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"Dem Frühling entgegen" im April 2008, Überführungstour nach Los Angeles

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Gisela
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"Dem Frühling entgegen" im April 2008, Überführungstour nach Los Angeles
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Wohnmobil-Überführungstour April 2008 von Chicago, Illinois nach Los Angeles, Kalifornien Gefahrene Meilen / Kilometer : 4450 / 7160 plus PKW 368 / 593

Größere Kartenansicht Teil 1

Größere Kartenansicht Teil 2 Da für 2011 doch einige Womo-Freunde eine Wohnmobil-Überführungstour planen, habe ich mich entschlossen, unseren Reisebericht von 2008 zu schreiben.
Vielleicht ist doch der eine oder andere Tipp enthalten. Und los geht's: 1. Tag, Samstag, 5. April 2008

 

Chicago

Obwohl es Samstag ist, können wir heute nicht ausschlafen.

Es ist der 5. April 2008, unser Überführungsabenteuer beginnt!

Pünktlich um 7.10 Uhr holt uns  M.  ab, um uns zum Flughafen zu bringen. Unsere 3 Gepäckstücke und das Handgepäck sind schnell verstaut.

 

Am Flughafen angekommen wollen wir zum United Schalter zum Einschecken. Sehen aber auf der Anzeigetafel das der Flug von Lufthansa durchgeführt wird. Mit den E-Tickets, einem PC-Ausdruck wird am Schalter eingecheckt. Da wir zeitig sind, gibt es keine Warteschlange.

Unser Gepäck wiegt zusammen 56 kg. Jetzt gibt es kleine Probleme. Die Lufthansa hat wohl intern einen Fehler gemacht, der PC will uns nicht von Detroit nach Chicago lassen. Es dauert ein wenig bis 2 Angestellte den PC überlisten.

Na hoffentlich kommt unser Gepäck auch gut in Detroit an!

 

Wir warten  noch lange am Gate bis es endlich losgeht.

Um 10.05 Uhr ist es dann soweit: 9 Stunden Flug liegen vor uns. Wir haben ganz gute Plätze, 42 H und 42 K.

Zu Essen gibt es für Peter Pizza und für Gisela Chicken. Es schmeckt so wie es immer im Flugzeug schmeckt.

Wir fliegen über die südlichste Spitze von Grönland und  können sehen wie das Meer in Eis verwandelt ist. Bevor wir in Detroit landen sehen wir das Meer unter uns in den tollsten Türkistönen.

 

Die Landung in Detroit erfolgt dann pünktlich um 13 Uhr Detroit-Zeit.  Der erste Eindruck vom Flughafen ist erschreckend:

Wir haben in den USA noch nie einen so alten und chaotischen Airport gesehen.

Dann dauert es eine Weile bis wir unser Gepäck haben. Die Emigration geht dann schnell, üblicher Fingerabdruck und Foto. Obwohl neben den Emigrationschalter eine Hinweistafel zu einem  „10 Finger-Scan“ steht, bleibt es beim Zeigefinger jeder Hand.

 

Dann wollen wir wieder einchecken auf United nach Chicago, erfahren aber, dass wir mit einem Shuttlebus in ein anderes Gebäude gefahren werden. Nichts ist ausgeschildert. Immer wieder müssen wir fragen, wir zweifeln schon an unseren  „Englischkenntnissen“. So stehen wir im zugigen Parkhaus und warten 40 Minuten auf den  Shuttle „Terminal to Terminal“. Ob es diesen Bus wirklich gibt?

Dann endlich ist es soweit. Wir fahren 15 Min. durch Baustellen in das andere Terminal, auch alles uralt. Dort können wir wieder einchecken, diesmal ohne Probleme. Das Boarding gestaltet sich dann sehr umständlich und mit ½ Stunde Verspätung.

Endlich im Flugzeug warten wir noch mal ½ Std. an der Startbahn. Es ist immerhin schon 23.30 Uhr in Deutschland! Langsam aber sicher kommt Müdigkeit auf. Diese vergeht aber ganz schnell als wir wieder über schöne Landschaft fliegen: türkisblaues Wasser, der Michigan See, und dann landen wir in Chicago.

 

In Chicago angekommen fühlen wir uns gleich wohl. Der Flughafen ist sehr freundlich.

Unsere 3 Gepäckstücke sind die ersten die uns auf dem Gepäckband entgegenrollen.

Der Shuttlebus von Budget kommt auch sofort angefahren und wir haben ganz schnell unser Auto, einen Buik, den wir per Internet bestellt haben.

Jetzt wird das Navi aktiviert, dies dauert eine ganze Weile. Inzwischen fahren wir schon mal so nach Gefühl Richtung Downtown Chicago. Mit unserem Gefühl liegen wir richtig, das Navi kommt, allerdings ohne Stimme. Eine Stunde nach der Landung stehen wir vor dem Haupteingang des „Best Western“ in der Michigan Ave.

 

Nach dem Anmelden und Auto abgeben wird das Zimmer inspiziert, kurz frisch gemacht, und ab geht es Richtung Downtown. Wir haben uns vor Wochen schon vorgenommen, Chicago bei Nacht vom Hancock Building aus zu sehen und fotografieren.

Es ist  ca. 8 p.m. und wird schon langsam dunkel.  Die Bushaltestelle liegt direkt schräg gegenüber dem Hotel.

Gisela hat nur eine Strickjacke an, es geht gerade so mit den Temperaturen. Vor zwei Wochen lag hier noch Schnee!

Im Bus der Linie 3 zahlt jeder 2 Dollar, die farbige Busfahrerin fährt resolut Haltestelle für Haltestelle an. Obwohl wir müde sind, erhaschen wir erste Eindrücke der Stadt am Abend, das Treiben auf der Michigan Ave, die Hochhäuser links der Straße, rechts der Millenium Park, alles was wir so während der Fahrt sehen können. 2 Blocks vor dem Hancock Building steigen wir aus und laufen gemütlich, immer wieder mit Blicken zu den Häusern hoch.

Der 1. Eindruck ist schon mal ein gutes Gefühl. Wir haben Urlaub!

 

Da wir unsere Tickets zu Hause schon im Internet gebucht haben, brauchen wir uns hier im Hancock Building an der Kasse nicht anzustellen. Das war eine gute Entscheidung, denn nicht wenige Touris wollen Chicago bei Nacht sehen!  Unsere E-Tickets werden nicht kontrolliert.

Natürlich müssen wir, wie das so üblich ist, zuerst beim Fotographen vorbei, keep smilingJ.

94 Stockwerke rast der Fahrstuhl hoch ins Observationdeck. Der Blick ist gigantisch: Chicago bei Nacht! Peter macht sehr viele Fotos.

 

Eigentlich hatten wir vor,  noch eine Musikerkneipe aufzusuchen, aber da wir mittlerweile fast 23 Stunden auf den Beinen sind, beschließen wir in unserem Hotel noch einen Absacker zu trinken.

 

Mit der gleichen Buslinie fahren wir zurück, vorher entdecken wir einen Walgreens und kaufen noch 2 Flaschen Wasser, auch, um passendes Kleingeld für den Bus zu haben. (Ohne passendes Kleingeld geht gar nichts)

In der Hotelbar gibt es dann endlich das eiskalte „Absacker-Bier“.

 

Um 10 p.m. Ortszeit (also 5 Uhr deutsche Zeit) wollen wir dann hundemüde ins Bett fallen. Peter sucht aber noch seine Brille, nagelneu, vor 2 Tagen beim Optiker abgeholt. In der Bar hat er sie nicht liegen gelassen, vielleicht im Hancock Building? Zwischen den Fotos wurde die Brille immer mal auf die Nase gesetzt, vielleicht liegt sie dort noch irgendwo...., na ja, wir  werden morgen weitersuchen, gut, daß wir unser Fahrstuhl Ticket vom Hancock Building noch einmal benutzen können, wir müssen uns Chicago bei Tag von dort oben noch einmal ansehen! Und vielleicht finden wir ja die Brille!

