Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Silver Wedding Tour rund um das Colorado-Plateau 29.07.-17.08.2012

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MichaelTE
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Silver Wedding Tour rund um das Colorado-Plateau 29.07.-17.08.2012
Eckdaten zum Reisebericht
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Reisezeit: 
Status: 
abgeschlossen

Sooooooooooooooo, allmählich wird es ja doch mal Zeit, den umfänglicheren Reisebericht zu starten..
Ich habe ja versucht, hier während unserer Tour einen Live-Bericht zu erstellen.
Der war ja eher kurz, und vor allem ohne Fotos.
Aber ich habe mir natürlich schon längere Texte aus der Tastatur gesaugt, die ich in der nächsten Zeit hier ausbreiten werde.
Ich bin zwar in den letzten Wochen nicht so richtig dazu gekommen, die Fotos vernünftig zu bearbeiten, aber es muss ja mal losgehen, die ganzen Verwandten und Freunde wollen allmählich auch mal "tolle" Fotos sehen.

Also, los geht's..

 

USA Süd-West auf einer größeren Karte anzeigen

 

Übersicht:

Praeludium:                  Wie alles begann
Prolog:      29.07.2012   Erkrath - Frankfurt - Las Vegas
1. Etappe:  30.07.2012   Las Vegas - Kingman,AZ
2. Etappe:  31.07.2012   Kingman - Route 66 - Grand Canyon South Rim
3. Etappe:  01.08.2012   gefangen im Grand Canyon
4. Etappe:  02.08.2012   Grand Canyon - Page - Monument Valley
5. Etappe:  03.08.2012   Monument Valley - wird sind alle Indianer
6. Etappe:  04.08.2012   Monument Valley - Mesa Verde Nationalpark
7. Etappe:  05.08.2012   Durch den Mesa Verde Nationalpark
8. Etappe:  06.08.2012   Mesa Verde - Arches Nationalpark 
9. Etappe:  07.08.2012   Durch den Arches Nationalpark
10. Etappe: 08.08.2012   Arches NP - Canyonlands/Island in the Sky - Dead Horse Point State Park
11. Etappe: 09.08.2012   Dead Horse Point SP - Utah State Route 128 - Goblin Valley State Park
12. Etappe: 10.08.2012   Goblin Valley SP - Capitol Reef Nationalpark - Escalante
13. Etappe: 11.08.2012   Escalante - Calf Creek - Bryce Canyon Nationalpark
14. Etappe: 12.08.2012   Durch den Bryce Canyon Nationalpark
15. Etappe: 13.08.2012   Bryce Canyon NP - Zion Nationalpark
16. Etappe: 14.08.2012   Im Zion Nationalpark
17. Etappe: 15.08.2012   Zion NP - Valley of Fire State Park
18. Etappe: 16.08.2012   Valley of Fire SP - Las Vegas
19. Etappe: 17.08.2012   Las Vegas
Finale:        18.08.2012   Las Vegas - Frankfurt
Epilog:                           Fazit

"Mer sind us de Aldestadt, us de Retematäng"

Grüße aus der Nähe der schönsten Stadt am Rhein,

Michael

MichaelTE
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Praeludium

Wie alles begann..

Irgendwann im letzten Sommer, kurz nach dem Urlaub im Schwarzwald, haben wir, Lydia(45) und ich, Michael(46), uns gefragt, wie wir eigentlich im August 2012 unsere Silberhochzeit begehen wollen.
Eine Feier? Grundsätzlich nicht schlecht, aber während der Ferien in NRW? Könnte schwierig werden. Und eigentlich haben die Feiernden davor und dabei auch irgendwie nur Stress.
Eine andere, besondere, einzigartige Reise? Ja, das klingt besser.
Dazu passt dann, dass wir auf Grund Lydias geringfügiger (aber hochwertiger) Tätigkeit in einer Schule leider immer noch nur die Sommerferien als Urlaubszeit nutzen können, auch wenn die Kinder (26 und 22) die Schulzeit schon längst hinter sich haben.

