Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Tag 01 - Womo-Übernahme in Henderson, Fahrt über die 167 nach Overton

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munterunterwegs
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Beigetreten: 09.01.2023 - 09:39
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Tag 01 - Womo-Übernahme in Henderson, Fahrt über die 167 nach Overton
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
Dienstag, 2. Mai 2023
Gefahrene Meilen: 
65 Meilen
Fazit: 
Ein surrealer Tag ...

Wir hatten schon von Deutschland aus uns einen verhältnismäßig günstigen Übernahmezeitpunkt sichern können – gegen 14:00 Uhr -, und kamen natürlich trotzdem viel zu früh bei Cruise America in Henderson an. Ein netter Mitarbeiter empfahl uns den In-N-Out-Burger-Laden um die Ecke, und wir trotteten dort hin, um zu speisen - wirklich günstig (im Vergleich zu Las-Vegas-Preisen).

Wieder zurück hatten wir dann leider nicht den gleichen Mitarbeiter, der die Papiere für uns vorbereitete, sondern eine kurz angebundene, manchmal richtig unhöfliche Frau; sie wollte uns zum Beispiel nicht glauben, dass wir die über Canusa gebuchte Erstausstattung (Kochgeschirr und Co sowie Bettzeug für zwei Personen) wirklich schon bezahlt hatten. Und als wir uns neben anderen "Extras" weigerten, den Propan-Service zu buchen (Propan-Tank-Befüllung bei Rückgabe für eine Pauschale von – meine ich – 40 Dollar), verdrehte sie nur die Augen und sagte: „Na dann viel Glück dabei, in San Francisco [unserem Abgabeort] eine Gastankstelle zu finden!“. Zum Thema „Nivellierkeile“ hieß es: „Die machen gar keinen Sinn bei Wohnmobilen, die sind viel zu schwer - da gehen solche Keile sofort kaputt!“. Wir wussten zwar, dass Cruise America keine zur Verfügung stellt, aber die Begründung fanden wir schon interessant.

Dann ging es zum Womo – und da hieß es für uns: Nerven behalten. Denn leider war das für uns ausgewählte C25 alles andere als jung: Es hatte ca. 160.000 Meilen runter, war außen schön zerbeult und verkratzt, und innen schmutzig und abgewohnt. Einzelne Schubladen waren zugeschraubt (weil sie wohl nicht mehr zu reparieren waren), Vorhänge hingen herab, am Wasseranschluß außen tropfte Wasser, in der Mikrowelle klebten noch Essensreste vom Vormieter. Im Kofferraum schwamm der Camping-Tisch in seiner Nische in Wasser, was die Übergabefrau zur Bemerkung veranlasste: „Ja, das nutzen manche zur Kühlung von Getränken. Muss man nur den Abflußstopfen entfernen …“ Da war natürlich keiner, wie sie dann feststellen musste, lediglich das „normale“ Abflussfloch war eben verstopft. Hier ein Blick auf die "Getränkekühlung":

Das kleine Schwimmbad im Kofferraum

Der Kühlschrank war dagegen (noch) warm – wir wurden darauf hingewiesen, dass es bis zu sechs Stunden dauern könne, bis er kühl wäre, wir sollten Geduld haben. Und übrigens wäre das auch nach jedem Öffnen so, dass man immer sechs Stunden warten sollte ...

Nun denn: Wir bewahrten Ruhe, und bewaffnet mit der Womo-Abenteuer-Checkliste gingen meine Frau und ich alle relevanten Punkte durch und erreichten auch, dass viele Sachen repariert wurden; so wurde etwa der Vorhang zum Fahrrerraum komplett erneuert, etliche Schrauben angezogen oder nachgeliefert (das Heizungsgitter innen hing mehr schlecht als recht an einer einzigen …), der Außenwasseranschluss abgedichtet und natürlich die Mikrowelle geputzt. Dass der Techniker, der das meiste davon machte, super freundlich war, half natürlich. Mehr als zwei Stunden später rollten wir dann endlich vom Hof. Unsere letzte Frage galt nochmals dem Kühlschrank, der immer noch nicht merklich kühler geworden war – wir wurden nochmals um Geduld gebeten, dass sei normal so.

Die ersten paar Meilen führten uns natürlich zum Walmart um die Ecke, wo wir unseren Ersteinkauf machten. Zurück am Womo trafen wir auf eine junge Familie, die ihren C25 auch gerade in Henderson bei Cruise America abgeholt hatte. Ihr Kühlschrank war kühl, aber sie bestätigten uns, dass das auch dauern könnte, weshalb wir denn doch etwas beruhigt waren. Wir räumten unsere Einkäufe an – das Kühlgut eben auch in den Kühlschrank in der Hoffnung, dass der bis zum Abend denn auch seine Endtemperatur erreicht haben sollte.

Für alles hatten wir jetzt sehr viel Zeit gebraucht, sodass schon Abendstimmung herrschte, als wir uns Richtung Overton über die 167 aufmachten. Wir hatten in Overton einen CG vorgebucht, weil wir als Newbies nicht mit Boon-Docking anfangen wollten, und auch nicht einen First-Come-First-Serve CG im Valley of Fire State Park riskieren wollten.

Das späte Losfahren hatte den Vorteil, dass die Fee Station der Lake Mead National Recreation Area kurz vor der Northshore Road schon geschlossen hatte. So rumpelten wir kostenfrei die zu diesem Tageszeitpunkt sehr leere #167 erschöpft, aber einigermaßen zuversichtlich im Abendlicht entlang – und die zeigte sich auch von ihrer schönsten Seite:

Auf der 167 im Abendlicht

Das letzte Drittel unserer Fahrt war dann aber schon in kompletter Dunkelheit – für uns als erste Womo-Fahrt denn doch etwas abenteuerlich. Sehr spät am CG in Overton angekommen half uns dann eine Dauerbewohnerin, die Chefin des Platzes herbeizutelefonieren – die uns dann sehr freundlich bei der Einweisung in unseren ersten Stellplatz half. Ziemlich erschöpft und müde machten wir uns ein Abendessen aus unseren Einkäufen. Was nur irgendwie blöd war: Der Kühlschrank war immer noch nicht kalt. Man hörte zwar, dass er lief und immer wieder ansprang. Da er unterwegs vielleicht aufgrund der Steigungen und Kurven nicht zuverlässig hatte arbeiten können, setzen wir jetzt auf den ja nun zur Verfügung stehenden Landstrom. So sortierten wir nochmal unsere Sachen, aßen etwas und versuchten zu entspannen. Als wir dann anderhalb Stunden später ins Bett gehen wollten, war der Kühlschrank immer noch warm - ich entschloss mich dann, trotz verfügbarem Landstrom mal manuell auf Gasbetrieb zu wechseln, weil uns der nette CA-Techniker ohnehin dazu geraten hatte (Aussage: „Ist zuverlässiger!“). Uns schwante zwar schon, dass da vermutlich doch etwas nicht in Ordnung war, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt: "Am nächsten Morgen ist bestimmt alles kühl!" war das Motto für die Nacht. smiley

Nacht auf dem Campground: