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Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Reisebericht: In 6 Wochen von San Francisco nach Denver

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Oldie_51
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Reisebericht: In 6 Wochen von San Francisco nach Denver
Eckdaten zum Reisebericht
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Liebe WoMo-Abenteuerer

"Go west, young men, and grow up with the country!". So wurden seinerzeit die Pioniere aufgefordert, den Westen Amerika's zu entdecken. Meine Frau Roswitha und ich haben uns im Mai 2012 aufgemacht, es ihnen - zumindest während 6 Wochen - gleich zu tun. Dass dies möglich und ein solch tolles Erlebnis wurde, haben wir nicht zuletzt euch WoMo-Abenteurer zu verdanken. Mit vielen Tipps aus dem Forum und den Hinweisen zu Campgrounds und Sehenswürdigkeiten habt ihr einen unermesslichen Beitrag zum Gelingen unseres Vorhabens geleistet. DANKE!

Ich habe seinerzeit versprochen, als kleine Gegenleistung einen Reisebericht zu schreiben. Das soll hiermit gerne geschehen. Der Text ist in weiten Teilen identisch mit dem von mir während der Reise für uns und unsere Freunde verfassten Tagebuch. Ich hoffe, ihr habt etwas Spass daran.

Vorbemerkungen zu Route, zu unserer Art des Reisen und unserer Person

Die Route stelle ich in Form einer groben Übersicht dar, wie ich sie in meiner Fotoshow verwenden werden. Ich denke, das genügt um unserem Tripp folgen zu können. Der Zeitplan hat sich als nahezu perfekt erwiesen. Lediglich die langen "Überbrückungsstrecken" vom Arches NP zum Yellowstone und von dort nach Denver haben wir jeweils in 2 statt wie geplant in 3 Tagen absolviert. Damit konnten wir im Grand Teteon einen zusätzlichen Tag verbringen und in Denver im Colorado Mills Outlet gemütlich einkaufen.

Wir beide, also Roswitha und ich, sind 58/61 Jahre alt und recht gut zu Fuss unterwegs. Dies als Hinweis für allfällige Nachahmer unserer Wanderungen. Wir sind jeweils locker 6-8 Stunden unterwegs gewesen und haben auch bei grosser Hitze Distanzen bis über 20 Kilometer zurückgelegt. Auf jeden Fall hat es sich gelohnt.

So. Genug des Geschwafels. Darum hier die Reiseroute und der Zeitplan:

Tag      1            23.05.         Flug Zürich – San Francisco
Tag     2/3       24./25.05.       San Francisco
Tag      3            26.05.         Übernahme WoMo / Teilstrecke zum Yosemite NP
Tag     4/5       27./28.05.       Yosemite NP
Tag      6            29.05.         Tioga Pass / Bodie
Tag      7            30.05.         Mono Lake / Lone Pine (Alabama Hills)
Tag      8            31.05.         Death Valley
Tag      9            01.06.         Death Valley – Las Vegas
Tag     10           02.06.         Valley of Fire
Tag  11/13    03.-05.06.         Zion NP (Transfer/Narrows/Angel’s Landing)
Tag  14/15    06./07.06.         Grand Canyon North Rim
Tag     16           08.06.         Page (Navayo Bridge/Horseshoebend/Lake Powel)
Tag     17           09.06.         Antelope Canyon
Tag  18/19    10./11.06.         Bryce Canyon
Tag     20           12.06.         Capitol Reef
Tag     21           13.06.         Natural Bridges / Monument Valley
Tag     22           14.06.         Mesa Verde NP
Tag     23           15.06.         Durango-Silverton (Million Dollar Highway)
Tag 24/25    16./17.06.          Canyonlands
Tag  26/27    18./19.06.         Arches
Tag  28/29    20.-22.06.         Transfer nach Jackson WY
Tag     30           23.06.        Grand Teton
Tag 31-33    24.-26.06.          Yellowstone (Campground Madison)
Tag  34-36    27.-30.06.         Yellowstone (Campground Canyon)   
Tag 37-39    01.-02.06.          Fahrt nach Denver
Tag     40           03.07.         Flug Denver – Chicago - Zürich

Aber jetzt zu einem ersten Teil des Berichtes:

 

Mittwoch, 23. Mai 2012

Nach zwölfstündigem, angenehmem Swiss-Direktflug ab Zürich landen wir in San Francisco. Die Zollformalitäten verlaufen überraschend problemlos und zügig. Erstmals in unserem Leben werden uns Fingerabdrücke genommen. Es heisst also in den Staaten schön brav zu bleiben. 

