Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Tag 17: Eine Bärenbegegnung der anderen Art

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Flo
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Tag 17: Eine Bärenbegegnung der anderen Art
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
Dienstag, 23. September 2025
Gefahrene Meilen: 
85 Meilen

Der Tag beginnt wie der vorherige aufgehört hat, bewölkt und zunächst noch regnerisch. So nehmen wir es gemütlich, schlafen aus und essen ausgiebig Frühstück mit Ei und Speck, bevor wir uns auf den Weg zurück Richtung Süden machen.

Je mehr wir uns Campbell River nähern, desto heller wird der Himmel und in Campbell River selbst ist es nur noch leicht bewölkt und die Sonne scheint smiley. Definitiv die richtige Entscheidung, den Norden zu verlassen. Wir tanken und füllen im Walmart unseren Kühlschrank bevor wir – ihr ahnt es schon – wieder zum Quinsam River CG fahren.

Die kommenden drei Tage werden wir in den Strathcona fahren und da wir noch eine Nacht zur Verfügung haben, wollen wir ihn auf unserem zweitliebsten CG verbringen und natürlich gegen Abend nochmals zu den Bären bei der Quinsam Hatchery gehen wink.

Es ist Dienstag und der Campground ist im Vergleich zum letzten Mal nicht so voll. Wir nehmen eine wunderschöne Site am oberen Ende des CG, wo der Beaver Pond Trail verläuft. Was für ein schöner Platz, ich bin wieder einmal hell begeistert heart.

  

Wir essen eine Kleinigkeit und da es erst nach 14h ist, laufen wir zunächst den Beaver Pond Loop.

  

Der Beaver Pond ist nicht wirklich eine Attraktion, aber es ist eine schöne kleine gemütliche Runde.

  

Der Trail führt runter zum Campbell River, von dort geht es durch den Campground zurück zu unserer Site.

  

  

                                                        

Mit Kamera bepackt geht es kurz nach halb fünf wieder los zunächst auf den Pfad bis zur Brücke und danach weiter dem Quinsam River entlang.

  

Kaum haben wir den Campground verlassen, liegt eine Bärenkacke auf dem Pfad surprise. War der das letzte Mal auch schon da? Etwas mulmig zumute laufen wir weiter; ausser zwei Fischer am Fluss ist wiederum keine Seele unterwegs. Ich singe lauthals bis wir die Brücke erreichen. 

                                                     

Der Parkplatz ist ziemlich gefüllt, wir dürften somit nicht die Einzigen sein. Nach 15 Minuten Gehzeit erreichen wir unseren Spot am Fluss.

                                              

Es warten bereits etliche Menschen mit Kamera ausgerüstet, darunter wie beim letzten Mal ein chinesischstämmiger Mann, der nicht mehr so gut zu Fuss ist und mit dem Rollator zum Fotografieren gekommen ist. Keine Ahnung wie er es über den wurzelbespickten Pfad hierher geschafft hat, auf jeden Fall hat er mit seinem Rollator eine 1A-Sitzgelegeheit. laugh

Heute gibt es an dieser Stelle jedoch keine Bärenshow. Wir warten und warten und warten, aber nichts tut sich. So begeben wir uns wieder etwas flussabwärts und bingo: es dauert nicht lange und ein Bär kommt aus dem Dickicht, schaut sich um und geht dann langsam, aber stetig immer weiter den Fluss abwärts.

  

   

  

  

Wir folgen ihm auf der gegenüberliegenden Seite, bis er weiter unten, ohne einen Fisch gefangen zu haben, wieder im Dickicht verschwindet.

  

  

Mittlerweile ist es kurz nach 6 Uhr und die Dämmerung setzt ein. Es ist definitiv Zeit, zum Campground zurückzukehren. Beim Haus an der Brücke ist es ruhig, wir queren die Strasse und verschwinden auf der anderen Seite auf dem Pfad Richtung Campground. Wieder sind wir allein unterwegs, ich habe wegen den vielen Wurzeln meinen Blick immer wieder auf den Boden gerichtet, als mein Mann plötzlich zu mir sagt: «Schatz, da kommt uns ein Bär entgegen». surprisesurprisesurprise 

Mein Blick schnellt hoch und mein Herz setzt aus broken heart: auf dem Pfad ca. 20m entfernt läuft ein Bär in unsere Richtung. Wir drehen uns um; zum Glück macht der Weg eine Biegung und so laufen wir kaum aus dem Sichtfeld verschwunden schnellstmöglich zur Strasse zurück.

