Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Kurzbericht: WoMo-Überführung von Chicago nach Las Vegas März 2020

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Jörg Knorr
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Kurzbericht: WoMo-Überführung von Chicago nach Las Vegas März 2020
Eckdaten zum Reisebericht
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1. Tag -Anreise nach Chicago

Um kurz vor 6.45 Uhr geht es mit Germanwings nach Amsterdam und um 11.00 Uhr weiter mit United nach Chicago. Wir kommen pünktlich gegen 14.00 Uhr in Chicago an. Trotz der "Einreiseautomaten" dauert die Immigration relativ lange. Nur wenige Schalter sind offen. Nachdem wir unsere Koffer haben, warten wir auf den Shuttlebus zum Hotel Edward. Dieses liegt direkt am Airport und wir sind nicht die Einzigen, die ein WoMo überführen. Im Hotel angekommen, geht es in die 8.Etage.Dort hat RoadBear ein Büro für die anstehenden Formalitäten eingerichtet. Diese sind schnell erledigt und wir erfahren, dass wir ein A-Class WoMo nach Las Vegas überführen dürfen. Dies ist zwar nicht das gewünschte WoMo, aber wir freuen uns trotzdem. Danach noch kurz zu Mc Donalds auf der anderen Strassenseite und zurück ins Hotel.

2.Tag - Fahrt nach Wakarusa und Übernahme des WoMo

Um 07.00 Uhr geht es los. Mit zwei Reisebussen und ca. 90 Gleichgesinnten geht es nach Wakarusa zur Thor Motor Coach Factory. Hier stehen jetzt reihenweise Wohnmobile zur Übernahme bereit. Unter anderem auch vier A-Klasse WoMo´s.

 

Die Freude über so ein Teil aber auch die Skepsis ist groß. Der Platz ist für zwei Personen gerade so ausreichend......Natürlich Blödsinn......Viel Platz für Alles. Durch die Slide Outs entsteht ein Tanzsaal.... Wir bekommen auf Wunsch eine kurze Einweisung und los geht es. Für einen 10-Zylinder ist das WoMo ziemlich laut. An die Größe des WoMo´s gewöhnt man sich schnell. Trotz der 350PS beschleunigt das Fahrzeug wie ein Traktor. 8Tonnen wollen halt bewegt werden. Wir machen uns auf den Weg nach Kokomo und machen in Warsaw halt bei einem WalMart. Der erste große Einkauf wird getätigt und wir sind für den Urlaub fertig gerüstet. Von Corona "noch" nichts zu spüren. Es gibt auch noch Klo-Papier. In Kokomo übernachten wir bei einer Bekannten. Sie war Lehrerin unserer Tochter in 2001/2002. Am nächsten Tag steht die Besichtigung der Schule an. Der Prinzipal freut sich schon. 

3.Tag - Kokomo und Weiterfahrt an den Patoka Lake

Wir wollen uns die Schule ansehen. Daraus wird nichts. Jetzt hat uns Corona das erste Mal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir dürfen die Schule nicht betreten. Schade. Das Grissom Airforce Museum unweit der Schule ist leider auch noch geschlossen und so geht es in eine Glasmanufaktur in der Innenstadt von Kokomo. Hier wird allerlei Glas hergestellt und man erklärt uns, dass es keine Kirche in den USA gibt, in denen nicht das "bunte" Glas aus Kokomo verbaut ist. Auch der Vatikan ist hier Kunde. Sehenswert ist dieses Glaswerk auf jeden Fall. Wenn man die Hallen betrachtet, meint man im 19.Jahrhundert zu sein.

Nach dieser Besichtigung geht es an Indianapolis vorbei an den Patoka Lake. Inzwischen haben wir das erste Mal getankt. Obwohl erst ein Viertel raus ist, gehen 25 Gallonen rein. Die Gallone kostet "nur" 1,73$. 80 Gallonen passen insgesamt in den Tank. Wir genießen die Highways im Süden von Indiana und die Landschaft verändert sich. Die weiten Ebenen weichen einer hügeliegen Landschaft. Allerdings klappert das WoMo an allen Ecken. Wie in anderen Berichten bereits erwähnt, lässt die Qualität zu wünschen übrig. Im State Park am Patoka Lake angekommen, scheint der Park noch nicht in Betrieb zu sein. Ein riesiges Gelände, jedoch gibt es noch "einen" weiteren Camper. Da niemand sich für unsere Anwesenheit interessiert, suchen wir uns unser Plätzchen. Wasser ist noch nicht angestellt, aber an einem Verwaltungsgebäude verfügbar. Also noch einmal los und Auftanken. Hier zeigt sich bereits der erste Fehler. Die Anzeige für den Wassertank funktioniert nicht. Ich vermute, dass der Sensor nicht ordentlich verkabelt ist. Finden lässt sich dieser allerdings nicht und somit leben wir bis zur Abgabe damit. Die Nacht ist recht kalt aber die Heizung lassen wir aufgrund der Lautstärke nicht laufen. 