 

2. Tag, Sonntag, 06. April 2008  

Chicago

225 Meilen - Fahrt mit dem PKW nach Elkart, IN

 

Der Jetlag sorgt für ein frühes Aufstehen. Nach dem Duschen packen wir unsere Tasche, vorsorglich hatten wir alles notwendige in eine Reisetasche gepackt um nicht in den Koffern suchen zu müssen. Das Einpacken geht daher sehr schnell.

Zum Hotel „Best Western“ gehört auch ein Restaurant indem wir für 10 $ / Person ein ausgiebiges Frühstück genießen. Anschließend hinterlegen wir unser Gepäck und verlassen das Hotel.

 

Wir beschließen den Weg, den wir am Abend gefahren sind, heute zu laufen. Unser erstes Ziel ist die der Millenium Park mit der „Chicago Bean“  und dem nahe gelegenen   “ Jay Pritzker Musik Pavillion“, hier würden wir gerne mal ein Konzert erleben. Anschließend gehen wir durch die noch menschenleeren Straßen erneut zum „Hancock Center“.

Da unsere Eintrittskarten am Vorabend nicht entwertet wurden, genießen wir den Ausblick ein zweites Mal, diesmal aber bei Tag.  Dort oben fragen wir nach der vermißten Brille, leider ohne Erfolg, sie ist wohl doch  am Vorabend im Bus aus der Jackentasche gefallen.

Wir entschließen uns zur „Navypier“ zu laufen. Leider ist alles dort noch auf Winter eingestellt und unser Aufenthalt ist nur von kurzer Dauer, wir laufen den Pier entlang bis zur Spitze.  Nach einer kleinen Stärkung bei Sonnenschein im Außenbereich des Lokals verlassen wir die Pier in Richtung Hotel. Diesmal geht es mit den Bus zurück.

Wir holen unser Gepäck aus dem Storage und warten auf unseren Leihwagen, der uns von einem Angestellten vom separaten Parkplatz geholt wird.

 

Während wir in der Lobby auf unseren Wagen warten, trägt Peter seinen Brustbeutel mit allen Papieren nicht auf der Brust, wie es sich gehört, sondern in der Hand.

Zum Verladen des Gepäcks ist der Beutel im Weg......was dann damit geschieht bleibt im Dunkeln.

Es fallen uns zwei Männer im Hotelgang unangenehm auf, die nicht so Recht wissen, wo sie hin wollen. Sie sind immer in unserer Nähe (so unsere spätere Feststellung).

Wir laden mit Hilfe des Fahrers unser Gepäck ein, er erhält sein Trinkgeld und schon geht es ab in Richtung South Bend, Indiana.

Unser Navi wird aktiviert und bringt uns auf die richtige Spur, und so erreichten wir nach gut 2 Stunden unser Motel „Knights Inn“ in Elkart, IN, das wir bereits über Internet für 33,56 $ gebucht hatten.

 

Mit dem großen Hunger beginnt die Zeit der „Leiden“. Wir wollen das Motel verlassen und suchen unsere Wertsachen zusammen, aber Peters Papiere fehlen. Gisela , die oft alle  Papiere in Ihrem Rucksack mitnimmt, hat P.  Papiere nicht, er hat  die Papiere aber auch nicht, im Wagen liegen sie nicht, unter dem Sitz nicht, im Kofferraum nicht, aber auch nicht unter den Fußmatten, was sollen sie auch dort?  Panik steigt auf, die Nerven liegen blank, Peters Papiere bleiben unauffindbar. Was nun tun???

Wir fragen in Chicago im Hotel nach, doch wir werden sehr unfreundlich am Telefon abgekanzelt und schließlich wird der Hörer einfach aufgelegt. Bei dem erneuten Versuch erhalten wir lediglich die Auskunft, sie haben nichts gefunden und es liegt auch nichts in der Lobby.

Nun versucht Gisela anhand der uns vorliegenden Telefonnummern die Kreditkarten sperren zu lassen, Peter ist dazu nicht in der Lage. Dies erweist sich schwieriger als gedacht. Es kommen keine Verbindungen zustande und die Nervenanspannung wird immer größer.

Schließlich entscheiden wir, Nicole anzurufen, sie soll uns  die Karten sperren lassen. In der Heimat ist es 2.30 Uhr, aber Nicole  erreicht in kürzester Zeit die Sperrung aller Kreditkarten und Travellerschecks von Peter. Wir werden nun aber nicht mittellos reisen, den Gisela hat ihre (Partner-)Kreditkarten und auch noch Travellerschecks.

 

Wir sind etwas beruhigt und wollen nun endlich etwas essen. Auf Applebee‘s haben wir uns schon sooo gefreut, doch das Essen bleibt uns  im Hals stecken. Wir sprechen noch mit dem Kellner und erzählen ihm, was uns passiert ist. Ganz bestürzt  gibt er uns eine Wegbeschreibung zur Polizeistation. Diese werden wir dann morgen nach Übernahme des Wohnmobil’s aufsuchen.

 

Das Bett ruft und wir folgen, in der Hoffnung etwas Schlaf zu finden.

 

 

3. Tag, Montag, 07. April 2008   

280 Meilen - Fahrt Middlebury, IN, Indianapolis, CG Terre Haute 40 $

 

Nach  6 Stunden Schlaf  brechen wir gegen 4.00 Uhr auf und fahren zum Walmart, der ganz in der Nähe ist. Wir kaufen unsere Grundausstattung für die nächsten Tage.

Der Walmart ist bis auf einige wenige Käufer nur von Angestellten bevölkert, die  Regale auffüllen. Wir laden alles in unseren PKW  und erreichen pünktlich das Coachmanwerk in Middlebury.

Heute ist Großkampftag . 40 WoMo Mieter möchten ihr Fahrzeug übernehmen und wir... ja wir sind die ersten, Dank Fredy.

Gabriela und Team incl. Ronny, aus der TV –Reportage, nehmen sich unser an. Obwohl sie mit anderen Überführern die sich beim Hoteltransfer vorgedrängt haben, Ärger haben, werden wir sehr freundlich bedient. Dank meiner farbigen Führerscheinkopie gibt es für mich bei der Übernahme keinerlei Probleme. Wir werden gründlich eingewiesen und können gegen 9.20 Uhr mit PKW und WoMo den Hof von Coachmann verlassen. Bevor wir uns auf den Weg zu Budget machen um den Buik wieder abzugeben, suchen wir den Marshall von Middlebury auf um den Verlust  der Papiere zu melden.

 

Wir stehen auf der Rückseite eines Verwaltungsgebäudes vor einer verschlossenen Office Tür als der Marshall mit seinem „Schlitten“ auf den Hof rollt. Er steigt schwerfällig aus dem Auto aus, läßt den Motor laufen und die Wagentür offen stehen, und fragt uns was wir wollen. Nach kurzer Schilderung will er uns nach Chicago zurück schicken, er wäre dafür in Middlebury nicht zuständig.

Schließlich erkennt er unser Problem und führt uns in sein Office. Mit jeder weiteren Minuten findet der Marshall an seiner sicher seltenen Aufgabe gefallen. Er fragt im Hotel nochmals nach meinen Unterlagen und legt einen „Fall“ an. Schließlich druckt er uns alle notwendigen Adressen der auf unsrem Weg liegenden Botschaften aus dem Internet aus. Nach Begutachtung meiner sehr guten Kopien (... die Border Control würde die Kopie nicht als solche erkennen!) übergibt er uns seine Visitenkarte und wünscht uns einen schönen Urlaub.

Recht zufrieden und dankbar verlassen wir den schließlich hilfsbereiten Marschall und fahren zu Budget um den PKW los zu werden.