Herzrasen pur und als Nächstes die Erkenntnis, dass wir nun der Strasse folgend in einem grossen Bogen via Hauptstrasse zurück zum Campground laufen müssen, da der direkte Weg ja nun keine Option mehr war. indecision Und dies bei schnell einsetzender Dämmerung. Ich bin in meinem Leben selten so schnell gelaufen. Zwar gab es entlang der Strasse vereinzelt ein paar zurück versetzte Häuser, dazwischen aber auch immer wieder Waldpartien und so fühlte ich mich alles andere als sicher. Nach 20 Minuten im Laufschritt erreichen wir endlich die Hauptstrasse und die Anspannung lässt nach.

                                      

Die letzten 10 Minuten bis zum Eingang des Campgrounds nehmen wir es gemütlich; bis wir unseren Camper erreichen, ist es fast dunkel. 

Eigentlich wäre wieder Lagerfeuer angesagt, aber nach der Aufregung kommt die Müdigkeit und so gibt es lediglich ein einfaches Nachtessen und einen gemütlichen Leseabend. Was für ein aufregender Tag - so viele Bärenerlebnisse auf einer Reise, da haben wir wirklich den Jackpot geknackt!

Schöne Grüsse / Flo

Pirat
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Beigetreten: 21.10.2016 - 00:41
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RE: Tag 17: Eine Bärenbegegnung der anderen Art

Hallo Flo,

ganz schön aufregend so eine unverhoffte Bärenbegegnung mit 20 Metern Abstand. Ist uns zum Glück bislang noch nicht passiert, ich weiß auch nicht, wie meine Damen reagiert hätten. Bei uns gab es nur einmal im Jedediah Smith Redwoods State Park beinahe eine Bärenbegegnung. Unsere große Tochter hat uns dann aber schnell genug das Weite suchen lassen. So schnell wie ihr sind wir aber nicht gelaufen. War ja auch nur beinahe eine Bärenbegegnung gewesen. laugh

Viele Grüße
Alex
I love not man the less, but nature more

Reisebericht "The Big Circle" (LAX-LAX)

BoldPinguin
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Beigetreten: 18.11.2025 - 10:13
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RE: Tag 17: Eine Bärenbegegnung der anderen Art

Hallo Flo,

puh, da wird einem auf jeden Fall ganz anders. 20m sind in so einem Fall ja wirklich nicht viel. 

Ich habe mir den Quinsam CG auch mal vorgemerkt für dieses Jahr, wir sind aber mit 2 (kleineren) Kindern unterwegs. Ist denn jenseits der Brücke mehr los ( in Bezug auf menschliches Publikum 😉) als auf dem Trail direkt vom CG? Vermutlich werden wir dann doch (falls wir das wirklich machen wollen) mit dem Womo bis zum Parkplatz fahren, dann hat man wenigstens einen sicheren Rückzugsort in der Nähe.

Nochmal danke für deinen Bericht, ich lese immer begeistert mit und freue mich schon auf eure Eindrücke aus dem Strathcona PP.

VG Hanna

CanDu
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Beigetreten: 28.08.2013 - 17:04
Beiträge: 720
RE: Tag 17: Eine Bärenbegegnung der anderen Art

Hallo.

Merkwürdig,  dass man eigentlich wegen den Bären hin aber auch wegläuft. wink

Meine kürzeste Distanz zu einem freilaufenden Bär betrug auch nur max. 20 m. Da rutscht einem das Herz fast in die Knie..

