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Tag 05 - Eastern Sierra | Teil II: Lone Pine Lake

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Annika86
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Tag 05 - Eastern Sierra | Teil II: Lone Pine Lake
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
Samstag, 6. September 2025
Gefahrene Meilen: 
0 Meilen
Fazit: 
Kühlakkus und heiße Hunde - was für eine Kombination!

Einer meiner Lieblingsmomente in Womo-Urlauben in den USA ist die weiche Lichtstimmung und der Geruch am frühen Morgen - irgendwo draußen in der Natur. Fügt man der Gleichung dann noch Granitfelsen, Pinien und einen strahlend blauen Himmel hinzu, kann der Tag nur gut werden. Achso ... gewandert wird auch angel
Um kurz nach 7 Uhr verlassen wir die Shäbbi Lady und machen uns auf den Weg zum Trailhead des Mount Whitney Trails. Wir hätten schon deutlich früher los gekonnt, aber die Warnung vor den sehr aktiven Bären hier in der Gegend hat uns dann doch warten lassen, bis das Licht nicht mehr allzu dämmrig war.

Allein der Weg zum Trailhead bringt mich bereits aus der Puste – wir queren bei echt ungemütlichen Steigungsgraden den Whitney Portal Group CG, den Ravine CG sowie die bereits zu früher Stunde sehr gut gefüllten Parkplätze und verschnaufen kurz an den hübschen Hinweisschildern am Trailhead. Den Weg entlang des Baches vom CG aus hin zum kleinen See am Store hatten wir einfach nicht auf dem Schirm.
Ein älterer Herr nimmt den Trail mit voller Ausrüstung gleichzeitig mit uns unter die Füße und fragt nach einem Erinnerungsfoto von sich für das „Vorher“ – wird gemacht. Dann stapft er zügig los und wart nicht mehr (von uns) gesehen. Beeindruckend und erdend gleichermaßen.

  

Für uns geht es heute „nur“ 3 Meilen aufwärts zum Lone Pine Lake und wieder retour. Ohne Permit ist hier Ende für Dayhiker. Der Trail neigt sich gleichmäßig steil in den blauen Himmel und so gewinnen wir flott an Höhe und drehen den Kopf fleißig in alle Richtungen, um den Anblick der glitzernden Felswände zu genießen. Die erste Querung eines kleinen Wasserlaufs gelingt mir trockenen Fußes - ein echtes Wunder, nehme ich doch sonst mit traumwandlerischer Sicherheit jede Pfütze mit. Doch meine Stunde sollte noch kommen: Ein etwa 10 m breiter plätschernder Bach mitten auf dem Weg, der zwar nur 10-15 cm tief ist und einige große Steine beherbergt, die auch mein Männe nutzt, um trocken auf die andere Seite zu gelangen, doch ich weiß sofort … bei mir wird das eh nix. Ich ziehe mir Schuhe und Socken aus und wate hinein ins Nass. Ein eiskalter Gebirgsbach in der Frühe … top Idee. Ich schaffe es wohlbehalten bis zur anderen Seite und halte meine Kühlakkus a.k.a meine Füße schnatternd in die Sonne.

Das nächste Bild ist ein Suchbild laugh

Weiter geht’s in die John Muir Wilderness – der Trail kennt kein Erbarmen und windet sich in unzähligen Serpentinen gleichmäßig steil immer weiter empor, puh. Höhe (zwischendurch befinden wir uns heute auf 10.000 ft) sowie der letzte Tag der Medis setzen mir zu, ich kleiner Schlaffi. Als die Steigung endlich etwas abnimmt und wir über große abgeschrägte Stämme so einige Pfützen überwinden, bin ich schon ein wenig erleichtert und die gute Laune, die mir kurz abhanden gekommen war (der arme Männe), kommt langsam aber stetig zurück. Beim Trailmarker biegen wir brav nach links in Richtung Lone Pine Lake ab und stehen nach ein paar Metern im Baumdickicht am schattigen Ufer unseres ersten Bergsees 2025.

  

Wir halten nicht an, sondern streben direkt ein Stück weiter, Richtung Sonne. Die Steine am Felsufer sind gut zu erklettern, so dass wir uns problemlos ein schönes Fleckchen zum Rasten suchen können. Mit uns sind nur eine Handvoll anderer Personen dort, von denen sich die Backpacker bald wieder auf den Weg machen, so dass wir kurz darauf den See tatsächlich für uns haben. Ganz nett hier ;)

Wir snacken uns durch Nüsse, Müsliriegel und eine eiskalte Cola und während der Männe fotografieren geht, strecke ich alle Viere in der Sonne von mir. Wir verbringen fast eine Stunde hier oben und sind für einen guten Teil der Zeit allein. Der Nachteil der frühen Stunde ist jedoch, dass der See noch teilweise im Schatten liegt und die Foto-Ausbeute demnach nicht soooo gut ist, wie sie sein könnte – First World Problems. Die friedliche Stille macht dies mehr als wett.

