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Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Hiking Southwest - 230 km zu Fuß durch den Südwesten

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zehrer
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Freitag Auf ein Neues! Aber

Freitag
Auf ein Neues! Aber bevor wir uns auf den Weg zu einem Megahike machen, möchte ich einmal die Hampton Inns loben. Ich finde die Hotels sehr ok und vor allen Dingen das inkludierte Frühstück macht Spaß. Nix Continental, sondern Pfannkuchen und/oder Eier mit Bacon/Würstel, also alles, was ich so vor einer Wanderung brauche. Genügend Platz zum sitzen, was ja oftmals bei diesen Frühstücksräumen ein Problem ist. Und wenn ich bedenke, was ein Frühstück im iHOP inzwischen kostet, dann kann man meines Erachtens auch den Zimmerpreis akzeptieren. Nein, ich habe keinen Werbevertrag, es war mir nur ein Bedürfnis.

Wir nehmen erneut Anlauf auf die Black Ridge Road, fahren aber weiter nach Norden bis zu einem Parkplatz, der vor Begin der Elendsstrecke zum Rattlesnake Canyon ist. Eigentlich parke ich schon früher, ich Schisser, weil ich dachte, dass die "echte" 4WD-Strecke schon früher beginnt. Auch egal, wird der Hike halt eine Meile länger. Den Gesichtsausdruck von Monika möchte ich nicht schildern. Ich habe ihr verschwiegen, dass es mehr wie 1609 Meter waren.

Wir folgen einer alten Dirt-Road, die parallel des Mee Canyons verläuft und nach Nordwesten führt. Fast dreieinhalb Meilen sind wir unterwegs, begleitet von Bobcat Spuren, die manchmal sehr nervöse Zuckungen in meinem Gesicht verursachten. Wir verabschieden uns vom Trail und schlagen uns nach links in die Prärie. Es geht Richtung Canyonrand und die Hoffnung stribt zuletzt, dass das GPS-Datum des Abstiegs stimmt. Als wir just an dieser Stelle stehen, ist nix mit runter. Ziemlich konsterniert, eigentlich sind wir innerlich fast zusammengebrochen, stehen wir nun da und uns bleibt nichts anderes übrig, als entweder zurück zu gehen oder den Canyonrand weiter abzusuchen. Wir entscheiden uns für die zweite Variante, bleibt nur noch die Frage, in welche Richtung? Vorwärtsstrategie, also weiter des Weges in die Richtung, in die wir gehen. Aber von gehen kann jetzt keine Rede mehr sein. Immer wieder müssen wir nach oben, um riesigen Felsbrocken auszuweichen. Es ist eine Quälerei! Und wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt - nicht immer - irgendwo ein Lichtlein her. Nach zwei Stunden finden wir einen, vermutlich den einzigen Abstieg über ein Geröllfeld.

Die ersten Steinbögen sieht man schon von oben, so dass die Navigation nun keinerlei Schwierigkeiten macht. Wir sind unten auf dem ersten Absatz des Mee Canyons und haben in unmittelbarer Nähe den Porthole und den Two Feathers Arch. Letztgenannter ist sogar ein doppelter Steinbogen, der sich seine Löcher durch den knallroten Felsen gebannt hat. Wir wandern querfeldein weiter, einen Weg gibt es hier nicht, was natürlich das Vorankommen etwas erschwert. Entweder Büsche oder Sand oder Felsen oder gleich alles auf einmal. Der Crown Arch ist mit Abstand der schönste Steinbogen des heutigen Tages. Hoch oben thront er majestätisch auf einem Felsen, der hier gelb ist. Wie Gold halt, das passt! Er sieht wirklich wie eine Krone aus und hat mehrere Öffnungen. Der nächste Arch, Tubloc, war ebenfalls sehr gewaltig und sehenswert.

Bis hierher sind wir nun sechs Meilen unterwegs, haben aber aufgrund der Suche und Bodenbeschaffenheit drei Stunden gebraucht. Die Pausen waren nicht üppig und der Rückweg droht. Klar, dank der Trackaufzeichnung werden wir sicher schneller zurück sein und uns einige Kraxlarbeit ersparen. Aber wir beschließen, dass es für heute reicht. Es wären noch weitere Steinbögen mit einigen Zusatzmeilen zu erreichen, nachdem aber die mitgebrachten Fotos von den Teilen nicht unbedingt zu einem "Must see" reichten, machen wir kehrt.