Liebe Grüße

Olaf

Flo
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Beigetreten: 17.08.2014 - 20:42
Beiträge: 1076
RE: Tag 17: Eine Bärenbegegnung der anderen Art

Hej Olaf und Alex

Da hast du vollkommen Recht Olaf, es ist eine paradoxe Situation. Faszination und gleichzeitig Höllenrespekt - diese Gratwanderung war schon sehr eindrücklich an diesem Tag. Absolut interessant, dass es nirgends Warnschilder gab bei dem Pfad - weder am Campground noch auf der Gegenseite bei der Brücke. Und die Einheimischen kennen überhaupt nichts, fischen überall entlang des Flusses, auch Teenager und sogar Mütter mit Kindern. Und in unmittelbaren Nähe gehen Bären auf Fischfang. Fast schon skurril.

Und auch wenn man im Hinterkopf immer damit rechnet, mal einem Bären zu begegnen, wenn es eintrifft, dann rutscht einem das Herz definitiv in die Hose. 

Grüessli

Flo

 

Flo
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Beigetreten: 17.08.2014 - 20:42
Beiträge: 1076
RE: Tag 17: Eine Bärenbegegnung der anderen Art

Hej Hanna

Ich habe mir den Quinsam CG auch mal vorgemerkt für dieses Jahr, wir sind aber mit 2 (kleineren) Kindern unterwegs. Ist denn jenseits der Brücke mehr los ( in Bezug auf menschliches Publikum 😉) als auf dem Trail direkt vom CG? Vermutlich werden wir dann doch (falls wir das wirklich machen wollen) mit dem Womo bis zum Parkplatz fahren, dann hat man wenigstens einen sicheren Rückzugsort in der Nähe.

Welche Jahreszeit seid ihr dort? Bären gibt es nur im September an dieser Stelle.

Und ja, auf dem Trail ab Parkplatz hat es schon mehr Leute, aber wir waren auch dort schon stellenweise alleine unterwegs. Alternativ kann man der Strasse entlang bis zur Hatchery laufen, von dort ist es nicht mehr weit bis zur genannten Stelle und es sind mehr Menschen von dieser Seite her kommend unterwegs.

Und das mit dem Womo zum Parkplatz fahren, das kommt in unserem Fall auch noch wink... mehr in ein paar Reisebericht-Tagen laugh.

Nochmal danke für deinen Bericht, ich lese immer begeistert mit und freue mich schon auf eure Eindrücke aus dem Strathcona PP.

Das freut mich sehr - vielen Dank für dein Feedback. Ich gehe davon aus, dass ihr auch in den Strathcona wollt. Ich war ja schon vor 10 Jahren bereits dort. Fortsetzung folgt in den nächsten Tagen.

Grüessli

Flo

BoldPinguin
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Beigetreten: 18.11.2025 - 10:13
Beiträge: 14
RE: Tag 17: Eine Bärenbegegnung der anderen Art

Hallo Flo,

Welche Jahreszeit seid ihr dort? Bären gibt es nur im September an dieser Stelle.

Wir sind in der ersten Septemberwoche dort. Ende August am Stamp River (gerade noch den letzten Tag an dem man reservieren kann 😀) und dann nordwärts Richtung Campbell River. Dort wollen wir dann eine Whale Watchting Tour machen und in den Strathcona.

Dank die vielmals für die Infos!

VG Hanna

Herbstfahrer
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Beigetreten: 25.10.2017 - 16:27
Beiträge: 1065
RE: Tag 17: Eine Bärenbegegnung der anderen Art

Hallo Flo,

Was für ein aufregender Tag - so viele Bärenerlebnisse auf einer Reise, da haben wir wirklich den Jackpot geknackt!

Da bin ich ganz deiner Meinung! Einfach klasse, was ihr alles erlebt habt. Und glücklicherweise zuletzt gut davongekommen seid. Der Bär auf deinen obigen Fotos scheint jedoch ziemlich satt gewesen zu sein - wenn es der war, der euch entgegenkam. Da habt ihr euch genau richtig verhalten und euch schnellstmöglich entfernt. Rennen soll man ja nicht!

