Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Tag 06: mal ein etwas längerer Fahrtag

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Auda
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Beigetreten: 31.12.2020 - 16:39
Beiträge: 75
Tag 06: mal ein etwas längerer Fahrtag
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
Freitag, 14. Oktober 2022
Gefahrene Meilen: 
180 Meilen
Fazit: 
Sawtooth Canyon CG, einer der schönsten unserer Reise

Heute wollten wir nicht ganz so spät losfahren, denn im Sawtooth Canyon CG gibt es nur wenige sites und heute ist Freitag. Aber ausgeschlafen haben wir trotzdem und ein gemütliches Frühstück war auch drin. Heute müssen wir auf jeden Fall dumpen und Frischwasser auffüllen. Wir haben gestern gelesen, dass das am inzwischen geschlossenen Cottonwood Cove Upper Campground möglich ist. Und dann haben wir am Morgen gesehen, dass unser Gasvorrat sich dem Ende zuneigt. So schnell haben wir damit nicht gerechnet. Aber vielleicht benötigt der Kühlschrank viel Gas, wir hatten ja bis jetzt keinen Stromanschluss. Hier leistet uns jetzt wieder die iOverlander App gute Dienste. In Searchlight, dem nächsten Ort, gibt es ein Casino mit Tankstelle, hier soll man auch Gas auffüllen können. Mein Mann hat noch etwas Feuerholz gesammelt, das hier überall herum liegt. Wir hatten jetzt schon einen großen Vorrat. Bis jetzt haben wir noch nichts verbraucht, es war uns abends einfach zu warm um ein Feuer zu machen. Und gegrillt haben wir immer auf dem Gasgrill. Aber es geht ja bald etwas höher, ein Lagerfeuer muss auf jeden Fall irgendwann gemacht werden. Als wir gegen 9.00 Uhr losfuhren, kamen schon die ersten Camper für das Wochenende, heute wird es hier voller werden. Die Dumpstation am Upper CG war tatsächlich in Betrieb und auch Wasser konnten wir auffüllen und das sogar kostenlos. In Searchlight fuhren wir zum Casino, am Gastank wartete schon jemand, also anstellen. Man, was war hier für ein Betrieb. Gefühlt jeder, der hier vorbei fährt, legt einen Stop ein. Dementsprechend voll war es an der Kasse. Und dann hat sich herausgestellt, dass wir gar kein Gas benötigt hätten. Die Gasanzeige scheint wohl nicht richtig zu funktionieren, es musste kaum etwas aufgefüllt werden. Na gut, das wissen wir jetzt also. 
 

Weiter geht die Fahrt immer in Richtung Westen. An der Mojave Wüste überlegen wir dann kurz, ob wir nicht doch reinfahren sollen. Aber da ich mich jetzt vorab nicht richtig informiert habe, welche Straßen offen sind, entscheiden wir uns dagegen, das nächste Mal vielleicht. Die Landschaft ist nicht gerade abwechslungsreich, aber wir kommen gut voran. Gegen 13.00 Uhr erreichen wir Barstow. Was machen wir? Heute oder morgen müssen wir auf jeden Fall unsere Vorräte auffüllen und in die outlet mall wollten wir eigentlich auch.

Wir entscheiden uns, das auf morgen zu verschieben, lieber erst zum Campground, wer weiß wie voll es schon ist. Wie sich heraus gestellt hat, war das eine gute Entscheidung. Den Campground haben wir, dank maps.me gleich gefunden, ich hatte gelesen, dass man die Einfahrt vorher schlecht sehen kann. Die kurze Gravel road war trocken und man konnte sie langsam fahrend sehr gut bewältigen.

Am Eingang machten wir einen kurzen Halt um uns die Infos durchzulesen. Der CG war tatsächlich kostenlos, das konnte ich gar nicht glauben. Wir fuhren die einzelnen Wege im Campground ab, was für tolle Stellplätze, aber sehr viele schon belegt. Im ersten loop war eine große Gruppe, die hier schon alle Plätze belegt hatten. Also weiter nach hinten, vielleicht haben wir ja noch Glück. Wir fanden dann tatsächlich noch ein Plätzchen, die sehr schöne site Nr. 8. Viel später hätten wir aber nicht kommen dürfen, kurz danach waren alle Plätze belegt. Was für ein toller Campground und dazu noch kostenlos. Die shelter sahen ziemlich neu aus, es gab einen Grill und eine separate Feuerstelle. Das einzigste was man vielleicht bemängeln könnte war, dass unsere Vorgänger ihren Müll einfach in der Feuerstelle "entsorgt" hatten. Da muss man sich nicht wundern, wenn vielleicht irgendwann solche tollen Plätze geschlossen werden. Wir beschlossen erst einmal, eine Runde um den Campingplatz zu drehen. Es sind wirklich alles tolle sites, den CG werden wir uns auf jeden Fall merken. Es waren ein paar größere Gruppen da, die immer mehrere sites belegt hatten. Aber da die einzelnen sites so weit voneinander entfernt sind, stört das gar nicht. Überall stehen Schilder, dass man nur auf den ausgewiesenen Plätze übernachten darf, aber wir haben etliche Camper gesehen, die sich irgendwo hingestellt haben. Das hätten wir uns jetzt nicht getraut.

Als wir an unser RV zurückkamen, hatte die Familie neben uns ihre Kletterausrüstung ausgepackt und wollte gerade den Felsen neben unserem RV erklimmen. Sie haben uns vorher sogar um Erlaubnis gefragt und man kam wieder etwas ins Gespräch. Wenn man sagt, dass man aus Deutschland kommt, finden das die Amerikaner wohl immer faszinierend und man hat gleich Gesprächsstoff.

Mein Mann wollte am Platz bleiben und der Familie beim Klettern zuschauen, aber ich wollte noch etwas die Gegend erkunden. Ich bin dann einfach aufs Geradewohl losgelaufen. Ich hatte zwar auch mal gelesen, dass es ausgewiesene trails geben soll, aber Schilder habe ich keine gesehen. Aber einen Pfad, und den bin ich dann einfach weitergegangen. Er ging immer leicht bergauf und oben angekommen, hatte ich einen tollen Blick über den Campground und die Umgebung. 

90 min. später war ich wieder an unserem Platz, die Sonne ging schon langsam unter. Zeit unseren Gasgrill rauszuholen und sich um das Abendessen zu kümmern. Wir waren froh, dass wir diesen Platz angefahren sind, wirklich wunderschön hier. Das er nichts kostet, ist ein Pluspunkt obendrauf. 
Der Sternenhimmel war auch hier fantastisch, es sollten in den nächsten Tagen noch viele folgen.