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Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Einladung zu einer Reise durch den Westen Kanadas

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Chris
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Einladung zu einer Reise durch den Westen Kanadas
Eckdaten zum Reisebericht
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abgeschlossen

Liebe WoMo-Freunde,

ich möchte Euch mitnehmen auf eine Reise durch den Westen Kanadas, die wir vom 20.05. bis 20.06.2009 unternommen haben. Die Reise führt durch den Süden von British Columbia und Alberta. Sollten meine Ausführungen zu umfangreich sein, dann meldet Euch bitte. Also dann geht es los. 

Routenübersicht

Datum Strecke
20.05.2009  Flug Berlin - London- Vancouver
   Map 1  vom 21.05. - 29.05.2009
21.05.2009  Übernahme Wohnmobil - Tsawwassen  -  21 km
22.05.2009  Tsawwassen - Butchart Gardens - Victoria  -  55 km
23.05.2009  Victoria  -  0 km
24.05.2009  Victoria - Chemainus - Cathedrale Grove - Tofino  -  323 km
25.05.2009  Tofino  -  0 km
26.05.2009  Tofino - Nanaimo - Shannon Falls - Squamish  -  203 km
27.05.2009  Squamish - Whistler - Lillooet - Marble Canyon - Kamloops  -  410 km
28.05.2009  Kamloops - Vernon - Kelowna - Osoyoos  -  312 km
29.05.2009  Osoyoos  -  0 km
  Map 2  vom 30.05. - 04.06.2009
30.05.2009  Osoyoos - Greenwood - Grand Forks -Christina Lake - Castlegar  -  214 km
31.05.2009  Castlegar - Kaslo - New Denver - Nakusp - Revelstoke  -  319 km 
01.06.2009 Revelstoke NP - Glacier NP - Golden - Yoho NP - Field - Emerald Lake - Natural Bridge - Spiral Tunnel - Lake Luise  -  257 km
02.06.2009 Lake Louise - Kootenay NP - Paint Pots - Radium Hot Springs - Kimberley  -  271 km
03.06.2009 Kimberley - Fernie - Sparwood - Crowsnest Pass - Waterton Lake NP   -  289 km
04.06.2009 Waterton Lake- Cameron Lake - Red Rock Canyon  -  69 km
   Map 3 vom 05.06. - 07.06.2009 
05.06.2009 Waterton Lake- Cardston - Fort MacLeod - Head-Smashed-Inn-Buffalo-Jump - Beauvais Lake PP  -  231 km
06.06.2009 Beauvais Lake PP (Winter im Juni) - Bar U Ranch - Banff  -  338 km
07.06.2009 Banff  -  22 km
  Map 4 vom 08.06. - 13.06.2009 
08.06.2009 Banff - Canmore - Kananakis Country - Peter Lougheed PP - Banff  -  254 km
09.06.2009 Banff - Johnston Canyon - Moraine Lake - Lake Louise - Hektor Lake - Bow Lake - Peyto Lake - Waterfowl Lake - Abraham Lake  -  224 km
10.06.2009 Abraham Lake - Mistaya Canyon - Saskatchewan Crossing - Sunwapta Pass - Columbia Icefield - Sunwapta Falls - Athabasca Falls - Jasper  -  208 km
11.06.2009 Jasper - Maligne Lake - Spirit Island - Medicine Lake - Maligne Canyon - Pyramid Lake - Jasper  -  124 km
12.06.2009 Jasper - Mount Robson - Kinney Lake - Valemount  -  123 km
13.06.2009 Valemount - Clearwater  -  206 km 
  Map 5 vom 14.06. - 18.06.2009 
14.06.2009 Clearwater - Spahat Creek PP - Wells Gray PP - Dawson Falls - Helmcken Falls - Clearwater  - 107 km
15.06.2009 Clearwater - Mac Donald Summit Pass - Lac des Roches - 70 Mile House - Clinton - Cache Creek - Lytton  -  310 km
16.06.2009 Lytton - Hell´s Gate - Yale - Hope - Burnaby (Vancouver)  -  257 km 
17.06.2009 Burnaby   -  0 km
18.06.2009 Abgabe Wohnmobil - Empire Landmark Hotel Vancouver - Stanley Park  -  26 km
19.06.2009 Rundflug mit Wasserflugzeug Vancouver - Canada Place - Gastown - Chinatown 
20.06.2009 Rückflug Vancouver - London - Berlin 

Edit by Richard 

Liebe Grüsse

Christine
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andreas
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Beigetreten: 28.12.2010 - 14:41
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...bin schon gespannt...

Kanada kenne ich noch gar nicht und zu umfangreich geht doch auch nicht. Also ich bin dabei.

LG Andreas

Chris
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Beigetreten: 05.02.2011 - 19:27
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20.05.2009 Mittwoch

Nun ist unser lang ersehnter Tag angebrochen. Endlich können wir uns auf unsere schöne Reise begeben. Wir haben richtiges Lampenfieber, wollen wir doch heute um die „halbe Welt“ fliegen. Wir können es kaum erwarten und stehen deshalb bereits  um 6:00 Uhr auf. Die restlichen Kleinigkeiten werden noch eingepackt und die Koffer werden vorsichtshalber noch einmal gewogen.

Das Wetter ist bewölkt, ab und zu lässt sich die Sonne blicken; um 8:00 Uhr sind 15° C. Mit unserem Auto fahren wir gegen 9:00 Uhr  zu Francis und Mathias. Die beiden haben uns zum Frühstück eingeladen. So können wir unseren kleinen Max noch mal sehen. Gegen 10:00 Uhr fährt uns Mathias zum Flughafen nach Tegel. Unser Auto wird dann die nächsten Wochen in Lichtenberg verbringen. Wir können auch gleich einchecken und unser Gepäck abgeben. Leider merken wir zu spät, dass Norbert sein Taschenmesser und seine Maniküre noch im Handgepäck hat. Also geht er noch schnell zur Gepäckaufbewahrung und hinterlegt es dort. Um 11.15.Uhr gehen wir dann zur Zollkontrolle, die doch recht streng ist. Wir kommen aber ohne Probleme durch. An der Anzeigetafel sehen wir, dass sich unser Abflug von 12:20 Uhr auf 13:00 Uhr verschoben hat. Die Maschine ist gerade erst gelandet und wird für uns vorbereitet. Zum Glück haben wir in London drei Stunden Zeit. Wir kommen ca. 15:00 Uhr (MEZ) in London an. Die Maschine hält außerhalb des Terminals und wir werden mit dem Bus zum Terminal 5 gefahren. Für uns faszinierend ist wieder der Linksverkehr. Der Bus fährt zum Beispiel verkehrt herum in den Kreisverkehr. Am Terminal 5 angekommen, geht es erst einmal über Laufbänder und Rolltreppen zur Passkontrolle. Anschließend müssen wir wieder zum Check in. Hier stehen viele Warteschlangen und es dauert ca. 20 Minuten bis wir dies hinter uns gebracht haben. Da wir noch etwas Zeit haben, trinken wir erst einen Saft und ein Bier. Anschließend schauen wir uns ein wenig in der Einkaufspassage des Terminals um. Diese Terminal 5 ist erst vor etwa zwei Jahren neu eröffnet worden und alles ist sehr modern und schick.

Dann setzen wir uns in die Wartehalle und schauen auf die Anzeigetafel, um endlich die Nr. des Abflugterminals zu erfahren. Wir werden wieder auf eine harte Probe gestellt. Bei vielen Maschinen wird es schon frühzeitig bekannt gegeben. Aber bei uns dauert es und dauert...

Endlich eine halbe Stunde vor Abflug leuchtet es auf. Es ist nicht in dieser Halle. Wir stürzen los, müssen mit dem Fahrstuhl nach unten fahren, in eine U-Bahn einsteigen, mit der Rolltreppe wieder nach oben und über Laufbänder bis zum Terminal. Der Start verschiebt sich ebenfalls wieder um 50 Minuten. Es geht wieder Richtung Norden, über Schottland, Nordirland und Grönland. Wir fliegen immer mit der Sonne mit. Über die Baffin Bay und die Hudson Bay erreichen wir wieder das Festland. Nördlich von Edmonton fliegen wir auf die Rocky Mountains zu. Diese erheben sich dann plötzlich aus der recht flachen Landschaft der Prärie. Um 3:45 Uhr (MEZ) landen wir in Vancouver  (18:45 Pazific Time). Der Flughafen ist relativ leer und wir müssen wieder durch lange Gänge laufen, teils über Bänder. Dann kommen wir zu dem schönen Wasserfall mit den Indianermotiven, der mir das letzte Mal schon so gut gefallen hat.

 

 Die Empfangshalle im Flughafen in Vancouver

Die Passkontrolle verläuft ohne Probleme, man fragt uns dieses Mal nicht nach dem Grund unserer Reise. Wir  gehen gleich zur Gepäckausgabe. Die Bänder laufen schon und unsere Koffer kommen recht schnell und gleich alle zusammen. Die Zollkontrolle können wir sofort passieren. Wir suchen die Haltestelle für die Shuttlebusse, die kostenlos zwischen Airport und den verschiedenen Airporthotels verkehren. Wir müssen zwar etwas warten, aber dann kommt der Bus für das Sandmann Hotel. Da wir die einzigen Fahrgäste sind, fragt uns der Fahrer gleich woher wir kommen und wie lange wir in Kanada bleiben wollen. Er interessiert sich auch für unsere Reiseziele und gibt uns den einen oder anderen Tipp. Mir fällt es noch etwas schwer, englisch zu sprechen, aber das meiste verstehe ich.

Die Fahrt dauert nicht lange, denn es sind nur etwa 6 km.  Das Sandmannhotel liegt genau neben dem Travelodgehotel, in dem wir das letzte Mal abgestiegen sind. Gegen 20:00 Uhr (5:00 Uhr MEZ) erreichen wir das Hotel.                                                    Das Wetter in Vancouver ist bei unserer Ankunft sonnig und warm. Wir beziehen unser Zimmer und machen uns etwas frisch. Anschließend gehen wir in das Restaurant des Hotels zum Abendessen. Es ist schön rustikal gestaltet und die freundliche Bedienung gibt uns gleich zwei schöne Plätze. Norbert bestellt sich Lachssalat und ich Chickensalat. Beides ist sehr reichlich und sehr lecker zubereitet. Anschließend machen wir einen kleinen Rundgang um das Hotel. Danach fallen wir gegen 22:00 Uhr todmüde ins Bett. Vorsichtshalber nimmt jeder von uns eine halbe Schlaftablette, damit wir die Zeitumstellung von neuen Stunden besser verkraften.

Liebe Grüsse

Christine
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Chris
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21.05.2009 Donnerstag

Übernahme Wohnmobil  - Fahrt bis Tsawwassen       21 km

Wir schlafen bis 5:00 Uhr morgens durch und haben damit die Zeitumstellung einigermaßen verkraftet. In der Hotelbuchung war ein kontinentales Frühstück inbegriffen. Also gehen wir erwartungsvoll wieder in das Restaurant des Hotels. Wir bekommen eine Karte mit verschiedenen Gerichten und bestellen erst einmal einen Fruchtsaft. Dann zeigen wir der netten Bedienung unseren Voucher und sagen, dass wir kontinentales Frühstück bekommen. Sie sagt uns, dass das Frühstück nicht im Restaurant vorgesehen ist und wir deshalb uns an der Rezeption melden müssen. Also bezahlen wir den Saft und gehen zur Hotelrezeption.

Der Mitarbeiter an der Rezeption sprach eine Reinigungskraft an. Diese verschwindet und wir überlegen uns, wo denn hier ein Frühstücksraum sein soll. Nach einigen Minuten kommt die Frau zurück und übergibt jeden von uns eine Tüte. Wir sind etwas erstaunt, lassen es uns aber nicht anmerken und gehen erst einmal zurück auf unser Zimmer. Dort sehen wir uns erst einmal den Inhalt der Tüte an.

Sie enthält ein Muffin, einen Krokantriegel, einen Apfel und eine kleine Tüte Orangenjuice. Von zuhause hatten wir uns ein kleines Glas löslichen Kaffee mitgebracht. Da auf dem Zimmer eine Kaffeemaschine ist, kochen wir uns erst einmal einen schönen Muntermacher. Die Dinge aus der Provianttüte schmecken nicht schlecht und stillen zumindest den Hunger.

Danach verlassen wir unser Zimmer, denn wir sollen um 9:30 Uhr abgeholt werden.

Wir setzen uns in den Empfangsraum und warten auf die Dinge, die da kommen. Zu uns gesellt sich ein deutsches Ehepaar und wir kommen ins Gespräch. Sie haben ein zweiwöchiges Sonderangebot gebucht und unternehmen eine Fahrt von Vancouver nach Whitehorse. Sie sollen einen Pick-Up überführen. Wir stellen bald fest, dass wir ähnliche Interessen bezüglich des Reisens haben. Sie werden dann pünktlich um 9:30 Uhr abgeholt. Nur wir warten immer noch.

Es ist bereits 10:00 Uhr. Nun gehen wir zur Rezeption und wollen anrufen. Da das öffentliche Telefon nicht funktioniert, erledigt dies dann eine Mitarbeiterin. Sie plappert in einem sehr schnellen amerikanischen Englisch auf uns ein, so dass wir mehrmals nachfragen müssen, was sie meint. Schließlich bekommen wir heraus, dass das Taxi gegen 10:30 Uhr kommen soll. Wir hätten ja von uns aus eines bestellen können, aber wir hatten diese Zusatzbuchung extra gemacht und bereits Geld dafür bezahlt. Also warteten wir weiter. Erst gegen 11:15 kommt endlich das Taxi.

Wir werden von einem Brahmanen (Inder) gefahren. Er packt unsere Koffer und wuchtet sie in den Kofferraum. Leider sind die Koffer etwas zu groß und die Klappe geht nicht zu. Da holt er einen Strick und bindet sie fest. Nun geht es los. Während der Fahrt schaue ich immer mal nach hinten, ob noch alle Koffer da sind.

Die Fahrt geht etwa über 20 km bis zur Vermietstation. Es herrscht  starker Verkehr und so ist es bereits 11:45 Uhr als wir bei Cruises Canada ankommen. Wir melden uns am Empfang. Die Mitarbeiterin reißt gleich den Voucher aus unserem Heft und heftet ihn in ihre Unterlagen. Da merke ich zum Glück, dass sie die Unterlagen von unserem Hotel für die letzten zwei Nächte ebenfalls mit abgeheftet hat.

Sie übergibt uns verschiedene Unterlagen (alles in englisch), die wir unterschreiben müssen. Dann kommt ein Mitarbeiter und bittet uns in einen Raum. Wir nehmen Platz und er stellt einen Fernseher an. Nun werden wir durch ein Video auf deutsch in die Funktionsweise des Wohnmobiles eingewiesen. Zum Glück hatte ich Norbert bereits zuhause eine Dokumentation für das Wohnmobil ausgedruckt und er hat sie intensiv studiert. Der Vortrag dauert etwa 20 Minuten. Anschließend werden wir von einer jungen Mitarbeiterin zu unserem Wohnmobil geführt. Hier beginnt nun die Einweisung auf englisch. Während Norbert sich die technischen Dinge erklären lässt, gehe ich um das Wohnmobil herum und sehe nach Schäden, die in das Protokoll aufgenommen werden müssen. Anschließend sehe ich nach ob alle Dinge, die zur Ausstattung gehören, vorhanden sind. Dabei stelle ich fest, das nirgends Kissen, Schlafdecken, Bettwäsche und Handtücher vorhanden sind. Ich spreche die Mitarbeiterin darauf an und sie lässt sich erst noch einmal den Vertrag zeigen. Dann holt sie die Schlafsäcke. Zum Glück kontrolliere ich noch einmal alles, denn dabei fällt mir auf, dass die Kopfkissen fehlen. Das sind einige Dinge, die normalerweise nicht vorkommen sollten. Als wir vor sechs Jahren mit Travelland gefahren sind, war in dieser Hinsicht alles perfekt, auch die Einweisung erfolgte auf deutsch.

Nachdem die Kollegin uns verlassen hatte, schauen wir uns alles noch einmal genau an. Wir haben ein etwas mulmiges Gefühl. Norbert muss sich wieder an die Automatik gewöhnen und an die sehr stattliche Länge von 9,10 m. Inzwischen ist es 14:00 Uhr und wir fahren vorsichtig los. Dieses Mal kommt Norbert mit der Automatik recht schnell zurecht. Nach unserer Karte müssen wir den Highway 17 erreichen, auf dem wir dann Richtung Tsawwassen fahren. Leider passiert uns unser erstes Missgeschick. Da es auf der Karte recht leicht aussah, aus dem Gewerbegebiet herauszukommen, hatte ich mir keine detailgetreue Karte ausgedruckt. So verpassen wir die Abfahrt und biegen zu spät ab. Dabei fahren wir in eine Straße, die durch eine Baustelle zur Sackgasse wird. Also müssen wir das erste Mal wenden. Das ist bei der Länge des Fahrzeuges gar nicht so einfach. Dadurch kann ich gleich mal die Einweisung üben. Norbert und ich hatten uns verschiedene Zeichen für diesen Fall ausgemacht. Und siehe da, es klappt sehr gut. Wir fuhren dann durch verschiedene Straßen immer nach Gefühl und erreichten dann endlich den HW 17. Nun waren wir doch erleichtert. Ich benutze jetzt meine Karten, denn wir wollen noch ein Einkaufscenter aufsuchen. Dieses hatte ich bereits zuhause im Internet mit der entsprechenden Fahrtroute herausgesucht. Inzwischen ist es mit ca. 25 Grad recht warm. Die Sonne lacht von einem strahlend blauen Himmel. Wir haben jetzt ganz schön Hunger und Durst, denn das „Frühstück“ liegt doch schon einige Stunden zurück. Wir erreichen einen Subway Markt und starten einen Großeinkauf. Neben Lebensmitteln und Getränken kaufen wir noch verschiedene Dinge, die in dem Wohnmobil nicht vorhanden sind. Dazu gehören beispielsweise Gewürze, Topflappen, eine Tischdecke für draußen, Gläser (im Mobil gibt es nur Becher aus Plaste) usw. Dann nehmen wir noch auf dem Parkplatz einen kleinen Imbiss zu uns, um den schlimmsten Hunger zu stillen. Nun machen wir uns wieder auf die Fahrt zum HW 17 und dann in Richtung Fährhafen Tsawwassen. Kurz vor dem Fährhafen fahren wir den Campingplatz „Parkcanada RV Park“ an. Wir bekommen einen Platz mit „Full-huck-up“ (20 Euro für eine Nacht).

auf dem Campingplatz in Tsawwassen

Norbert macht sich gleich daran, unser Wohnmobil anzuschließen. Ich versuche mich durch das Chaos aus Koffern und Lebensmitteln im Inneren durchzuwühlen. Da wir alles nur in den Wohn- und Schlafraum abgestellt haben, ist es im Moment recht eng. Wir verstauen zuerst die Lebensmittel im Kühlschrank, in den Gefrierschrank sowie in den Schränken. Danach beginnt das Auspacken der Koffer und das Aufteilen in die Schränke. Langsam lichtet sich das Durcheinander. Unter dem Schlafraum haben wir noch einen großen Stauraum, in dem wir die Koffer unterbringen. Nun sieht es doch schon recht wohnlich aus.

Gegen 20:00 Uhr essen wir Abendbrot (Würstchen, Brötchen, Tomate und Apfel). Gegen 21:30 Uhr fallen wir dann todmüde nach diesem anstrengenden Tag ins Bett. Ab morgen beginnt dann der Urlaub richtig. Heute sind wir nur etwa 21 Kilometer gefahren.

Campingplatz: Parkcanada RV - Tsawwassen

Liebe Grüsse

Christine
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Chris
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22.05.2009 Freitag

Tsawwassen - Victoria  55 km

Ich werde das erste Mal gegen 3:00 Uhr morgens wach. Mir ist  furchtbar kalt und ich ziehe mir erst einmal meinen Jogginganzug an. Leider haben wir keine zusätzlichen Decken von der Vermietfirma bekommen. Nach etwa einer Stunde schlafe ich wieder ein.

Um sieben Uhr sind wir bereits wach, die Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel und es ist angenehm warm. Das Frühstück bereiten ist noch nicht so einfach. Da wir keinen Toaster haben, versuchen wir das Brot, das sehr weich ist, in dem Mikrowellenbackofen zu rösten. Einigermaßen gelingt uns dies auch. Schließlich können wir doch an diesem Tag ein ordentliches Frühstück zu uns nehmen. Anschließend wasche ich ab, dabei merke ich dass wir keinen Stöpsel für den Abfluss haben. Dieser wird dann gleich auf der nächsten Einkaufsliste vermerkt. Da wir vom letzten Mal wissen, wie sehr das Geschirr während der Fahrt klappert, beginne ich gleich die Teller, Gläser und Schüsseln im Bett zu verstauen. Norbert beginnt inzwischen mit dem Abbau der Leitungen.

Gegen 9:30 Uhr fahren wir dann in Richtung Fähre. Es sind nur wenige Kilometer. Wir wollen nach Swartz Bay übersetzen. Diese Richtung steht allerdings nicht auf dem Terminal und ich bin im Moment verwirrt. Schließlich sehen wir Victoria und nun wissen wir, dass wir richtig sind. 

Der Fährpreis richtet sich nach der Länge des Wohnmobiles. Zum Glück ist heute noch kein Wochenende, denn sonst müssten wir noch einen extra Zuschlag zahlen.  Wir bezahlen 135 CAD (entspricht 86 Euro) für die ca. zweistündige Überfahrt. Leider bekommen wir auf der gerade vor Anker liegenden Fähre keinen Platz mehr und müssen etwa ein halbe Stunde warten. Dafür stehen wir aber  in der ersten Reihe. Auf der Fähre reihen wir uns wieder unter die LKW.  Die Überfahrt beginnt um 11:00 Uhr. Auf der Fähre gibt es viele verschiedene Aufenthaltsräume, man kann Mittagessen, dem Glücksspiel verfallen, für die Kinder gibt es Spielecken oder man kann sich einfach nur auf dem Deck sonnen. Diese Fährverbindung ist landschaftlich die schönste. Die Strecke  führt durch die schöne Inselwelt  der Gulf Islands.

Auf den Inseln sieht man große Flächen von blühendem Ginster, der einen schönen Kontrast zu dem frischen Grün des Frühlings und zu dem blauen Meer bildet.

Zwischen den Inseln muss die Fähre zum Teil ganz schön jonglieren, um in der Fahrrinne zu bleiben. Ab und zu begegnet uns eine andere Fähre, die in die entgegengesetzte Richtung fährt. Um 13:00 Uhr legen wir im Hafen von Swartz Bay an und alle begeben sich wieder zu ihren Autos. Das Be- und Entladen der Fähre ist sehr gut organisiert. Alles klappt wie am Schnürchen. Wir fahren erst einmal den Autos hinterher und kommen dann wieder auf den HW 17, der sich hier auf der Insel fortsetzt.

Er ist  vierspurig ausgebaut war und führt uns in Richtung Victoria. Bei Saanich biegen wir in Richtung der Butchart Gardens ab. Dies ist ein Nebenstrecke, die nicht so stark befahren ist.  Es geht durch hübsche kleine Orte. Nach einer halben Stunde erreichen wir den Parkplatz von der wahrscheinlich schönsten Gartenanlage Nordamerikas.

Wir zahlen 52 CAD Eintritt einschließlich Parkgebühren. Da es bereits weit nach Mittag ist, gehen wir erst einmal in das Blue Poppy Restaurant zum Mittagessen. Dieses Restaurant kennen wir noch vom letzten Mal und es hat sich nicht  sehr verändert. Es ist sehr schön gestaltet mit vielen Blumen und Grünpflanzen. Es hat viele kleine Nischen und Ecken; der Raum ist durch eine Glasdecke lichtdurchflutet.

Wir wählen einen Salat aus Spinatblättern mit Schinken und Ei. Anschließend trinken wir noch einen Kaffee und essen ein Cockie. Alles schmeckt sehr lecker. Nun machen wir uns auf den Weg, um die Schönheiten dieses Gartens zu genießen. Wie wir später erfahren, hat der Frühling in Westkanada etwa vier Wochen Verspätung. Deshalb blühen die vielen Blumen und Bäume fast gleichzeitig. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinsehen soll.

Die Gartenanlage ist 22 Hektar groß und das ganze Jahr über geöffnet. Diese Gegend um Victoria zählt zu den vom Wetter verwöhntesten in Kanada. Durch das Küstengebirge werden die meisten Regenfälle abgehalten. Im Winter herrscht ebenfalls ein mildes Klima und es gibt kaum Frosttage.

Der erste Garten wurde 1904 von Jennie Butchart angelegt. Sie beschloss, den ehemaligen Steinbruch zu verschönern, der durch das Zementgeschäft Ihres Ehemannes entstanden war. Es war der versunkene Garten, der heute zu den Hauptattraktionen der Anlage zählt. Seit über einem Jahrhundert widmet sich die Familie Butchart schon der Gartenbaukunst. Jedes Jahr besuchen fast eine Million Besucher diese herrliche Anlage. Im Jahr 2004 wurden die Butchart Gardens zur National Historic Site Kanadas ernannt. 

Die fünf Hauptbereiche, der Versunkene Garten, der Rosengarten, der Japanische Garten, der Italienische Garten und der Mediterrane Garten sind durch herrlich gepflegte Rasenstücke und verschlungene Pfade verbunden. Über 50 Gärtner arbeiten ganzjährig daran, die Gärten in ihrer Schönheit zu erhalten. Fast eine Million Pflanzen werden jedes Jahr gesetzt um sicherzustellen, dass die Gärten von März bis Oktober in voller Blüte stehen. In den restlichen Monaten können Besucher Pflanzen mit bunten Beeren und die eindrucksvollen Formen der Büsche und Bäume bewundern.

In dem versunkenen Garten lernen wir zwei Kanadierinnen kennen, die aus Stuttgart und der Schweiz nach Kanada eingewandert sind. Sie sind auf einer Kreuzfahrt nach Alaska. Die Kreuzfahrtschiffe werden wir dann in Victoria von unserem Campingplatz vor Anker liegen sehen.

Sie erzählen uns einiges über das Leben und die politischen Verhältnisse in Kanada. Wir unterhalten uns recht lange, müssen dann aber aufbrechen, um noch möglichst viel von der Anlage zu sehen. Wir gehen an wunderschön hergerichteten Blumenrabatten entlang. Kleine Teiche und bewachsene Felsen runden das Bild ab. Blühende Bäume säumen die Wege. Alles ist farblich gut auf einander abgestimmt. Schließlich können wir auf einen tiefer liegenden See blicken, der in der Mitte von einem riesigen Springbrunnen geziert wird. Dieser Springbrunnen ist wie eine Symphonie. Die Fontainen zeigen ständig andere Bilder und Formen. Nachts wird er farbig angestrahlt. Leider haben wir keine Zeit, solange zu warten.

Nur ungern verlassen wir den versunkenen Garten. Wir gehen weiter in Richtung Rosengarten, vorbei an aufgestellten indianischen Totempfählen. In den letzten Jahren wurde ein Feld angelegt, von wo aus Feuerwerke stattfinden. Wir erreichen die Rosengärten, wo allerdings zu dieser Jahreszeit noch keine blühenden Rosen zu finden ist. Dafür gibt es viele Blumenampeln bepflanzt mit Stiefmütterchen an der Rosenpergola. An den Seiten blüht der Rhododendron in vielen verschiedenen Farben.

Der Weg führt uns weiter zu dem japanischen Garten. Der japanische Garten ist vielfach geprägt durch verschiedene Bäume und Pflanzen, die auf eine schöne Weise zu einem Ensemble zusammengefügt sind. Kleine Bäche und Springbrunnen ergänzen dieses Bild. Der Garten grenzt an eine schöne romantische Bucht des Pazifischen Ozeans. Der Rundgang führt uns jetzt zu dem Mediterranen Garten. Dieser Garten wurde erst in den letzten Jahren angelegt, denn im Jahr 2003 gab es diesen noch nicht. Ein sternförmig angeordneter Springbrunnen bildet den Mittelpunkt. Er ist umrahmt von einer Vielzahl von Blumen. Gleich daneben ist der italienische Garten, der ein eigenes Flair ausstrahlt.

Leider müssen wir nun Abschied von den wunderbaren Butchart Gardens nehmen. Uns hat es wieder sehr gut gefallen. Nun geht die Fahrt in Richtung Victoria. Es ist bereits Feierabendverkehr und die Straßen sind recht voll. Im Westen können wir das Küstengebirge sehen, das wir in den nächsten Tagen durchqueren wollen.

Nun kommt mir meine genaue Routenplanung mit den Straßennahmen aus dem Internet zu Hilfe. So finden wir sehr gut den Weg zu unseren Campingplatz in West Bay Marina Village. Wir sehen, dass der Platz bereits sehr voll ist. Wir wollen hier zwei Nächte bleiben. Der Platzwart fragt uns, ob wir reserviert haben. Dies mussten wir verneinen. Zum Glück hat er noch einen Stellplatz, dieses Mal allerdings nicht am Wasser. Wir sind trotzdem glücklich, dass wir unsere Pläne nicht ändern müssen.

Nachdem wir unser Wohnmobil angeschlossen haben, unser Geschirr wieder in den Schränken verstaut ist, machen wir einen Rundgang über den Platz. Wir sehen, dass auf dem Wasser wieder viele neue und sehr schöne Häuser entstanden sind. Von einem Aussichtspunkt haben wir einen schönen Blick auf Victoria. Zwei große Kreuzfahrtschiffe liegen hier auf Reede. Ein Kanadier macht uns auf eine Robbe aufmerksam, die am Ufer immer mal wieder auftaucht. Er sagt uns, dass in der Nähe eine ganze Robbenfamilie lebt.

Auf dem Rückweg zu unserem Platz sehen wir viele sehr große Wohnmobile, die wahrscheinlich Dauercampern gehören. Eines dieser Wohnmobile so groß wie ein Bus mit Slideouteinrichtung, haben wir vor sechs Jahren in dem Verkaufsraum bei Travelland gesehen.

Zurück im Wohnmobil machen wir unser Abendbrot. Wir braten Gehacktes und lösen damit gleich mal unsere Alarmanlage aus. Dies wird uns in den nächsten Wochen noch öfters passieren. Nach dem Öffnen der Fenster und Türen, verstummt sie nach einiger Zeit. Anschließend lassen wir den schönen Tag Revue passieren und gehen gegen 21:30 Uhr schlafen. In der Nacht wird es wieder recht frisch und wir schalten Heizung ein.

Campingplatz: Westbay Marine Village - Victoria

Liebe Grüsse

Christine
Scout Womo-Abenteuer.de

Bernhard
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man kommt ja kaum nach !

Hallo Chris,

ich komme ja kaum nach mit dem Lesen von so vielen interessanten Reiseberichten derzeit. Auf jeden Fall schon mal vorweg herzlichen Dank fürs Schreiben !

Diese Butchard Gardens sind ja wirklich eine Blütenpracht -- und der Eintritt scheint wohl leistungsgerecht - oder ?

Grüße

Bernhard

Scout Womo-Abenteuer.de


Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen (G.C. Lichtenberg)

Groovy
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Neuland

Moin Chris,

schön das wir durch deinen Reisebericht auch einmal in relativ unbekannte Gegenden kommen Smile

 

Gruss Volker

Scout Womo-Abenteuer.de

 

Chris
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23.05.2009 Samstag

Hallo Bernhard, 

der Eintritt zu den Butchart Gardens ist zwar recht hoch, aber doch gerechtfertigt. Der Umrechnungskurs zum kanadischen Dollar betrug damals 1:1,6. Ich habe in Europa schon viele wunderschöne Garten- und Parkanlagen gesehen, aber mit der Größe, der Vielfalt und dem ganzen Ambiente können sie mit diesem Highligt nicht mithalten.

So nun geht die Reise weiter:

Victoria  0 km

Als wir heute gegen 7:00 Uhr aufstehen, lacht bereits die Sonne von einem strahlend blauen Himmel. Während Norbert sich auf die Suche nach einem Campingladen macht, schreibe ich die ersten Ansichtskarten nach Hause. Da uns die Vermieterfirma nur ein Pat für die Toilettenspülung mitgegeben hat, brauchen wir dringend Chemikalien. Die Firma Travelland hatte uns vor sechs Jahren ausreichend mit Chemikalien versorgt. Bei Cruises Canada war dies nicht der Fall, ein weiteres Mango für diese Firma. Leider kann er keinen Laden finden. 

Heute steht ein Besuch von Victoria auf dem Programm. Also gehen wir zum Yachthafen, der sich gleich neben dem Campingplatz befindet. Hier ist die Haltestelle der kleinen Fähre, die uns nach Inner Harbour bringen soll. Wie haben Glück, denn es legt gerade eine Fähre an. Für die Überfahrt müssen wir zehn Dollar pro Person bezahlen (also 40 $ hin und zurück). Dafür bekommen wir aber gleich eine kleine Stadtführung.