  

 Als unsere Beine bereits gefährlich steif werden, treten wir den Rückweg an. Wir schreiten tüchtig aus, machen einigen Gruppen mit schwerem Gepäck Platz und ich gönne mir kurz darauf Runde 2 der Kühlakku-Füße. Gegen Mittag stehen wir nach rund 4,5 Stunden (inkl. Pausen) wieder am Trailhead, werfen noch einen Blick in den Portal Store und stapfen dann zurück zu unserer Shäbbi Lady. Dort heißt es: Füße hoch! Bei angenehmen Temperaturen wird auf unserer Site den ganzen Nachmittag gelesen und entspannt.

Heute gibt es Hot Dogs und als wir endlich alle Utensilien wie Soßen & Co. erfolgreich zu unserer weit vom Womo entfernten Tisch-Bank Kombi getragen haben - erkennbar an der Halloween Tischdecke - und ich mich mit den heißen „Dogs“ schonmal hinsetze, passiert es … kein Bär aus dem Hinterhalt … sondern ein halbes Dutzend Wespen, die sich blitzartig auf die Teller stürzen. Mir entfährt ein kleiner Schrei (habe aber auch Berichte aus einer unglaubwürdigen Quelle gehört, dass der vielleicht doch etwas lauter war angel ) – der Männe ist mit seiner Wespen-Allergie zum Glück noch einige Meter entfernt und bleibt perplex stehen, während ich erfolglos versuche, die Biester zu vertreiben. Ich bin kurz davor das Feld zu räumen und das Essen seinem Schicksal zu überlassen, wechsele dann jedoch die Strategie auf Rückzug und bringe alle Einzelteile nach und nach in Sicherheit. Zum Glück interessieren die Biester sich herzlich wenig für mich, sondern sind ganz mit den Würstchen beschäftigt. In einem günstigen Moment schnappe ich mir den letzten Teller und wetze in FlipFlops in den rettenden Womo-Hafen. Drinnen futtern ist auch schön! Wir beschließen den Tag mit dem ein oder anderen Kaltgetränk und ich gönne meinen schmerzenden Oberschenkel-Muskeln eine frühe Bettruhe. Wer wollte nochmal in die Berge?

Wanderbilanz des Tages: ca. 8 Meilen bei 656 Höhenmetern.

Lieben Gruß
Annika

Kochi
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Beigetreten: 21.08.2009 - 11:52
Beiträge: 7746
RE: Tag 05 - Eastern Sierra

Hi Annika,

Einer meiner Lieblingsmomente in Womo-Urlauben in den USA ist die weiche Lichtstimmung und der Geruch am frühen Morgen - irgendwo draußen in der Natur. Fügt man der Gleichung dann noch Granitfelsen, Pinien und einen strahlend blauen Himmel hinzu, kann der Tag nur gut werden.

...wie wunderbar geschriebenwink, genau so empfinden wir es auch immerheart!

Allein der Weg zum Trailhead bringt mich bereits aus der Puste – wir queren bei echt ungemütlichen Steigungsgraden den Whitney Portal Group CG, den Ravine CG sowie die bereits zu früher Stunde sehr gut gefüllten Parkplätze und verschnaufen kurz an den hübschen Hinweisschildern am Trailhead. Den Weg entlang des Baches vom CG aus hin zum kleinen See am Store hatten wir einfach nicht auf dem Schirm.

...ja, der Weg vom CG hat auch schon bei uns den Puls steigen lassen, aber dennoch auch gut zu gehen finde ich wink

Ein etwa 10 m breiter plätschernder Bach mitten auf dem Weg, der zwar nur 10-15 cm tief ist und einige große Steine beherbergt, die auch mein Männe nutzt, um trocken auf die andere Seite zu gelangen, doch ich weiß sofort … bei mir wird das eh nix. Ich ziehe mir Schuhe und Socken aus und wate hinein ins Nass. Ein eiskalter Gebirgsbach in der Frühe … top Idee.

...auch was werden da Erinnerungen wach, auch wir mussten damals die Schuhe ausziehen und noch heute kann ich fast fühlen, wie kalt der Bach war laugh.

Das dürfte dann  wahrscheinlich hier gewesen sein, oder?

 

Das nächste Bild ist ein Suchbild laugh

...gefunden! Genau in der Bildmitte stehst Du (oder jemand), oderwink?!

Ganz nett hier ;)

...och, geht soangel...

Wir beschließen den Tag mit dem ein oder anderen Kaltgetränk

...absolut verdient, wie sich doch die Tage gleichen könnenlaugh!

Munter bleiben
Gruss
Kochi
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