Tatsächlich verschlafen wir heute bzw schlafen richtig lang. Um 9 Uhr stehen wir auf - das Kajakfahren steckt uns doch in den Knochen - um 10 Uhr verlassen wir den Jeremys Bay CG. Auf dem See ist es windstill - grumml - dazu sonnig bewölkt bei 22 Grad.
Die Fahrt aus dem Keji NP raus Richtung Liverpool ist unspektakulär, windig und stark bewölkt.
Kurz vor 11 ertönt ein schriller Warnton aus dem Handy!? Klingt wie der Warnton bei der Wanrapp NINA in Deutschland, wo alle Handys summten/klingelten. Es ertönt danach eine Ansage auf Englisch und Französisch über das Navi (wir haben das Handy ja mit dem Auto gekoppelt), hören es aber kaum. Ich höre nur "Call 9-1-1".
Erster Gedanke: Tsunami? Angriff? Chemieunfall??? An was man halt so denkt...🤣
Nächster Blick geht auf die Reifenanzeige. 2024 hatten wir einen Platten, da kam aber ein anderes Warnzeichen samt Ton. Auf dem Handy lese ich dann die "Warnmeldung", dass ein 82 Jähriger Mann vermisst wird. Krass....wir sind beruhigt, nachdem wir uns echt erschrocken haben. Hoffen wir, dass der Mann gefunden wird.
Erster Stopp heute: Summerville Beach. Es war etwas riskant, bei der Planung einen "Strandtag" einzuplanen, aber das Wetter scheint mitzuspielen. Es ist trocken und mit Glück sehen wir heute auch noch Mal die Sonne. Wir laufen den Strand ab bis zur Flussmündung und zurück. Es ist schwülwarm, zwischendurch kommt die Sonne mal raus.
Kurz vor 13 Uhr erreichen wir den Parkplatz vom Carters Beach, unserem nächsten Stopp. Wir waren vor 10 Jahren schon mal hier (siehe Reisebericht von 2016) , da gab es keinen Parkplatz , nur eine Stichstraße ohne Wendemöglichkeit. Damals haben wir an der Straße geparkt und unseren RV apäter rückwärts wieder rausgefahren. Mittlerweile gibt es direkt am Strand einem Parkplatz (nur eine Handvoll Plätze), die laut Schild zum Be- und Entladen genutzt werden sollen. Ein Stück weiter im Wald gibt es einen neu angelegten größeren Parkplatz, der über einen etwa 300m langen Weg mit dem anderen Parkplatz verbunden ist.
Es ist warm, aber bewölkt. Wir marschieren mit Knabberzeug, Getränken und Campingstühlen an den Strand. Es ist noch ablaufende Flur, man kommt derzeit nur zum 2. und 3. Strand, wenn man während der Flussdurchquerung bis zur Hüfte im Wasser stehen will. Wir chillen eine Weile, laufen etwas den ersten Stand entlang und warten, bis die einsetzende Ebbe den Weg über die Sandbänke freigibt. Als wir später das Flussbett durchqueren, stehe wir ca knietief im Wasser. Das Wasser ist im Gegensatz zum Meer angenehm warm. Während wir zur letzten Bucht laufen, kommt die Sonne raus und es wird heiß! Ohne Sonne zeigte mein Taschenthermometer+24,5 Grad im Schatten mit kühlem Wind, nun sind es satte +32,7 Grad. Wir schwitzen und triefen - unfassbar - und ich kühle zumindest die Füße im eiskalten Wasser. Es ist mir ein Rätsel, wie die Kanadier darin schwimmen gehen können. Meine Beine schmerzen schon nach 5 Sekunden im angeblich 12 Grad kalten Wasser. Baden ist hier echt was für Hartgesottene. Wir laufen langsam am Strand entlang zurück und genießen den Strand. Es ist nicht viel los, das Wasser sieht aus wie in der Karibik, türkisblau mit weißem Sand - einfach toll! 2016 hatten wir genau das gleiche Wetter, allerdings waren wir über 4 Wochen später hier, da war das Meer gefühlt 5 Grad wärmer.
Gegen 16 Uhr wird es - wer hätte gedacht, dass wir mal so etwas sagen - zu heiß in der Sonne Ost-Kanadas und wir verlassen den Strand.
Letzter Stopp ist der The Islands Provincial Park, wo wir heute übernachten. Der Park ist klein, der Campground ebenfalls, die Camphost Lady zwinkert uns zu, dass man sich hier nicht velaufen könne. Wir beziehen unsere gebuchte Site 7, eine echt tolle Site. Direkt am Fluss! So nah haben wir noch nie am Wasser gestanden. Gefällt uns richtig gut. Hinter uns am Waldrand gibt es noch 2 Sites, wo je zwei Familien mit Auto und Zelt stehen. Ein Pärchen im Kleinwagen bezieht kurz vor Sonnenuntergang die Site gegenüber von uns am Fluss (jedoch ist diese deutlich kleiner und zugewachsen).
Direkt an unserer Site befindet sich ein kleiner Steinstrand. Als wir ankommen, begrüßen uns sofort neugierige Enten.
Wir kaufen um 19 Uhr ein Bündel Feuerholz für 5CAD, was uns die Campground Dame mit dem Golfbuggy vorbei bringt. Das ist Mal ein Service 😁
Wir grillen wieder Burger mit Kartoffeln, Marshmallows, werden erneut von den sehr neugierigen Enten (9 an der Zahl) besucht, die sich schwimmend mittlerweile fast auf einer Höhe mit dem Lagrfeuer befinden - durch die Flut ist der kleine Strand komplett verschwunden und das Wasser reiht bis zur Kante unserer Campsite. Das haben wir im Dunklen gar nicht mitbekommen...
Wir bewundern bis Mitternacht den Sternenhimmel. Es ist abends um 22 Uhr immer noch 21 Grad warm. Wahnsinn!!
Fun Fact: hinter unserer Site geht der Weg vorbei am Bachlauf, der in den Fluss fließt. Man kommt über den Weg zur Toilette und am Fluss entlang zur nächsten Campsite. Bei höchster Flut ist der Weg allerdings komplett überflutet und man steht knietief im Wasser, wenn man zur Pit-Toilette will (das laute Fluchen unserer Zeltnachbarn war unüberhörbar
....ups.)
Einzig der Familienvater gegenüber ist etwas "strange". Abgesehen davon, dass er einen Joint nach dem anderen raucht (Cannabis ist hier legal), macht er später auf seiner Site am Waldrand ein echtes Höllenfeuer, dass die Funken locker 7-8 Meter in die Luft fliegen - am Wald wohlbemerkt. Er stiefelt immer wieder in den Wald, holt Äste und feuert sein Feuer weiter an...
Als wir schon im Bett sind, weist der Sitenachbar ihn auf die Waldbrandgefahr hin - er kommentiert das mit mehreren lautstarken "Fuck you" 😳 Zumindest sehe ich aus Fenster, dass sein Höllenfeuer nun langsam ausgeht 🙏🏼
Für die Statistik:
Gefahren: 158 km
Gelaufen: 14.908
Wetter: bewölkt, später Sonne 24-33 Grad
Unterkunft: The Islands PP, Site 7 (35 CAD, unserviced)
Weitere Bilder und Videos im Blog:
Bye Keji NP und ein Schreckmoment
Summerville Beach Provincial Park
Abstecher in die Karibik - Carters Beach






















