Der ruhige Vortag ließ uns unsere Akkus auffüllen. Auch wenn es am späten Abend noch einen Schreckmoment mit einem doppelten Amber Alert wegen eines entführten Kindes gab. Das Verbrechen lag etwa 700 km nördlich von uns. Wir waren überrascht, dass wir in Deutschland bis jetzt nur unsere Testalarme hatten und das jetzt schon unser dritter Notfallalarm in Kanada war.
Für heute stand viel an: Zuerst sollte der nördliche Teil des Icefields Parkways erkundet werden, auch eine kleine Wanderung war geplant. Danach wollten wir noch entspannt in Jasper zu Abend essen, bevor wir zum Miette Campground weiterfahren wollten. Doch zuerst wurde der Wilcox Campground angefahren, um nach den zwei Tagen am Parkway nochmal zu dumpen. Danach hielten wir nochmal am Columbia Icefield, um die Aussicht zu genießen und das Internet zu checken.
Direkt hinter dem Columbia Icefield lagen die Tangle Creek Falls. Hier musste man aufpassen, da diese direkt an der Straße bei steiler Abfahrt lagen. Wir hielten kurz an und schauten uns den kleinen Wasserfall an.
Weiter ging es zu den Sunwapta Falls. Wir liefen flott den kurzen Weg zu den Upper Sunwapta Falls. Der Wasserfall war schon etwas größer und schöner. Wir überlegten noch weiter zu den Lower Sunwapta Falls zu laufen, entschieden uns aber dagegen, da heute noch einiges auf dem Plan stand. Wir hätten dafür wohl ca. 1 ½ Stunden gebraucht.


So ging es weiter zum Goats and Glaciers Lookout, der uns mit der weiten Sicht über das nahe flache Gelände sehr beeindruckte. Hier machten wir ein paar Bilder und trafen einen Reisenden, der uns erklärte, auf der Straße hierher einen Bären gesehen zu haben. Schade, dass wir ihn verpasst haben 🙁.


Ein richtig schöner Stopp für uns waren die Athabasca Falls. Mit etlichen Viewpoints und Info-Schildern konnte man hier einiges über die riesigen Wasserfälle erfahren. Leider war der Wasserfall sehr überlaufen, wodurch wir etwas mehr Zeit für die Besichtigung benötigten. Mittlerweile waren wir in dem Gebiet, wo vor ein paar Jahren der Waldbrand gewütet hatte.





Den abgebrannten Teil des nördlichen Icefields Parkways wollten wir uns aber auch nicht entgehen lassen - allein die Thematik ist ja schon interessant. So hielten wir als Nächstes am Horseshoe Lake, kletterten auf einen größeren Fels und hatten einen schönen Ausblick über den See und die umliegend verbrannten Gebiete. Der See war schön anzusehen.


Danach hatten wir unsere erste Wanderung geplant: den Emerald Hike bzw. den Valley of the Five Lakes Loop mit ca. 5 km. Hier ging es über einen kleinen Tümpel vorbei an fünf Seen mit einem wunderbaren Ausblick auf die umliegenden Berge. Natürlich war der Bereich hier auch ausgebrannt, wir fanden die Wanderung und die umliegende Natur und den Heilprozess der Bäume trotzdem spannend.




Den Großteil der Stopps angefahren, fuhren wir am frühen Abend in Jasper ein. Wir kauften noch schnell im Nesters Market ein und tankten. Danach schlenderten wir am Connaught Drive entlang und bummelten ein wenig. Jasper kam uns schon deutlich kleiner als Banff vor. Wir hatten Lust auf Mexikanisch und gingen im Su Casa essen. Das hätten wir uns sparen können. Wir warteten ca. 75 min auf das Essen. Dazu kommt noch, dass das Essen einfach nicht gut war. Es schmeckte fad und die Portionen waren sehr klein. Wir wunderten uns, warum das Restaurant so gute Bewertungen hatte 🙁.
Durch die große Verzögerung beim Essen fuhren wir erst gegen 20 Uhr in Jasper los und kamen gegen 21 Uhr am Miette Campground an (Site B2). Unterwegs war uns nochmal das Glück hold, einen Schwarzbären am Hang zu entdecken. Auch die Strecke nach Miette war mit dem angrenzenden Gewässer sehr schön. 🙂


Da wir erst so spät ankamen, hatten wir keine Zeit und Muße, uns den Campground anzuschauen. Ich lief nochmal alleine ganz flott an den naheliegenden Bach. Dort war aber nicht viel zu sehen. Wir machten uns eigentlich ziemlich schnell fertig und legten uns ins Bett. Wir sollten am nächsten Tag noch ein bisschen Zeit haben, Miette zu erkunden.
Viele Grüße
Nico
Hallo Nico,
puh, ganz schön volles Programm. Ohne weitere Übernachtungen dort entlang des Icefields Parkway erst recht. Danke auf alle Fälle für die ungeschminkten Bilder vom Abschnitt Athabasca Falls bis Jasper.
Da heilt nichts mehr. Im Gegensatz zu manchen Laubbaumarten können sich verbrannte Nadelbäume nicht wieder erholen. Der Wald muss von Null an komplett neu hochwachsen. Das dauert Jahrzehnte. Leider.
Viele Grüße
Alex
I love not man the less, but nature more
Reisebericht "The Big Circle" (LAX-LAX)
Hi Nico,
tolle Eindrücke, und cool, dass du mal zeigst, wie es aussieht!
Brandgebiete gehören bei Nordamerikareisen auch immer mal dazu, ist ja auch ganz spannend, was an Schönheit noch da ist. In Glacier NP in Montana fand ich die abgebrannte Ostseite sogar ganz besonders schön, auch weil man dadurch das ganze See Berg Panorama überhaupt nur sehen konnte -aber zugegebenermaßen steht das Abgebranntsein nicht jeder Gegend so gut, da ist das toll, dass du mal einen Eindruck übermittelst.
Gerade bei den Wasserfällen ist ja einfach faszinierend, wie zeitlos schön und ungerührt die weiterfließen.
Mir scheint euer Zeiteinsatz genau richtig. Tolle Reise!
Liebe Grüße, Janina.
Hallo Nico,
... aber euer Übernachtungsplatz im nördlichen Teil des Jasper NP heute ist sehr gut gewählt.
Viel schöner als der Whistlers CG. Wir hatten den Miette CG auch in der engeren Wahl, nachdem wir uns die Fotos vom Whistlers CG angeschaut hatten. Und dann kam 2024 obendrein auch noch der schwere Waldbrand hinzu.
Viele Grüße
Alex
I love not man the less, but nature more
Reisebericht "The Big Circle" (LAX-LAX)
Hey ihr zwei,
Ja das stimmt der Tag war echt sehr voll, aber für uns hat es von der Mischung her tatsächlich sehr gut gepasst. Ich denke ein Tag mehr wäre aber auch nicht verkehrt gewesen :).
Da hast du absolut recht, auf die neuen Bäume werden wir noch sehr lange warten müssen. Aber den Beginn der sogenannten Sekundärsukzession zu sehen – also wie sich die ersten Pflanzen den nährstoffreichen Ascheboden zurückerobern – war wahnsinnig faszinierend.
Da kann ich dir nur zustimmen, Janina. Es war ein starker Kontrast zu den vorherigen Etappen und allein deshalb schon den Besuch wert. Wir bereuen jedenfalls nicht, dass wir uns das mit eigenen Augen angesehen haben :)
Viele Grüße
Nico
Hallo Nico,
Viele Grüße
Alex
I love not man the less, but nature more
Reisebericht "The Big Circle" (LAX-LAX)