Ein Shuttle-Bus bringt uns zum Hotel Triton, einem angenehmen und farblich vielfältig gestalteten Hotel. Nur zu empfehlen. Von unserem freundlichen Zimmer aus sehen wir direkt auf das Eingangstor zu Chinatown.

TIPP:    www.hoteltriton.com  

Jetzt nur keine Müdigkeit vorstürzen. Wer sich bei 8 Stunden Zeitverschiebung hinlegt, kommt nicht mehr hoch! Also sofort auf Erkundungstour. Was liegt näher – siehe oben – als ab ins Chinatown. In diesem Viertel leben über 100'000 Chinesen. Rein optisch sind wir eher enttäuscht. Eine besonders asiatisch anmutende Stimmung kommt in uns nicht auf. Klar, es ist zwar alles mit chinesischen Zeichen beschriftet und die Häuser weisen die bekannten vielfarbigen Verzierungen auf. Aber sonst könnte es jedes andere Quartier einer Grossstadt sein.

Unsere erste Stadtwanderung führt uns als nächstes auf den Telegraph Hill, wo der Coit Tower an die Verdienste der Feuerwehr erinnert. Die tolle Aussicht entschädigt für die Mühen des Aufstieges und erlaubt einen ersten Blick auf weite Teile der Stadt, so auch auf die bekannten Sehenwürdigkeiten Lombard Street, Alcatraz und natürlich die Golden Gate Bridge.

Über steile Treppen geht es runter zu den Piers. Pier 39 ist das berühmteste von ihnen und verspricht ein gutes Nachtessen. Zuvor schlendern an den Auslagen zahlreicher Touristenläden vorbei und geniessen die lockere Stimmung. 

Berühmt ist Pier 39 auch für seine Seelöwen. Diese aalen sich seit über 20 Jahren auf Holzpontons und werden mit Abfällen der zahlreichen, umliegenden Restaurants gefüttert. Ein Herrenleben (...auch für die Damen natürlich)! Wir hingegen müssen unser Futter teuer bezahlen, haben aber doch zumindest eine unterhaltende Aussicht auf die brüllenden Fleischbrocken.

 

Donnerstag, 24. Mai 2012

Für die ultimative Entdeckung von San Francisco haben wir uns im Internet von einem Freek einen ausgeklügelten Stadtrundgang runtergeladen. Wir können diese Webside nur wärmstens empfehlen. Jede Wegstrecke, sei es zu Fuss, mit dem Cable Car, Bus oder Tram ist präzise und nachvollziehbar beschrieben.

TIPP:  www.sanfrancisco4you.com

Was wäre SFO ohne die Cable Cars? Wir wissen es! Noch steiler und anstrengender, als es sowieso schon ist. Rom ist ja bekanntlich auf 7 Hügeln erbaut, San Francisco auf deren 43! Und die sind steil! So lösen wir in weiser Voraussicht und auf Empfehlung der erwähnten Webside eine Tagesticket. Bestens investierte 14 Dollar pro Kopf.


Damit also nix wie rein in einen Cable Car. Unser Ziel: die Lombard Street, deren östlichstem Teil man das Prädikat „Crookedest Road oft the World“ verliehen hat. In engsten Serpentinen fahren Personenwagen und kleinere Vans durch Blumenbeete vorbei an gepflegten Häusern
... und unzähligen Touristen.

Von Fishermans Warf aus, den alten, in den 70er Jahren zu schicken Einkaufs-, Restaurant- und Vergnügungsbetrieben umgebauten Lagerhäusern folgen wir der Küste, meist zu Fuss, Teilstücke aber auch immer wieder mit dem Bus. Unser Ziel: Die Golden Gate Bridge, deren 75. Geburtstag am kommenden Sonntag gefeiert wird. Ihre Silhouette kennt fast jedes Kind. Vor oder gar auf ihr zu stehen, ist dann aber noch mal etwas ganz anderes. Beinahe ehrfürchtig spazieren wir bis zur Mitte ihrer 2,7 Kilometer grossen Spannweite. Permanent sind 40 Maler beschäftigt. Nach zehn Jahren ist jeweils ein vollständiger Neuanstrich erledigt.

 

SFO ist eine sehr grüne Stadt. Dies erfahren wir nicht nur beim Spaziergang durch den Golden Gate Park, der mit japanischem Garten, Museen und Teichen aufwartet, sondern auch praktisch in allen, nicht ganz im Zentrum liegenden Quartieren. Von denen gibt es ein paar sehr spezielle.

Bevor wir zwei besuchen, gilt es aber noch den Painted Ladies einen Besuch abzustatten. Dies sind die wohl bekanntesten viktorianischen Wohnhäuser in SFO. Sie liegen direkt an einem netten Park und bilden einen fantastischen Vordergrund für die Skyline. Diese Bilder kennt wohl jeder. Darum an dieser Stelle kein weiteres.