Schnell reifte in mir die Idee, mit dem Wohnmobil durch den Südwesten zu fahren.
Im Oktober rückte ich dann so allmählich mit der Idee raus.. und sah in leicht ungläubige und skeptische Augen.
USA..so weit weg..das wird bestimmt teuer..und wie geht das mit dem Wohnmobil..und überhaupt, ob das klappt?
Aber Lydia kennt mich ja lange genug, um zu wissen, dass ich gerne und auch gerne intensiv plane.

Und so ging es dann im Oktober los mit der groben Planung, im Dezember, nach vielem Lesen im Internet, war ich dann soweit, dass wir alles buchen konnten.
Bei den Sommerpreisen kam für uns eigentlich nur Cruise America in Frage, denn die Angebote mit anderen Vermietern waren 700 bis 900 EUR höher. Trotz der immer wieder zu findenden Bedenken. Denn eines steht ja fest: Bei einer großen Anzahl an Kunden gibt es auch absolut mehr Klagen. Von daher habe ich mir keine großen Sorgen gemacht.
Erst im Januar habe ich dann dieses phantastische Forum gefunden Embarassed.
Aber ich wurde in meiner Planung ja zum Glück eher bestätigt, und die Strecke stand dann schon ziemlich fest.
Die Karte, die im Startbeitrag steht, ist tatsächlich nahezu identisch mit der ersten "richtigen" Planung. 

Wir wollten entgegen der Uhr fahren.
Warum? Dazu gab es keinen speziellen Grund. Vielleicht, weil so der Grand Canyon früher kam..

So, jetzt aber genug mit dem Vorspiel.
Jetzt geht es wirklich los..

"Mer sind us de Aldestadt, us de Retematäng"

Grüße aus der Nähe der schönsten Stadt am Rhein,

Michael

MichaelTE
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Prolog: 29.07.2012 Erkrath-Frankfurt-Las Vegas

Sonntag, 6.05 Uhr. Der Wecker klingelt. Eigentlich viel zu früh für einen Sonntag.
Aber es soll ja auch nach Las Vegas, da darf das mal sein.
Pünktlich um 6.45 Uhr geht’s auf die A3 Richtung Frankfurt.
In Hofheim am Taunus wird nach knapp 100 Minuten Fahrzeit geparkt und umgestiegen in das Auto meines Chefs, der uns zum Flughafen bringt.
Der Check-In bei Condor ist super schnell erledigt, es ist ja auch erst 9 Uhr.
Es gibt für uns sogar noch Plätze am Notausgang, die ich mit meinen 1,90 Länge auch gerne nehme.
Und dann eine kleine Irritation: Der Abflug, vorgesehen 12.15 Uhr, verspätet sich.
Auf 14.50 Uhr, mehr als 2 ½ Stunden später, denn der Flieger war nicht rechtzeitig aus Anchorage angekommen.
Leider haben wir das vorher nicht mehr mitbekommen...
Na ja, wenigstens das Frühstück beim Marché im Untergeschoss hat gut geschmeckt, auch wenn es nicht ganz billig war.
Es war also erstmal warten angesagt. Zeit, den neuen Kindle, das kostenlose WLAN und den Kindle Reader for PC auszuprobieren. Blicke nach draußen gibt es nicht im Terminal C..
Zwischenzeitlich hatte sich dann noch das Gate geändert, der Check In verzögerte sich auch noch ein wenig. Der Abflug erfolgte dann tatsächlich gegen 15.20 Uhr, also drei Stunden später.

In der Reihe 21 war genug Platz, aber das war dank Notausgangsreihe auch kaum anders zu erwarten. Das die Toiletten in der Nähe waren war nicht wirklich ein Problem.
Das Essen war keine Offenbarung, aber ok. Die wohl Condor-üblichen dreierlei Nudeln und etwas Käse und Brot sowie ein Laugenbrötchen, der Nachtisch (Kuchen) war gut und schmeckte von allen Komponenten am besten.
Das Entertainment auf den Monitoren an der Decke (ISE is nicht bei Condor) war so lala, die Filme nicht nach meinem Geschmack. Aber gut, anderen hat es wohl gefallen. So ging die Zeit voran, mit ein wenig Rumgedöse zwischendurch, Zeitung lesen, Musik hören, was man halt so macht..
Zwei Stunden vor der Landung gab es dann noch eine Mahlzeit, eine nach nichts schmeckende Hähnchenfrikadalle mit Kartoffelsalat.
Getränke gab es genug, wenngleich der Service irgendwann weniger wurde. Aber man konnte problemlos aus der hinteren Küche nachholen.