4.Tag - Patoka Lake nach Mammoth Cave

Nach unserem ersten Frühstück im WoMo geht es los nach Kentucky. Am Ohio-River machen wir Pause und genießen den Fluß.

In Mammoth Cave angekommen, entscheiden wir uns, im zugehörigen CG zu bleiben. Ein schöner Campground mitten im Wald jedoch für uns ohne Full Hook Up. Kein Problem, die Tanks sind voll.

Jetzt steht die Führung in die Höhle an und wir nehmen die "Historic" Tour. Dauert etwa zwei Stunden. Von Corona keine Spur und so geht es mit ca. 100 Personen los. Es gibt sicherlich weitaus schönere Höhlen aber ich habe noch keine gesehen, die so riesig ist. Die Hallen sind beeindruckend. PS: Den Annual Pass für die NP´s haben wir hier gekauft, jedoch wird dieser hier nicht anerkannt. Auf Nachfrage wird nur gesagt, "Das ist halt so" Egal, wir haben ja noch einige Parks vor uns. Dass es ganz anders kommen soll, wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

5.Tag - Mammoth Cave - Nashville - Buffalo KOA I-40

Wir sind immer noch früh wach und fahren zeitig los. Nashville steht auf dem Programm. Auf der Tour kommen wir auch durch die Gegend, in der vor 3 Wochen der Tornado gewütet hat. So etwas sieht man hoffentlich nicht wieder. Die Gewalt, die dort gewütet hat, kann man sich nur schwer vorstellen. Die Aufräumarbeiten sind noch immer in Gange.

Mit einem mulmigen Gefühl fahren wir mit unserem Geschoß in die Innenstadt. Inwischen regnet es stark. Da wir keinen "passenden" Parkplatz finden, fahren wir weiter. Ansonsten ist von Corona in der Innenstadt nichts zu merken. Party wohin man sieht. Uns steht nicht der Sinn danach und wir fahren noch bis zum KOA Buffalo an der I-40. Wie nicht anders zu erwarten, ist der KOA mit allem ausgestattet. Er ist allerdings sehr "verkehrsgünstig" gelegen. Bei strömendem Regen schließen wir alles an und bleiben im WoMo. Da im WoMo zwei Fernseher vorhanden sind, probiere ich die gleich mal aus. Allerdings scheint mit der Verkabelung auch hier der Wurm drin zu sein. Das Bild wie in den Sechzigern. Da hat man so ein tolles Teil und kann es nicht nutzen. 

6.Tag - Auf nach Memphis

Wieder fahren wir nur Highways - der Weg ist das Ziel - und parken in Memphis an der BassPro Pyramide. Die ist der Hammer. Wir kennen schon einige BassPro Shops und Cabelas aber der ist schlichweg der Wahnsinn. Mit dem Aufzug geht es bis in die Spitze. Hier gibt es auf zwei Seiten eine Glasterrasse. Der Ausblick ist der Hammer. Auf der einen Seite der Mississippi und auf der andreren die Stadt.

Wir machen uns auf den Weg in die Stadt. Was ist hier los? Niemand in der Main-Street zu sehen. Vollkommen leer. Es ist unheimlich aber Corona hat jetzt voll zugeschlagen. Alle Restaurants und Kneipen zu. Was für ein Jammer. Unsere Stimmung ist auf dem Tiefpunkt.

Erste Zweifel an der Weiterreise kommen auf. Die Nachrichten aus der Heimat tragen auch nicht zur Beruhigung bei. Zurück zum WoMo und noch einmal bei Nacht die Brücke über den Mississippi und die toll beleuchtete Pyramide bewundern.

