Seit Tagen verfolgen wir mindestens 5 Wetterseiten. Bisher war es so: 5 Apps = 5 verschiedene Wetterangaben.
Für heute sind sich allerdings ALLE Wetterseiten und Apps schon sehr Tagen einig: Unwetter!
Bereits gestern Abend flatterten die ersten Unwetterwarnungen auf meinem Bildschirm. Warnung vor Starkregen, Gewitter und Sturm. Ich wusste nicht, dass mein Google Wetter eine Regenwolke mit mehr als 3 Regentropfen hat - morgen soll die Wolke mit den 5 Regentropfen kommen 😱
Jedenfalls haben wir schon das Worst Case Szenario ausgemalt: alle geplanten Stopps morgen streichen und irgendwie die Regenfront bezwingen.
Um 5:00 werde ich wach, da der Regen wie Steine auf das Womo prasselt. Der Regen hält bis 9 Uhr an, danach wird es ruhiger.
Wir verlassen den Campground, nachdem die Groundhog Familie unter dem RV ins Gebüsch gerannt ist, als wir die Schläuche lösen wollten. Die Kerlchen hatten wohl keine Lust, nass zu werden.
Aktuell hat der Regen aufgehört, es ist trüb mit etwas Nieselregen, aber weit von der Weltuntergangsvorhersage entfernt.
Die geplanten Stopps an Beach und Lighthouse lassen wir ausfallen und fahren direkt weiter zu den Hopewell Rocks. Hier waren wir vor 10 Jahren mit den Kindern schon - da war das Wetter ähnlich. Zwar regnete es nicht, aber es war "grau und kühl". Tja ,die Chance auf schönes Wetter an den Rocks bekommen wir wohl mit mehr. Wie es der Zufall will, sind wir zur Ebbe hier, der Meeresboden ist seit 9 Uhr für Besucher geöffnet und ab 11 Uhr komplett - es ist 10:45 💪🏼
Alles sieht hier viel größer aus als damals. Der Parkplatz, das Visitor Center (gab's das 2016 schon??), auch an den knapp 1 km langen Waleg durch den Wald zum Abstieg zu den Flowerpots erinnere ich mich nicht mehr (verdrängt 🤣).
Auch den Bereich auf dem Meeresboden hatten wir nicht so groß in Erinnerung 😯
Wir erinnern uns an bestimmte Felsformationen und erkennen, dass es hier in den letzten 10 Jahren den ein oder anderen Felssturz gegeben hat. Viele Bereiche sich abgesperrt und nicht mehr zugänglich, was dem ganzen Abenteuer , zwischen oder um die Flowerpots zu laufen, keinen Abbruch tut. Heutige Tidenhöhe bei Flut sind 11 Meter, was sogar unterdurchschnittlich hoch ist. Der Durchschnitt liegt bei 12,5 m.
Bei Flut sehen wir die Rocks jetzt nicht mehr (das Ticket gilt immer für zwei Tage, damit man Ebbe und Flut anschaue kann), aber das haben wir ja schon 2010 gesehen.
Ebbe ist spannender 😁

Es nieselt etwas, aber sonst haben wir echt Glück mit dem Wetter. Vor allem ist es schwül!!! Wir fühlen uns wie in einer Waschküche und kommen, als der Regen einsetzt, nassgeschwitzt zurück zum Womo. Luftfeuchtigkeit 100% 😜🥵
Also umziehen, frisch machen und weiter geht's.
Wir sind jedenfalls echt froh, die Hopewell Rocks ein zweites Mal besucht zu haben. Da steckten heute eine Menge Erinnerungen in den Felsen ❣️
Als wir nach 2 Stunden vom Parkplatz rollen,ist dieser rammelvoll. Schlechtes Wetter hält hier also niemanden von einem Besuch ab.
Wir fahren Richtung Moncton, wo wir sowieso unsere Vorräte aufstocken wollen. Kurz vor Moncton, auf der anderen Seite des "Chocolate Rivers", sehen wir am Straßenrand einen kleinen Park mit überdachtem Picknicktisch. Es regnet zwar, ist aber warm. Hier kochen wir Mittagessen und genießen unsere Pasta mit Blick auf den "Chocolate River" (weil die Farbe des Flusses die Farbe von Kakao hat).