Irgendwann lohnte sich dann auch der Blick aus dem Fenster. Wow, da werden wir demnächst langfahren. Alles sah von oben schon sehr fremd und bizarr aus..
Zur Landung  gegen 17.50 Uhr Ortszeit hatte der Pilot wieder etwas Zeit reingeholt, immerhin.
Und dann gab es auch mal einen Blick auf ein Flugfeld.

Für den Einreisekram haben wir dann noch gut 50 Minuten gebraucht, zum Glück kam die nächste Maschine erst nach uns an, der Officer war sogar überraschend freundlich und hat ein paar Brocken Deutsch zusammengesucht.
Um kurz vor 19 Uhr bekamen wir das (tatsächlich einzige!) Taxi vor dem neuen Terminal 3 zum Harrah’s Hotel & Casino. Der Taxifahrer war freundlicher Türke, der sich seinen Tip jedenfalls verdient hat.

Im Hotel dann eine sehr freundliche Entscheidung von Pam, der Dame am Empfang: Ein kostenloses Upgrade auf eine Junior Suite, weil wir das erste Mal in Vegas sind und unsere Hochzeitsreise haben, und deswegen doch ein schöneres Zimmer bekommen sollten. Guter Service...Smile

Das Hotel selber ist nicht unbedingt das modernste, aber es hat irgendwie so etwas typisches an sich. Es war eben so, wie man sich ein Hotel in Las Vegas aus Filmen vorstellt.

Mittlerweile war es gut 20 Uhr bei immer noch gefühlten 35° und einem schönen Sonnenuntergang.

Und die Shows konnte man zum Teil auch sehen, genauer die vom Mirage:

Viel Zeit blieb für den Tag nicht mehr, die Müdigkeit kroch nach einem Tag durchmachen immer höher in die Knochen.
Aber etwas musste noch sein: Mit dem Bus „The Deuce“ sind wir noch bis zum Mandalay Bay gefahren,

zum „Welcome“-Schild gelaufen

und wieder zurück gefahren.

Danach war aber dann wirklich Schicht. Auch auf weitere Nahrungsaufnahme wurde verzichtet, es gab nur noch Wasser.

Mal sehen, was morgen so bringt..

"Mer sind us de Aldestadt, us de Retematäng"

Grüße aus der Nähe der schönsten Stadt am Rhein,

Michael

Trakki
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Ich bin dabei

Hallo Michael,

deinen Live-Bericht habe ich schon mit Interesse verfolgt und nun setze ich mich gemütlich zu euch in den RV und fahre mit.

Die Kindle sind für Reisen schon eine tolle Erfindung. Und für uns, als Vielleser, eine ordentliche Erleichterung im GepäckSmile.

Ich freue mich auf eure Erlebnisse.

Herzliche Grüße

Sonja
Scout Womo-Abenteuer.de

Trakki.Reisen

andreas
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gleiche Idee

Hallo Michael,

wir hatten die gleiche Idee (Silberhochzeit), haben diese nur anders umgesetzt. 2008 haben wir eine 5-wöchige Tour mit dem Auto durch den Südwesten gemacht.

Die Highlights haben wir dann 2010 nochmal mit dem WoMo besucht (da aber nur 3 Wochen). Ich bin gespannt auf Eure Erlebnisse.

LG Andreas

MichaelTE
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1.Etappe: 30.07.2012 Las Vegas - Kingman,AZ

Gegen 7 Uhr sind wir in unserem doch ziemlich weichen King-Size-Bett wachgeworden.
Die Sonne ging schön rot auf, der Blick aus dem Fenster war vielversprechend.