Beim Aufstieg zu unserem Ausgangspunkt genießen wir die tolle Aussicht ins Tal und auf den Colorado River. Immer wieder drehen wir uns um, denn es ist einfach fantastisch. Nach insgesamt 12 Meilen und knapp 6 Stunden sind wir wieder am Auto. Für Gas und Bremse reicht es noch, aber momentan bin ich richtig fertig, denn es war zudem sehr warm heute.

Beim Feierabendbier in der Brewery sind wir uns einig: Das war perfekt: Einsam, herausfordernd, schön! Sehr gut ist auch das Abendessen in der "Wine and Bar", doch leider 20 % Service Charge, respektive Tourist Fee. Forget it, Buddy!

Fortsetzung folgt ...
Nachdem die Bilder und etliche Hikes bereits online sind [siehe Updates] , werden sukzessiv und parallel zu diesem Bericht die restlichen Wanderungen erstellt. Den Fortschritt könnt Ihr gut über die "Updates" verfolgen! Vorhandene Tip-Fehler werden erst nach kompletter Fertigstellung beseitigt ...

Viele Grüße
Fritz

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Bernhard
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Ruppiger

Hallo Fritz,

so langsam wird es ja bei euch immer ruppiger: mit GPS am Canyonrand und kein Abstieg - vergiss es ! Aber ihr beißt euch durch ! Ja, wer so ein echter Arch Hunter ist .... der packt das ! Vielen Dank für die Mitnahme (bildlich´und schriftlich !)

Grüße

Bernhard

Bernhard

Scout Womo-Abenteuer.de


Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen (G.C. Lichtenberg)

zehrer
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Samstag Zwei einprägsame,

Samstag
Zwei einprägsame, vermutlich unvergessliche Tage an den Kanten und in den Tiefen des Mee Canyons gehen zu Ende. Wir sind auf dem Weg weiter nach Westen. Moab, die Hikerhochburg, wird die nächsten Tage unser Wanderrevier sein.

 

 

Interstate 70, Exit 193, Blinker rechts und ab auf eine wunderbar zu befahrene Dirtroad. Die Wildcat- und die Highland Road steuern uns immer den La Sal Mountains entgegen. Ein tolles Panorama: rechts die roten Felsen und Steinbögen des Arches Nationalparks und die leuchtenden Schneeberge im Vordergrund. Salziges, dann sandiges Land. Wir sind am Trailhead, aber einen Weg gibt es nicht, so dass wir uns querfeldein durch die Büsche, über Sand und über felsigen Untergrund kämpfen. Wir kommen dem Schluchtenland rund um Moab immer näher. Und nach 45 Minuten stehen wir mitten in dieser gewaltigen Natur. Kein Strauch, kein Gras, versperren mehr die Sicht. Nur Felslandschaften und Canyons soweit das Auge reicht. Unsere Sinne erfassen den gewaltigen Steinbogen. Der Covert Arch steht im Norden, knapp 300 Metern Luftlinie auf der anderen Seite des Lost Spring Canyons, der hier über 100 Meter senkrecht unter uns liegt. Er sieht gewaltig aus, der Steinbogen.

 

 

Nach einer kleinen Pause nehmen wir den Arch in Angriff. Der mögliche Weg scheint erneut eine Herausforderung zu werden. Irgenwann stehen wir über dem Arch, aber an einen Abstieg ist hier nicht zu denken. Aber wir erkennen einen Abbruch, der möglicherweise auf den ersten Absatz führt. Und so umrunden wir den tiefen Einschnitt mit Respekt und als wir an dem gesichteten Abstieg stehen, ist es kein großes Problem. Auf den Hosenboden gesetzt, Füße nach vorne und hopp! Und rauf werden wir schon wieder kommen. Links die Schucht, 100 Meter unter uns der Canyonboden, das heißt immer möglichst im maximalen Abstand rechts halten. Das klappt wunderbar, aber nur, wenn man nicht den Mut hat, nach links zu schauen. Nach 0,2 Meilen sind wir wohlbehalten an diesem überdimensionalen Arch. Einsam sitzen zwei Menschen in einer Natur, die seinesgleichen sucht. Man kommt sich klein und unbedeutend vor, es ist einfach nur toll. Und es gibt momentan keinen Fleck auf der Erde, der besser für eine Brotzeit geeignet wäre. Ein riesiger Alkoven am südöstlichen Ende des Steinbogen bietet Unterschlupf.