Gegen 12.30 Uhr sind wir auf dem Hwy. 31 in Richtung „Terre Haute“.

 

Unterwegs holen wir uns bei Mc. Doof unsren ersten Kaffee. Den ersten Stopp legen wir in  Indianapolis am Motor Speedway ein.  Auf der 4 km langen Rennstrecke findet alljährlich am Memorial Day das berühmte Indianapolis - Autorennen statt. Diese Rennstrecke wollen wir uns ansehen. Für die „Hall of Fame“ interessieren wir uns nicht und für eine Bustour über den Rennkurs fehlt uns die Zeit. So bleibt uns nur ein Blick von einer Zuschauertribüne, das reicht uns. Nach einer Stunde Aufenthalt geht es weiter und so erreichen wir gegen 16.15 Uhr den KOA Campground „Terre Haute“.

Der Platz ist mäßig besetzt und wir suchen uns einen günstig gelegenen Platz aus. Der Einkauf vom Morgen wird an Ort und Stelle verstaut, die Koffer werden entleert und im „Keller“ verfrachtet und dann..... ja, dann haben wir Hunger.

Leider ist die Wasserversorgung auf dem Campground  durch einen Rohrbruch unterbrochen. Die Handwerker brauchen mehr als 2 Stunden und so stehen die Spaghetti mit der Tomatensoße erst spät auf dem Tisch, natürlich außerhalb des WoMo’s im Grünen.

Wir fühlen uns erstmals in diesem Jahr wieder als Camper.... toll.....

Middleburry, Fa. Road Bear

 

Campground

 

4. Tag, Dienstag, 08. April 2008 

335 Meilen – Fahrt Terre Haute, IN, St. Louis,Sikeston,MO, CG Hinton Park 27 $

 

Erstmals haben wir unsere Schlafsäcke im WoMo benutzt. Wir haben gut geschlafen und nicht gefroren.

Das kostenlose Frühstück in Form von Stückchen, Toast und Kaffee im Office nutzen wir. Dadurch müssen wir nicht spülen und verlassen gegen 9.30 Uhr den Campground. Unser nächstes Ziel ist St. Louis.

Unterwegs versuchen wir, uns mit dem Konsulat in Los Angeles in Verbindung zu setzen. Leider vergeblich, aber wir hinterlassen unsere Telefonnummer. Keine Stunde später werden wir  zurück gerufen und informiert, was benötigt wird für die Ausstellung eines Ersatzpasses.

 

Nach 3 Stunden Fahrt erreichen wir bei stark bewölkten Himmel St. Louis. Am Ufer des Mississippi finden wir einen Parkplatz. Leider beginnt es kräftig zu regnen, während wir uns vorbereiten das WoMo zu verlassen , um den Gateway Arch zu besichtigen. Wir essen ein Sandwich und warten auf das Ende des Schauers.

Der 192 Meter hohe Gateway Arch wurde 1965 von Eero Saarinen am Standort der ersten Siedlung der Pelzhändler von 1764 errichtet. Er symbolisiert die Rolle der Stadt als kommerzielles und kulturelles Tor vom besiedelten Osten der USA in den amerikanischen Westen.

Zum Gateway Arch sind es für uns ca. 400 m,  dort werden wir beim Eintritt einem Sicherheitscheck unterzogen.

Im Museumsstore kaufen wir für 80 $ den Nationalparkpass und stellen uns an den Aufzügen an. Hier gibt es 6 Aufzüge, schräg versetzt übereinander mit jeweils 5 engen Sitzplätzen.  Nach einer ruckenden Fahrt erreichen wir den Bogen des Arches mit seinen Aussichtsfenstern.

Das regnerische Wetter trübt wohl die Aussicht, doch wir können den Mississippi und die Stadt recht gut erkennen. Der Aufzug bringt uns wieder nach unten und nach einer Besichtigung im Fuß des Arches gehen wir zurück zum WoMo.

Wir beschließen „Budweiser“ nicht zu besichtigen und weiter nach Süden zu fahren, um dem Regen zu entfliehen.

Auf der Interstate 50 geht es in Richtung „Cape Giradeau“, doch der Campground gefällt uns nicht und so geht es weiter zum nächsten Platz.

Auf der Strecke besuchen wir noch einen Walmart und kaufen unser Abendessen, eine Pizza, und Fleisch für den Grill am nächsten Abend.

 

Nach einem Tagespensum von 335 Meilen landen wir schließlich in Sikeston auf dem Campground „Hinton Park“. Es ist kein Superplatz, aber er liegt nahe der Interstate und hat direkt nebenan eine Tankstelle.

 

Nach dem Essen und ein oder zwei Bierchen überfällt uns die Müdigkeit.

Gateway Arch bei Regen

 

 

  Aufzug im Arch

 

Ausblick durch die Schießscharten

 

5. Tag, Mittwoch, 9. April 2008  

240 Meilen -  Fahrt von Sikeston, MO,

CG Hinton Park via Memphis, TN, nach Grenada, MS,

CG Frog Hollow 22,-$

 

Neben der Tankstelle und fast auf der Kreuzung haben wir trotzdem 10 Stunden gut geschlafen.

Heute gibt es das erste selbst bereitete Frühstück mit  gebrühtem Kaffee und Spiegelei! Gemütlich wird im Wohnmobil gespeist, da es draußen heute noch zu ‚frisch‘ ist.

Bevor wir dann wirklich losfahren wird noch „nebenan“ für 49,25 $ (15,789 Gall.) getankt. Bei leichtem Regen fahren wir dann um 9.15 Uhr los.

Viel zu spät, wir haben getrödelt,  – und noch sooo viele Meilen vor uns! So manchmal haben wir am Anfang der Überführungstour die Panik bekommen, ob wir rechtzeitig und ohne Stress in LA ankommen.

Die Strecke auf dem Hwy. 55 ist recht eintönig, rechts und links des Hyw.‘s Felder und Wald, es könnte auch in Deutschland sein. Doch die vielen Trucks die uns überholen, oder die wir wieder überholen, erinnern uns daran, daß wir nicht in Deutschland sind.

Wir haben einen Höhenmesser dabei, nur so zum Spaß. Seit Chicago bis Galveston waren wir nie höher als 300 Meter bei ca. 1200 Meilen.

Bei Mc Do. machen wir ein Päuschen um uns die Beine zu vertreten, den Kaffee/Tee vom Frühstück wegzubringen, und uns einen leckeren Kaffee zu holen.

Inzwischen wird es wärmer, rechts und links des Hyw’s stehen die Felder unter Wasser, je näher wir Memphis kommen, erahnen wir die Schäden, die der Winter hinterlassen hat: der Mississippi hat Land überschwemmt, soweit das Auge reicht!

 

In Memphis angekommen parken wir beim Visitor Center.

Bevor wir auf Besichtigungstour gehen, müssen wir unsere Sommergarderobe anziehen, inzwischen ist es schülwarm geworden.

Wir laufen zur riesigen Stahl - Pyramide, die einen Sports- und Unterhaltungskomplex enthält, stellen aber fest, daß diese von innen nicht besichtigt werden kann, es ist  alles geschlossen.

 

Mud Island wäre unser nächstes Ziel gewesen, ist aber auch zum Teil noch überschwemmt und der Schwebebahnbetrieb noch eingestellt. Interessant ist, dass auf der Internetseite von Memphis ein Link nach Wuppertal zur Schwebebahn geht.

Wir informieren uns im Visitor Center und fahren mit der Trolley Bahn in das Historische Zentrum. (pro Pers. 1$ - passend!)

Wir erkunden die Beale Street, die am hellen Tag überhaupt nicht aufregend ist, laufen an der Gibson Factory vorbei zum Peabody Plaza und The Peabody Hotel.