Das Gebiet Haight Ashbury war in den 70er Jahren weltbekannt. Hier hausten die Hippies. Die alte Garde ist natürlich in die Jahre gekommen, aber einige Exemplare blieben erhalten. Auch Nachwuchs ist auf den Strassen auszumachen und der Kommerz nutzt das Touristeninteresse mit zahlreichen Restaurants und Läden aller Art.

Das Quartier Castro toppt Haight Ashbury noch. Hier sind Lesben und Schwule zuhause. Die ganzen Strassenzüge sind mit regenbogenfarbenen Flaggen geschmuckt und die Vorlieben bezüglich Verhalten und Kleidung werden ganz offen und natürlich zum Ausdruck gebracht. So natürlich, dass auch ein vollständig nackt promenierender Mann kaum einen Seitenblick auslöst, geschweige denn die durchaus präsente Polizei zum Einschreiten bewegt.

Den Abschluss unseres Tagesprogrammes bildet dann noch der Besuch der Mission Dolores. Dies ist das älteste Gebäude San Franciscos und geht auf das Jahr 1776 zurück. Das war’s dann auch schon, denn die unscheinbare Kapelle ist – wie schreiben doch die Reiseführer jeweils – recht „nett“. 

Am Abend genossen wir dann nochmals eine Cable Car-Fahrt zur Fisherman’s Warf, wo wir unseren erlebnisreichen Besichtigungsmarathon bei einem guten Nachtessen ausklingen liessen.

 

Freitag, 25. Mai 2012 

Tag 3 begann – wie schon am Vortag – mit einem „Continental Breakfast“ im Hotel. Tönt gut, nicht wahr ... und das läuft etwa so ab: Punkt 08.00 Uhr, wie bestellt, klopft es an der Zimmertür. Ein netter Herr asiatischer Herkunft übergibt mir einen Papiersack. Inhalt: 2 Orangensaft, 2 Mineralwasser, 2 Muffins. Continental Breakfast eben!!! 

Perfekt gestärkt geht’s kurz darauf los (nach einem Zwischenhalt bei Starbucks,  versteht sich). Zu Fuss in den Financial District. Das Gebäude der Bank of America bietet die Möglichkeit, vom 52. Stock aus die Aussicht zu geniessen ...wenn denn nicht geschlossen wäre. Das höchste Gebäude ist allerdings die auffällige, spitz zulaufende Transamerica Pyramid.

 

Der Telegraph Hill, zumindest die dortige Aussicht, hat es uns derart angetan, dass wir erneut aufsteigen, um den Blick auf Golden Gate, Lombard Street und Alcatraz nochmals zu geniessen, zudem bei klarerer Sicht als am Vortag. Runter zu den Piers geht es diesmal über die Filbert Steps. Hier sollen hunderte von grünen Rotkopfpapageien laben. Uns zeigt sich leider kein einziger. 

Unten angekommen gehen wir zur Levi’s Plaza. Hier stellt Levi Strauss seine berühmten Jeans her. Heute befindet sich hier das Firmenzentrum mit einem kleinen Museum und einem Laden. Die Preise sind aber derart gesalzen, dass wir in unseren alten Klamotten weiterziehen. 

Weiter geht’s den Piers entlang. Diesmal nicht in Richtung Fisherman’s Warf, sondern Richtung Oakland Bridge. Einige Lagerhäuser sind unansehnlich, fast baufällig. Doch es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch hier eine moderne, zeitgemässe Nutzung erfolgt. Das Ferry Building beispielsweise wurde zu einem Markt mit zahlreichen Geschäften umgestaltet. Hier finden wir dann auch vernünftiges Brot für unseren Mittagimbiss. Die verschiedenen „Weichvarianten“ von Toastbrot haben wir nämlich bereits ziemlich satt.


In der Sonne sitzend stellen wir zweierlei fest: Erstens, wir sind bereits rechtschaffen müde und zweitens, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten haben wir mit Ausnahme der Gefängnisinsel Alcatraz bereits abgehakt. Alle Überfahrten zu Alcapones ehemaliger Wohnsitz sind schon auf zwei Tage hinaus ausgebucht. Wir entschliessen uns deshalb, Richtung Union Square zu gehen und uns noch um ein paar geplante Einkäufe zu kümmern. Mit Erfolg. Auf der nächsten Biketour werden die Kollegen ob der knallgelben Regenjacke wohl vor Neid erblassen!

