico,
ich komme selber gerade erst von einer Reise aus der Gegend zurück und steige deshalb erst verspätet zu -toll, dass du einen Bericht schreibst!
Den Trail so vorzufinden und trotzdem durchzuziehen ist natürlich sportlich 😬, da habt ihr euch ja beeindruckend belastbar gezeigt.
Glückwunsch zu den tollen Bärensichtungen!!!
(Wir waren auch beim Truffle Pig essen, das ist eine super Empfehlung!)
Ich lese jedenfalls gerne weiter mit,
schöne Grüße, Janina.
@baui: Wir waren fast drei Wochen nach Nico und Co da, also noch mehr in der Hauptsaison. Mitte Juli, an einem Samstag, waren wir morgens um 8 Uhr das zweite Womo auf dem Parkplatz. Ist natürlich auch nicht vorhersagbar, wieviele Frühaufsteher an dem Tag unterwegs sein werden. Als wir mittags zurückkamen, war es aber wirklich crazy voll, es ist also schon sinnvoll, nicht zu spät zu kommen.
Hey Micha, Mike, Kochi und Janina,
schön, dass so viele den Tag interessant finden :) und danke für euer Feedback!
Die Aussicht am Trail war wirklich atemberaubend, deswegen bin ich persönlich froh ihn gelaufen zu sein. Ich glaub da gehen aber die einzelnen Meinungen in unserer Gruppe auseinander. Fakt ist, dass wenn wir gewusst hätten, dass der Trail gesperrt ist oder wir kein GPS gehabt hätten, dann wären wir auf der Höhe vor den großen Schneefeldern umgedreht. Aber selbst bis dahin war die Wanderung schön :)
Ja genau. Die besagte Stelle ist eine dreikurvige Serpentine. Bei Womos über 23ft darf man diese nicht ausfahren und muss den mittleren geraden Weg (ca. 90 m) rückwärts fahren, um dann in der nächsten Kurve vorwärts wieder rauszufahren. Wir hatten uns aber vorher auch Gedanken gemacht, ob wir das packen. Tatsächlich war es dann aber einfacher, als es sich anhört :).
Auf alle Fälle! Das Restaurant war super!
Mir ist noch eingefallen, dass es bei uns evtl. etwas voller war, da am Folgetag Canada Day gefeiert wurde. Evtl. war deswegen auch noch die ein oder andere Person mehr da.
Viele Grüße
Nico
Wir waren auch Anfang Juli dort, haben mit Glück gegen Mittag einen Womo-Platz ergattert.
Die Serpentinen sind wir mit unserem 25 Fuß-Womo vorwärts gefahren, die obere Kurve musste ich einen Meter zurücksetzen, dann geht das auch
Gruß
Christian