Wir bleiben über Nacht auf diesem Parkplatz. Wer geräuschempfindlich ist, sollte weiterfahren. So haben wir auch einmal luxuriös unter der Brücke geschlafen......

Hinter der Pyramide ist auch ein Parkplatz, dieser sollte jedoch aus Sicherheitsgründen nicht angefahren werden.

7.Tag - Fahrt Richtung Shreveport, Louisiana

Der Weg ist das Ziel und so fahren wir über Graceland, was wir nur von außen besichtigen, weiter am Mississipi gen Süden.

In "Hamburg" machen wir Pause. Wie es wohl in der Heimat gerade ist?

Weiter geht es mal zur Abwechslung auf der I-20 Richtung Shreveport. Wir "genießen" mal die Interstate, da die Highways z.T. in einem erbärmlichen Zustand sind. Ich frage mich ernsthaft, warum "Rough-Roads" im Vertrag ausgeschlossen sind. Mittlerweile dürfte auch die letzte Schraube lose sein. Dass die Rollos immer wieder runterkommen, ist normal. Gut, dass man ein Multitool dabei hat. Mir stellt sich die Frage, wie lange so ein WoMo-Leben wohl ist....Übernachtung am Lakeside RV Park am Highway in Dixie Inn. Ein kleiner CG mit Full Hook Up direkt am mit Pflanzen zugewachsenem See.

 

Am Abend dann wieder eine schlechte Nachricht. Wir hatten vor, uns das Global Power Museum der dortigen AFB anzusehen. Vier Wochen vorher mussten wir uns dazu bereits anmelden. Bis gestern war alles roger. Jetzt so kurz vor dem Ziel die Absage. Mist, Sch...C...

8.Tag - Weiterfahrt über Shreveport nach Trinity

Das Museum will uns nicht und so fahren wir zu WalMart und weiter zu einem Outlet-Center. Bei WalMart inzwischen das selbe wie in Deutschland. Kein Toilettenpapier, kein Küchenpapier, kein Desinfektionsmittel. Die Amis schauen wohl deutsches Fernsehen...... Im Outlet-Center fast alles zu. (PS: Die Kreditkarte wechselt gerade die Farbe.....) Also weiter nach Trinity. Inzwischen sind wir in Texas. Das merken wir nicht nur am Texas Sign, sondern auch an den Straßen. Herrlich, nichts klappert. Bekanntlich ist in Texas ja alles größer. Die Straßen auf jeden Fall. 4 Spuren auf die auch locker acht gepasst hätten und glatt wie ein Kinder PoPo...

Der Outback CG liegt direkt am Trinity River. Wir stehen mit dem Heck fast im Wasser. Traumhaft. Wenn wir nicht weiter nach San Antonio müssten, würden wir hier bleiben. Wir genießen den Blick auf den See, den Sonnenuntergang, die vielen Schildkröten, Wasserschlangen und auch die Pelikane.

Die Straße zum CG ist miess aber man wir für alles entschädigt. Bisher haben wir keinen CG vorgebucht und keine Probleme bekommen. Liegt sicherlich an der Jahreszeit.

9. Tag - Fahrt nach Universal City (Nähe San Antonio)

Wir fahren nach einem schönen Frühstück bei Sonnenaufgang weiter auf den Highways bis nach Schulenburg. Hier die letzten Meilen auf die I-10. Die Fahrt mit dem WoMo auf den Interstates ist anstrengend. Wir fahren mit ca.65 Meilen. Die Trucks überholen einen mit 75 und jedesmal wird man durch den Winddruck auf die Seite geschoben. Sicherlich können wir diese Geschwindigkeit auch aber das Fahrwek ist so schwammig, dass einem angst und bange wird. Die Tankstelle würde sich sicherlich auch freuen......

10. -12.Tag "Urlaub bei Freunden" in Universal City

13.Tag - Universal City nach San Angelo

Wir fahren ein kurzes Stück die I-10 bis Comfort und weiter über Fredericksburg, Midland in den State Park von San Angelo. Der State Park ist "noch" offen. Man teilt uns mit, dass die State Parks in New Mexico bereits alle geschlossen sind. Der State Park liegt auf einer Anhöhe und man hat einen tollen Überblick über die Gegend. Wasser und Strom sind am Platz. Dumpen kann man am Eingang.

Fredericksburg ist sehenswert. Es scheint hier viele deutsche Einwanderer zu geben. Überall deutsche Fahnen.