Mit dem Taxi dislozieren wir dann in ein Hotel in der Nähe des Flughafens. Dort sollen wir am frühen Morgen vom Wohnmobilvermieter abgeholt werden. Als Startzeichen des Beginns des „wahren USA-Abenteuers“ wird beim Nachtessen ein deftiger Burger verdrückt (zumindest vom Nicht-Vegetarier).

Samstag, 26. Mai 2012

Nach einer erstaunlich ruhigen Nacht – wir lagerten ja unweit vom SFO Airport – werden wir vom Taxidienst um 07.30 Uhr abgeholt. Unterwegs steigen noch zwei deutsche Ehepaare zu. Gemeinsam übernehmen wir unsere Wohnmobile. Wir profitieren von deren einschlägigen Erfahrungen, sind sie doch schon zum dritten Mal mit einem solchen Gefährt unterwegs. Dies geht bis zum optimalen Nutzen der Toilette. Zuerst Wasser rein – dann grosses Geschäft verrichten – dann Spülen. So lasse sich der Reinigungsaufwand stark reduziert (hat sich übrigens bestätigt).

TIPP:   siehe oben

Die Ausrüstung ist perfekt. Wir erhalten ein nigelnagelneues WoMo und sind damit die ersten Mieter. Auch die Fahrräder – immerhin Mountainbike mit Federung – sind in jungfräulichem Zustand. Wir fühlen uns sofort heimisch. Die ersten Kilometer – Pardon: Meilen – werden mit der nötigen Vorsicht in Angriff genommen. Einerseits ist unser Ford E350 breit und lang und andererseits fehlt die Routine im Umgang mit dem Automatikgetriebe. Doch alles geht gut. Auch das Parkieren beim Einkaufszentrum gelingt auf Anhieb und ohne Kratzer. 

Mit gefüllten Vorratsschränken geht es dann allgemeine Richtung Yosemite NP. Wie empfohlen, haben wir uns keine sehr lange Etappe vorgenommen und übernachten in Groveland auf dem Yosemite Pines RV Park.

SOVIEL FÜR HEUTE. DEMNÄCHST:
- WESHALB DER FORD PANNENDIENST MEINE NERVEN ARG STRAPAZIERTE
- ERSTE "WILDTIER-ABENTEUER"
- STAUERLEBNISSE IM YOSEMITE
INTERESSIERT? DANN GELEGENTLICH WIEDER HIER. 

 

Bernhard
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Beigetreten: 21.08.2009 - 15:31
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Danke !

Hallo Oldie,

zuerst war ich etwas geschockt, als ich die große Zacke rechts sah -- aber dann war ich durch die Überschrift "sechs Wochen" doch wieder schnell beruhigt  -- und bin dann mal gespannt, wie ihr die "Direttissima" auf krummen Straßen meistert Laughing.

Herzlichen Dank, dass du dich nach wenigen Wochen schon an deinen Reisebericht machst.  Ich lese mit !

Der San Francisco-Link ist sehr gut -- kannte ich bisher nicht !

Grüße

Bernhard

Scout Womo-Abenteuer.de


Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen (G.C. Lichtenberg)

Trakki
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Beigetreten: 24.11.2011 - 17:05
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Bin dabei

Hallo Oldie,

ich bin bei deinem netten und unterhaltsamen Bericht doch dabei. Sind wir doch fast zur gleichen Zeit auch viele eurer Ziele angefahren. Ich bin gespannt wie ihr eure Reise erlebt habt.

Herzliche Grüße

Sonja
Scout Womo-Abenteuer.de

Trakki.Reisen

Kochi
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Beigetreten: 21.08.2009 - 11:52
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Dabei!

Moin Oldie!

Mit vielen Tipps aus dem Forum und den Hinweisen zu Campgrounds und Sehenswürdigkeiten habt ihr einen unermesslichen Beitrag zum Gelingen unseres Vorhabens geleistet. DANKE!

Ich habe seinerzeit versprochen, als kleine Gegenleistung einen Reisebericht zu schreiben.

So etwas freut mich sehr zu lesenCool! Schon jetzt bin ich auf "DEMNÄCHST" gespannt, herrlicher Schreibstil, nur weiter soWink!

Munter bleiben
Gruss
Kochi
Scout WoMo-Abenteuer.de

 

 

 

Peter
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Beigetreten: 25.08.2009 - 20:51
Beiträge: 2155
Hallo Oldie,

Hallo Oldie, "Altersgenosse"

ich freue mich über den Start Deines Reiseberichtes, und das in unserer Lieblingsstadt.

Sehr schön geschrieben mit viel Informationen. Die eingestreuten links sind sehr gut und wurden von mir gleicht archiviert. Gut das Ihr 6 Wochen zur Verfügung habt bei dem Vorhaben. Nun bin ich gespannt was Du für uns alles vorbereitet hast. 

Liebe Grüße Peter

 

 

dreamtiem
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Beigetreten: 24.09.2010 - 12:45
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Bin dabei :)

Moin - auch ich steige mit zu und freue mich auf eure Erlebnisse im "Wilden Westen". Das Foto von der Golden Gate ist sehr gelungen und läßt auf weitere fotografische Highlights hoffen.  

Liebe Grüße
Margit

„Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.” - Mark Twain

 

Gisela
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Beigetreten: 26.08.2009 - 14:49
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Mitfahrer

Hi,

ich bin noch schnell aufgesprungen, bin mal was Ihr so alles erlebt.

Besonders gespannt bin ich auf Eure Wanderungen!

Herzliche Grüsse Gisela

 

gafa
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Beigetreten: 30.07.2010 - 19:24
Beiträge: 8424
Weiterer Mitfahrer

Hallo Oldie,

da steig ich doch auch gleich noch zu und lass mich zur Abwechslung gerne durch alt bekannte Gegenden fahren.

Finde auch Deinen Schreibstil sehr gelungen.

 

Liebe Grüße
Gabi

Scout Womo-Abenteuer.de

Genieße jeden Tag, denn es könnte auch dein letzter sein

Ralf J.
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Beigetreten: 07.07.2012 - 21:32
Beiträge: 113
Und noch ein Mitfahrer

Hallo,

ich fahr dann auch mal mit. 

Bin schon gespannt, wie es weiter geht, zumal wir einige eurer Etappenziele im nächsten Jahr auch besuchen werden. Wir haben allerdings leider keine sechs Wochen Zeit.

Gruß,

 

Ralf

Oldie_51
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Beigetreten: 10.11.2011 - 17:37
Beiträge: 64
Reisebericht: In 6 Wochen von San Francisco nach Denver - TEIL 2

...ja, dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als mit meinem Reisebericht weiterzufahren !

Ganz herzlichen Dank für eure netten und motivierenden Kommentare. Ich freue mich natürlich, über jeden Mitreisenden.

Bevor es mit dem Tagebuch weitergeht, vielleich noch ein Wort zu meiner Vorbereitung. Ich einiges an Zeit und Aufwand reingesteckt und mir ein vielleicht etwas spezielles Roadbook zusammengestellt. Dies hat unter anderem damit zu tun, dass ich im Vorfeld gerne verschiedene Reiseführer studiere, aber keine Lust habe, in diesen unterwegs jeweils wieder die passenden Stellen zu suchen. Also stellte ich mir mit Powerpoint Übersichten zum ganzen Streckenverlauf her. Basis bildet jeweils eine Karte aus Googlemaps. Dazu schreibe ich wichtige Infos mit Angabe, woher die Info stammt. So kann ich jeweils direkt den Reiseführer packen und die entsprechende Seite direkt aufschlagen. Wenn ich im Internet noch Zusatzinfos wie z.B. Kartenskizzen finde, kopiere ich diese dazu. Hier zwei Beispiele zum folgenden Tagebuchabschnitt:

Doch nun zur Fortsetzung des Tagebuches


Sonntag, 27. Mai 2012
 

Heute wollen wir also den Yosemite NP ansteuern und als erstes das Valley erkunden. Also rasch zusammenpacken und losfahren. Aber oh Schreck! Der Schalthebel will und will die Parkposition nicht verlassen. Anruf beim Vermieter. Dieser kann nicht helfen und verweist an den Ford Pannendienst. Die Nerven werden arg strapaziert. Die gute Dame am Telefon will in epischer Länge sämtliche Angaben zur Person und zum Fahrzeug. Modell, Zulassungsnummer und Vermieter sind ja noch einigermassen nachvollziehbar. Die Typennummer will auch noch entdeckt werden (im Türrahmen) und die ist immerhin 20ig-stellig. Als sie dann auch noch die Wagenfarbe (weiss) wissen will und ich kurz vor Einlieferung ins Irrenhaus bin, hilft das Schicksal. Die soeben erwachten Nachbarn kennen das Problem. Sie sind mit demselben Modell unterwegs. Beim Wegfahren genügt es bei einem Automaten eben nicht, die Bremse nur leicht zu berühren. Sie will richtig runtergedrückt werden!

Nach gut einstündiger Fahrt und mit ebensolcher „Verspätung“ erreichen wir dann das Yosemite Valley. Dieses umfasst lediglich rund 2% der Parkgebietes, muss hingegen 98% der Besucher über sich ergehen lassen. An Spitzentagen werden 14'000 gezählt. Bei uns (Montag ist Labor Day) sind’s wohl nur 13'999!