 

 

Wir fahren die Dirtroad einige Meilen zurück und finden eine Offroad-Strecke, die uns direkt zum La Boca Arch führt. Auch ein schönes Exemplar, mittendrin ein Baum, der den Schatten dieser durchgebrochenen Höhle genießt. Von innen sitzt man vor einem Fenster, das den Blick auf die La Sal Mountains freigibt. Es sieht fast wie ein Gemälde aus. Ist es auch, der Künstler heißt Natur. Der Harolds Arch ist gleich in der Nähe, aber wir verlaufen uns in den sandigen Flußläufen, sind oft nur 200 Meter vom Steinbogen entfernt, nur erreichen wir ihn nicht. Nachdem es inzwischen prügelheiß ist, geben wir auf. Es genügt für heute.

Nach einer Stunde sind wir Moab und es ist immer wieder schön, entlang der roten Wände der Gold Bar in den quirligen Ort zu kommen. Dieses Wochenende ist auch noch Memorial Day. Das heißt, dass das immer volle Moab noch voller ist. Aber nachdem wir uns tagsüber in der Einsamkeit tummeln, tut Leben gut.

Nach feinen Rippen im Zax führt uns ein kleiner Spaziergang zum ehemaligen Dreamkeeper Inn und Dave putzt gerade seine BMWs. Kim werkelt im Garten und wir haben uns dann sehr, sehr lange über dies und das unterhalten. Sie sagten, dass heute der wärmste Tag im Jahr war und das Wetter inzwischen verrückt spielt. Moab becomes Ireland, das war die zentrale Aussage und ja, es ist wirklich grüner als die Jahre zuvor.

Fortsetzung folgt ...
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Viele Grüße
Fritz

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Karin
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Beigetreten: 21.08.2009 - 19:06
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Moab

Hi Fritz,

ich bin gerade nachgereist und habe begeisstert Deine tollen Aufnahmen angesehen. Die Herumsucherei nach einem Abstieg in großer Hitze klingt schon fast grenzwertig anstrengend.

Ich bin jetzt sehr gespannt, wie es in und um Moab weitergeht.

Vielen Dank

Karin

zehrer
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"Wasserstandsmeldung" zur

"Wasserstandsmeldung" zur Fertigstellung der Wanderungen [Hikes]:

Covert Arch
Mee Canyon [Trail Arch / Alcove]
Mee Canyon [Porthole-, Two Feathers-, Crown-, Tubloc Arch]
No Thoroughfare Canyon
Picketwire Canyon [Window Rock, Picture Window]
Window Rock Lemitas
De-na-zin Wilderness
Snake Bridge
Royal Arch [Arizona]
Boundery Butte Arch
Venus Needle und Cleopatra's Needle
Hope Arch [update wegen neuer Streckenführung]
Edmaiers Secret
Willow Valley Arch
Tonto Natural Bridge [Gowan Trail]
Whitley Bridge
Lost Horse Mine
Pumpkin Patch
Arrojo Burro Trail - San Roque Arch

Schnell zu erreichen über http://www.zehrer-online.de und dann "Updates" im Menü

Viele Grüße
Fritz

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zehrer
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Sonntag Der noch immer
Sonntag
Der noch immer durchziehende Jetstream hat heute den Vorteil, dass das Wetter schön bleibt. Gleichwohl ist es eine sehr windige Angelegenheit, als wir auf der Interstate 70 nach Westen unterwegs sind. Es war aber nicht dem Wind geschuldet, dass wir am Ranch Exit 131 vorbeigeschossen sind. Obwohl wir wussten oder hätten wissen müssen, dass der im Internet meistens mit 129 bezeichnete Exit bei Milemarker 131 ist und auch so heißt, haben wir es in dem Moment verschlafen. Wäre ja kein Problem, wenn nicht der nächste Exit ewig weit weg wäre und ein Umweg von 25 Meilen das Ergebnis ist.