Victoria ist die Hauptstadt von British Columbia. Sie liegt am südlichen Zipfel von Vancouver Island. Ihre britische Tradition hat sie bis in die heutige Zeit beibehalten. Der Stadtkern ohne Hochhäuser  liegt um den geschützten Naturhafen Inner Harbour. Gepflegte Parks, Blumenampeln an leuchtend blau gestrichenen Straßenlaternen, rote Doppeldeckerbusse, die überwiegend für Stadtrundfahrten eingesetzt werden, viele historische Gebäude und ein gemächlicher Lebensrhythmus zeigen uns eine typische englische Kolonialstadt aus dem viktorianischen Zeitalter.

Im Süden der Hafenbucht liegt das eindrucksvolle Parlamentsgebäude inmitten einer sehr schönen, gepflegten Parkanlage. Es wurde 1897 aus mächtigen Steinquadern erbaut. Auf der wuchtigen Hauptkuppel steht das vergoldete Standbild von Kapitän George Vancouver, der die nach ihm benannte Insel als erster umsegelte. Die Fassade wird von Figuren herausragender historischer Persönlichkeiten aus British Columbia verziert. Auf der Terrasse steht eine Statue der Königin Victoria.

Das Parlamentsgebäude 

Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist das 1908 eröffnete Empress Hotel. Es wurde im Auftrag der Canadian Pacific Railway Company erbaut. Das Gebäude erinnert uns an das Chateau Frontenac in Quebec, welches wir im Jahr 2000 gesehen haben. Wir wollen uns einen weiteren Höhepunkt gönnen. Dies ist der  „Five O`Clock Tea“ im Empress Hotel, der vermutlich nicht einmal mehr in England so pedantisch zelebriert wird wie in Victoria. Deshalb suchen wir gleich nach Ankunft das Empress Hotel auf, um uns einen Platz für dieses Zeremoniell zu reservieren. Der Termin für den Five O`Clock Tea ist um 16:45 Uhr. Somit haben wir noch genug Zeit, uns diese schöne Stadt etwas genauer anzusehen.

Die Geschichte der Stadt Victoria beginnt für europäische Verhältnisse relativ spät. Die seit langem von den Indianern besiedelte Insel wurde erst 1843 von James Douglas erkundet. Dieser arbeitete für die Pelzhandelsgesellschaft Hudson´s Bay Company. Bald darauf entstand das Fort Victoria und 1849 ernannte die britische Krone Vancouver Island zur Kolonie. Bereits 1858 machten über 20.000 Goldsucher in Victoria Station. Es entwickelten sich ein florierender Pelzhandel, Holzfällerei, Kohleabbau, Fischerei und Landwirtschaft, die der Kolonie hohe Erträge brachten. Als einzige, damals existierende Stadt übernahm Victoria 1866 die Hauptstadtfunktion für Vancouver Island und British Columbia. Diese Funktion hat sie auch heute noch, obwohl Vancouver nach dem Bau der transkontinentalen Eisenbahn wesentlich schneller wuchs und eine größere Bedeutung erreichte. Das eigentliche Stadtgebiet  hat heute 75.000 Einwohner, der Großraum, der sich bis zum Fährhafen Swartz Bay und Sidney erstreckt zählt 320.000 Einwohner.

Victoria ist eine Stadt, die in Kanada am meisten vom Wetter verwöhnt wird. Der Regen wird von den Bergen der Westküste abgehalten. Strenge Winter sind völlig unbekannt und es gibt selbst im Januar nur sehr wenige Frosttage. Wenn weite Teile Kanadas noch unter Schnee und Eis liegen, blühen hier bereits die Blumen. Diese Vielfalt haben wir bereits in den Butchart Gardens kennen gelernt.

Bevor wir weiter in die Geschichte dieser Stadt eintauchen, machen wir einen kurzen Bummel durch die Geschäftsstraßen der Stadt. Wir gehen die Douglas Street entlang. Diese führt vorbei an der St. Andrews Church bis zum Eaton Centre, einem Einkaufsparadies, dass der Hudson Bay Companie gehört. Unser Weg führt uns weiter zur Old Town mit seinen altehrwürdigen Bauten. Hier gibt es noch viele traditionsreiche Geschäfte. Weiter geht es dann zum Bastion Square. Hier gibt es viele Boutiquen und Kunstgalerien.    

Da es bereits Mittagszeit ist, nehmen wir einen kleinen Imbiss (Sandwich) zu uns. Wir wollen uns nun doch etwas näher mit der Geschichte beschäftigen und gehen deshalb in das Royal British Columbia Museum. Das Museum befindet sich im Heritage Court zwischen dem Parlamentsgebäude und dem Empress Hotel. Es gilt als das beste natur- und kulturhistorische Museum Westkanadas.

Der Eintritt ist mit 27,50 Dollar pro Person doch etwas hoch. Dafür werden wir aber mit viel Sehenswertem belohnt. Im Untergeschoss ist eine Sonderausstellung über die Geschichte Europas und Kleinasiens, von der Antike bis in das 19. Jahrhundert. Wenn man aus Europa kommt und doch schon einiges gesehen hat, ist es sehr interessant, diese Darstellung zu erleben. Die Kanadier sind sehr an unserer Geschichte interessiert. Dies sieht man an den zahlreichen Besuchern dieses Teiles des Museums. Eine weitere Ausstellung zeigte das Leben in Asien, vor allem China und Japan sowie Ozeanien.

Dann kommen wir in den Teil der sich mit British Columbia befasst. Der erste Teil zeigt eine Übersicht über die Flora und Fauna von British Columbia. Es gibt sehr viele ausgestopfte Tiere wie zum Beispiel Bären, Wapiti,  Luchse, Seelöwen bis hin zu Vögeln. Die Tiere sind in ihrer natürlichen Umgebung dargestellt. In einem Raum ist richtiger Wald aufgebaut und die Stimmen und Geräusche der Tiere werden über Tonband abgespielt. Die Seevögel und Seehunde liegen und stehen auf naturgetreu aufgebauten Klippen mit Wasser. Beeindruckend ist die lebensgroße Darstellung eines Mammuts.  Diese Art Museum, die in Kanada immer besonders detailgenau und lebensecht aufgebaut ist, haben wir schon mehrfach kennen gelernt. Nun kommen wir in einzelne Kabinette, wo man sein Wissen testen und viel Neues spielerisch lernen kann. Die Kinder haben hier besonders viel Spaß.

Wir gehen in den zweiten Stock und man tritt eine Reise in die Vergangenheit an. In dem ersten Raum ist eine Übersicht über die Geschichte der Region mit seinen Erfindungen und der Entwicklung der Technik.  Der nächste Raum zeigt eine vollständig hergestellte Pionierstadt aus dem 19. Jahrhundert, die in Originalgröße das halbe  Stockwerk ausfüllt. In dieser „Stadt“ gibt es ein Hotel, dass man besichtigen konnte, eine Druckerei, alle im Alltag benötigten Geschäfte mit sehr interessanten Auslagen,  ein kleines Chinatown, einen Fischmarkt, einen Goldwäscheplatz, ein Kohlebergwerk, einen Bahnhof und vieles mehr. Alles ist wieder mit viel Liebe zum Detail hergerichtet. Leider dürfen wir nicht fotografieren und filmen. Heimlich haben wir aber doch ein paar Fotos geschossen.

Auf der anderen Seite der Etage ist die Indian History Gallery mit ihrer wohl einmaligen und umfassenden Darstellung der Geschichte, Kultur und Kunst der Nordwestküstenindianer zu sehen. Es gibt unter anderem Kanus, Bekleidung, Masken, ein Erdhaus der Salish, ein traditionelles Bighaus der Küstenindianer und vieles mehr zu sehen. In einem Raum stehen viele Totems, auf denen die Geschichte der einzelnen Familienclans dargestellt wird. Szenen aus dem Leben der Westküstenindianer  sind in einer beeindruckenden Vielfalt zu sehen. Aus Lautsprechern ertönen geheimnisvolle indianische Gesänge. Es ist eine sehr interessante, für uns unbekannte Welt.

Nun verlassen wir dieses tolle Museum mit vielen neuen Eindrücken. Dieser Besuch hat sich wirklich gelohnt.

