Die Wetterprognosen haben es schon seit Tagen vorausgesagt: heute soll ein richtig schöner Tag werden, leider der Einzige unserer letzten Ferienwoche.

So stehen wir wieder einmal beizeiten auf und verlassen den Campground kurz nach 9 Uhr. Die Strecke führt über den Gold River Highway ins Landesinnere.

Die Sonne lacht von einem wolkenlosen Himmel und wir geniessen die halbstündige Fahrt, bis wir die ersten Ausläufer des Upper Campbell Lake erreichen. Ab hier wird die Landschaft abwechslungsreicher, in der Ferne sieht man die Berge.

Kurz nach Parkeingang zweigt die Strasse zum Strathcona PP ab, die erste Pause machen wir wie bereits vor 10 Jahren am Boot Launch Platz. Unsere Steinmännchen vom damaligen Familienwettbewerb stehen nicht mehr, die Sicht ist aber wiederum wunderschön, die Kamera im Dauereinsatz.


Nachdem wir uns von der traumhaften Szenerie loseisen können, geht die Fahrt weiter den Buttle Lake entlang.

Die Lupin Falls lassen wir aus, auch am Ralph River CG halten wir noch nicht an, sondern fahren direkt weiter bis ans Ende des Sees. Es ist kurz vor Mittag, spontan entscheiden wir die Jim Mitchell Lake Road hochzufahren, wofür haben wir einen 4x4 Boliden unter dem Hinterteil? ![]()


Die Strasse ist steil aber bei diesen trockenen Verhältnissen gut zu handeln und so erreichen wir nach einer halbstündigen Fahrt den kleinen Parkplatz beim Startpunkt des Bedwell Lake Trails.

Eigentlich wollten wir noch bis zum See hochfahren, aber ein grosser Stein versperrt das Weiterkommen. So parkieren wir am gut gefüllten Parkplatz und überlegen uns, was wir unternehmen wollen. Den Bedwell Lake Trail zu laufen, wäre ja sehr verführerisch, aber schon nur der Aufstieg bis zum See dauert ca. 2.5 Stunden, dafür sind wir zu dieser Jahreszeit einfach zu spät dran.
So laufen wir einen Teil des Trails bis zu den ersten Brücken und kehren wieder um, als der Pfad den Berg hoch schlängelt. Uns kommen Hiker entgegen, die offensichtlich oben übernachtet haben. Das wäre sicher ein tolles Erlebnis.


Wir aber laufen zurück zum Camper, essen einen kleinen Snack und fahren danach wieder runter zur Strasse. Auch wenn wir keine grössere Wanderung unternommen haben, fanden wir den Ausflug trotzdem lohnenswert. So hatten wir das Gefühl, doch noch ein wenig off the Road unterwegs gewesen zu sein.
Gegen 14:30h erreichen wir den Ralph River Campground – hier habe ich meine Wunschsite am Rand reserviert und ich freue mich schon auf das Sitzen in der Sonne, nachdem es damals vor 10 Jahren nicht mit einer Site in der ersten Reihe geklappt hat.
Als wir uns der Site nähern, folgt jedoch die Ernüchterung: da steht doch tatsächlich ein anderes RV auf unserem Platz
. Kein Wunder: am Schild befindet sich kein «reserved» Schild. Wir parkieren auf der nächsten Site und ich begebe mich zu den Campern, die zum Glück vor ihrem RV sitzen. Sie entschuldigen sich und meinen zwar noch, ob wir nicht auf die Nachbar-Site ausweichen könnten, aber als sie meine Story ‘bereits vor 10 Jahren wollte ich auf diesen Platz’ hören, packen sie ihre sieben Sachen zusammen und fahren selbst auf die nächste Site. Nachträglich betrachtet wundert es mich nicht, dass dies passiert ist. So ist während unseres gesamten Aufenthalts nie ein Host aufgetaucht. Das war insofern sehr schade, da wir kein Holz mehr hatten und somit das endlich erlaubte Campfire trotz wunderbarem Wetter ausfiel.
Nachdem wir eingerichtet sind, setzen wir uns mit den Stühlen an die Sonne und geniessen das herrlich warme Wetter.


Zum Glück sind wir früh beim Campground eingetrudelt, wie vermutet verschwindet die Sonne bald einmal hinter der Bergkette. Bis dahin laufen wir jedoch noch zum Wasser. War der See immer so weit weg vom Campingplatz? Die Baumstrünke sind auf jeden Fall nach wie vor so fotogen wie dazumal.



Was leider fehlt und auch während des gesamten Aufenthalts fehlen wird, sind irgendwelche Tiere, keine Deers, keine Hörnchen, gar nix. Zumindest ein verfressener Stellars Jay besucht regelmässig unseren Platz. Wir taufen ihn JJ und haben über die nächsten 2 Tage viel Freude an ihm.


Wir beschliessen vor dem Nachtessen noch eine Runde zu laufen. So gehen wir zum Ausgang des Campgrounds und laufen noch den Wild Ginger Trail, mittlerweile ist die Sonne untergegangen und es ist dementsprechend düster im Wald.




Die Runde ist jedoch kurz und wir bald wieder an unserem Platz. Den Abend verbringen wir im Camper. Ohne Feuer ist es draussen zu kalt. Henu …
Schöne Grüsse / Flo