In der eleganten Lobby sehen wir tatsächlich die berühmten Enten (The Peabody Ducks)! 5 Enten leben tagsüber in der Empfangshalle des Hotels in einem mit Blumen geschmückten kleinen Brunnen. Diese Enten marschieren täglich nach alter Tradition von 1932 um 11 Uhr vormittags durch die Grand Lobby in den Brunnen und um 17 Uhr wieder zurück in ihr Gehege auf dem Dach des Hotels. Hierzu wird ein roter Teppich ausgerollt und die Enten marschieren zu  Musik. Da es erst früher Nachmittag ist, wollen wir nicht warten um uns den Entenmarsch anzuschauen.

Wir beschließen an Graceland vorbei Richtung Grenada weiterzufahren.

 

Hier auf dem CG Frog Hollow beginnt gerade die Saison. Wir werden herzlich empfangen und führen im laufe des späten Nachmittags immer wieder interessante und nette Gespräche, so haben wir das gerne! Wir müssen uns an der Wand im Aufenthaltsraum  verewigen! (Die Wand ist mit Landschaftspuzzles aus Deutschland bestückt)

Heute wird außerdem der Grill eingeweiht, es gibt natürlich Steaks, Kartoffeln mit Saur Cream, Salat und Rotwein. Bei Temperaturen um 22° sitzen wir vor dem WoMo und genießen die Natur mit dem frischen Grün, um 21.30 Uhr ist der Tag für uns zu Ende!

 

 

Heimat der Enten im "Peabody-Hotel"

 

6. Tag, Donnerstag, 10. April 2008  

246 Meilen -  Fahrt von Grenada, Mississippi nach Natchez, CG River View, Vidalia, La, 28,- $

 

Da wir uns vorgenommen haben, heute  wieder Strecke zu machen und auch noch Natchez anschauen wollen, ist um 7 Uhr Abfahrt Richtung Natchez via Jackson.

Bevor wir nach Clinton, Hwy. 220,  auf den Natchez-Trace-Parkway fahren, wollen wir bei Shoney‘s frühstücken. Nach dem Frühstück finden wir dank Navi einen Walmart um fehlende Lebensmittel und eine Lesebrille für Peter zu kaufen. Außerdem läßt Peter seine Paßfotos machen.

Dann fahren wir ein Stück auf dem Natchez-Trace-Pkwy, eine landschaftlich sehr schöne Gegend mit viel frischem Grün, sehr ruhig und wenig befahren. (jedenfalls zu dieser Jahres- und Tageszeit)

Der Natchez-Trace-Parkway ist eine 444 Meilen (715 km) lange alte Handelsstraße (8000 Jahre alt) mit beschränktem Zugang, und verboten für den gewerblichen Verkehr. Der Parkway beginnt in Fairview, Tennessee, und endet  in Natchez, Mississippi.

Um 14 Uhr checken wir beim CG River View direkt am Mississippi ein. Wir machen einen Rundgang über den CG, die 1. Reihe des CG’s kann wegen Hochwasser nicht genutzt werden, ansonsten  ist er mit allen Annehmlichkeiten eines privaten CG’s ausgestattet, gut geeignet um Natchez zu besichtigen. Nach einem Ruhepäuschen wollen wir nun etwas unternehmen. Wir fahren mit dem WoMo nur über den Mississippi, gleich links nach der Natchez-Vidalia-Bridge liegt das Visitor Center, dort ist ein großer Parkplatz. Wir laufen bei schwüler Hitze Richtung Downtown, vorbei an alten verwahrlosten Häusern, wir wären wohl lieber ein Stück weiter mit dem WoMo gefahren! Doch dann kommen wir an einem Antebellum Haus vorbei (Rosalie von 1832) Zwei Damen sitzen vor den Stufen des Eingangs um Pilgrimsgäste zu begrüßen. Die Damen gucken eher gelangweilt in den davor liegenden dazugehörigen Park ähnlichen Garten. Natchez ist übrigens fast 300 Jahre alt, die älteste Stadt am Mississippi-River.

Die Main-Street  wirkt eher verschlafen, dies liegt wohl auch an der Tageszeit (ca. 16 Uhr), die Geschäfte sind geschlossen, wir schauen uns die Auslagen der Schaufenster der vielen Antiquitätenläden die es hier gibt, an.

Da es so schwül ist, und wir doch ein wenig müde sind, laufen wir zurück um bei „Fat Mama’s“ draußen im Garten noch eine Margarita zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen. Mmmh

 

Am Parkplatz wieder angekommen beschließen wir mit dem WoMo noch eine ‚Runde‘ zu drehen, um uns die Antebellum Häuser anzuschauen. Doch dies ist sehr schwierig, man kann vor den Häusern natürlich nicht parken, Parkplätze gibt es in der Nähe auch nicht, so fahren wir langsam, so weit es der Verkehr erlaubt, an den Anwesen vorbei. Wir hätten doch eine Tour buchen sollen, aber die Zeit läuft uns davon, man kann nicht alles sehen!

 

Die letzten Tage mit der Aufregung, der doch großen Fahrstrecken und Besichtigungen haben uns heute sehr zeitig schlafen lassen. Morgen liegt die letzte große Fahrstrecke vor uns, danach können wir es langsamer angehen lassen!

Natchez-Trace-Pkway

in Natchez um die Mittagszeit, es wirkte wie ausgestorben

 

7. Tag, Freitag , 11. April 2008  

322 Meilen – Fahrt CG River View Visalia, LA,Alexandria, Port Bolivar, Galveston, TX, CG Galveston Island SP 23 $

Wir wachen wieder einmal sehr früh auf. Es ist noch dunkel,  wir frühstücken Müsli und trinken dazu Kaffee und Tee.

Um 5.55 Uhr verlasen wir den Campground über den Hwy 84 in Richtung Alexandria. Diese Landschaft mit leichtem Regen könnte auch in Deutschland sein.

In Alexandria tanken wir und fahren auf dem Hwy 165 Richtung Süden.

Wir erreichen die Interstate 10 und folgen ihr bis nach Winnie.

Dort fahren wir ab, direkt Richtung Mexikanischer Golf. In Port Bolivar endet erst mal die Straße, wir müssen auf die Fähre.

Für uns gibt es keine Wartezeit, und so sind wir nach einem Sicherheitscheck schnell auf dem Schiff. Obwohl noch Plätze auf der Fähre frei sind, sticht die Fähre in See, stoppt nach ca. 200 Meter Seefahrt und kehrt an die Anlegestelle zurück. Ein ungeladener Sattelschlepper darf im Rückwärtsgang die Fähre wieder verlassen. Personenwagen stellen sich an seinen Platz und schließlich kehrt der Sattelschlepper wieder aufs Schiff. Der Sinn dieses Manövers blieb für uns ein Rätsel.

 

Inzwischen sind dunkle Regenwolken aufgezogen und sorgen für eine gespenstische Atmosphäre.

Innerhalb der 20 Minuten Überfahrt halten wir Ausschau nach dem Kassierer, der aber nicht zu sehen ist. Nun wird uns klar, hier ist die Überfahrt kostenlos.

Wenn schon die Straße nicht weitergebaut wurde so kann man doch nicht für die Übersetzung noch kassieren. So scheint das Motto der Amerikaner zu sein. In Deutschland würde man sagen wenn ihr da rüber wollt, dann öffnet zuerst einmal euer Portemonnaie.

 

Galveston ist nach texanischen Maßstäben zwar klein, aber von großer historischer Bedeutung: Es war einst Versteck des Sklavenhändlers und Golfküstenpiraten Jean Lafitte, wurde 1890 von US-Streitkräften bis auf die Grundmauern niedergebrannt.

Vor einem Hurrikan im Jahr 1900 galt der Hafen als größte und wohlhabendste Stadt in Texas. Heute wird Galveston als einer der hübschesten Urlaubsorte am Golf bezeichnet und hat einen Sandstrand von 48 km Länge.