In Moncton machen wir einen Abstecher zum Canadian Dollar Store (Dollarama ist aber besser), Tanken (1,84 / L / 120l getankt) und fahren dann weiter zu Walmart.
Nach dem Einkaufen geht es weiter Richtung Confederation Bridge. Es regnet immer Mal wieder, aber nicht sehr stark und wir erwischen immer wieder größer Regenlücken.
Vor der Confederation Bridge stoppen wir am Cap Jourimain, wo man an mehreren Aussichtspunkten einen schönen Blick auf die Brücke hat.
Leider gibt's hier Mücken - und die Plagegeister toben sich in den 15 Minuten, die wir hier sind, voll aus (zumindest an mir 😡). Mit Foto der Brücke und etwa einer Handvoll Mückenstiche im Gepäck, gehts zurück zum Camper und los über die Bridge.
Wir fahren quer durchs Meer (zumindest laut Navi) ![]()
Auf die Tage auf PEI freue ich mich schon besonders. Auch hier waren wir vor 10 Jahren und hatten wundervolle Tage mit den Kids...
Allerdings wird der große Unterschied dieses Mal das Wetter sein. Damals Sonne satt und Badewetter. Naja, solange der Regen aufhört, bin ich happy.
PEI flasht uns aufs Neue mit seinen unfassbaren Farben! Noch nie haben wir so viele verschiedene Grüntöne gesehen, die rote Erde, die Kartoffelfelder ....toll!
Heutiger Übernachtungsort ist (wieder) der Cavendish Campground im Prince Edward Island NP. Ich hatte vorab schon in anderen Reiseberichten gelesen, dass der Campground zwei Tropenstürmen/Hurrikans zum Opfer fiel, dass es aber sooo schlimm ist, hätte ich nicht gedacht: damals waren hier riesige Wälder, fast alle Sites lagen im Wald, jetzt gibt es hier überwucherte Freifläche - Gras, Blumen, Büsche und wenige junge Bäumchen - kaum noch Sichtschutz zum Nachbarn und man fühlt sich wie beim Apokalypse Camping, da das Meiste des Totholzes einfach liegen gelassen wurde.
Meine Internetrecherche ergibt, dass im September 2019 Hurrikan Dorian hier wütete, verheerender war aber danach im Jahre 2022 Hurrikan Fiona, der als einer der stärksten und zerstörerischsten Stürme in der Geschichte Atlantik-Kanadas gilt. Der Sturm führte zu beispiellosen Küstenerosionen, zerstörten Dünenlandschaften und tagelangen flächendeckenden Stromausfällen auf der gesamten Insel. Wahnsinn! Kein Wunder, dass hier kaum noch ein Baum steht ...
Wir haben im C Loop die Site 48 ergattert. Vor 10 Jahren standen wir wir im B Loop ganz ganz nah zum Strandabgang, aber hier sind nun nahezu alle Bäume weg und man hat auch kaum Büsche, war uns außerdem zu nah an der CG Straße. Der Campground ist übrigens FULL.
Der Weg zum Strand ist von hieraus sehr kurz, das war ausschlaggebend für die Siteauswahl. Meine Wunschplätze waren beim sekundengenauen Klick im Februar schon alle weg. Krass...
Wir laufen zum Strand runter und machen einen ausgiebigen Spaziergang entlang der Dünen und versuchen unser Glück abends mit einem Lagerfeuer. Da der Wind von allen Seiten kommt, ist das ein erhöhter Schwierigkeitsgrad 😅
Für die Statistik:
Gefahren: 250 km
Gelaufen: 17.267 Schritte
Wetter: Regen und Wolken im Wechsel, aber das angesagte Unwetter blieb aus
Unterkunft: Cavendish CG, Site C48 (41,50 CAD, Wasser&Strom)
Weitere Bilder und Videos im Blog:
Mittagessen am Chocolate River
Cap Jourimain / Confederation Bridge
Prince Edward Island NP & Cavendish CG



