Ab unter die Dusche, danach haben wir uns nach einer Frühstücksmöglichkeit ungesehen.
Wir wollten nicht lange suchen, und sind daher im Hotel geblieben.  
Das „Flavor’s“ bietet ein Büffet für 19,24 USD inkl. Tax. Ok, rein.
Wir haben ein schönen Tisch bekommen, dazu guten Orangensaft und Kaffee gab, und ran an’s Buffet. Erster Kommentar von Lydia: „Hier verhunger ich ja..“ Das amerikanische Frühstück mit all dem warmen (und fetten..) Zeugs ist absolut nicht ihr Ding. Meins schon, also habe ich mir den Bauch vollgeschlagen. Und für Lydia gab es natürlich auch genug zum Sattwerden, denn wir haben dann auch die Obst- und Croissant-Ecke gefunden.
Danach noch ein kurzer Gang über den Strip.

Irgendwie fühlt man sich wie in Europa.. Wink
Der Unterschied: Es war um 9 Uhr morgens schon ausgesprochen warm..
Zurück in’s Hotel, schnell per TV ausgecheckt (sehr praktisch..), und ab zum Taxi.
Der Harras-Mitarbeiter wollte uns erst mal in den Vertragsbus Richtung Flughafen schicken, das bringt ihm ja auch etwas Geld.
Wir sind dann doch lieber in einem Taxi Richtung Henderson gefahren.
Um 10.50 Uhr waren wir bei Cruise America. Ich hatte am Sonntag gegen 00.30 Uhr (Samstag 15.30 Uhr Las Vegas-Zeit) dort angerufen und für mich überraschend für 11 Uhr einen Übergabetermin erhalten. Wir waren also pünktlich, aber viele Rückgaben kamen auch gerade erst rein. Es hat daher ein wenig gedauert, aber die Mitarbeiter waren immer freundlich.
Das Filmchen haben wir nur zum Teil gesehen, aber ich habe der Mitarbeiterin versichern können, dass ich das schon zweimal im Internet gesehen habe.
Die Übergabe für unseren C19 ging recht schnell, und es war schon so ziemlich alles an Schäden vermerkt. Einzig einen weiteren Steinschlag in der Scheibe habe ich noch monieren müssen.
Fotos habe ich irgendwie keine gemacht, war wohl die Aufregung.
Aber es gibt einige von CA auf Picasa..
Der Wagen hatte schon 88.507 Meilen runter, sah aber noch sehr gut aus. Innen keine Schäden an den Polstern, Fahrersitz noch vollkommen ok, und fahren ging auch gut. Die 65 mph auf der I-93 Richtung Kingman als Dauergeschwindigkeit waren problemlos möglich. Und eigentlich hat nichts geklappert..
Nach der Übernahme „schnell“ zwei Strassen weiter zum Walmart. 2 ½ Stunden später und 216 Dollars ärmer ging es raus, und da zog es schon sehr dunkel auf: Es sah sehr nach Regen aus..
Nebenan noch aufgetankt, und endlich konnte das Abenteuer so richtig losgehen.

Erster, eigentlich gar nicht vorgesehener, Zwischenstopp dann im leichten bis mittleren Regen am Hoover Dam, inklusive Sicherheitskontrolle.

 

Leider ist auf der Seite von Arizona die Strasse gesperrt, also ging es die ganze Strecke wieder zurück. Eigentlich unnötig und wohl nur der Sicherheitsmaßnahmen geschuldet. Aber wir hatten zum Glück kein Zeitproblem und haben es auch so nach Arizona geschafft.

Weiter ging es dann über die I-93, mit den ersten Impressionen der weitläufigen Landschaften,

bis nach Kingman.
Auf dem dortigen KOA-Campground bekamen wir die Site 44 ganz nah an der Ausfahrt und dem kleinen Lädchen.

