Der Tag beginnt wie zu erwarten war bewölkt. Wir nehmen es gemütlich, essen trotz kühlem Wetter unser Frühstück draussen und erhalten schon beim Decken des Tisches Besuch von JJ:
Heute wollen wir zu den Upper Myra Falls wandern. Wir fahren hierfür an das Ende des Sees und vorbei an der Myra Falls Mine, einer aktiven Erzmine. Nach so viel Natur etwas speziell durch ein Minengelände zu fahren, um danach wieder im Provinzpark zu landen. Wir parkieren beim Parkplatz nach der Mine, ausser uns steht um diese Zeit nur ein Fahrzeug da. Zunächst geht es ca. 1km der Strasse entlang bis der Pfad zu den Upper Myra Falls abzweigt.

Der Weg führt durch verwunschenen Wald, zunächst aufwärts und dann am Hang entlang. Immer wieder steigt man über Wurzeln und herum liegende Baumriesen. Im letzten Teil des Pfads gibt es noch ein paar Brücken.


Wir sind ganz allein unterwegs und nach den Erlebnissen von Chrissy, die hier eine Fast-Begegnung mit was-auch-immer hatte, ist mir etwas mulmig zumute. Und so bin ich zum ersten Mal mit unserem uralten Bärenglöckchen unterwegs. Und fühle mich trotzdem nicht sicher.

Nach einer Stunde nähern wir uns dem Ziel. Der Weg hört abrupt bei einem Holzzaun auf, von hier sieht man in der Ferne den Wasserfall. Hübsch, aber für mich als Berglerin nicht wirklich eine Top-Attraktion. Aber fotografisch doch noch lohnenswert:
Kaum auf dem Rückweg kommen uns die ersten Wanderer entgegen. Und kurz darauf die nächsten und die nächsten. Puuh, zum Glück sind wir relativ früh los, jetzt stehen sie sich beim Lookout sicher auf die Füsse.
Der Rückweg ist entspannter und nach 40 Minuten stehen wir wieder auf der Minenstrasse.


Wir machen eine kleine Picknickpause am Fluss

... bevor wir zurück zum Camper gehen und danach zu den Lower Myra Falls fahren. Diese kenne ich schon von der ersten Reise, sie sind trotzdem schöner als der Upper Myra Falls und auch hier sind wir fast allein.

Zurück auf dem Campground gibt es eine ausgiebige Kaffeepause bevor wir unsere nächste kleine Wanderung starten.

Wir wollen noch den Shepherd Creek Trail gehen, welcher wie der Wild Ginger Trail unmittelbar beim Eingang zum Campground beginnt. Ich stelle mich auf ein Pendant zum Wild Ginger Trail ein, düster und langweilig, aber der Shepherd Creek Trail ist richtig Klasse.


Der Wegverlauf ist hübsch, am höchsten Punkt läuft man an einer kleinen moorähnlichen Waldlichtung vorbei, bevor es in einem Loop wieder zurück zur Strasse geht. Zeitaufwand ca. 45 Minuten.

Den Abend verbringen wir wegen fehlendem Holz leider wieder im Camper, gemütlich mit einem Buch und einem Glas Wein.
Schöne Grüsse / Flo
Hallo Flo,
die beiden Wasserfälle sind schon schön, eigentlich auch der obere. Leider sind sie nicht zu Fuß von der Campsite aus zu erreichen. Das fanden wir damals schon etwas schade während der Planung unserer Campgrounds auf Vancouver Island. Der Ralph River Campground ist aber nicht nur deshalb am Ende dem Rotstift zum Opfer gefallen. Irgendwie hatte er uns bereits aus der Ferne nicht so ganz angesprochen gehabt, trotz seiner schönen Lage mitten in der Natur. Wir hatten uns alle möglichen Fotos von diesem Campground und seiner Umgebung angeschaut gehabt. Der Funke wollte einfach nicht überspringen.
Viele Grüße
Alex
I love not man the less, but nature more
Reisebericht "The Big Circle" (LAX-LAX)
Hej Alex
Leider kann man wirklich nicht viel vom Campground aus machen und schade ist auch, dass der See so weit vom Platz entfernt ist.
Beim ersten Mal hatten wir immer Besuch von Deers, vielleicht hat er uns deswegen so gut gefallen. Und die Kinder hatten Spielgefährten auf dem Platz nebenan. Dieses Mal ist der Funke bei mir auch nicht mehr rüber gesprungen. Der Buttle Lake CG hat mir viel besser gefallen, vor allem die Strandpartie ist wirklich Klasse (dürfte im Sommer ein wichtiges Kriterium sein). Ich würde auf jeden Fall nicht mehr auf den Ralph River gehen, resp. auch wenn es ein drittes Mal VI gäbe, gar nicht mehr in den Strathcona, zumindest nicht von dieser Seite her.
Grüessli
Flo
Flo's Berichte: Westkanada mit VI (2016), Indian Summer in Ontario (2018), Colorado Plateau (2019), Rockies im Herbst (2021)