Unseren Campingplatz können wir noch nicht beziehen. So parkieren wir an der Strasse talauswärts. Dieses Detail wird am Abend noch von Bedeutung sein. Dann nix wie auf die Bikes und ab auf Entdeckungstour. 

Erstes Ziel sind die Yosemite Falls. Die beiden Wasserfälle zusammen überwinden eine Höhe von nicht weniger als 739 Metern und sind damit die fünfthöchsten der Vereinigten Staaten. Das Gedränge beim Lower Fall ist gewaltig, denn dieser ist in nur fünf Minuten ab dem Parkplatz zu erreichen. Wir steigen aber hinauf zum Upper Fall. Nach rund eineinhalb Stunden haben wir es geschafft. Vom Logenplatz am Fuss der Upper Falls hat man einen herrlichen Blick über das ganze Tal. Markantester Gipfel ist die halbierte Halbkugel des Half Dome.

Nach dem steilen Abstieg wieder aufs Bike und zum Mirror Lake. Auch hier herrscht auf den ersten paar hundert Metern ein beträchtliches Gedränge. Aber nur ein paar Schritte weiter kann das wirkliche Geniessen anfangen. Dieses findet seinen Höhepunkt beim Zusammentreffen mit drei Deers, einer Art Reh. Diese Tiere kennen keine Scheu und nähern sich uns auf vielleicht fünf Meter. Spassig auch die zahlreichen Squirrels, putzigen Tierchen, die unseren Eichhörnchen sehr ähnlich sind.

 

Ziemlich auf dem Hund fahren wir mit dem Rad zurück zum parkierten Wohnmobil. Zur Erinnerung: es steht talauswärts an der Ringstrasse ...und es hat einen Riesenstau. Minutenlang geht gar nichts. Offenbar ist dies an der Tagesordnung, denn zahlreiche Deers lassen sich nicht von ihrer Abendmahlzeit auf den angrenzenden Wiesen abhalten. 

Uns geht dann doch langsam die Geduld aus und wir entschliessen uns zum Grossmanöver. Ein U-Turn auf schmaler Strasse fordert Fahrer und Zeichengeberin. Die Amis spielen anstandslos mit, bilden die erforderliche Lücke und mit zweimal vollem Einschlag ist es dann geschafft. Wir können unseren Schlafplatz ansteuern und uns zur wohl verdienten Nachtruhe begeben.

 

Montag, 28. Mai 2012

Nach ungestörtem Schlaf erwartet uns erneut ein knutschblauer Tag. Ungestörter Schlaf ist insofern von Bedeutung, als uns die Parkrangerin gewarnt hatte, dass derzeit jede Nacht Bären den Campground nach Nahrung suchen. Sogar leere, durch die Scheiben sichtbare Petflaschen würden als Anreiz für ein Eindringen ins Fahrzeug ausreichen. Ein Anschlag besagte, dass im Jahr 2012 bereits 5 Vorfälle mit Kosten von über 6'000 Dollar zu verzeichnen waren. Menschen sind aber nicht zu Schaden gekommen. Die Bären selber leben da schon gefährlicher. Nicht weniger als vier mussten im Strassenverkehr bereits ihr Leben lassen. Wir bekommen aber lediglich das hier zu sehen, und zwar leer:


Unsere Fahrt über die Bridalvale Fälle und den Tunnel View Richtung Glacier Point und Mariposa Grove. Die Brautschleierfälle machten ihrem Namen alle Ehre. Brillen- und Objektivreinigung sind anschliessend unverzichtbar. Wie nicht anders zu erwarten, gibt Tunnel View nicht etwa den Blick auf einen Tunnel frei, sondern über das ganze, herrlich in der Morgensonne glitzernde Tal. 

Nach etwa 30-minütiger Fahrt ein Hinweisschild. Glacier Point Heavy Traffic. 1 Stunden Wartezeit! Diese gemäss Reiseführer zum Pflichtstopp erklärte Aussichtspunkt wird umgehend aus dem Tagesprogramm gestrichen. In Wawona wechseln wir das Fahrzeug und steigen in den Shuttlebus um. Dieser führt uns nach Mariposa Grove. Ahs und Ohs lösen erste Bäume mit drei, vier Metern Umfang aus. Kein Vergleich zu den „Onkels“, die noch kommen. Wir befinden uns nämlich in einem Gebiet mit Giant Sequoias, den Mammutbäumen. Auf unserer Wanderung lernen wir die grössten Kerle näher kennen. Da ist einmal der Grizzliy Giant, der ca. 1'800 Jahre alt sein soll. Der grösste Ast hat einen Durchmesser von fast 2 Metern. Unweit davon steht der California Tunnel Tree, der 1895 ausgehöhlt wurde, um die Durchfahrt von Pferdekutschen zu ermöglichen. Eindrücklich das Baumpaar Faithfull Couple, dessen Stamm sich in einiger Höhe trennt. Gegenüber stehen „jüngere“ Bäume, die in vielleicht 500 Jahren die Rolle des „treuen Paares“ übernehmen werden. 