Dort haben dann erstmal den Inhalt unserer Taschen und einen Teil der Einkäufe richtig verstaut, danach habe ich den neuen Gasgrill (UniFlame, 25 USD beim WalMart) zusammengebaut
 

und erstmals angeworfen. Das hat prima funktioniert, und da es nur nach Regen aussah, konnten wir unser erstes selbstgegrilltes Abendessen geniessen.
Nach dem Essen war bald Ruhe angesagt, während in der näheren Umgebung Gewitter vorbei rumpelten.

Ach ja, der erste Versuch, einen kleinen Sichtschutz zwischen Fahr- und Wohnkabine zu bauen, sah noch nicht so gut aus:

Ich habe die Flagge später an den Sonnenblenden festgeklemmt. Ging deutlich besser.

Morgen wartet der Grand Canyon..

 

gefahrene Meilen: 107
geplante Meilen: 97

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Grüße aus der Nähe der schönsten Stadt am Rhein,

Michael

Ralf J.
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Ich komm auch noch mit

Hallo Michael,

da schließe ich mich euch doch auch noch an.

Der Beginn des Reiseberichts gefällt mir schon sehr gut. Der Sichtschutz ist, auch wenn er noch nicht richtig hängt, spitze!

Gruß,

Ralf

Werner Krüsmann
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Das interessiert mich

Hallo Michael

da wir im Frühjahr auch in der Gegend waren, bin ich an deinem Bericht sehr interessiert. Wir haben übrigens auch im Harrah's übernachtet! Positiv sehr zentrale Lage und Preis, Negativ: die besten Jahre hat das Hotel wohl schon hinter sich.

Liebe Grüße

Werner

 

Unser Zimmer im Harrah's

Eine Reise gleicht einem Spiel. Es ist immer etwas Gewinn und Verlust dabei - meist von der unerwarteten Seite.“ (Goethe)

MichaelTE
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2. Etappe: Kingman – Route 66 - Grand Canyon South Rim

Irgendwie ist der Jetlag wohl noch in uns: 6.15 Uhr, und wir sind nicht mehr schlafbereit. Vorallem ich.
Na ja, vielleicht auch, weil die Matratze für den vorderen der beiden Schläfer im Alkoven buchstäblich bretthart ist. Da merkt man dann doch, dass der Wagen schon 4 Sommer hinter sich hat und die Polsterung auf der Holzplatte etwas schlaff geworden ist.
Nach der Dusche im per Zahlencode zugänglichen Restroom des KOA Kingman wird zum Frühstück der neue Coleman-Campingtoaster (ca. 5 USD beim WalMart) ausprobiert. Das dauert mit den Toast, ist nicht 100% überzeugend, aber auf jeden Fall besser, als das Weißbrot vollkommen pur zu essen. Ach ja, gute Lüftung tut not, sonst geht der Rauchmelder an..
Danach sind wir fertig für den Weg Richtung Grand Canyon über die "zufällig" im Weg liegenden Teile der Route 66...
Und das heißt auch: Gleich am Anfang die zweitlängste Etappe der ganzen Planung..

Mehr oder weniger kurze oder lange Pausen gab es auf der 66 in Hackberry

und Seligman.

Dort haben wir bei Westside Lilo’s Cafe (bekannt aus Funk und Fernsehen..) etwas gegessen.

Die Gäste, die reinkamen, waren alles Deutsche, und alle fragten nach der Chefin, die aber nicht da war. Sie weilte in Las Vegas. Hätte ich gar nicht gedacht, dass so eine Sendung auf einem Spartensender so viel gesehen wird.

Wir näherten uns über Williams dem Grand Canyon South Rim.

Dann mein erster richtiger Fehler: Ich habe in Tusayan getankt, kurz vor dem Nationalpark-Eingang.
Das trieb mir dann doch fast die Tränen in die Augen: 4,299 für eine Gallone Regular am Express FootMart/Texaco.
Das sind 90 Cent mehr als in Las Vegas bzw. Henderson.
Mein Tip:  Nehmt die Chevron am Valle Airport an der Kreuzung 64/180, ca. 29 Meilen hinter Williams und ca. 22 Meilen vor Tusayan. Die war deutlich billiger.

