Wir schliefen in der Nacht in Richmond ganz gut. Ich lag zwar zwischendurch mal eine Stunde wegen des Jetlags wach, aber wir konnten alle unsere Akkus auffüllen. Ein kurzes Frühstück aus dem gestrigen Einkauf und los ging es für uns zur Womo-Übernahme. Wir hatten bei unserer Buchung den Shuttletransfer inklusive. Da unser Abholpunkt aber etwas entfernt war (Comfort Hotel Vancouver), nahmen wir uns einen schnellen Lyft zum Abholpunkt für den Shuttle. Pünktlich um 8:15 Uhr trafen wir ein, unser Fahrer wartete tatsächlich schon auf uns.
"Nico? You're a litte late, aren't ya?" wurden wir begrüßt. Verwundert antworteten wir, dass das Shuttle doch um 8:30 Uhr fahren sollten. Eigentlich wäre unsere Abholzeit wohl 8 Uhr gewesen. Lachend antwortete er, dass das Büro die Zeiten wohl öfters mal durcheinander werfen würde. Unser Fahrer hieß Wayne und war ein sehr lustiger Zeitgenosse. Er erzählte uns einiges über sein Leben, was man beim Fahren in Kanada beachten soll und gab uns ein paar Tipps für z.B. den Emerald Lake. "Bärenspray dürfen sie als Vermieter nicht mehr weitergeben", erklärte er. Fügte aber direkt mit einem verschmitzten Grinsen an, dass er mal schaut, was sich machen lässt ![]()
Nach etlichen witzigen Ehegeschichten von Wayne ging die kurzweilige Shuttlefahrt nach Abbotsford zu Ende. Wir kamen gegen 10 Uhr an und konnten uns direkt anmelden und den Papierkram erledigen. Wir waren auch die einzigen Personen, die im Shuttle mitgefahren sind und hatten wohl einen betriebsarmen Tag erwischt. Wir bekamen die Womo-Einführung von einem Mitarbeiter auf Englisch, was für uns kein Problem war. Nachdem wir sagten, dass dies unsere erste Wohnmobil-Tour war, schien es uns, als wäre die Erklärung etwas ausführlicher gewesen. Für uns war sie jedenfalls ausreichend. Wir hatten uns zuvor natürlich etliche Videos und Artikel angeschaut. Das Einzige was für mich etwas komisch und neu war, war der Schaltknüppel am Lenkrad, aber das scheint ja mitunter Standard zu sein. Wir brauchten ca. 2 1/2 Stunden für die komplette Inspizierung und Übernahme des Wohnmobils, waren selber glaube ich aber auch eher gründlich beim Schauen nach möglichen Schäden.
Unser Wohnmobil war Baujahr 2023, also 3 Jahre alt, hatte 64k Kilometer auf dem Buckel, sehr gut in Schuss mit Solarpanel und Kühlschrank, der mit Strom und Propan läuft. Wir waren sehr zufrieden. Einzig und allein ein kleiner Riss in der Windschutzscheibe machte uns etwas Angst, falls dieser bei Schlaglöchern evtl. weiter aufreißen könnte. Mehrmalige Nachfrage wegen des Risses wurden abgetan, dass schon nichts passieren würde. Beim letzten Pipi machen vor der Abreise fanden wir noch ganz zufällig ein Bärenspray für uns. Eine Reisende aus Deutschland sprach uns an, gab uns ihren Parks Canada Discovery Pass und erwähnte, dass draußen eine kleine Hütte mit nicht mehr gebrauchten Camperutensilien gibt. Schade, dass uns der Mitarbeiter nichts davon gesagt hatte, aber zum Glück gibt es ja nette Urlauber
. Da hatten wir aber wohl nochmal Glück gehabt bzw. hätten wohl sonst nochmal nachgefragt. Wir fanden Klopapier, Zewa und schonmal eine erste Ladung Wasser.
So verließen wir gegen 13 Uhr den Vermieter und fuhren zum Ersteinkauf zum Save-on-foods nach Chiliwack (Wayne hatte uns diesen Laden empfohlen. Bekommt er vielleicht Provision? Wir wussten es nicht
). Beim Einkauf bekamen wir auf Nachfrage an der Kasse eine Kundenkarte, wodurch wir nochmal reichlich Rabatt eintüten konnten. Wir hatten schon einige Gerichte vorgeplant, wodurch die Einkaufsliste, die wir in einer App speicherten, schnell abgearbeitet war. Nur einzig die Suche nach vegetarischen Alternativen (Grillkäse, Tofu...) gestaltete sich etwas länger. Der Heißhunger war nach dem Einkauf geweckt und so aßen wir noch schnell einen Burrito beim anliegenden Quesada Burritos & Tacos. Die Burritos waren sehr lecker und auch groß :). Danach ging es für uns zeitig weiter, da wir nicht zu spät unseren ersten Campground erreichen wollten.
Ich muss sagen, dass die erste Tour für mich als Fahrer sehr aufregend und anstrengend war. An das Gefährt musste man sich auf alle Fälle erstmal gewöhnen. Auch das Rangieren auf dem Parkplatz beim Einkaufen ließ erste Zweifel an meinen Fahrkünsten aufwecken. Wir wechselten ungefähr nach der Hälfte der Strecke die Fahrer und zu meiner Erleichterung schien auch mein Bärenbruder die gleichen Einstiegsprobleme wie ich zu haben.
Wir kamen am Vorabend dann am Monck Provincial Park an. Der Campground war mit dem anliegenden Nicola Lake sehr sehr schön, aber dafür auch sehr lebendig. Wir machten noch einen kleinen Spaziergang zum Strand, aßen dann etwas Brot zu Abend und ließen den Tag beim Sonnenuntergang schauen ausklingen. Wir waren etwas müde von der Fahrt und wollten bereit für den folgenden Fahrtag sein.







Schöne Grüße
Nico