Meine Nacht endet um 4:30 Uhr. Okay, war eigentlich klar. Im Schnitt brauche ich 3 Tage, bis ich über den Jetlag hinweg bin (und zum Glück sind es dieses Mal nur 5 Stunden 😅).
Komischerweise hatte ich vor ein paar Jahren auf Hawaii überhaupt keinen Jetlag. Lag wohl an der Zeitverschiebung von 12 Stunden – da habe ich dem Körper einfach Tag statt Nacht vorgegaukelt, die Uhrzeit blieb ja gleich 😁.
Trotz mehrmaligem Umdrehen und Augenschließen: Ich kann nicht mehr schlafen.
Frühstück gibt es ab 6 Uhr, wir zögern es noch bis 7 Uhr hinaus. Dann sind wir froh, unser muffiges Zimmer verlassen zu können. Man kann kein Fenster öffnen, die Luft ist alt und verbraucht und durch die Klimaanlage nur umgewälzt – nicht so lecker.
Der Frühstücksraum ist voll, wir ergattern den letzten 2er-Platz. Es gibt eine Auswahl an Bagels, Brot, Müsli, Cornflakes, Kuchen und Zimtschnecken (die sind übrigens megalecker), Joghurt, Omelett, Bacon, Kartoffeln, Bohnen, Aufschnitt, Marmelade und Honig. Wie so oft in den USA und Kanada üblich: Gegessen wird von Papptellern, mit Holzbesteck und aus Pappbechern 🙈.
Der Frühstücksraum ist gefüllt mit einer Seniorenreisegruppe aus den USA von „Diamond Tours“, sie tragen alle eine Umhängekarte mit Namensschild 🤭.
Nach dem Essen checken wir aus und warten draußen auf unser Fraserway-Shuttle zur WoMo-Station. Das ist unsere 3. Buchung bei Fraserway und zum ersten Mal klappt es dieses Mal nicht mit dem Transfer vom Hotel zu Fraserway. Dieser war für 9 Uhr gebucht. Um 8:35 Uhr bekommen wir einen Anruf von Fraserway: Wir sollen uns bitte ein Taxi nehmen, der Transferbus könne nicht kommen, da der Fahrer krank sei. Hm... Okay, hoffen wir mal, dass das der einzige Ausfall bleibt. Das Taxi ist nur wenige Minuten später da, kostet 54 $ – Fraserway bezahlt 😅.
Die Übernahme und die Formalitäten gehen zügig, wir sind die einzigen Gäste heute Morgen um 9 Uhr. Auf dem Hof stehen nur 3 WoMos in der Abholreihe: zwei C-Small und ein C-Medium in der Mitte – das ist unseres. Witzigerweise der einzige Camper mit Nova-Scotia-Nummernschild, die anderen beiden haben British Columbia und Ontario auf dem Nummernschild stehen. Das erinnert uns an unsere Tour von 2014, wo wir mit einem Moturis-Camper in Seattle starteten und ein Nummernschild aus Florida hatten. Da wurden wir tatsächlich in Jasper/Banff darauf angesprochen 😅.
Viel Mühe beim Putzen hat man sich bei unserem Camper leider nicht gegeben. Von außen ist er noch ordentlich verstaubt, die Windschutzscheibe ist schmutzig und wir finden wieder zahlreiche Mängel und Macken (Steinschläge in der Scheibe, Kratzer rundherum, die Dumping-Klappe/Abdeckung fehlt komplett etc.). Alles wird notiert, dann ist die Übernahme auch schon fertig.
Wir sind ja alte Camper-Hasen 🤭.
Unser C-Medium-WoMo muss aus dem Jahr 2024 oder 2025 sein, kein 2026er-Modell, da der Kühlschrank noch nicht auf die neue Stromtechnologie umgerüstet ist – stört uns nicht. Der große Bildschirm mit Radio und Navimöglichkeit ist neu. Sehr praktisch, da man das Handy nun über Android Auto koppeln und per Handy auf dem großen Bildschirm navigieren kann.
Der Tacho zeigt 52.295 km – nicht mehr taufrisch...
Die üblichen Macken auch innen, Flecken auf den Sitzen, aber das sind Kleinigkeiten. Sonst ist alles sauber und die Ausstattung ist prima. Wir bekommen noch eine zweite dicke Wolldecke, da mir die Matratze letztes Mal zu hart war. Einzig negativer Punkt: Unsere Black/Grey-Water-Anzeige funktioniert nicht. Sie steht auf voll, obwohl der Camper frisch geleert wurde. Der Mitarbeiter sagt, es würde wohl etwas auf den Sensoren kleben, wir sollen dumpen, wenn das Frischwasser leer ist... Hm... gefällt uns nicht, aber wir können es nicht ändern.
Um 10 Uhr rollen wir vom Hof. Die Sonne scheint, es sind warme 20 Grad, die sich aber deutlich wärmer anfühlen. Perfekt!
Nächster Stopp: die Dartmouth Crossing Mall. Ein wenig Shopping-Feeling muss sein 😜.