Der wahrscheinlich berühmteste Baum ist der 1969 entwurzelte Wawona Tunnel Tree. Seit 1881 haben ihn Millionen von Besuchern zu Fuss oder in Fahrzeugen durchquert, bevor ihn riesige Schneemassen, womöglich 1'000 Jahre zu früh, in die Knie zwangen.

Wir verzichten auf das Gedränge im Shuttlebus und wandern weitere 6.5 Meilen zurück nach Wavona. Kaum zu glauben, auf diesem langen Fussmarsch begegnen uns ganze zwei Leute. Ein toller Abschluss eines eindrucksvollen Tages.

 

Dienstag, 29. Mai 2012

Genüsslich schauen wir aus dem Fenster unseres Campers. Während wir auch ohne Heizen einigermassen warm haben, haben die Zeltler noch eine recht kühle Nacht zu verdauen. Unsere Behausung mit Kochherd, Backherd, Toaster, Kühlschrank mit Gefrierfach, Toilette und Dusche hat schon ihre Vorteile. 

Die Fahrt über einen Pass bringt einen Schweizer nicht aus dem Häuschen ...könnte man meinen. Der Tioga Pass lehrt einem da ein Besseres. Die Dimensionen dieses Granitgebirges sind gewaltig. Grosse Ebenen wechseln mit steilen Zwischenstufen. Olmsted Point bietet dann eine Aussicht vom Feinsten. Der am Vortag noch vom Yosemite Valley aus bestaunte Half Dome zeigt sich auch von der Rückseite in seiner vollen Schönheit. Der Tioga Pass ist übrigens etwas über 3'000 Meter hoch. Letzter Jahr konnte er erst Anfang Juni für den Verkehr frei gegeben werden. Wir hatten Glück. Dieses Jahr war’s schon in der ersten Mai-Hälfte soweit. Zur grossen Überraschung liegen nur noch kleinste Schneereste zwischen den Bäumen. Allen übrigen hat die Sonne freundlicherweise bereits beseitigt.

Von der Passhöhe geht es rasch 1'000 Meter hinunter zum Mono Lake. Mit 150 Quadratkilometer ist er der weltgrösste Kratersee. An seinen Ufern findet man die sogenannten Tufas (Tuffstein), die sich stark vom tiefblauen Wasser abheben. Das Ufer und der See sind auch ein grosses Vogelparadies. Für unsere europäischen Augen ist allerdings nicht viel Bekanntes zu entdecken, was die Sache natürlich besonders spannend macht. 

Ein spezielles Erlebnis ist dann die Fahrt nach Bodie. Da uns Schotterstrassen verboten sind, satteln wir  für die letzten 3 Meilen unsere Mietbikes. Sie sind übrigens immer noch unversehrt, nachdem sie eine etwas zu weit geratene Rückwärtsfahrt glücklich überstanden haben. Eine gute halbe Stunden Schweiss treibender Aufstieg ist wohl Strafe genug für diese Unvorsichtigkeit. 

Aber nun zu Bodie. 1859 wurde hier Gold entdeckt. 1879 begann dann der ultimative Goldrausch. Innert kürzester Zeit nahm die Bevölkerung von 20 auf 10‘000 Einwohner zu. Der Boom zog natürlich aller Gattung Leute an. Es gabe Zeiten, da war offenbar ein Toter pro Tag fast schon normal. Der Pfarrer bezeichnete seine Gemeinde als „a sea of sin, lashed by the tempest of lust and passion“. „Good bye God, I am going to Bodie“, schrieb ein kleines Mädchen in sein Tagebuch. Dieser Satz sollte zum geflügelten Wort werden. 

Nur rund 5% der Stadt sind heute noch erhalten, aber die immer noch zahlreichen Gebäude sind beeindruckend. In den 1930er Jahren vollständig aufgegeben, wird Bodie seit 1962 im vorgefundenen Zustand erhalten. Der Gründungsakt des State Parks sieht auch keinen Erhalt „auf ewig“ vor, sondern geht davon aus, dass die Geisterstadt letztlich langsam untergeht. 