Wir erreichen Galveston in strömenden Regen, es schüttet wie aus Kübeln.

 

 

 

Auf der Uferstraße geht es weiter bis zu unserem vorgebuchten Campground „Galveston Island SP“ . Kaum haben wir ihn erreicht, hört auch der Regen auf und die Sonne kommt zum Vorschein.

Vor dem Einchecken werden wir von einem jungen Amerikaner angesprochen der mit einem Freund das Wochenende auf diesem Platz verbringen will. Da ihre beiden Plätze weit auseinander liegen möchte er gerne mit uns tauschen. Wir gehen den Tausch ein denn wir brauchen einen Platz, aber wo, ist uns nicht so wichtig.

 

Wir beziehen unseren Platz und  bewegen am Strand erst einmal unsere steifen Glieder. Danach gibt es Schinkennudeln und der Peter darf spülen.

 

Plötzlich hält vor unserem WoMo ein Motorroller mit dem jungen Amerikaner als Fahrer. Er hat uns gesucht und lädt uns zum Essen ein. Obwohl wir gerade gegessen haben nehmen wir die Einladung an. Die Chance mit Amerikanern in Kontakt zu kommen, wollen wir nutzen. 10 Minuten später sind wir auf dem Weg. Wir treffen 2 Familien mit 2 kleinen Kindern an, die den Eindruck machen, als ob sie einen Großteil ihres Haustands mit sich führen.

 

Sie bereiten aus einem Sack (10 Kilo) Krebse in einem großen Kocher zu. In einem cajunscharfen Sud mit Zwiebeln Rosenkohl und Süsskartoffeln garen die Krebse in kürzester Zeit. Der Korb mit allen Zutaten wird aus dem Sud vom Kocher geholt und einfach auf dem Tisch entleert.

Unser Mitbringsel, eine Flasche Wein, findet keine Beachtung, sie stehen alle auf Dosenbier und Jägermeister aus einer 1, 5 l Flasche. Sie berichten uns, dass sie aus Houston sind und regelmäßig hier Wochenenden verbringen. Sogar Weihnachten verbringen sie einen Feiertag an der Küste bei ca. 12 – 14° C.

Bei netten Gesprächen tauchen wir in die Welt dieser Amerikaner ein.

Nach 2 Stunden und übermäßig gesättigt und müde vom Bier verabschieden wir uns von unseren Gastgebern.

Es war ein netter Abend.

 

 

 

 

 

 

 

Herzliche Grüsse Gisela

 

Gisela
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8. Tag, Samstag , 12. April 2008  

255 Meilen – Fahrt Galveston – San Antonio, TX, CG KOA San Antonio 37,- $

 

Vor dem Frühstück joggen wir eine Runde im Statepark. Nach dem Frühstück und Emails verschicken (wir haben hier sogar Internetzugang!) starten wir heute um 9.00 Uhr bei strahlend blauen Himmel.

Vom Island aus bis zum Festland gestaltet sich die Fahrt zum Teil mit Stop & Go.  Houston haben wir teilweise dank Navi umfahren. Jetzt sind wir auf dem Hwy. 10, diesen werden wir bis LA immer wieder befahren.  

Die Fahrt ist nicht langweilig, aber auch wesentlich mehr Pkw-Verkehr als vor ein paar Tagen. Dies mag aber auch am Wochenende liegen. Die Landschaft rechts und links des Hwys ist grün mit vielen Büschen und Laubbäumen.    

Nach 2 Stunden machen wir Tank- und Einkaufspause. Gegen 14 Uhr kommen wir in San Antonio beim vorgebuchten KOA an.

 

Direkt vor dem CG ist eine Bushaltestelle, (Fahrplan und Erklärung gibt es im Office). Die Linie # 24 bringt uns für 1$ One-Way direkt zum Alamo Plaza. (Immer an passendes Kleingeld denken!)

Hier sehen wir erstmals viele Touristen. Wir besuchen die Missionsstation ‚The Alamo‘, die bis heute als einer der wichtigsten Symbole von Opferbereitschaft und Mut gesehen wird.

Dann suchen wir den Eingang zum Riverwalk, den wir dann direkt neben der Mall finden.

Eine Bootsfahrt muß jetzt sein. Diese ist ganz entspannt und wir sehen mehr, als wären wir zu Fuß unterwegs. Heute scheint heiraten angesagt zu sein, wir sehen ständig andere Brautpaare...(wie heißt es gleich, dem Frühling entgegen...aber hier ist schon Frühling!)

Hunger kommt auf – aber vor allen Lokalen warten Menschenschlangen auf ‚wait to be seated‘. Es ist so richtige Samstag-Abend-Urlaubs-Stimmung, und das nicht nur bei uns!

Es ist richtig viel los. Die Lokale sind voll, sogar auf dem River werden auf dafür vorgesehenen Booten sogar noch Tische gedeckt. Familien feiern Kindergeburtstage wie das so in USA üblich ist.

Bei einem Texaner bekommen wir ohne Wartezeit einen Tisch zugewiesen, sogar im Freien – wie romantisch!

Das Essen finden wir dann so gar nicht texanisch, wieder Burger, aber mit Beans!

Aber alleine das bunte Treiben zu beobachten, ist es das Essen wert. 

 

Als es schon dunkel ist begeben wir uns zur Bushaltestelle (#24 Eastwood Park beim Hilton Market Street) und fahren zu unserem CG.

Es ist noch so warm, daß wir bei einem Rotwein noch draußen sitzen können!

 

Houston

The Alamo

 

 

 

Herzliche Grüsse Gisela

 

Bernhard
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gute Idee

Hallo Gisela,

das ist eine gute Idee ! Wofür so "alte" Reiseberichte doch alles gut sind Wink -- und dabei ist deiner noch der jüngste "alte" WinkCool -- ich lese mit (wie immer) !

Grüße

Bernhard

Scout Womo-Abenteuer.de


Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen (G.C. Lichtenberg)

Gisela
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weitere Meilen....

9. Tag, Sonntag , 13. April 2008  

219 Meilen – Fahrt San Antonio, TX, nach Seminole Canyon SP 14 $, + 6 $ SP-Gebühr Texas

 

Hier auf dem CG gibt es einen Pool,  auch wenn er  zum abkühlen einlädt nutzen wir ihn nicht.

Wir frühstücken in aller Ruhe und verlassen gegen 9.10 Uhr den CG in Richtung Del Rio. In Castroville müssen wir tanken und stehen wieder einmal ratlos vor der Zapfsäule. Die „blöde“ Zapfsäule will nicht wie wir wollen.

Dies bleibt nicht unbemerkt und so ertönt eine Stimme aus dem Lautsprecher mit entsprechenden Anweisungen. Es lag doch nicht an der Zapfsäule und wir können volltanken.

 

Wir folgen dem Hwy. 90 Richtung Del Rio. Die Landschaft hier ist immer noch sehr abwechslungsreich mit viel Grün. Bei strahlend blauem Himmel erreichen wir einen Walmart in Del Rio. Anschließend wird nochmals getankt bei einem Galonenpreis von 3,299 sehr günstig!

 

Als wir Del Rio hinter uns lassen, sehen wir auf der Gegenspur die erste Border Patrol. Uns erwischt es kurz vor der Abfahrt zum Seminole Canyon SP. Die Spannung steigt, da wir nicht wissen wie sie auf Peters Kopien reagieren. Gisela hat Ihren Pass aufgeklappt und hält die Passkopie direkt darunter.

Doch allen Befürchtungen zum Trotz, sie sind sehr, sehr freundlich, und erkennen nicht die Kopie. Nachdem wir uns als Deutsche zu erkennen geben, und ihnen unser Reiseziel nennen, ist die Passkontrolle vom Beifahrersitz völlig ausreichend. Sie wünschen uns eine gute Fahrt und schon geht es weiter.

 

Gegen 15.00 Uhr erreichen wir den Seminole Canyon SP.