Gleich neben dem Museum steht das älteste Haus von Victoria. Das Haus des Doktor Helmcken wurde 1852 erbaut und steht noch am Originalstandort. Hier wohnte der Arzt Dr. Helmcken, der sich als Politiker maßgeblich für den Anschluss der Provinz British Columbia an Kanada einsetzte. Die Einrichtung soll noch im Originalzustand erhalten sein. Leider ist das Museum an diesem Tag geschlossen. Wir gehen weiter zum Thunderbird Park. Hier stehen meisterhaft geschnitzte und bemalte Totemphähle.

Da wir noch etwas Zeit haben, machen wir einen Abstecher in den Beacon Hill Park. Die Parkanlage ist 74 ha groß und ein beliebtes Naherholungsgebiet. Wir sehen Wiesen mit Sonnenanbetern, kleine Seen, die von einer Vielzahl von Vögeln bevölkert ist, blühende Sträucher, hübsche kleine Steinbrücken und Grotten und vieles mehr. An einer hübschen, romantischen Stelle wird Hochzeit gefeiert. Wir kommen an ein Spielgeld, auf dem gerade Baseball gespielt wird. Wir schauen ein wenig zu, verstehen aber leider von den Spielregeln zu wenig.

Unser Spaziergang geht weiter bis zum Strand. Dabei entdecken wir am Ende des Parks den höchsten Totemphahl ( 37 m ) der Welt. Über eine Wiese kommen wir an den Strand. Von hier aus haben wir einen herrlichen Blick auf die Schneegipfel der Olympic Peninsula in den USA. Leider drängt die Zeit und wir können nicht noch die Mile 0 des Trans-Canada-Highway (1) aufsuchen. Dieser HW 1 führt über 8.000 km bis an die Ostküste und wir werden ihn in unserem Urlaub noch mehrmals befahren.

Wir gehen nun zurück zum Empress Hotel. Die Tea Time beginnt pünktlich und wir bekommen einen schönen Tisch für zwei Personen am Fenster mit Blick auf Inner Harbour.

Wir können uns den Tee aussuchen und wählen die Hausmarke. Er schmeckt wieder hervorragend. Der Ober bringt eine Etagere mit verschiedenen Sandwichs und Süßigkeiten. Er erklärt uns die einzelnen Stücke. Wir lassen es uns bei leiser Klaviermusik (live) schmecken und genießen das exklusive Ambiente. Mit der Rechnung ( 115 $ für zwei Personen) bekommen wir jeder noch eine schöne Teebüchse mit Inhalt geschenkt.

Wir suchen noch die Washrooms auf, die von ihrer exklusiven Einrichtung (goldene Armaturen, Sessel, Kamin, goldene Spiegel) durchaus sehenswert sind.

Nach diesem Trip in die viktorianische Geschichte gehen wir voller Eindrücke zurück zu unserer kleinen Fähre.

Um 18:00 Uhr fahren wir wieder zurück zum Campingplatz. Unser Fährmann erzählt uns wieder viel Interessantes über die Geschichte der Stadt.

Unsere Campingplatznachbarn - tolle Wasserhäuser - für uns nicht bezahlbar

Dieser schöne Tag geht dann gegen 22:15 Uhr nach einem einfachen Abendbrot zu ende.

Liebe Grüsse

Christine
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Chris
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24.05.2009 Sonntag

Victoria  -  Tofino   232 km

In dieser Nacht haben wir die Heizung etwas höher gedreht, so dass wir nicht gefroren haben. Gegen 7:00 Uhr stehen wir auf. Nach einen guten Frühstück werden die Anschlüsse abgebaut und das Geschirr im Bett verstaut. Gegen 9:00 Uhr fahren wir los. Da heute Sonntag ist sind die Straßen recht leer. Leider ist eine Straße auf unserem Plan eine Sackgasse geworden, die zu einem Industrieunternehmen führt. Wir können aber gut wenden und kommen bald wieder auf den HW1. Nun geht es immer in Richtung Norden. Die Straße ist von zahlreichen blühenden Ginsterbüschen gesäumt. Die Strecke führt uns bergauf zu dem Malahat Summit (350 m). es ist ein landschaftlich schöne Strecke. Danach erreichen wir Duncan. Hier wollen wir erst einmal unseren Tank auffüllen, da wir ihn nicht voll von der Cruises Canada übernommen haben. Wir fahren zu dem Einkaufspark und können preisgünstig tanken. Es ist Selbstbedienung und man muss die Kreditkarte an der Tanksäule einführen. Da dies hier anders abläuft, holt Norbert eine Mitarbeiterin, die es ihm erklärt. Bei den künftigen Tankstopps klappt es dann sehr gut. In dem angegliederten Einkaufscenter holen wir noch verschiedene kleine Dinge, die in dem Wohnmobil fehlen. Da es hier Dollarshops gibt, können wir uns einige fehlende Dinge sehr preiswert besorgen. 

Dann geht die Fahrt weiter bis Chemainus. Diesen Ort hatten wir bereits 2003 besucht und wir haben ihn in sehr guter Erinnerung behalten. Heute wollen wir uns auch noch die Unterstadt von Chemainus ansehen. Wir bekommen im Zentrum einen schönen Parkplatz, wie immer kostenlos. Chemainus ist eine Kleinstadt mit 4.000 Einwohnern. Die Stadt lebte früher vom Kohlebergbau. Als diese Quelle zu Ende ging, drohte der Ort zu einer Geisterstadt zu werden. Im Jahr 1982 kam ein Künstler auf die Idee, die Geschichte der Stadt auf die Häuserwände zu malen (Murals). Dies bescherte dem Ort einen Touristenboom. Heute sind die mehr als 60 Murals eine Attraktion und jedes Jahr kommen zum „Festival of Murals“ neue Fresken hinzu. Wenn man den gelben Fußtapfen folgt, kann man kein Gemälde versäumen. An unseren Parkplatz grenzt gleich ein großes Wasserrad, welches an die erste Sägemühle aus dem Jahr 1862 erinnert. Von hier aus geht es durch einen kleinen Park über mehrere Stufen in die Unterstadt. Diese grenzt an einen Hafen, der vor allem der Holzindustrie dient. Hier sind riesige Baumstämme und bereits zu Brettern verarbeitete Holzstapel zu sehen. In der Unterstadt folgen wir nun den gelben Tapsen und kommen an verschiedenen Fresken vorbei. Die viktorianischen Häuser sind alle sehr schön restauriert und vermitteln einen Eindruck der früheren Wohlhabenheit. Ab und zu werden wir von den Bewohnern gegrüßt und nett angesprochen. Da es Frühling ist, stehen die hübschen Vorgärten in voller Blütenpracht.

Wir kehren in die Oberstadt zurück und gehen durch die Geschäftsstraße und sehen uns die hübschen Läden an. Wir erreichen das Wandbild, das eine Gruppe von Ureinwohner zeigt.

Als ich das Bild betrachte, werde ich von einer Indianerin angesprochen, die mir erzählt, dass die Frau auf dem Bild ihre UR- ur-, Urgroßmutter ist. Die Ähnlichkeit ist auf jeden Fall vorhanden.  Wir unterhalten uns so gut wie es möglich ist und sie bietet uns eine Bett- und Breakfest Pension an. Da wir unser Wohnmobil haben, brauchen wir dies nicht und sie wünscht uns noch einen schönen Tag. Da es bereits Mittag ist, gehen wir zu dem griechischen Restaurant, das wir von unserem letzten Besuch kennen. Leider ist es kein griechisches Restaurant mehr, sondern mehr eine Gaststätte für Eishockeyfans der Red Socks. Wir bekommen aber trotzdem ein recht gutes Essen (Nudeln mit Käse, bzw. mit Gemüse) und die Bedienung fragt uns gleich, woher wir kommen.

Wir erkunden den Ort weiter und kommen an dem hübschen Theater vorbei. Das Haus mit den braunen Fußtapfen auf der gelben Tür gibt es ebenfalls noch. Nun gehen wir zurück zu unserem Wohnmobil.

