Heute schlafen wir eine halbe Stunde länger, der Junior kommt einfach immer sehr spät ins Bett. Kurz die Heizung anschmeißen, rein in die Klamotten, Slide Out einfahren und los gehts. Wir beschließen, entlang des Madison River Richtung West Entrance zu fahren, um nach Tieren Ausschau zu halten.
Direkt an einem Parkplatz ist ein Stau. Ein Bär. Auf dem Parkplatz ist noch jede Menge Platz, also schnell in der ersten Reihe geparkt und die Ferngläser raus. Wir können den zimtfarbenen Schwarzbären oben am Hang eine ganze Weile beobachten. Er streift gemütlich durch die Büsche und frisst Beeren. Wir frühstücken irgendwann auch, immer wieder einen Blick auf den Bären werfend. Für gute Fotos ohne Teleobjektiv ist er weit weg und kommt auch leider nicht näher zur Straße. Kluger Bär…

Gegen halb zehn starten wir wieder und fahren los. Am Fluss können wir noch ein paar Deers erblicken. In Madison stoppen wir zum Dumpen, bevor wir Richtung Midway Geyser Basin fahren. Wir wollen zum Overlook der Grand Prismatic Spring. Wie erwartet gibt es hier keinen Parkplatz, deshalb fahren wir etwa eine halbe Meile weiter zum Mallard Creek Trailhead. Der war uns gestern Abend aufgefallen. Es steht nur ein Auto auf dem Parkplatz. Wir packen alles zusammen und marschieren los. Ein teilweise schnurgerader Pfad führt über einen Hügel zurück zum Fairy Falls Trailhead. Außer uns ist niemand unterwegs.

Das ändert sich auf der anderen Straßenseite. Ab dem Parkplatz gleicht der breite, geschotterte Weg einer Völkerwanderung. Aber der Overlook ist es wert, irgendwie kann man die Dimension der Grand Prismatic Spring erst von oben erfassen. Auch wenn die Aussicht nicht komplett frei ist. Vor 15 Jahren sind wir querfeldein einen Hügel hoch geklettert, da war die Sicht besser. Der Junior ist total ergriffen, endlich diesen Anblick vom Foto im Wohnzimmer live zu erleben.

Wir wandern weiter zu den Fairy Falls. Der Weg zieht sich etwas, vor allem der erste Teil nach dem Abzweig von der Grand Prismatic. Am Wasserfall packen wir unser Picknick aus. Das müssen wir dann aber gegen sehr aufdringliche Chipmunks verteidigen.

Der Wasserfall ist recht hoch, aber es fließt nicht sehr viel Wasser.

Nach kurzer Überlegung beschließen wir, noch zum Imperial Geyser weiter zu wandern. Der Weg ist spannend, mal über Holzbretter über sumpfiges Gelände, dann an einem bunten, heißen Bach entlang. Entgegenkommende Wanderer meinen, es sei ein Bär in der Nähe. Das erhöht die Spannung zusätzlich, wir drehen uns ständig zu allen Seiten um. Wir können aber keine Tiere erspähen.


Das Imperial Geyser ist schon sehr schön, es spuckt regelmäßig unterschiedlich hohe Fontänen. Und wir haben es ganz für uns alleine. Auch auf dem Weg zum Wasserfall zurück spähen wir aufmerksam umher und unterhalten uns. Es lässt sich aber kein Bär blicken.

Zurück gehen wir den gleichen Weg, teilweise in sehr zackigem Tempo. Wir machen nochmal einen Abstecher hoch zum Overlook, der Junior kann sich nicht sattsehen.

Nach 14 Kilometern bei strahlendem Sonnenschein sind wir wieder zurück beim WoMo. Nach einer kleinen Erfrischung fahren wir zum Grant Village. Hier bekommen wir Site I237 zugewiesen. Die liegt ganz am Ende des Campgrounds und ist ein recht enger Pull Thru, aber sonst großzügig. Aber mit wenig Sichtschutz zum Nachbarn.

Auf einen Ausflug zum See hat niemand mehr Lust. Heute grillen wir Burger und entfachen natürlich ein Lagerfeuer. Beim Essen stören kleine Fliegen, ähnlich Obstfliegen. Sie stürzen sich sofort auf die Teller. Gegen 22 Uhr liegen dann alle im Bett.
Viele Grüße,
Katja
Es war sogar extra ein Ranger abgestellt, um die Leute vor dem Betreten des Weges zu warnen.