Campground San Antonio KOA

 

 

 

Es sind reichlich Sites frei, alle haben einen super Blick in die endlose Weite. Dieser CG ist mit einer der schönsten die wir auf unseren beiden Womo-Touren besucht haben. Natur pur!

 

Im Seminole Statepark gibt es  eine der ältesten Höhlenwohnungen in Nordamerika und Piktogramme unter den überhängenden Canyon Felsvorsprüngen zu sehen. Doch diese Wanderung  ist nur in geführten Touren möglich.  

Bei einem Stückchen Kuchen  genießen wir die Ruhe und faulenzen.

Wir sind jetzt schon fast 1 Woche unterwegs, Gisela hat Lust unser „Haus“ zu putzen.

Der Grill wird später aktiviert, es gibt Fisch, Reis und Salat. Als Nachtisch gibt es später frische Erdbeeren.

 

Bei einen gemütlichen Spaziergang über den CG, dieser ist etwa zur Hälfte belegt,  genießen die Sicht in die Weite und die Stille in der Einsamkeit. Langsam wird es dunkel.

Zum Sonnenuntergang begeben wir uns zu anderen Campern auf einer Anhöhe. Wir bleiben hier bis die Sonne im Horizont versinkt.

 

Herzliche Grüsse Gisela

 

Gisela
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Meilen....

10. Tag, Montag , 14. April 2008  

219 Meilen – Fahrt von Seminole Canyon SP – Big Bend NP, CG Rio Grande Village $14,--

Heute stehen wir mit der Sonne auf.

Trotzdem wird es 7.25 Uhr bis wir endlich losfahren. Auf dem Hwy. 90 erleben wir die endlosen Weiten, so wie wir uns Texas vorgestellt haben! Geier machen sich über die auf dem Hwy. liegenden Tierkadaver her.

Eine Beobachtung aus der Nähe ist uns nicht möglich da die Geier mit unsrer Ankunft verscheucht werden. Mit einem guten Foto wird nichts, es bleiben uns nur noch die Blutspuren und die Vögel in den hohen Büschen.

Die Straße ist ganz langsam ansteigend, in Marathon haben wir eine Höhe von 1220 m erreicht. Hier in Marathon tanken wir noch einmal.

 

 

Danach biegen wir ab in Richtung Big Bend, einer der wildesten und einsamsten Nationalparks im südlichsten Zipfel von Texas.

Vorbei an monotonem Weideland, taucht dann plötzlich in der Ferne die gewaltige Gebirgskette auf. Das Bergmassiv der Chisos Mountains, umgeben von gezackten Felsen aus dunklem Lavagestein und einer urwüchsigen Wüstenlandschaft. Die Landschaft entstand aus Vulkanen.

Wir haben Hunger, unser Frühstück steht ja noch aus! Das holen wir auf einem Picknickplatz nach. Da unsere Brötchen verschimmelt sind, gibt es kalte Würstchen und kalte Pellkartoffeln (Gisela , Peter mag die nicht kalt), der Hunger treibts rein,- gut Essen können wir später!

Wir haben jetzt noch ca. 87 Meilen vor uns, bis wir endlich den CG in Rio Grande Village erreichen.

Um 12.30 Uhr  können wir einchecken. Hier ist es sehr warm, wir suchen den Schatten der Bäume und machen es uns gemütlich bei Espresso und einem Schmöker.

Später laufen wir den Natural Trail, der über einen Holzsteg durch ein Feuchtgebiet auf einen Hügel führt. Von dort oben haben wir eine herrliche Aussicht auf die Sierra del Carmen, Rio Grande, und das Chisos Bassin. Mexico ist so nahe, einmal durch den Fluß und schon sind wir drüben, aber nein, das machen wir natürlich nicht.

Nachdem wir genug Fotos gemacht haben, laufen wir in sengender Hitze den Weg zurück zu unserem CG.

Heute abend stimmen (fast) alle Voraussetzungen für ein schönes Lagerfeuer doch wir haben kein Holz! Auf jeden Fall wird jetzt der Grill angeworfen und es gibt einen ‚Happy Hour Drink‘ !  Unser Dinner besteht aus Steak, Würstchen, Kartoffeln (diesmal heiß), Salat, gedünstete Galapenos und Zwiebeln, alles ist sehr lecker!

Um 20 Uhr ist es immer noch schwül heiß, obwohl wir von STECHMÜCKEN angegriffen werden, spielen wir noch eine Runde Scrabble.

 

 

 Campground Rio Grande Village

 

 

 

Herzliche Grüsse Gisela

 

Gisela
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Chisos Basin

11. Tag, Dienstag, 15. April 2008  

32 Meilen – Fahrt CG Rio Grande Village zum Chisos Basin Campground $ 14,-

 Nach 1 Stunde Fahrt kommen wir um 9 Uhr auf dem in 1760 m Höhe gelegenen CG an.

Unsere Site hatten wir ja schon von Deutschland aus vorgebucht. Das war ein guter Tipp aus dem Forum, der Campground ist ziemlich belegt. Um zu unserer Site zu gelangen, müssen wir auf dem CG einen schmalen Weg fahren, wir sind froh, dass wir ein kleines Wohnmobil haben.

 

Nachdem unser WoMo richtig steht machen wir uns bereit zum Wandern. Wir finden nicht gleich den Einstieg zum Window-Trail, dieser führt uns über einen schmalen steinigen Weg zuerst in einen Canyon. Bevor wir durch ein weites Tal kommen, finden wir am Wegesrand ein Sicherheitshinweis: „vor Lions wird gewarnt“, da uns eine Gruppe Kinder entgegenkommen, kann es nicht so schlimm sein!

Bevor wir am Ziel ankommen, laufen wir durch ein schattiges Bachbett, welches teilweise noch Wasser beinhaltet. Auf beiden Seiten erheben sich immer höher werdende Felsen.

Der Trail mündet dann an einer schmalen senkrechten Felsöffnung mit spektakulärer Aussicht, am „Window“. Hier hat man einen Weitblick auf einige hundert Meter tiefer liegende Wüstengebiete. Wir trauen uns allerdings nicht direkt an den Abgrund, die Steine sind sehr glatt, wahrscheinlich vom Wasser ausgewaschen, obwohl wir uns bei diesen hohen Temperaturen (und das im April) keine Regenfluten hier vorstellen können. ( Ich kann gar nicht verstehen, daß es hier keine Absperrung gibt, die Amis sind doch sonst so vorsichtig!)

Wir sind nicht alleine hier am Window, eine Gruppe Wanderer verläßt uns bald, eine Malerin leistet uns noch Gesellschaft, wir schauen ihr beim Zeichnen zu, sie zeigt uns ihre Bilder.

Nach einer langen Picknickpause machen wir uns auf den Rückweg, nach 3 Stunden sind wir wieder verschwitzt und durstig (obwohl wir genug Wasser mit hatten) und müde zurück beim Wohnmobil.

Zum Abendessen wird gegrillt und anschließend  machen wir noch einen Spaziergang Richtung Chisos Mountain Lodge.

 

 

Herzliche Grüsse Gisela

 

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und weiter geht's

 

12. Tag,  Mittwoch, 16. April 2008  

195 Meilen – Fahrt Chisos Basin (Big Bend) – Balmorhea SP CG 27,- $

Heute müssen wir leider schon wieder diesen sehenswerten Nationalpark verlassen.

Als Peter von Waschraum kommt, stehen ihm 3 Rehe im Weg.

Sie laufen ganz gemütlich über den Campground.

Wir frühstücken noch gemütlich, um 7.40 Uhr ist dann wieder einmal Abfahrt.

Wir verlassen den Big Bend NP, fahren wieder Richtung Marathon, weiter auf dem Hwy. 90 bis wir kurz vor Alpine auf dem Hwy. 67 zum Balmorhea Statepark fahren.