Die Fahrt geht gegen 15:00 Uhr weiter in Richtung Nanaimo. Leider fehlt uns die Zeit, diesen interessanten Ort etwas näher anzusehen. Hier setzt der HW 1 auf das Festland über und wir fahren auf dem HW 19 weiter Richtung Norden. Die Straßen sind hier alle sehr gut ausgebaut und wir fahren an dicht besiedelten Gebieten vorbei. Dies ist die Urlaubsregion von Vancouver Island. Bei Parksville biegen wir dann auf den HW 4 ab in Richtung Port Alberni. Norbert hat nach dem guten Mittagessen mit der Müdigkeit zu kämpfen. Leider gibt es auf der ganzen Strecken keinen Parkplatz und so bemühe ich mich, ihn munter zu halten. Schließlich erreichen wir den MacMillan Provincial Park. Hier bekommen wir ganz am Rand einen schönen Parkplatz und wir kochen uns erst einmal einen schönen Kaffee. Nachdem wir uns gestärkt haben, schauen wir uns „Cathedrale Grove“ an. Dies ist ein erhalten gebliebener Urwald mit bis zu 800 Jahre alten Douglasien. Unser Spaziergang führt vorbei an bis zu 75m hohen und bis zu 10m dicken Bäumen vorbei, die bis jetzt jeden Waldbrand überstanden haben. Dieser Wald wird sich selbst überlassen. Es werden nur die angelegten Wege von umgestürzten Bäumen freigehalten. Viele Bäume sind mit grünen Pflanzen überwuchert, so dass sie teilweise ein recht bizarres und verwunschenes Bild abgeben. Dieser Wald ist immer wieder faszinierend. Gegenüber 2003 wurden noch zusätzliche Wege angelegt, so dass man den Wald noch besser erkunden kann.

Gegen 17:00 Uhr fahren wir weiter in Richtung Port Alberni, teils führt die Strecke durch dichte Wälder und zum Teil schlängelt sie sich bergauf und bergab. Nach etwa 16 km erreichen wir die Hafenstadt, die mitten auf Vancouver Island liegt und durch einen 50 km langen Fjord mit dem Pacific verbunden ist, der 1791 vom spanischen Kapitän Pedro Alberni erkundet wurde. Heute zählt die Stadt 20.000 Einwohner und lebt überwiegend vom Fischfang und der Holzindustrie. Zu dem Hafen können sogar Hochseeschiffe fahren. Ich habe für uns einen Campingplatz an diesem Fjord ausgesucht, der westlich des Ortes liegt. Wir durchfahren den Ort und biegen dann von dem Highway in eine Nebenstraße ein. Hier sind viele hübsche Wassergrundstücke zu sehen. Nur leider finden wir keinen Campingplatz, oder wir haben ihn übersehen. Da dies eine Einbahnstraße ist, müssten wir auf dem HW 4 zurück und nochmals diese Straße abfahren. Da es erst 17:30 Uhr ist, beschließen wir weiter bis Tofino zu fahren. Aus unseren Reisebüchern wissen wir, dass die Strecke durch den Pacific Rim National Park viel Zeit braucht. Aber da es lange hell ist, beschließen wir es doch noch in Angriff zu nehmen.

Unsere Fahrt führt noch mehrere Kilometer an dem Fjord entlang. Dann beginnt sich die Straße bergauf zu winden und es geht viele Kilometer durch den Wald und an Felsmassiven vorbei. Plötzlich sehen wir Autos am Straßenrand stehen. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass in diesem Fall meist ein Tier zu sehen ist. Wir halten also an und steigen aus. Mehrere Menschen stehen am gegenüberliegenden Straßenrand. Wir folgen ihrem Beispiel und können auf einer etwas tiefer gelegenen Wiese unseren ersten Schwarzbären auf dieser Fahrt sehen. Leider zeigt er sich nicht lange und verschwindet dann im Wald. Die Fahrt geht weiter bergauf und bergab, an Flüssen vorbei und zwischen Felsen hindurch. Etwa 10 km weiter wiederholt sich das Schauspiel. Dieses Mal sehen wir wieder einen Schwarzbären, der an einem Hang sein Abendmahl einnimmt. Der Abstand beträgt nur etwa 10m. Er lässt sich aber durch die vielen Fotografen überhaupt nicht stören. Es ist schon faszinierend diese Tiere in der Wildnis zu beobachten.

Wir fahren weiter und kommen an einen sehr großen See, den Kennedy Lake. Man kann denken, dass dies schon das Meer ist. Die Abendsonne spiegelt sich im See und es ist ein herrlicher Anblick. Dann erreichen wir die Stelle, an der sich die Straße trennt. Südlich führt die Straße nach Ucluelet, wir biegen aber nach Norden ab in Richtung Tofino. Die Straße verläuft geradeaus wie eine Berg- und Talbahn, auf beiden Seiten von dichtem Wald umgeben. Ich hatte gehofft, dass man einen Blick auf den Pazific bekommt. Dies ist leider nicht der Fall. Nur am Badestrand Long Beach bekommt man einen kurzen Blick aufs Meer.    

Gegen 19:30 Uhr kommen wir auf dem Campingplatz „Bella Pacific Resort“ bei Tofino an. Leider ist die Rezeption nicht mehr besetzt. Es steht aber ein Zettel an der Tür, welche Plätze noch frei sind, diese sind aber nur mit Strom. Es sind noch mehrere Camper da, die einen Platz suchen. Wir fahren los und versuchen den Platz zu finden. Wir finden dann einen Stellplatz am Rande des Waldes. Dieser ist sogar mit Full-Huck-up. Wir fragen unseren Nachbarn, ob dieser Platz reserviert ist. Dieser versteht uns leider nicht und geht zu seinem anderen Nachbarn. Es stellt sich heraus, dass dies ein Deutscher ist. Er erklärt uns, dass an der Rezeption eine Liste aushängt, auf der alle bereits vergebenen und reservierten Plätze verzeichnet sind. Er begleitet mich und wir sehen, dass unser Platz nicht mit angegeben ist. Als schließen wir unser Wohnmobil an. Nun machen wir uns erst einmal richtig bekannt. Unsere kanadischen Nachbarn sind Jane und Jim aus Kamloops und die Deutschen sind Thomas und Claudia aus München. Thomas spricht sehr gut englisch. Damit wird unsere Unterhaltung gleich viel interessanter. Jane und Jim laden uns alle vier gleich zu einem Glas Wein ein. Zuvor gehen Norbert und ich erst einmal zum Strand, um den Sonnenuntergang zu genießen und einige unvergessliche Aufnahmen zu machen. Es herrscht gerade Ebbe.

Anschließend holen wir das erste Mal unsere Campingstühle hervor, die wir auf diese Weise gleich einmal einweihen können. So verbringen wir einen sehr netten und interessanten Abend.

Gegen 23:15 Uhr lösen wir auf Grund der zunehmenden Kälte unsere Runde auf. Heute sind wir 323 km.

Campingplatz: Bella Pacifica - Tofino

 

Liebe Grüsse

Christine
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Chris
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25.05.2009 Montag

Tofino  0 km

Wir stehen heute um 7:30 Uhr auf und stellen fest, dass es der erste Morgen ist, an dem keine Sonne scheint. Der Himmel zeigt sich im einheitlichen Grau. Um 9:00 Uhr meldet Norbert uns an der Rezeption an. Wir haben Glück und können noch eine Nacht auf diesem Platz bleiben. Gegen 10:00 Uhr verabschieden wir Thomas und Claudia, die an diesem Tag von Nanaimo aufs Festland übersetzen wollen. Wir tauschen die Adressen aus, um uns später von unseren Erfahrungen zu berichten. Danach gehen wir zu Fuß (etwa 4 km) nach Tofino. Wir wollen heute unbedingt Toilettenchemikalien kaufen. Norbert hat sich schon an der Rezeption informiert und wir hoffen, dass wir den Laden finden. Der Weg führt zuerst neben der Straße entlang. Danach kommen die ersten Häuser in Sicht. Von vielen Häusern sieht man nur die Einfahrt. Sie sind meistens im Wald versteckt. Tofino ist ein kleines Fischerdorf mit etwa 1.700 Einwohnern. Im Sommer kommen aber etwa doppelt so viele Touristen. Es werden hier viele Freizeitaktivitäten geboten. Neben den Walbeobachtungstouren kann man Bootsfahrten zu den knapp 50° Grad heißen Quellen von Hot Springs Cove unternehmen. Tauchen und Rundflüge sind ebenfalls interessante Beschäftigungen. Leider liegt Tofino nicht so geschützt wie Victoria und es regnet an vielen Tagen im Jahr.