14.Tag - San Angelo nach Carlsbad 

Die Fahrt führt über die weiten Ebenen von Texas und New Mexico. Seit hunderten Kilometern nichts außer Steppe und Ölförderpumpen. Es richt nach Öl....Seitdem Fracking mehr und mehr Zuspruch bekommt, boomt diese fragwürdige Fördermethode. Wir fragen uns, woher das Wasser kommt, dass zu den Förderanlagen in dicken Rohren gepumpt wird.....

In Carlsbad übernachten wir im Carlsbad RV Park & Campground. Der CG liegt etwas außerhalb und bietet trotz der Enge allen Comfort. 

15.Tag - Carlsbad - White Sands - Valley of Fires

Weiter geht es an Fördertümen und rein in die Berge. Hier merkt man die 8 Tonnen Gewicht. Wir schleichen die Berge hinauf. Auf einmal öffnet sich ein Tal und wir können in weiter Ferne die White Sands sehen. Wahnsinn. Vor Ort stellen wir fest, dass der Park geschlossen ist. Sch...C... 500m weiter gehen die Dünen bis an die Straße und wir können zusammen mit anderen Besuchern kurz über den Zaun hüpfen. 

Ein paar Bilder werden geschossen und weiter geht es durch Alamogordo (mal wieder tanken) nach Cariozozo zum Valley of Fires. Hier teilt uns der Ranger den letzten Platz, einen Behinderten Platz, zu. Irgenwie haben wir ein schlechtes Gewissen. Der Platz liegt traumhaft auf einer Anhöhe direkt an der erkalteten Lava. Wir erleben einen traumhaften Sonnenuntergang und bei klarem Abend einen wunderschönen Sternenhimmel. Wenn man wie wir in der Nähe einer Großstadt lebt, vergisst man, wie viele Sterne es gibt. Das markante Sternbild Orion muss gesucht werden. Wahnsinn.

16.Tag - Die Nacht war wieder sehr kalt, kurz vor dem Gefrierpunkt. Unsere Stimmung ist es auch. Wir haben uns entschlossen, die Reise aufgrund der Ereignisse und Empfehlung der Reiseagentur, zu verkürzen. Wir werden eine Woche eher fliegen. Somit sind die interessanten Parks, die noch vor uns liegen sollten, passeé. Sch....C....Heute haben wir eine Mammuttour vor uns. Wir müssen Strecke machen. Ziel ist der KOA in Flagstaff. Wir fahren entlang des VLA (Very Large Array) Mal sehen, ob Jodie Foster noch da ist. wink Das Visitor-Center ist natürlich geschlossen. Sch....C....

In Holbrook geht es auf die I-20. Wir wollen den Meteor-Crater besuchen. Diesmal haben wir Glück. Das Visitor-Center ist zwar zu aber wir kommen auf die Aussichtsplattform. Hier kann man spüren, mit welcher Kraft der "kleine" Meteor von 45m Durchmesser hier eingeschlagen ist.

Von diesem Punkt gibt es auch eine schöne Übersicht über die Ebenen und den schneebedeckten Gipfel in Flagstaff. Immer wieder sind wir überwältigt, von der Entfernung. Aus 10 Meilen werden schnell 50 Meilen und mehr. Abends kommen wir im KOA in Flagstaff an. Ein schöner CG als Eingang zum Grand Canyon. Hierhin soll es morgen gehen.

17.Tag - Flagstaff - Grand Canyon - KOA Kingman

Wir wollen unbedingt in den NP. Hoffentlich ist der nicht geschlossen. Wir haben Glück. Wahrscheinlich und jetzt Corona sei Dank, sind wir fast die Einzigen, die sich Im Grand Canyon aufhalten. Alle öffentlichen Einrichtungen sind geschlossen und gefühlt sind vielleicht 100 Personen im Park. An einigen Stellen sind wir völlig alleine. Das hat es in der Geschichte des NP sicher auch noch nie gegeben. Ich muss hier nicht beschreiben, was wir zu sehen bekommen. Einfach herkommen!!!!!

Nachdem wir aus dem Park raus sind, geht es zum KOA nach Kingman. das letzte Stück über die Route 66. Die Straße ist in erstaunlich gutem Zustand. Der CG mitten in der Stadt aber mit allen Annehmlichkeiten. Inzwischen sind aber in allen CG die sozialen Einrichtungen geschlossen.

