Gegen 7:45 werde ich wach. Es klingt, als ob ein Schnellboot auf mein Bett zugeschossen kommt? Dann wird das Geräusch lauter und ich identifiziere es als Flugzeug. Richtig, hier war ja bei der Ankunft ein Flughafen ausgeschildert.
Der Blick auf Flightradar bestätigt: eine kleine zweimotorige Turboprop (Saab 340) hat gerade Richtung Quebec abgehoben.
Mir war komplett entgangen, dass es auf der Insel einen Flughafen gibt???
Nach dem Frühstück dumpen wir noch und stellen entsetzt fest, dass direkt neben der Dumpstation die Sites losgehen. Es ist uns super peinlich, 1 m neben dem Frühstück einer Familie den "Kackeschlauch" anzuschließen 🙈
Finde ich frech, so einen Site dann für teures Geld zu vermieten...
Wir fahren auf den Parkplatz oberhalb der Klippen, wo wir gestern die Höhlen gesehen haben. Es ist Ebbe, das Wasser steht niedriger als gestern. Zwischen den Felsen gibt es einen Abgang an den Strand. Man kommt so an die ersten Höhlen heran, für die weiteren Buchten muss man durchs flache Wasser um die Felsen herum laufen. Der Gatte mag seine Turnschuhe und Socken nicht ausziehen, den ersten Felsen kann er nicht erklettern, um in die nächste Bucht zu kommen, ich hab Flip Flops an - also einfach durchs Wasser 😜 Ihm entgeht was.
Zurück auf dem Parkplatz entdecken wir einen VW Bulli mit DEUTSCHEM Kennzeichen!! Und noch viel besser: "unserem" Heimatkennzeichen: MTK (Main Taunus Kreis). Das gibt's ja nicht! Der Gatte ruft mal "Hallo, guten Morgen" in die offene Tür und ein älterer Herr steigt aus. Er entpuppt sich als Franco- Kanadier aus Québec, der vor vielen Jahren seinen Bulli von Deutschen gekauft hat. Das Nummer Schild fand er witzig und hätte es einfach dran gelassen (in Québec haben die Fahrzeuge wohl nur hinten ein Nummernschild. Wie witzig. Wir unterhalten uns kurz, er lernt "Main Taunus Kreis" zu sprechen und will die Bedeutung wissen. Wie witzig ist das denn?
Weiter geht es auf der Nordinsel ein paar km zurück, da wir bei der Käserei "Fromagerie du Pied-De-Vent" halten wollen. Im Verkaufsraum kann man sich auf Plakaten und Bildern über die Käseherstellung informieren, durch eine Glasscheibe sieht man direkt in die "Käse-Werkstatt", die heute allerdings nichts produziert.
Wir kaufen 2 Sorten Käse und ein Baguette - Mittagessen ist gesichert - dann noch ein kurzer Abstecher zu den Kühen gegenüber und weiter geht's in den Norden. Als wir von den Kühen zurück zum Camper laufen, ist der Parkplatz der Käserei übrigens rammelvoll.
An der Lagune Quatrieme Ilet stoppen wir kurz und finden große Schneckenmuscheln, sonst ist es aber eher schlickig und nicht so schön.
Wir erkunden den Sandstrand entlang der Dune du Nord. Ein riesiger weißer Sandstrand mit glasklarem Wasser. Der Strand ist schon gut besucht, es ist Wochenende und wir bekommen gerade noch einen Platz mit dem RV auf dem kleinen Parkplatz.
Ein Stück weiter ist ein kleiner Hafen, Quai de Pointe-aux-Loups. Nicht wirklich sehenswert, aber links davon hat man einen schönen Blick auf die rote Felsküste und die Düne.

Ein weiterer Dünenstrand ist der Plage de la Pointe-aux-Loups an der Dune du Nord. Auch hier weißer Strand und Sandbänke im Meer. Das sieht wirklich so schön aus 🤩 Das Wasser ist kalt - ich schätze mal, so um die 15-16 Grad vielleicht. Die Kandier praktizieren hier den Sport des "Wassertretens", wir würden es wohl "Kneipp" nennen. Sie laufen in Badesachen auf den Sandbänken herum, achten aber meist penibel darauf, nicht mit dem Hintern ins Wasser zu kommen. Dann stehen sie im Wasser, unterhalten sich, werfen sich Bälle zu und ganz vereinzelt traut sich dann auch mal eine Person in die kühlen Fluten (meist Kinder 😜). Ich passe ich an und laufe über die Sandbänke durch das glasklare Wasser - bis zu den Knien. So toll!

Auf der Insel gibt es zwei Windräder, eins dreht sich, das andere steht. Wir sehen von Weitem, dass sich am Rad zwei Arbeiter befinden. Auf dem Parkplatz davor halten wir kurz, die Arbeiter winken mir zu und ich schieße ein Foto. Krasser Job, da am Flügel zu hängen...
Wir sind nun auf der "Grosse Ile Nord". Auf der Suche nach einem netten Spot fürs Mittagessen, fahren wir zu "La pointe Old Harry", wo man tolle Ausblicke auf die Küste hat und den weißen Sandstrand gegenüber "La Plage de la Grande-Échouerie" sieht .

Wir entdecken außerdem eine wunderschöne windgeschützte Bucht mit Karibik Flair direkt unterhalb der Klippe am Old Harry Point.
Der Gatte nimmt sich vor, nach dem Essen dort schwimmen zu gehen. Na, ich bin gespannt. Mein großer Zeh schätzt die Temperatur auf 16-17 Grad??? 😅
Nachdem wir die Klippe und den Strand erkundet haben, essen wir im WoMo zu MIttag. Der Käse aus der Fromagerie und das Baguette dazu schmecken super! War echt eine mega Idee, den Umweg zur Fromagerie heute Morgen noch zu fahren - hat sich gelohnt!