Kaum mit der Jahreskarte

versehen und auf Site 52 des Mather Campground eingecheckt, geschah das unvermeidliche: es begann zu regnen. Und zwar heftig.
Wir sind dann schnurstracks Richtung Desert View und haben die einzelnen Viewpoints erstmal im Vorbeifahren bewundert.
Eine gute Idee, denn so haben wir das Gewitter und den Regen hinter uns gelassen.
Nach dem Besuch des Aussichtsturm
 
sind wir dann die Viewpoints zurück in Richtung Westen angefahren und haben uns dabei ein wenig Zeit gelassen.

Zwischenzeitlich hatte sich das eine Gewitter über dem Bereich GC Village ausgetobt, und über Devils View zog das nächste heran.

Wir waren also auf dem richtigen Weg und ließen so das zweite Gewitter hinter uns.

Aber die Freude währte nicht lang: kurz vor den letzten beiden Points ging es wieder so richtig los. Das war dann quasi das dritte Gewitter..
Immerhin hat man uns im Visitorcenter, dass wir nach längerer Parkplatzsuche auch noch angesteurt sind, gesagt, dass die Gewitter für morgen erst am Nachmittag anfangen. Wir könnten also einen Teil des Bright Angels Trial angehen.
Zurück auf dem Campground wurde der Regen immer stärker, die meisten Campfire rund um unsere Site wurden dadurch gelöscht. Wir haben dann statt des Grills den Herd angemacht und uns ein paar Eier in die Pfanne gehauen.

Die Entdeckung des Abends: Classic Rock Radio 96,7 mit Alice Cooper (ja, DER Alice Cooper) am Mikrofon. Tolle Musik.

Genau richtig vor der geplanten Wanderung in den Canyon am Folgetag...

gefahrene Meilen: 241
geplante Meilen:  186

"Mer sind us de Aldestadt, us de Retematäng"

Grüße aus der Nähe der schönsten Stadt am Rhein,

Michael

Bernhard
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Stammtisch

Hallo Michael,

am Stammtisch in Lilo´s Cafe haben wir im Juni auch gesessen  -- deja vu !  Und auch das teuere Benzin in Tusayan haben wir genossen --aber nicht vollgetankt !Laughing

Grüße

Bernhard

Scout Womo-Abenteuer.de


Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen (G.C. Lichtenberg)

MichaelTE
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3. Etappe: 01.08.2012 gefangen im Grand Canyon

Die Nacht hatte diesmal, trotz brettharter Matratze, etwas länger gedauert.
So hat es bis kurz vor 9 Uhr gedauert, ehe wir überhaupt von unserer Site weg gekommen sind (Nur kein Stress..).
Die Wetteraussichten waren für den Vormittag gut, bei 28° Grad und Sonne.
Der Shuttlebus bog gerade um die Ecke, und die freundliche und redselige Fahrerin hat uns empfohlen, an der Haltestelle Market Plaza auszusteigen und einfach die Seite zu wechseln. Das wäre schneller, als die Route zum Besucherzentrum mitzufahren. Sie hatte Recht..eigentlich...
Leider war der tatsächlich nach 2 Minuten ankommende Bus Richtung Hermits Rest aber so voll, dass nicht alle Wartenden mitgenommen werden konnten. Der nächste Bus kam 15 Minuten später und brauchte wegen andauernder Überfüllung ziemlich lange für die Strecke. So kamen wir erst gegen 9.30 Uhr am Bright Angel Trailhead an.

Das war nicht das einzige an diesem Tag, was viel länger als gedacht dauerte.
Aber davon später…

Schon zu Beginn war ich mir sicher, dass wir kaum über das 3 Mile-Resthouse hinaus gehen werden. Dazu noch die Mitteilung, dass es nach einem Unwetter einige Tage vorher unterwegs kein Wasser geben wird, was uns ein Ranger zumindest für Indian Garden bestätigt hat.

Nach knapp einer Stunde waren wir an der ersten Station, dem 1 ½ Mile-Resthouse, 350 Meter unterhalb des Rim.