18.Tag - KOA Kingman - Hoover Dam - Las Vegas

Wir machen uns "leider" auf zu unserer letzten Etappe nach Las Vegas. Wir werden die Gedanken nicht los, ob mit der Rückreise alles klappt. Unsere Befürchtungen sollten sich bewahrheiten. Zum Hoover Dam kommen wir nicht, geschlossen! Warum auch immer. Gut, dass wir den schon 2011 gesehen haben. Weiter nach Las Vegas. Jetzt geht es los. Da nur noch 24h bis zum Abflug sind, wollen wir online einchecken. Was sehen wir? Unser Flug von Las Vegas nach Newark ist gecancelt. Also zum Flughafen. Parkplatz für´s WoMo finden.....30min laufen. An Schalter dann die Nachricht, dass wir nur heute fliegen können. In 4 Stunden.... na super. Wir haben noch nicht gepackt, saubergemacht, gedumpt, getankt usw. Plötzlich ist der Stress da. RoadBear ist hier super kulant und hilft uns, wo sie können. Wir geben also das WoMo nach 5.200km ab, gefahren in 14 Tagen,(statt in 3 Wochen). 27l/100km Verbrauch. Habe ich mit viel mehr gerechnet. PS: Der Spritpreis lag zwischen 1,69$ in Kentucky und 2,79$ für die Gallone in Las Vegas. Letzter Schritt mit Uber zum Airport. Hier stellt sich heraus, dass unser Flug wieder gecancelt wurde und wir den früheren Flug nach LA nehmen müssen. Also im Laufschritt zur Sicherheitskontrolle. Wir waren die Einzigen! Weiter zum Gate, einsteigen und los. 10 Leute in einer 737-900. In LA angekommen nach zwei Stunden weiter mit einer 787-10 mit ca. 30 Leuten nach Newark. Jetzt haben wir 13h Aufenthalt. Super. Unsere Koffer bekommen wir bei diesem Aufenthalt wieder und checken 12h vor Abflug wieder ein. Hier ist die Krise präsent. Alle mindestens mit Masken oder sogar Vollschutz. Man spürt die Nähe des Epizentrums. 13h später fliegen wir in einer voll besetzten 767 der United nach München. Endlich Heimat! Ich meine Deutschland, denn wir sind aus dem Norden. Ich will den Bayern hier nicht zu nahe treten. Wir dachten nach der Landung, jetzt geht es los. Aber weit gefehlt, nichts! Keine Kontrollen, keine Anweisungen, nichts! Wieder im Laufschritt zum nächsten Flieger nach Hamburg. Nur 10min Umsteigezeit!! Als wir am Gate völlig außer Atem ankommen, rollt die "leere" Maschine gerade vom Gate. Obwohl man wußte, dass wir kommen, war LH nicht bereit, 5 min zu warten. "Der Flugplan muss eingehalten werden". Ich fliege oft LH und bin noch nie pünktlich weggekommen. Wir fragten uns, wo die versteckte Kamera ist. Die Dame am Counter war bereit, kulanterweise kostenfrei umzubuchen. Wartezeit bis zum Flug: 9h. Jetzt reichts. Nach über 40h ohne Schlaf bekam die Mitarbeiterein "leider" unseren vollen Frust zu spüren. Die Entschuldigung folgte von uns jedoch umgehend. Also jetzt die DB testen. Entgegen allen Unkenrufen hat alles geklappt. Lediglich der ICE im Münchener Hauptbahnhof  fuhr uns vor der Nase weg. Aber die Bahn fährt trotzdem 30min später. So sitzen wir jetzt im ICE über Berlin nach Hamburg und kommen auf die Minute in Hamburg an. Danke Deutsche Bahn. Jetzt noch 30min nach Hause und ins Bett. Inzwischen sind es 52h ohne Schlaf.

Fazit: Trotz der Widrigkeiten mit Corona - keiner konnte dies ahnen - haben wir unseren Urlaub fast komplett durchführen können. Andere hatten weniger Glück. Wir würden diese Art zu Reisen jederzeit wieder rmachen. Noch einmal A-Klasse muss nicht sein, obwohl wir uns an den Luxus gewöhnen können.  Mit so einem riesigen Teil in die Stadt oder bei den Sehenswürdigkeiten, ist zum Teil schwierig. Das WoMo ist auch 13" hoch. Zweimal wären wir fast unter einer zu niedrigen Brücke durch. Hätte nicht gedacht, dass es solche Brücken überhaupt noch gibt. Der defekte Wasserstandsmelder ist ärgerlich aber händelbar. Die Propananzeige ist auch ungenau und es ist besser direkt am Tank abzulesen.