Nach dem Essen macht der Gatte Ernst und zieht die Badehose an. In der Bucht unten wird steigt gerade eine Geburtstagsparty und ca 10 Kinder sind schon mit Stand-up Paddle im Wasser. Jetzt nur nicht blamieren 😂
Während ich nur bis zu den Knien ins Wasser gehe, schafft es der Gatte tatsächlich komplett ins Meer - wenn auch ein kurzweiliges Vergnügen, aber das Meer sieht so toll aus, da muss er mehrfach kurz reinspringen. (Die Betonung liegt auf "kurz" 😂).
Nach der Erfrischung fahren wir bis zum Quai de Grande-Entrée, dem letzen Zipfel der Nordinsel, einem kleinen Hafen.
Viel zu sehen gibt es hier nicht, daher testen wir die Straße zum nächsten Stand "Plage de la Pointe" - Schotterpiste und sehr kleiner Parkplatz. Mit wirklich auf RV ausgelegt.
Eine Gruppe Kanuten ist hier in der Bucht unterwegs, der Strand ist allerdings der ekligste, den wir bisher gesehen haben. Hier hat sich der Müll von alten Fischernetzen gesammelt, überall stinkendes Seegras. Wir wollen gerade umkehren, da sehen wir einen Pfad entlang der Klippen am Ende des Strandes. Wir laufen den Pfad bis auf die Klippe rauf und werden mit tollen Ausblicken belohnt. Es gibt Felsentore und einen echt spooky aussehenden Felsen - in meinen Augen ein Totenkopf - aber schaut selbst.
Und???? Spooky, oder? Ich sehe einen Totenschädel...![]()

Als es Richtung Wald und weg von der Klippe geht, drehen wir um.
Hat sich aber auf jeden Fall gelohnt!
Zurück am Parkplatz kommt uns eine Gruppe in Neoprenanzügen und Helmen entgegen. Sieht aus wie Rafting!? ich finde später im Internet heraus, dass man auf den "Maddies" gerne im Meer zwischen den Höhlen und Klippen herumklettert und schwimmt... Ok, mal was anderes.
Nächster Stopp ist der Plage du Bassin Ouest, auch kein schöner Strand, aber das Highlight wartet links und rechts der steinigen Bucht, der Wanderweg "Sentier de randonnée sur l'Ile boudreau". Links vom Strand erreicht man ein riesiges rotes Felsplateau. Man fühlt sich wie auf dem Mars.
Von hier hat man spektakuläre Ausblicke auf die Küste und die Farben! Wir sind echt geflasht von dem Farbenspiel aus roter Klippe, blauem Meer und grünen Wiesen. Das sieht so toll aus!
Der Trail führt sie ganze Küste entlang bis zu den Dünen. Wir kehren nach einer Weile um und laufen mich kurz den Trail rechts vom Strand, wo sich wieder ein Felsentor befindet, dann gehts zurück zum WoMo. Es ist ziemlich warm und wir haben Durst!
Mittlerweile ist es 16 Uhr und wir verlassen die Nordinsel und fahren die gesamte Strecke zurück Richtung "Mitte", mach Cap aux Meules, wo sich unser Campground für die nächsten 3 Nächste befindet. Auf dem Rückweg fehlt der Wind vom Vormittag fast komplett. Die Lagune ist spiegelglatt. Auch das Meer ist nahezu ohne Wellen.
Was uns auffällt: mitten in den Dünen, auf teils unbefestigten Wegen, stehen immer wieder mehrere Camper und scheinen "wild" zu campen. Teilweise sind es richtige "Trailerstädte". Im Internet hatte ich gelesen, dass wildes Campen auf den Magdaleneninseln streng verboten ist....hm...scheint sich nicht jeder dran zu halten.
Die Arbeiter hängen übrigens immer noch am Windrad, als wir vorbeifahren.
Der Campground "Parc de Gros Cap" liegt auf der Hauptinsel „Île du Cap aux Meules“, idyllisch auf einem Felsen. Die Campsites haben fast alle einen Blick aufs Meer. Er verfügt außerdem über einen eigenen Strand, Kajakverleih, E Bike Rental, Yogakurse und vieles mehr.
Heute habe ich den letzten Platz auf der Sunset Klippe mit Wasser/Strom ergattert, die nächsten 2 Tage stehen wir dann auf anderen "unserviced" Plätzen.
Mit Lagerfeuer und Sonnenuntergang lassen wir den Tag ausklingen. Wir sind schockverliebt in die "Maddies", obwohl ich mich Frage, wer sie so nennt. Englisch hört man hier gar nicht, alles ist "Französisch".
Auf jeden Nummernschild steht Quebec. Europäer haben sich wohl noch nicht so oft hierher verirrt, denn immer, wenn man hört, dass wir aus Deutschland kommen, folgt Sprachlosigkeit und Erstaunen 🤭
Für die Statistik:
Gefahren: 130 km
Gelaufen: 18.287 Schritte
Wetter: Sonne satt, 23 Grad
Unterkunft: Parc de Gros Cap, Site 40 (65 CAD / Wasser&Strom)
Mehr Bilder und Videos im Blog:
Les Îles de la Madeleines - Die Red Caves
Nordinsel - Fromagerie du Pied-De-Vent
Nordinsel - Entlang der Dune du Nord
Nordinsel - La pointe Old Harry & Plage
Les Îles-de-la-Madeleine - Plage de la Pointe
Nordinsel - Plage du Bassin Ouest & Küstentrail
































