Wir sind angekommen und fahren die Frontage Gravelroad 20 Meilen bis zum San Rafael River. Gleich hinterm Wasser geht es nach rechts etwas unruhige Meilen auf der Mexican Mountain Road voran. Genau gesagt waren es noch 14 lächerliche Meilen. Das satte Grün der Bäume vor den roten Felsen genießen wir trotzdem. Die Camps, die links und rechts neben der Straße aufgebaut sind, sind mit Zettel gekennzeichnet. Hier geht es zu John und Laura, Pfeil: Matterhorn Straße! Remember, es ist Memorial Weekend und die Familien und Freunde treffen sich selbst hier im Outback.

Bei angenehmen Temperaturen, eingerahmt von hohen Felswänden, wandern wir dem Spring Canyon entgegen. Hier, im San Rafael Swell, wechselt die Farbe der Felsen von rot nach gelb. Der breite, sichtbare Trail endet auf einem Landing Strip, also einem Flugplatz. Schilder sagen: Dreh' Dich auch mal um, Du kleiner Wanderer, denn es könnte ein Flugzeug kommen. Und in der Tat sind Spuren von Kleinflugzeugen auf der kiesigen Landebahn sichtbar, die so alt nicht sein können. Das wäre doch eine Gaudi, wenn der CB [Insider-Code] zur Landung ansetzt und wir mit einem Sprung zur Seite unser Leben retten. Aber soweit kommt es nicht. Die volle Windhose gibt das Zeichen, in den Spring Canyon abzubiegen und durch skelettartige Steinfelder zu wandern. Monster Rocks nennen wir sie, denn sie sehen aus wie überdimensionale Kreaturen, die sich uns mit Löchern und Armen entgegen stellen. Kraken, Haie, Bullen, Vögel, Frösche - alles ist möglich - man kann seiner Fantasie freien Lauf lassen.

Wir kommen in die anfangs breite Wash des Spring Canyons, es wird ekelhaft sandig und dann passiert, was so oft in solchen trockenen Flußläufen passiert. Dort, wo noch Wasser ist, türmen sich die Sträucher und Bäume auf und wollen pardu verhindern, dass du zügig vorwärts kommst. Macheten haben wir nicht dabei, aber die Hände tun es auch. Nach eineinhalb Stunden erblicken wir den Delicate Arch zum ersten Mal. Um ihn zum allseits bekannten, gleichnamigen Steinbogen im Arches Nationalpark zu unterscheiden, hat er den Zusatz II. 4,6 Meilen haben wir hinter uns, hier schlagen wir unser Lager auf. Hoch oben steht das riesige Teil und doch beugt sich sein Spann filigran auf den Felsen. Jetzt wäre es möglich, über ein Geröllfeld nach oben zu gehen, wobei vermutlich gehen der falsche Ausdruck ist. Krabbeln wäre schon richtiger, aber aus diesem Alter sind wir momentan mal raus. Zudem würde sich die Sicht kaum verbessern, denn ganz nach oben kommt man hier sowieso nicht. Aber wir haben ja einen Feldstecher dabei. Die schöne und abwechslungsreiche Wanderung durch phantastische Felsenlandschaften soll hier ihren Höhe- und Umkehrpunkt erfahren.

Auf der Heimfahrt verwandelt der Jetstream die San Rafael Desert in eine Staubwand, - kein Wunder, dass das Bier in der Moab Brewery erst beim zweiten Glas so richtig ankommt.

Montag
Der Boulder, also der Felsblock, an sich, liegt in der Regel ziemlich faul in der Gegend rum und stört kein Schwein. Wenn dieses Teil jedoch in einem schmalen Canyon Platz gefunden hat und der Gipfelstürmer nach oben oder unten will, kann er ganz schön lästig sein. Er ist dann auch noch härter als der eigene Körper und das kann zu vielem führen. Heute wird wieder ein blutiger Tag!