Langsam kommen wir in den Ort und erreichen die ersten Stationen, die Walbeobachtungstouren anbieten. Claudia und Thomas waren auf einer Walbeobachtungstour und es hat ihnen ganz toll gefallen. Wir sind eigentlich auch sehr interessiert, uns dieses Schauspiel anzusehen. Doch zuerst wollen wir den Laden aufsuchen, in dem wir uns das fehlende Zubehör kaufen können. Wir finden ihn bald und es gibt viele nützliche Dinge, die wir in unserem Wohnmobil noch gebrauchen können. Nachdem wir bezahlt haben, merken wir, dass es stark angefangen hat zu regnen. Leider haben wir keinen Schirm dabei und so gehen wir zurück und kaufen uns noch einen für den Heimweg. Nun hat sich die Walbeobachtungstour erledigt, denn  bei strömenden Regen macht dies keinen großen Spaß. Unterwegs treffen wir noch Jane, die mit ihrem Fahrrad noch einiges erledigt. Wir gehen dann den langen Weg mit einem Schirm zurück. Das Wasser steht zum Teil auf der Straße und wir werden richtig nass. Der Weg zieht sich endlos hin und wir sind froh, als wir endlich wieder in unserem Wohnmobil angekommen sind. Zuerst nehmen wir eine heiße Dusche und trinken einen heißen Kaffee. Die Flut hat inzwischen eingesetzt und das Meer ist grau und sehr aufgewühlt. Also verbringen wir den Nachmittag gemütlich in unserem Heim.

Später klopft es an unsere Tür. Vor uns steht ein junger Kanadier, der unseren Platz haben möchte. Wir sagen ihm, dass wir hier zu recht stehen. Er geht zur Rezeption und steht eine halbe Stunde wieder vor unserer Tür. Wir zeigen ihm unseren Beleg und nun akzeptiert er, dass wir hier richtig stehen. Die Rezeption hatte den Platz wohl zweimal vergeben. Den restlichen Nachmittag spielen wir Rommé und „Mensch ärgere Dich nicht“.

Es regnet und regnet und will gar nicht aufhören. Abends trinken wir noch eine heiße Zitrone und hoffen, dass wir uns keine Erkältung eingefangen haben. Da wir noch vom Vortag recht müde sind, gehen wir zeitig schlafen.

Liebe Grüsse

Christine
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Chris
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26.05.2009 Dienstag

Tofino  -  Squamish  203 km

Gut ausgeschlafen, stehen wir bereits um 7:00 Uhr auf. Wir trauen unseren Augen nicht, aber es regnet nicht mehr. Wir frühstücken und gehen noch mal zum Strand. Danach verabschieden wir Jane und Jim. Sie wollen heute ebenfalls aufs Festland übersetzen. Wir fahren erst nach Tofino, um zu tanken. Inzwischen ist die Sonne herausgekommen. Wir fahren nun den Weg über das Küstengebirge zurück. Es geht wieder vorbei am Kennedy Lake, der dieses Mal am Vormittag wieder ein ganz anderes Aussehen hat.

Dann sehen wir auf der rechten Seite einen Schwarzbären. Dieser ist aber recht flink und rennt den Berg hinauf. Leider können wir nicht anhalten, um ihn zu fotografieren. Dann erreichen wir Port Alberni. Da wir heute noch aufs Festland übersetzten wollen, bleibt uns leider keine Zeit, uns diesen interessanten Ort etwas näher anzusehen. Nachdem wir das Gebirge überquert haben ist wieder das schönste Sommerwetter. Am Cathedral Crow, dem Urwald machen wir eine kurze Rast, um etwas zu essen. Wieder bewundern wir die herrlichen Bäume. Dann fahren wir weiter bis Nanaimo. Den Fährhafen finden wir sehr gut. Die Auffahrt zum Terminal ist durch Bauarbeiten etwas unübersichtlich und wir fahren einem Bus hinterher, da wir ja sowieso zu den großen Fahrzeugen müssen. Leider ist dies nur ein Linienbus, der die Fußgänger zur Fähre bringt. Also heißt dies für uns, noch eine Runde fahren und den Eingang zum Terminal finden. Dies gelingt uns im zweiten Anlauf. Wir halten an dem Kassenhäuschen. Die Kassiererin kommt und misst unser Fahrzeug aus. Wir bezahlen wieder mit Kreditkarte und schauen auf den Beleg, um die Spur zu finden, die auf dem Beleg angegeben ist. Dabei stellen wir fest, dass wir für 32 Fuß bezahlt haben, obwohl unser Mobil nur 30 Fuß lang ist. Betrug lauert eben überall. Unsere Fähre fährt erst 15:00 Uhr und wir haben noch etwa eine halbe Stunde Zeit. Norbert dreht inzwischen den Gashahn zu, dies ist Vorschrift auf der Fähre. Während des Wartens kommt ein älteres Ehepaar vorbei und spricht uns an. Sie fragen wie immer, woher wir kommen und wohin wir fahren. Sie erzählen uns, dass sie aus Oregon kommen und nach Alaska fahren. Es ist immer wieder schön, so spontane Unterhaltungen zu führen und dabei interessante Menschen kennen zu lernen.

Nun beginnt unsere Verladung und wir werden auf die Fähre eingewiesen. Wir stehen dieses Mal ganz vorn an der Seite. Danach begeben wir uns aufs Deck, um das Auslaufen des Schiffes zu beobachten. Es heißt auch Abschied nehmen von dieser schönen Insel. Die Sonne scheint inzwischen von einem herrlich blauen Himmel und es sind mindestens 25° C. Einige Passagiere nehmen schon ein Sonnenbad. Wir schlendern über das Schiff und schauen uns alles interessiert an. Wir begegnen wieder dem netten Ehepaar aus Oregon, die mit ihren Freunden ebenfalls die Sonne genießen. Der Mann ruft uns gleich zu „Hallo meine Freunde aus Berlin“. Wir scherzen noch ein wenig und verabschieden uns dann.

Unsere Fahrt dauert wieder knapp zwei Stunden. Diese Strecke führt dieses Mal nicht durch die schöne Inselwelt wie auf der Hinfahrt. In der Ferne können wir dann aber die Silhouette der Hochhäuser von Vancouver sehen.

Wir legen in Horseshoe Bay nördlich von Vancouver an. Das Entladen geht wieder sehr zügig. Wir müssen nur aufpassen, dass wir gleich die Abfahrt nach Squamish finden. Unsere Sorge ist unbegründet, denn die Beschilderung ist sehr gut. Nun biegen wir nach Norden ab und befahren eine sehr gut ausgebaute vierspurige Straße. Diese neue Straße ist bereits für die Winterolympiade 2010 gebaut. Sie führt von Vancouver nach Whistler und zu dem Olympiapark mit den Sprungschanzen. Diese wollen wir dann morgen besuchen. Die Straße führt immer an dem Howe Sound entlang, einem Meeresarm, der sich bis nach Squamish erstreckt. Bald kommen wir zu längeren Baustellen und die Verkehrsführung ist nicht so leicht zu erkennen.

An den Shannon Falls machen wir einen kurzen Halt. Hier müssen wir einen Dollar Parkgebühren bezahlen. Dies ist in Kanada wirklich eine Ausnahme. Dieser Wasserfall ist der zweithöchste in Kanada und stürzt über mehrere Stufen 335 m in die Tiefe. Wir sehen uns den Wasserfall von verschiedenen Aussichtspunkten an und er ist sehr beeindruckend.

Nach diesem kurzen Stopp geht es weiter nach Squamish. Ich hole wieder meine ausgedruckten Karten heraus, um den Weg zu dem Campingplatz Eagle Vista zu finden. Wir nehmen die richtige Abfahrt und auch die richtigen Straßen, aber trotzdem finden wir ihn nicht gleich. Er ist etwas versteckt und wir müssen suchen. Schließlich finden wir die Einfahrt und begeben uns zu Rezeption. Der Platz wird von einen netten Ehepaar geführt und wir bekommen einen schönen Platz zugewiesen. Es ist bereits 18:30 Uhr und wir schließen unser Wohnmobil an. Der Platz liegt schön ruhig und im Grünen. Die Sanitäranlagen sind sehr sauber und gut ausgestattet. Es gibt hier ebenfalls, wie auf verschiedenen anderen Plätzen einen Zahlencode als Zugang.

Um 19:30 Uhr essen wir Abendbrot und lassen wieder einen erlebnisreichen Tag ausklingen. Heute sind wir 203 km gefahren. 

Campingplatz: Eagle Vista - Squamish

Liebe Grüsse

Christine
Scout Womo-Abenteuer.de