Ansonsten hier eine Zusammenfassung über das WoMo. Das WoMo ist 30.3 ft lang und wiegt etwa 8 Tonnen. Die Maschine ist ein Ford V10 mit 6,8l Hubraum und etwa 350PS. Die Tanks für Frisch-, Schwarz- und Grauwasser sind groß genug. Auch der Warnwasserbereiter reicht für zwei Duschen völlig. Die Batterie sollte nach einer Nacht mit Heizung wieder geladen werden. Eine zweite Nacht würde die wohl nicht durchhalten. Den Generator haben wir nicht genutzt. Auf den CG war Strom immer vorhanden. Die Slide Outs lassen sich nur bei laufendem Motor ausfahren. Kein Problem. Allerdings gibt es keine Sperre, die verhindert, dass man mit den ausgefahrenen Dingern auch losfährt. Auch die Markise fährt elektrisch aus. Unter dem WoMo sind hydraulische Stützen verbaut. In Betrieb sind die allerdings nicht. Die Antwort von RoadBear war, dass man damit zu viel Ärger hat. Schade, denn so hätte das WoMo auf den CG jedesmal super ausgerichtet werden können. Wir verstehen nicht, dass bei einem WoMo von ca. 135.T$ solche Dinge nicht funktionieren. Die Anschlüsse für Abwasser, City Wasser, Strom, Kabelfernsehen usw. liegen alle super erreichbar. Allerdings liegen die Wasseranschlüsse für den Tank und der Anschluß für City Wasser jeweils auf einer Seite. Die verbaute Klimaanlage haben wir nicht genutzt. Allerdings fallen einem die Ohren ab, wenn die eingeschaltet wird. Ausgestattet war das WoMo mit allem, was für den Urlaub benötig wird. Vermisst haben wir außer einem Mülleimer eigentlich nichts. Da alles neu ist, sollte berücksichtigt werden, dass Handtücher noch diese "Imprägnierung" haben. Ich glaube jeder weiß, was ich meine. Schade ist, dass der riesige Bildschirm im Armaturenbrett kein Navi hat. Ich finde, heutzutage sollte das eigentlich kein Thema mehr sein. Als Tipp: Bei WalMart eins kaufen, pfleglich behandeln und am Ende bei WalMart wieder abgeben. Auf dem Handy hat sich bei uns "Here" hervorragend bewährt, weil offline verwendbar. Hilfreich bei der Tour war sicherlich die App "Campendium" Ob eine Datenkarte für das Tablet notwendig ist, muss jeder selbst entscheiden. Wir hatten eine dabei aber jeder McDonalds, Starbucks, WalMart uvm. hat freies WiFi.

Ach ja, Thema tanken: Wir hatten eine amerikanische Debit-Karte dabei. Dies macht das Tanken sehr leicht, da man nicht gezwungen wird, in das Office zu gehen. Allerdings und das war mir neu, mehr als 75$ oder auch 100$ kann nicht getankt werden. Wenn der Tank noch nicht voll ist, muss man zur nächsten Tanke weiterfahren. Ein zweites Mal wird die Karte nicht akzeptiert. Auch ist der Einfüllstutzen auf der Rückseite links. Die Säulen müssen auf der Fahrerseite sein, sonst reicht der Rüssel nicht.....

Schade, dass unsere Tour so abruppt abgebrochen werden musste. Die schönsten Parks stehen somit leider noch auf unserer Bucket-List. Das heisst, Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Wir werden diese Art zu reisen, auch so früh im Jahr, sicherlich wiederholen. 

Ich hoffe, dass dieser kleine Reisebericht all denen etwas hilft, die solch eine Tour noch vor sich haben. 

Viel Spaß JK

Werner Krüsmann
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Beigetreten: 19.08.2010 - 07:31
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RE: WoMo-Überführung von Chicago nach Las Vegas März 2020

Hallo Jörg

Danke für deinen kompakten aber sehr interessanten Reisebericht. Wir haben 2014 nach Las Vegas überführt, jedoch mit einem 24 ft RV und ohne Corona Einschränkungen.