Fortsetzung folgt ...
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Fritz

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zehrer
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Beigetreten: 30.09.2009 - 05:20
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Montag Der Boulder, also der

Montag
Der Boulder, also der gemeine Felsblock, an sich, liegt in der Regel ziemlich faul in der Gegend rum und stört kein Schwein. Wenn dieses Teil jedoch in einem schmalen Canyon Platz gefunden hat und der Gipfelstürmer oder der Canyon Hiker nach oben oder unten will, kann er ganz schön lästig sein. Er ist dann auch noch härter als der eigene Körper und das kann zu vielem führen. Heute wird wieder ein blutiger Tag!

Der Respekt vor dem Hike ist uns anzumerken. Wir haben die GPS-Koordinaten von zwei tollen Steinbögen, Mystery und Camelhead Arch, aber die Planung der Wanderung dorthin, ist nur auf der Basis einer verbalen Beschreibung zustande gekommen. Das geht in der Regel schief, so meine Erfahrung, und insbesondere dann, wenn es keinen Trail gibt. Zudem liegen die Ziele mitten im San Rafael Reef und wer es kennt, kann sich kaum vorstellen, dass man dort als Otto Normalhiker überhaupt hoch kommt. Egal, wir verlassen die Interstate 70 bei Milemarker 147,2 direkt auf eine Dirtroad. Da musst Du schon sehr mit dem Rückspiegel fahren, damit dich der nachfolgende Verkehr nicht über den Haufen rennt, wenn ein Formel-1-gleiches Bremsmanöver notwendig wird, um eine Autobahn im rechten Winkel auf eine ungeteerte Straße zu verlassen.

Der Ranch Bypass führt 3,6 Meilen entlang des wunderschönen Riffs, das wie ein Dinosaurierrücken schräg in den Himmel ragt. Gelbe und graue Felsen nehmen Anlauf und ganz oben sind die roten Kumpanen. Momentan kann ich mir nicht vorstellen, dass es eine für uns akzeptable Route auf und in diese Felsen gibt. Ich denke an die Huber Buam, die im Sprint diese Klippen erobern würden. Positiv denken!

 

 

Wir suchen den Eingang, der damit beschrieben wurde, dass die Basis gelb wird. Nur, der erste Lappen dieser Felsenwand ist immer gelb. Aber zum Glück ist einer besonders gelb und wir hoffen mal, dass hier der Einstieg ist. Gemächlich quälen wir uns über ein Schotterfeld zum Riff. Eine kleine Ridge, die sich uns in den Weg stellt, kann nicht so einfach überquert werden. Da braucht es schon ein wenig suchen, um in den Slotcanyon zu kommen. Aber gut, wir sind am eigentlichen Einstieg und staunen nach oben. Es dauert nicht lange, bis die erste schwierige Stelle erkennbar ist. Ein riesiger Boulder stellt sich in den Weg. Aber siehe da, unsere Freunde von der NABS haben eine Leiter aufgestellt. Ohne wäre es nur mit Seil und Haken zu schaffen. Allso für uns schon vorbei, aber auch mit diesem Hilfmittel ist es nicht leicht. Das Aluteil wackelt und läßt sich nicht so platzieren, dass ein fester Stand für Trittsicherheit sorgt. Mein Seil wäre im Rucksack, aber irgenwie festbinden ist nicht. Try and error! Im dritten Anlauf schwinge ich mich auf den ungefähr drei Meter hohen Felsen und bin mir im Nachhinein nicht mehr sicher, wer mehr gezittert hat - die Leiter oder ich. Seil ausgepackt, Monika eingepackt und hochgezogen. Nein, nur gesichert, Späßle g'macht!. Das erste Blut klebt am Felsen, aber der Weg geht weiter. Auf allen Vieren schnaufen wir nach oben. Der teilweise nur ein Meter breite Slot weitet sich, aber das Geröll breitet sich aus. Drei weitere Stellen sind zu meistern, die über Steinquader hinweg nach oben führen. Das Problem der Schwerkraft zu enfliehen ist nicht nur die Anstrengung. Vielmehr liegen die Schwierigkeiten der Kletterei darin, dass es aufwärts immer leichter ist, als dann anschließend wieder gesund oder überhaupt runter zu kommen. Diese Gedanken schwingen - bei mir zumindest - immer mit, wenn wir solche Wanderungen machen. Aber nach mehr als einer Stunde stehen wir jetzt mal mitten im San Rafael Riff und planen die weitere Route. Blanker Fels löst die Schotterfelder ab, was für ein Segen! Aber es bleibt sehr steil, so dass das nächste Lager erst nach 1,5 Stunden erreicht wird. Wir sind schon ziemlich fertig und ein Blick in die Landschaft und auf die Karte verrät nichts Gutes. In einigen hundert Meter wartet das nächste Geröllfeld auf uns und wir haben noch nicht mal die Hälfte der Wanderung geschafft. Die Beschreibung läßt nicht zu, dass ein "jetzt wird es dann leichter" die Motivation hebt. Da steht so etwas komisches wie "über einen Kamin geht es hinauf zu nächsten Ebene". Die aufgeschürften Ellenbogen und Knie ruhen, das inzwischen dreckverschmierte Gesicht hat zwar noch saubere Stellen, nämlich dort, wo der Schweiß in Strömen herab rinnt, aber als sich unsere Blicke begegnen ist sofort alles klar. Fast telephatisch beschließen wir die Umkehr. Der Rückweg wird auch nicht einfach und hey, wir haben Urlaub und keinen Wettkampf! Der Abstieg ging dann besser als befürchtet, aber wir waren froh, als wir unbeschadet unten waren. Es ist zwar schade, nachdem wir schon so weit hochgeklettert sind, aber für heute wäre es zuviel geworden. Gibt es ein nächstes Jahr?