Die Temperatur war durchaus noch erträglich, also munter weiter.

Irgendwo nach rund 2/3 der Strecke zum 3 Mile-Resthouse stand dann ein weiterer junger Ranger, der uns und alle anderen fragte, ob wir wirklich weiter gehen wollten. Es könnte sein, dass er in Kürze den Trail sperren müsste und wir dann für einige Stunden im 3 Mile-Resthouse festsitzen könnten.
Nun gut, das wollten wir natürlich nicht. Wir haben dann ein wenig Pause gemacht, etwas gegessen, uns mit einer deutschen Familie unterhalten, und wollten dann wieder hoch.
Unser Pech: Der Ranger sagte uns nun, dass der Weg nach oben jetzt gesperrt wäre. Hm, das mit der Sperrung hatte ich anders verstanden. Eine tolle Überraschung vor allem für so geschätzte 50 Leute, die sich allmählich auf dem Weg nach oben an der gesperrten Stelle sammelten. Denn im 3 Mile-Resthouse wurde anscheinend nicht darüber informiert, dass der Weg nach oben unterbrochen war.

Immerhin konnte man in der Wartezeit auch mal einen Kondor sehen:

Nach 30-40 Minuten durften wir dann weiter. Am 1 ½ Mile-Resthouse machten wir dann nochmal Pause. Als wir weiter wollten, kam uns der schneller gehende Rest der vorher „gefangenen“ Gruppe von oben wieder entgegen. Der Weg wäre wieder gesperrt worden, alle sollten wieder zurück zum Resthouse, erwartete Dauer: eine Stunde..
Was bleib uns anderes als Tiere zu beobachten?

Nach mehr als einer Stunde ging es dann tatsächlich weiter nach oben.

Dann hallte plötzlich ein Schuss durch den Canyon, und das Leben des Maultiers war beendet..
Was war passiert?
Irgendwo an der zweiten Rechtskehre des Weges, noch im oberen Abschnitt, hatte ein Muli gegen 10.30 Uhr ein Problem und ist vom Weg gerutscht. Es stand dann verletzt im Hang, circa 100 Meter neben dem Weg. Eigentlich sollte es lebend mit einem Netz und Hubschrauber abtransportiert werden, aber das ging irgendwie nicht. Die Wegesperrung wurde durch die Steinschlaggefahr durch die versuchte Rettung begründet.  Es durften dann auch keine Leute mehr nach unten. Letztendlich gab es aber keine Rettung mehr, dass war dann wohl irgendwann klar. Das Tier wurde erschossen, und ca. 30 Minuten später tatsächlich per Hubschrauber abtransportiert.

Durch diesen Zwischenfall waren wir leider dann letztendlich noch zu einer Zeit unterwegs, zu der wir eigentlich schon länger wieder aus dem Canyon raus sein wollten.
Übrigens, es ist sehr viel günstiger, für die Rückfahrt mit dem Shuttle eine Station vor der Endstelle einzusteigen.
Da bekommt man wenigstens noch einen Platz..
Der angedachte mögliche Rest des Tagesprogrammes fiel dann der allgemeinen Erschöpfung zum Opfer. Es war ja unsere erste Tour, und die hat dann doch ein wenig geschlaucht, selbst wenn die Strecke letztendlich nicht so lang war.
Auf dem Campground zurück haben wir dann noch einen etwas größeren Besuchter getroffen, der in aller Ruhe neben dem Weg äste:

Den Rest des Tages haben wir dann mit "chillen" verbracht.
Für ein leckeres Essen mit Reis, Salat und gegrillter Hähnchenbrust hat es auch noch gereicht.

Überrascht hat mich wieder der schlagartige Einbruch der Dunkelheit (20 Minuten nach Sonnenuntergang war Nacht), und der schnelle Abfall der Temperatur.

Mal sehen, ob und wie wir die geplant längste Etappe am nächsten Tag hinbekommen..

gefahrene/geplante  Meilen: 0

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Grüße aus der Nähe der schönsten Stadt am Rhein,

Michael