Liebe Grüße

Werner

Eine Reise gleicht einem Spiel. Es ist immer etwas Gewinn und Verlust dabei - meist von der unerwarteten Seite.“ (Goethe)

Zille
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Beigetreten: 29.12.2013 - 14:59
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RE: Kurzbericht: WoMo-Überführung von Chicago nach Las Vegas Mär

Auch von mir Danke für den RByes Na ja dann bleiben eben Ziele muss man positiv sehenwink

Liebe Grüße aus Berlin,

Thomas

Locker bleiben, Ball flach halten dann wird es ein perfekter Womourlaub

Siggi2
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Beigetreten: 23.08.2012 - 20:47
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RE: Kurzbericht: WoMo-Überführung von Chicago nach Las Vegas Mär

Hallo Jörg,

das darf doch nicht wahr sein: Du musst ein A-Class übernehmen, was du gar nicht wolltest und ich habe für unsere 3. Überführung mir die A-Klasse gewünscht und bekam fast den kleinsten C22. 

An welchem Tag habt ihr übernommen und sind beide Busse nach Warakusa gefahren? Wir haben am 12.März gemeinsam mit ca. 7-8 Pärchen aus einem Bus in Middlebury übernommen, da gibt es keine A-Klasse. Ich vermute dass die RB-Mannschaft abwechselnd in Warakusa und Middlebury im Einsatz war und wir beide zufällig am falschen Tag die Übernahme angemeldet haben.

Habt ihr kein Navi von RB kostenlos dazu bekommen, weil ihr das vom Walmart holen musstet? Das ist doch eigentlich Standard bei RB.

Dass der Tankstutzen auf der Fahrerseite ist find ich gut, dadurch ist der Abstand zur Säule besser einzuschätzen.

Grüße aus dem Havelland

Siegfried

Jörg Knorr
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Beigetreten: 01.04.2020 - 18:37
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RE: Kurzbericht: WoMo-Überführung von Chicago nach Las Vegas Mär

Hallo Siegfried,

danke für Deinen Kommentar. Wir hatten uns den "kleinsten" gewünscht, weil wir den bereits 2017 ausgiebig testen konnten. Bereits im Hotel hat man uns den großen zugeteilt und tauschen ist nicht möglich. Die beiden Reisebusse sind komplett nach Wakarusa zu Thor Motor Coach gefahren. (11.03.2020) Ein Navi haben wir selbstverständlich erhalten, jedoch muss man dieses bei einer "normalen" Mietzeit mit ca. 11$/Tag dazubuchen. Daher der Tip mit WalMart. Das hat in 2011 bereits funktioniert..

Viele Grüße aus dem Norden

Jörg

Fredy
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Beigetreten: 21.08.2009 - 14:53
Beiträge: 7946
RE: Kurzbericht: WoMo-Überführung von Chicago nach Las Vegas Mär

Hallo zusammen

Als Tipp: Bei WalMart eins kaufen, pfleglich behandeln und am Ende bei WalMart wieder abgeben.

Klar wenn man das GPS bei E-Bay zu Hause kauft, dann kostet es etwas. Eigentlich müsste man die Kits auch nicht kaufen, den Gasgrill und vieles mehr auch nicht. Man kauft das einfach bei Walmart und gibt es am Ende der Mietzeit gegen volle Erstattung wieder ab. Geiz ist Geil!

Ich weiss nicht, ich finde das einfach krank.

 

Herzliche Grüsse,

Fredy

 

Siggi2
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Beigetreten: 23.08.2012 - 20:47
Beiträge: 163
RE: Kurzbericht: WoMo-Überführung von Chicago nach Las Vegas Mär

Hallo Jörg,

sorry, aber bei den Überführungen ist doch das GPS im Paket drin ohne Aufpreis. Zumindest war das bei uns so bei Buchung über Michael Thoss. Wir haben nur für unsere kleine Gruppe mit 2 Womos einen Hotspot mit unbegrenztem Datenvolumen dazu gebucht. Am Heckfenster des voraus fahrenden Womos befestigt hatten alle Wifi während der Fahrt. Für ein Fahrzeug wäre der Hotspot viel zu teuer.

Da hätten wir also tatsächlich nur einen Tag früher übernehmen müssen und es hätte funktioniert mit der A-Klasse.

Grüße aus dem Havelland

Siegfried