Der Mexikaner Miguels läßt all die Anstrengung und Verletzungen vergessen.

Dienstag
Wir machen uns auf die Metropole Blanding.

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Viele Grüße
Fritz

USA Base Camp
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Tom
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Nachgereist

Hallo Fritz,

ich bin jetzt mal schnell nachgefahren, was soll ich viel sagen. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen wenn ich Deinen Bericht mit den vielen tollen Wanderungen lese. Eigentlich sollte ich sagen, ich verschlinge ihn.

Vielen Dank für die viele Mühe und den großartigen Input für alle Wanderfreunde.

Herzliche Grüsse, Tom

Reisen Sie langsam. Wenn Sie Zeit für acht Länder haben, nehmen Sie fünf. Wenn Sie durch fünf hetzen wollen, nehmen Sie drei. Kate Simon

Karin
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Slot Canyons

Hi Fritz,

ich habe schon mal in einem Slot Canyon gesteckt und meine Knie waren nur noch aus Gummi und haben sich geweigert, ein einzigen goßen Schritt zu tun, den meine drei Männer mit links machten. Embarassed Ich Weichei. Embarassed

Ich lese mit Spannung und bin beeindruckt, was Ihr Euch traut. Cool Die Leiter hätte ich nicht bewältigt, die zittrige Leiter...

Tschüß

Karin

zehrer
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Dienstag Wir machen uns auf

Dienstag
Wir machen uns auf die Metropole Blanding. Als wir durch das Nest fahren, wird erneut deutlich, dass das Umfeld für Hiking Southwest manchmal eine Qual ist. Egal, es geht zum wandern und nach 114 Meilen haben wir im Natural Bridges National Monument unseren Eintritt bezahlt. Am Sipapu Parkplatz stehen schon ein paar Autos und fotografierende Menschen, aber das wird bald der Vergangenheit angehören. Wir sind keine Touris, ausgeschlossen!

Wir steigen ab in den Whtie Canyon. Ein felsiger Viewpoint gibt ersten Blicke auf die gewaltige Sipapu Bridge frei. Gut gesicherte Wege führen uns zum Canyonboden. Fast andächtig möchte man werden, wenn man unter diesem Steinbogen steht. Er ist derzeit der neuntgrößte Arch der Welt. 225 Fuß, das sind immerhin fast 70 Meter, misst der Bogen, der nahezu 45 Meter über dem Canyonboden schwebt. Gigantisch, - und der Wüstenlack hat den gelblichen Stein auf der Innenseite dunkelgrau markiert. Hier sind wir inzwischen alleine, keine Sandalen und weißen Strümpfe in Sicht.