Wir sind erfolgreich bei Levi’s, Columbia, Gap und Hilfiger. Lobe ich mir: überall 50–70 % Off! Wir kommen z. B. mit einer prall gefüllten Einkaufstüte aus dem Hilfiger-Store und haben für 8 T-Shirts und Polos keine 100 € gezahlt 💪🏼🤩😄. Sowas wünsche ich mir mal in Deutschland 🤷🏼♀️.
Nächster Stopp sind Dollarama und Walmart. Wir brauchen für unseren Großeinkauf fast 2 Stunden. Mittagessen gibt's heute auf dem Walmart-Parkplatz: Spinat-Feta-Teigtaschen, dann kann's endlich „richtig“ losgehen 💪🏼.
Wir fahren ca. 1,5 Std. bis zum Burntcoat Head Provincial Park, meist über Landstraße, durch viele kleine Ortschaften mit akkurat gemähten Vorgärten. Unterwegs sehen wir immer wieder Bremspuren oder Beschleunigungsspuren!? Was treiben die Leute denn hier???
Da der Burntcoat Head Provincial Park abseits von all unseren Routenplanungen lag, haben wir heute den Umweg dorthin eingeplant. Verzichten wollten wir nicht auf den Park und heute passt es zeitlich perfekt. Tiefste Ebbe ist um 16:48 Uhr, wir rollen um 15:40 Uhr auf den Parkplatz. Es ist windig und leicht bewölkt, aber mit 25 Grad angenehm warm. Wir kennen den Spaß, auf dem Meeresboden zu laufen, schon von den Hopewell Rocks, aber hier ist es viel größer und weitläufiger! Nachdem wir eine knappe Stunde rund um den beeindruckenden Felsen gelaufen sind, kommt sogar die Sonne nochmal raus. Perfekt!
Hier im Burntcoat Head Provincial Park wurde die höchste Tide der Welt von 16,5 m gemessen, steht sogar im Guinness-Buch der Rekorde. Krass, alle kennen immer nur die Hopewell Rocks 🤷🏼♀️.
Nach etwa 1,5 Std. verlassen wir den Park und fahren zu unserem heutigen Ziel, dem Blomidon Provincial Park. Eigentlich wollten wir noch an der historischen Site Grand-Pré stoppen, aber die hat seit 18 Uhr geschlossen und es ist bereits deutlich später.
Die Fahrt über die kleinen Landstraßen zieht sich. Wir erreichen den Blomidon PP um 19:15 Uhr und können nicht widerstehen, hier auch nochmal einen Abstecher ans Meer zu machen – das ist auch hier noch ziemlich weit weg. Die roten Felsen und der Sand/Schlamm sehen in der Abendsonne schon sehr nice aus.
Danach geht's auf den Campground, der sich oben auf den roten Klippen befindet. Wir checken ein und kaufen Feuerholz (12 große Holzscheite für 5 CAD, die man sich selbst nehmen kann). Die Dame an der Rezeption sagt noch, heute sei perfektes Wetter zum Grillen und Feuer machen. Na dann.
Wir beziehen unsere Site: Die hat zwar einen netten Blick, befindet sich aber auf einer abschüssigen Wiese. Wie soll man hier halbwegs gerade stehen?? Wir müssen wohl leveln. Beim Aussteigen werden wir von Mücken attackiert – okay, erst mal mit DEET einsprühen und lesen, wie das Thermacell funktioniert. Plötzlich kommt Wind auf, unser Adventurer wackelt und durch die offenen Fenster pfeift der Wind. Im nächsten Moment öffnet der Himmel seine Schleusen und es schüttet wie aus Eimern. What??? Das war gar nicht angesagt???
Egal, wir sind total platt, essen Brot, Salat und Käse und fallen ins Bett. Da wir allerdings so schief stehen, hänge ich im Bett quasi an der WoMo-Wand. Zu zweit können wir nicht im Bett schlafen, daher wandere ich in den Alkoven aus. Praktisch, wenn man zwei Betten hat. Nachdem ich bei den letzten Campertouren so Rückenschmerzen von den harten Matratzen hatte, habe ich vorgesorgt und mir eine Campingluftmatratze mitgenommen. Das Gimmick erfüllt seinen Zweck, ich schlafe gut 😅.
Für die Statistik:
Gefahren: 226 km
Gelaufen: 14.183 Schritte
Wetter: meist sonnig, 19-25 Grad
Übernachtung: Blomidon Provincial Park, Site B18 (31 CAD ohne Hookup)
Weitere Fotos hier:














Huhu,
…sieht man mal ab von den Mücken 🦟 und dem Regenschauer, dann war das doch ein toller Start 😃😉!
…genial, zumal der Dollarkurs auch echt gut jst, im Augenblick 😀
Munter bleiben
Gruss
Kochi
Scout WoMo-Abenteuer.de
So wünscht man sich einen Womo Start. Toll
Liebe Grüße aus Berlin,
Thomas
Locker bleiben, Ball flach halten dann wird es ein perfekter Womourlaub
Auf jeden Fall!!!!
Shoppen hat so richtig viel Spaß gemacht
Und so gings auch weiter