 

                                          

Viele Grüsse, Irma

2012 Südwesten  2015 Yellowstone/Badlands/RMNP   Herbstfahrer's Reiseberichte

 

 

 

chico
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Beigetreten: 17.01.2013 - 17:34
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RE: Tag 17: Eine Bärenbegegnung der anderen Art

Hallo Flo,

danke für diese schöne Geschichte - Sie hat mich jetzt sehr an ein Erlebnis vor fast - ähm - 40 (autsch) Jahren erinnert, war meine erste Reise in die USA, 4 Frauen per Womo in den amerikanischen Westen. Ich glaube, es war im Yosemite. Unsere Mutter stöberte im Souvenirshop, meine Schwester und ich wollten ein Stück laufen. Der Weg hieß "Bear Trail". Wir so lustig "Haha, Bear Trail, mal sehen!" Nach einigen Minuten gingen irgendwann um eine Biegung, hörten ein Knacken, schauten beide auf und meine Schwester sagte nur total geschockt "Da ist ein Bär!" Er lief nicht in unsere Richtung, sondern stand mit den Vorderpfoten auf einen Baumstamm oder sowas gestützt, aber die Entfernung war meiner Erinnerung nach (naja, ist lang her) sogar eher 10 Meter und er betrachtete uns interessiert.

Wir reagierten gleich: Drehten auf dem Absatz um und gingen - rennen soll man ja nicht - mit RIESENSchritten zurück. Ich kann dein "selten so schnell gelaufen" sehr gut nachfühlen. Meine Schwester direkt geradeaus ins Unterholz, ich blieb stur auf dem in Biegungen verlaufenden Weg, worauf sich meine Schwester mir wieder anschloss. Ein Wahnsinns-Herzklopfen und eine Erinnerung, die, wie man sieht, auch nach 40 Jahren noch recht frisch ist. Unten angekommen stürzten wir in den Shop und erzählten unserer Mutter aufgeregt, dass wir einem Bären begegnet waren, und alles was sie, total entspannt, zu sagen hatte, war: "Habt ihr ihn fotografiert?" Nein, haben wir nicht!

Viele Grüße,
Andrea

Flo
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Beigetreten: 17.08.2014 - 20:42
Beiträge: 1076
RE: Tag 17: Eine Bärenbegegnung der anderen Art

Hej Irma

Der Bär auf deinen obigen Fotos scheint jedoch ziemlich satt gewesen zu sein - wenn es der war, der euch entgegenkam.

Nein, das war ein anderer. Es gab so viele in der Gegend. Weiter unten am Fluss in unmittelbarer Nähe zum Campground sahen wir später noch einen Bären als wir im Eiltempo zurück zur Hauptstrasse liefen. Den habe ich in meiner Geschichte sogar vergessen.

Definitiv ein Bären-Hot-Spot heart.

Rennen soll man ja nicht!

Zum Glück verschwanden wir sogleich wieder hinter der Biegung, so konnten wir sehr zügig zurück zur Brücke laufen.

Einen schönen Montagabend

Flo

 

Flo
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Beigetreten: 17.08.2014 - 20:42
Beiträge: 1076
RE: Tag 17: Eine Bärenbegegnung der anderen Art

Hej Andrea

Lieben Dank für deine Geschichte aus dem Yosemite - so Erlebnisse bleiben fürs Leben und egal wie lange sie her sind, man hat dabei das Gefühl, als wäre es gerade erst gewesen. 

und alles was sie, total entspannt, zu sagen hatte, war: "Habt ihr ihn fotografiert?"

Da war deine Mutter ja echt locker drauf laugh! Man rechnet ja immer irgendwie damit, dass man mal einem Bären begegnen könnte, aber wenn es soweit ist, dann rutscht einem das Herz schon in die Hose. Wobei ich bei einem Grizzlybären wahrscheinlich gestresster gewesen wäre.

Liebe Grüsse aus der Schweiz

Flo

Rincewind
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Beigetreten: 10.01.2024 - 12:39
Beiträge: 196
RE: Tag 17: Eine Bärenbegegnung der anderen Art

Eine ähnliche Begegnung mit knapp 20 m auf einem schmalen Pfad hatten wir im Elk Island NP auch, wenn auch nicht mit einem Bären sondern einem Bison.
Da wird einem schon etwas mulmig.

Gruß
Christian