Im „Grenzgebiet“ werden wir wieder von einer Border Control angehalten.

Wir werden gefragt, wo wir herkommen. Auch wollen sie dieses Mal unsere Ausweise in die Hand nehmen. Peter erklärt, dass er seinen Ausweis verloren hat, dies ist aber kein Problem, wir werden noch bedauert und dürfen weiter reisen.

Immer wieder liegt Tierkadaver vor uns auf dem Hwy. Einige Tiere wollen den Hwy. überqueren, wir fahren langsamer, das Leittier überquert vor uns die Straße, der Rest zögert.

 

Schon um 12.30 Uhr checken wir beim Campground ein.

Direkt neben dem Campground gibt es ein öffentliches Schwimmbad. Das Becken und umliegende Kanäle werden von artesischem Wasser gespeist.

 

Das Wasser ergießt sich in den Ausläufern der Davis Mountains,

1 Million Gallonen pro Stunde fließen im Balmorhea State Park in ein zwei Hektar großes Schwimmbecken und in Kanäle ringsherum, so dass Leben in dem sonst  ausgetrockneten Land ist. Im Becken schwimmen Fische, Schildkröten und sogar Enten sind dort zu Hause. Das Wasser hat eine ganzjährige gleichbleibende Temperatur von 23°C.

 

 

 

 

Nachdem wir uns auf dem noch ziemlich neuen CG eingerichtet haben, springen wir gleich in das herrliche Wasser. Wir schwimmen mit den Enten um die Wette. Bis auf 5,6 Gäste haben wir das riesige Becken für uns alleine. Heute ist es sehr warm, gut, dass wir uns hier abkühlen können.

Am Abend sitzen wir noch lange vor dem WoMo, wir schauen den Fledermäusen beim Fliegen zu, leider gelingt es nicht, sie im Foto festzuhalten.

 

Herzliche Grüsse Gisela

 

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Carlsbad

13. Tag, Donnerstag, 17. April 2008  

222 Meilen – Fahrt CG Balmorhea nach Carlsbad KOA Campground $ 40,-

Gegen 6.30 Uhr verlassen wir vorsichtig den CG. Vorsichtig, weil viele Rehe sich auf dem Gelände äsend über die Wiese und Richtung Straße bewegen.

Da wir Nachschub für unser Frühstück benötigen, halten wir auf der 17 Ausschau nach einem Walmart. Nach 37 Meilen erreichen wir Pecos, einen Ort den man nicht kennen muß. Breite Straßen, aber nichts das sich für einen Aufenthalt lohnt, es sei denn, zum Einkaufen.

Wir erblicken einen Walmart und steuern darauf zu um uns mit frischen Lebensmitteln einzudecken. Leider, leider ist das ein Walmart der keinerlei Lebensmittel verkauft nur Haushaltswaren. Enttäuscht und jetzt hungrig, vertilgen wir ein angetrocknetes Stückchen vom Vortag das uns aber mit einem frischen Kaffee und Tee erst einmal den Hunger stillt.

Wir verlassen Pecos und damit auch Texas und erreichen über den Hwy. 285, die sich mittlerweile auf 1000 m NN angestiegen ist, den Bundesstaat New Mexico.

wir fahren bei Sonnenaufgang los

unterwegs immer wieder diese Bohrtürme

 

Unser Ziel ist der Carlsbad-Caverns-Nationalpark mit den weltweit berühmten Tropfsteinhöhlen.

Die im Park befindlichen 83 einzelnen Tropfsteinhöhlen wurden 1923 als „National Monument“ unter Schutz gestellt. Besonders imposant ist die Carlsbad-Höhle bei der, in einer Tiefe von 487 m, einer der weltweit größten unterirdischen Räume

Besichtigt werden kann.

Unsere Entscheidung die Höhle zu erkunden geht über den gut ausgebaute natürliche Eingang am Amphitheater. Hier läßt sich allabendlich das Ausschwärmen der bis zu 400 - 500.000 Fledermäuse, den „Mexican Free-tailed Bat“ beobachten, die zur Nahrungssuche die Höhlen verlassen.

Bewaffnet mit Foto und Einbeinstativ steigen wir in die bizarr wirkenden Kalksteinformationen.

 

 

 

Jeder Regentropfen der bis in die Höhle durchsickert trägt zum ständigen Prozeß der Entstehung von Stalaktiten und Stalagmiten. Den Abschluß der Höhlenwanderung bildet „the Big Room“.

Ganz bequem erreichen wir mit dem Aufzug nach 2 ½ Std. wieder das Tageslicht.

Vom Parkplatz aus haben wir einen tollen Blick in die endlose Weite.

 

Wir setzen unseren Einkauf in einem Walmart von Carlsbad fort, und folgen dem Navi zum nächsten Denny`s. Gesättigt steuern wir noch Mc Dof an um unsere Mails zu checken. Während wir auf dem Parkplatz stehen kommt urplötzlich Sturm auf. Sand wird aufgewirbelt und trübt uns die Sicht.

Unser WoMo, obwohl es geschützt hinter einer Häuserfront steht, kommt ins schwanken so daß wir beschließen, diesen Ort so schnell wie möglich zu verlassen, in der Hoffnung das es außerhalb der Stadt besser wird.

Aber auch außerhalb Carlsbad hält der Sturm an und wir erreichen nach kurzer Zeit den KOA von Carlsbad. Der Campground ist sehr gut ausgestattet und bietet alles was man sich so vorstellt.

Gisela legt einen Waschtag ein und nutz die schicke Laundry. Mit einem netten Rentner Ehepaar plaudert sie ein wenig während die Waschmaschine und der Trockner arbeiten.

 

Leider läßt der Sturm nicht nach, wir können den Pool nicht nutzen und können auch nicht draußen sitzen, und so verbringen wir den restlichen Abend im WoMo. Schade !

 

Herzliche Grüsse Gisela

 

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noch ein paar Meilen..

14. Tag, Freitag, 18. April 2008  

153 Meilen – Fahrt Carlsbad KOA – Alamogordo Oliver Lee MM CG 14,- $

Nachdem die Nacht ziemlich kalt war, wird sie um 7 Uhr beendet mit heißem Duschen in den super Waschräumen mit Wärmelampen.

Heute frühstücken wir wieder einmal ausgiebig mit Speck und Eier und gebackenen Brötchen, usw.

Nachdem wir in Artesia unseren täglichen Tankstopp eingelegt haben, fahren wir auf dem Hwy. 82 nach Westen Richtung Alamogordo. Noch sind wir in 1100 m Höhe, aber ab „Hope“, (was wirklich zu hoffen wünschen läßt) geht es stetig bergauf. Es wird immer bergiger mit sehr viel Wald, der aus Pinien besteht.

Hier haben sich viele Rancher angesiedelt, die „Steaks“ stehen auf der Weide!

Auf inzwischen 2300 m Höhe gibt es immer noch Siedlungen. Auch sehen wir immer wieder Hinweisschilder für RV-Plätze. Hier liegt so viel Holz herum. Wir versuchen anzuhalten, um endlich an Holz für unser Lagerfeuer zu kommen. Aber so einfach ist das nicht, entweder können wir nicht anhalten, oder das Holz liegt auf Privatbesitz, es klappt einfach nicht.

Wir fahren durch den Wintersportort Cloudcroft (2650m), wir können uns vorstellen, daß im Winter hier richtig was los ist.

 

 

 

 

 

Dann geht es wieder abwärts, vor uns ein Truck mit Holz beladen der den Verkehr bremst, wir können nur ganz langsam fahren.

In der Ferne können wir schon „White Sands“ erkennen. Irgendwann wieder auf 1800 m, fahren wir durch einen Tunnel und danach sind wir in einer ganz anderen Landschaft, es ist wieder kahl und wüsten ähnlich. Dann sehen wir die flach ausgebreitete Stadt Alamogordo vor uns in der Wüste liegen.