Dies macht Bodie einzigartig. Die Zeit wird nicht künstlich angehalten, sondern sie schreitet fort. Alte Fahrzeuge und Minengerät rosten still vor sich hin und lösen sich langsam auf. Die Staubschicht auf den in den Häusern zurückgelassenen Gegenständen wächst kontinuierlich. Die Titel der im Schulhaus noch auf den Bänken liegenden Bücher sind jedenfalls nicht mehr zu erkennen. Der Globus ist nur noch eine farblose Holzkugel. Nur die Europakarte hängt noch mehr oder weniger unversehrt an der Wand und hätte bei der Ausbildung von Ex-Präsident George W. Bush wohl noch gute Dienste geleistet.

 

Mittwoch, 30. Mai 2012 

Nach einer ruhigen Nacht – wir haben wild am Rand eines Parkes nahe am Mono Lake geparkt – geniessen wir den schönen Morgen. Die Chipmonks, eine Art Erdhörnchen, sind noch genauso putzig, wie am Vorabend und es kommen weitere Fotos zur Sammlung. Diese Viecher dürften das bisher am meisten von mir geknipste Motiv sein. Das Aussortieren zu Hause dürfte zur Strafaufgabe werden.

TIPP:   Übernachtungsplatz am Mono Lake beim Mono Lake County Park (siehe Skizze auf Roadbookseite am Beginn des Textes)
          Am Morgen kamen 2 Personen des öffentlichen Dienstes zur Arbeit am Park. Sie störte unser Dortsein in keiner Weise  

Das erste Tagesziel liegt noch am Mono Lake. Es sind die South Tufas. Diese tropfsteinartigen Gebilde entstanden durch aufsteigende Gase, die gleichzeitig Mineralien ablagern. Der sinkende Wasserstand hat diese Gebilde nun zu Tage gefördert. Eine spezielle Algenart schätzt dieses Nahrungsangebot. Diese wiederum werden genüsslich von Krebsen und einer Fliegenart verspeist. Die nächsten in der Nahrungskette sind dann die Vögel, die das Gebiet für Ornithologen so interessant machen.

Der nächste Stopp ist an den Mammoth Lakes fällig. Im Reiseführer als touristisches Muss bezeichnet, geben die Seen wirklich tolle Fotomotive ab. Sonst aber ist in dieser Jahreszeit nicht viel los. Riesige Resort lassen aber erkennen, dass hier im Winter Grossbetrieb herrscht. 

Übernachtungsort ist Lone Pine. Hier zweigt die Strasse ins Death Valley ab. Die Temperaturen dürften um die 30 Grad liegen und dies auf einer Höhe von über 1'100 Metern. Wie heiss wird’s dann wohl am tiefsten Punkt unserer Reise auf -87 Metern? 

Im Visitors Center lassen wir uns noch beraten, wie wir unseren bevorstehenden absoluten Hitzetag gestalten wollen. Die Rangerin gibt Tipps für Sonnenunterang und –aufgang. Sogar die exakten Zeiten geliefert. 06.00 am Zabriskie Point, was so etwa 05.00 Tagwache bedeuten wird.

Die letzten Tipps gelten dem Besuch der Alabama Hills. Sie liegen direkt beim Übernachtungsort und bildeten in verschiedensten Filmen eine prächtige Kulisse. Um 20.00 Uhr soll die Sonne untergehen. Wir starten unsere Rundtour entsprechend und fahren durch herrliche, kugelartige Gebilde aus massivem Fels. Ein gewaltiges Licht- und Schattenspiel. Der zweite Teil des Trips führt zu einem Gebiet mit Rundbogen aus Fels. Doch leider lag die gute Frau mit dem Zeitpunkt des Sonnenuntergangs die entscheidenden 10 Minuten daneben. Schade. Unzählige grandiose Fotomotive gingen den Bach runter.

Nun sitzen wir im Wohnmobil. Die Klimaanlage dröhnt und wir sind gespannt, wie wir diese erste, wirklich warme Nacht überstehen werden.

 

SOVIEL FÜR HEUTE. DEMNÄCHST:
- DER JAPANER IM DEATH VALLEY
- 117 GRAD FAHRENHEIT
- THE BIGGEST CITY IN THE CITY
- GEOGRAFIEKENNTNISSE EINES AMERIKANISCHEN TANKWARTS 

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Trakki
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Schreibstil

Hallo Oldi,

ich werde sicher wieder vorbei schauenWink. Du hast einen amüsanten Schreibstil! Da lese ich doch gerne mitSmile

Herzliche Grüße

Sonja
Scout Womo-Abenteuer.de

Trakki.Reisen