Ein gut sichtbarer Trail bringt uns weiter nach Südwesten. Vorbei am Deer Canyon kommen wir zu den Horse Collar Ruins. Nichtbeachtung, denn gegenüber steht der gleichnamige Arch. Der Horse Collar Ruin Arch klebt hoch oben am Canyonrand und am frühen Vormittag ist es nicht so einfach, ihn zu fotografieren. Ich zwenge mich in die Büsche, um nicht direktem Gegenlicht ausgesetzt zu sein. Egal, der helle Steinbogen, der direkt vor einer dunklen Abbruchkante steht, ist schön und ich vermute, dass ihn trotz des bekannten Gebietes die wenigsten kennen werden.

Bevor wir zur nächsten Brücke der Giganten kommen, entdecken wir hoch oben das Tank Window. Ja, es gibt wesentlich mehr, als die großen Naturbrücken zu sehen. Wie ein herausgeschlagener Panzer sieht das Window aus und ein zweites Loch könnte die soeben abgefeuerte Kanonenkugel sein. Na ja, wollen wir nicht zu sehr in die Sprache des Militärs verfallen, - das Fenster erinnert an den Jeep Arch im Culvert Canyon bei Moab.

Die fette Kachina Bridge erreichen wir nach rund 2,5 Meilen. Wahnsinn! Es ist schon bemerkenswert, was Wasser alles anrichten kann. Ich vermute mal, dass der Durchbruch mindestens 30 Meter dick ist. Der Spann ist fast 60 Meter weit und die daneben wachsenden Bäumen wirken wir Sträucher. Das Wasser hat einen Zebrastreifen hinterlassen, der horizontal verlaufend darauf hinweist, was diese gigantische Brücke geformt hat. Rechts dahinter steht das Wasser in den White Canyon hinein. Dort wäre noch ein Arch, aber schwimmen wollen wir jetzt nicht, obwohl die Hitze inzwischen fast unerträglich geworden ist.

Wir ziehen weiter, nun in den Amstrong Canyon, nach Südosten. Das Stück bis zur letzten Natural Bridge zieht sich. Aber nach knapp 7 Meilen und 3,5 Stunden Wanderzeit sind wir an der Owachomo Bridge. Wesentlich granziler stellt sich dieser große Steinbogen vor. Und als wir vom Tal zur Brücke aufsteigen, hocken da schon die Touris. Ich bitte dann gleich mal eine Amerikanerin, aus dem Bild zu gehen. Aber die darf man nicht fragen, nein, man muss sie anweisen. Erst dann klappt es, auch noch begleitet mit einer Entschuldigung. Geht doch! Abseits der Brücke, dort wo Schlangen und keine Touristen zuhause sind, machen wir Pause.

Unsere Canyonwanderung, die alles hatte, einen guten Trail, viel Grün, tolle Felsen, keine Menschen und riesige Brücken und Arche, geht zu Ende. Leider ergibt sich das Problem, dass das Auto am anderen Ende des National Monuments steht. Also, die letzten Kräfte mobilisiert und über die Mesa die restlichen zweieinhalb Meilen gewandert. Klingt nicht so schwer, ist es aber. Denn die Sonne knallt auf die Hochebene und von Ebene kann kaum die Rede sein, denn es sind noch zwei namhafte Auf- und Abstiege in kleine Canyons, die uns im Wege stehen. Nach 5 Stunden, als das Eingangsbild mit den Socken entstand, trinken wir ausserhalb des Bildausschnittes unseren noch kühlen Eistee. Schön war's!

Eigentlich will ich selbst entscheiden, ob ich zum Abendessen ein Bier oder einen Wein trinke. Aber die Entscheidung nehmen sie einem im Homestead Steakhouse, wie auch in anderen Blanding Lokalen, ab. Es gäbe Apfelbier und ich will nicht daran denken, wie das schmeckt.

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