Alamogordo ist bekannt durch einen Luftwaffenstützpunkt der US Air Force.

Zu besichtigen gibt es das „Museum of Space History“ mit IMAX-Theater.

In Alamogordo haben wir Lust, eine Mall aufzusuchen, dies hat sich dann aber ganz schnell erledigt, sie ist uns zu klein!

 

 

 

Um 15 Uhr sitzen wir auf unserer Campsite  im Oliver Lee Memorial Statepark.

Wieder einmal  mit einem Blick in unendliche Weite: das wird heute Abend ein Grillfest!

Wir könnten ja jetzt eine Wanderung in den Dog Canyon unternehmen, es ist aber viel zu heiß! Schade, wir hätten heute morgen schon hier sein müssen!

Der Trail (wird mit 5,5 Meilen angegeben)beginnt hinter dem Campground und führt in die Berge.

Also wird dann bald der Grill angeworfen und sehr ausgiebig gespeist.

Später leistet uns dann die Nachbarin von gegenüber Gesellschaft. (Eine ältere Dame von 75 J.) Sie war als Jugendliche mit ihren Eltern in Germany... Sie ist mit einem 31feet WoMo alleine, nur mit Katze unterwegs, hat aber ihre gleichaltrigen Freunde dabei, die auch solche großen WoMo’s fahren. Sie gehen ab und zu gemeinsam auf Wochenend-Trip.  Wir hatten uns noch viel zu erzählen.

 

 

 

Herzliche Grüsse Gisela

 

Gisela
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weiter nach New Mexico...

15. Tag.  Samstag, 19. April 2008  

247 Meilen – Fahrt Carlsbad KOA Campground nach KOA Silvercity $ 30,-

Um White Sands im Morgenlicht genießen zu können, haben wir den Wecker auf 6.15 Uhr gestellt. Wir verlasen den so herrlich gelegenen CG und haben gegen 7.15 Uhr bereits unser erstes Ziel erreicht. Der Eingang zu White Sand ist leider noch geschlossen. Warum, das erfahren wir vom Regionalsender der uns, nun schon zum zweiten mal in diesem Urlaub, die genaue Uhrzeit nennt:

Wir sind wieder einmal 1 Stunde zu früh. Wir parken am Eingang und ziehen unser Frühstück, das wir im Park einnehmen wollten, einfach vor.

Als es 7.00 Uhr ist, und der erste PKW in den Park einfährt, folgen wir ihm voller Erwartung.

Beim Anblick dieser Landschaft denken wir an Winterkleidung und Handschuhe (die wir natürlich nicht mit haben). Wir fühlen uns aus der Wüste direkt in eine Schneelandschaft versetzt.

Am Straßenrand türmt sich ca. ein halber Meter Schnee....., nein natürlich weißer Sand oder ganz genau, Gips.

Dieser Gips gelangt aus den umliegenden Bergen durch Niederschlag in den Lake Lucero, der sich in der südwestlichsten Ecke von White Sands befindet und keinen Abfluß hat. In den Sommermonaten mit zum Teil extremer Hitze, trocknet dieser See aus und es bleiben lediglich die Gipskristalle zurück, die von den Südwestwinden zu Dünen aufgeworfen werden und mit ca. 700 km² die größte Gipswüste der Welt bilden.

 

 

Die Straße wird mit Schneeflügen vom Sand/Gips frei gehalten.

Wir fahren bis zum hinteren Parkplatz und starten in einen 7,4 Meilen langen Trail. Brechen aber nach ca. 1 Meile ab, denn das Laufen im Gips ist sehr anstrengend und kostet viel Zeit. Die Richtungspfosten im Anstand von ca. 100 Meter lassen uns gut den Rückweg zum WoMo finden. Wir fahren zurück zum nächsten Parkplatz und klettern auf eine weitere Düne um nochmals die Aussicht zu genießen. Auf dem Rückweg begegnet uns ein Mann mit 5 großen Hunden, alle an der Leine. In der linke Hand hält er eine Tüte um den Hundekot auflesen zu können (in Deutschland undenkbar). Als er näher kommt hören wir  das es ein Deutscher ist. Er hält uns einen kurzen Vortrag über alle Wandermöglichkeiten in dieser Gegend, die er in den letzten 8 Jahren gesammelt hat. Leider können wir seinen guten Ratschlägen nicht folgen, wir haben nicht die Zeit.

Wir verabschieden uns, fahren Richtung Parkeingang und machen noch einige Fotos. 

Nach einem Abstecher im Visitor Center, geht es wieder auf den Hwy 70 in Richtung Las Cruces.

 

Campground!

 

 

 

Wir verlassen das Tal um Alamogordo über den San Augustin Pass (1750m) und erreichen die nächste unendliche Ebene. In Las Cruces holen wir uns bei Mc. Do. wieder mal einen Kaffee und geraten anschließend wieder an eine Border Patrol die uns aber gleich durch winkt. In Deming tanken wir an einer sehr billigen und einfachen Tankstelle. Hier tankt auch ein uriger Typ in einem alten „Schlitten“ der so gar nicht hier her paßt. Wir hätten ihn eher der Route 66 zugeordnet.

Um 12.30 Uhr besichtigen wir den CG City of the Rocks, hier möchte Peter nicht bleiben und so fahren wir weiter zum KOA von Silver City. Nach dem Einchecken laden wir unsere Bilder aufs Laptop, checken die Mails und skypen wieder einmal mit Deutschland. Der CG ist gut ausgestattet sogar mit einem Spielplatz für Hunde.

 

Nun steht die Besichtigung von Silver City auf dem Programm. Die Altstadt ist so klein, dass wir sie kaum finden und besonders sehenswert ist sie unserer Meinung nach auch nicht. Enttäuscht aber auch genervt vom langen Suchen, kehren wir zum CG zurück und bereiten uns auf den Abend vor.

In Pinos Altos haben wir uns, der guten Steaks wegen, den „Buckhorn Saloon“ ausgesucht. (Auch ein Tipp aus dem Forum).

Wir betreten gegen 17.30 Uhr die schwummerig dunkle Lokalität und finden noch einen freien Tisch. Nachdem sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, können wir auch die Speisekarte lesen aber, leider wie sich kurze Zeit später herausstellte, nicht richtig verstehen. Wir bestellen unterschiedliche Steaks und erhalten Burger wie bei Mc.Do. Auf die Frage, wie wir unsere „Steaks“ haben wollen, haben wir „medium“ geantwortet und waren sicher, dass so eine Frage nur bei Steaks gestellt wird. Eigentlich hätten wir am Preis den Unterschied zum richtigen Steak erkennen müssen.

Während wir unsere „Steaks“ vertilgen, kommen mehr und mehr Gäste, teilweise sehr schick gekleidet, und verschwinden in einen Nebenraum. Dort können wir weiß gedeckte Tische erkennen, ganz anders als unser Tisch. Wir betrachten nochmals die Speisekarte und entdecken, leider zu spät, die Besonderheiten dieses Saloons. Obwohl wir vom Essen mehr erwartet haben (nämlich Steaks), war es ein tolles Erlebnis in dem kleinen Örtchen in diesem urigen Saloon zu speisen. 

Als wir zurück zum CG kommen ist es dunkel, kalt und windig geworden. Wir verziehen uns gleich ins WoMo.   

 

 

 

 

Herzliche Grüsse Gisela

 

Janina
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Wie schön!

Hallo Gisela,

da freu ich mich aber, dass ich hier (nahezu) "unsere" Reise nochmal erleben darf. Dass bei mir bei White Sands Fotos die Augen nicht ganz trocken bleiben, kannst Du Dir bestimmt vorstellen smiley

Bin gespannt, was wir noch so alles erleben werden - immerhin bei etwas wärmeren Temperaturen.

Grüßle, Janina