Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

06. Vom Lake Powell zum Grand Canyon North Rim

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simara
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06. Vom Lake Powell zum Grand Canyon North Rim
Eckdaten zum Reiseabschnitt

Mittwoch, 21.8.19

Als wir im Mai in die wirklich kurzfristige Planung der Reise einstiegen, gab es ein paar Wünsche, die unbedingt realisiert werden sollten. Die Kinder wollten zum Grand Canyon. Und da wir es nicht unbedingt lieben, uns in die Menschenmassen zu stürzen, habe ich den ruhigeren North Rim eingeplant. Die Anfahrt ist länger als zum South Rim, dafür kommen nur 10 Prozent der Besucher zum nördlichen Teil. Wir konnten sogar noch für zwei Nächte einen Campground vorreservieren!

Immer noch leicht mit dem Jetlag kämpfend, habe ich mich frühmorgens über den herrlichen Sonnenaufgang gefreut.

Begonnen haben wir den Morgen ganz gemütlich mit einem ausgiebigen Frühstück und einem gemütlichen Bad im Lake Powell.Danach stand die Herausforderung an, den Weg vom Ufer durch die Sandpiste nach oben auf die Straße zu schaffen. Wir hatten bereits anderen Fahrzeugen gut zugeschaut bei den Versuchen, die Sandkuhlen zu vermeiden, und eine gewisse Strategie gefunden. Unsere nette Nachbarin mit dem 4WD bot uns an, uns hinaufzulotsen, und das war dann auch sehr beruhigend.

Ich weiß, Page bietet ganz viel Action, und der Lake Powell auch. Das kostet alles einen ganzen Haufen Geld, vor allem, wenn man zu fünft unterwegs ist. Wir wollten auf unserer Reise uns auf die nicht kostenflichtigen Unternehmungen konzentrieren!

Wir haben uns den Glen Canyon Dam angesehen und die Ausstellung im Carl Hayden Visitor Center, das war sehr interessant. Wenn man darüber nachdenkt, welche Auswirkungen so ein Damm auf das Ökosystem hat, ist das schon schwindelerregend. Da wird der Colorado aufgestaut und dem Fluss über seinen Verlauf so viel Wasser entnommen, dass der große, mächtige Colorado seit praktisch 20 Jahren nicht mehr den pazifischen Ozean erreicht und irgendwo auf dem Weg als kleines Rinnsal untergeht. Nach der eindrücklichen Ausstellung wundert man sich um so mehr, warum vor dem Visitor Center unbedingt die Grünflächen bewässert werden müssen und ein Springbrunnen plätschert.

 Danach haben wir uns auf den Weg gemacht Richtung Grand Canyon, und bei Lees Ferry eine wunderbare Mittagspause verbracht. Lees Ferry dient als Anlegehafen für diverse River Rafting Touren, und wir konnten eine Gruppe Wildwasserfahrer bei den Vorbereitungen beobachten. Es war brütend heiß. So heiß, dass wir vorgezogen haben, unser Mittagessen (tiefgefrorene Früchte in Yoghurt-Sahne-Creme mit Haferflocken) definitiv nicht draußen zu genießen, sondern im klimatisierten Wohnmobil. Es wollte auch niemand eine kleine Wanderung ins Marble Canyon versuchen.

Stattdessen haben wir uns mal wieder ein Bad genehmigt...... Uns es war eisig eisig kalt!!!!!!

Dasselbe Wasser, was morgens im Lake Powell so wunderbar wohltemperiert war und zu stundenlangem Schwimmen einlud, war hier nach dem Staudamm einfach nur EISkalt!

So kalt, dass ich mich nur quietschend mit den Füßen reingetraut habe, die Kinder dann als Mutprobe gewettet haben, ob sie es schaffen, ganz unterzutauchen....ihr kennt das bestimmt, wenn das Wasser so kalt ist, dass es richtig in der Haut beißt und zwackt. Ein merkwürdiger Kontrast, draußen an die 40 Grad Celsius, und dazu das  eisige Wasser.

So gemütlich war das Baden dann doch nicht, und so fuhren wir am Fuße der Vermillion Cliffs in Richtung Grand Canyon. "Vermillion" heißt auf deutsch "Zinnoberrot": das war mal eine Farbe in meinem Malkasten,und ich fand das Wort damals ziemlich interessant. Die Cliffs sind wunderschön und ich speichere sie mal wieder unter der Kategorie "hoffentlich habe ich später noch einmal die Gelegenheit, hierher mit viel Zeit und Energie zurückzukehren" ab.

Wir begnügen uns dieses Mal mit dem Blick aus dem Wohnmobil. Wie große Murmeln liegen mächtige Felsbrocken am Fuße der Berge.

 

Wie leider schon erwartet, ziehen sich die Meilen, dann kommt Jakob Lake, was aber gar kein See ist, die große Ebene vom Kaibab National Forest, und endlich, endlich kommen wir am North Rim Campground an. Angenehm sind Temperaturen hier oben nach der Hitze über Mittag, wir freuen uns, dass wir endlich unser Plätzchen für die kommenden zwei Nächte erreicht haben. Und tatsächlich reicht die Energie noch für einen kurzen Spaziergang über den Campground und für einen ersten Blick auf den Grand Canyon! Unsere Kinder sind vom Anblick begeistert- dabei haben sie bisher "nur" ein bescheidenes Seitental gesehen und noch nicht das große Canyon.

Kommt in echt hal tdoch noch besser rüber als auf einem Foto im Schulbuch, gell?

Grillen, Zelt aufbauen, gute Nacht!

 

 

 

 

Sturmpfeil
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Beigetreten: 13.11.2017 - 11:44
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RE: 06. Vom Lake Powell zum Grand Canyon North Rim

Danke für den spannenden Bericht, ich freue mich schon auf die Fortsetzung!

Und Gratulation zum Mut, trotz der Krankheit eurer Tochter ein solches Abenteuer zu wagen. Ich kann euch ein bisschen nachfühlen. Unsere Herausforderung ist die Erdnussallergie (mit Anaphylaxie) unseres Sohns, da ist das Auswärtsessen (oder Hotelaufenthalte) immer ein Risiko bis unmöglich und wir kochen darum wann immer es geht selber...

Viele Grüsse

Claudia

simara
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Beigetreten: 28.10.2009 - 20:25
Beiträge: 263
RE: 06. Vom Lake Powell zum Grand Canyon North Rim

Liebe Claudia,

mit einer Erdnussallergie habt ihr euch eindeutig eine ganz miese Einschränkung eingehandelt. Das steht ja fast überall drauf: kann Spuren von Erdnuss enthalten....

Aber da ist ein Wohnmobil doch eine wunderbare Möglichkeit, sich selber zu versorgen.

Viele Grüsse, Simara

Sturmpfeil
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Beigetreten: 13.11.2017 - 11:44
Beiträge: 207
RE: 06. Vom Lake Powell zum Grand Canyon North Rim

Hallo Simara

Ja, es ist nicht immer leicht und oft frustrierend...aber das kennst Du ja selber wohl gut genug!
 

Und stimmt, genau deshalb haben wir auch zu Hause einen eigenen Wohnwagen um so unbeschwert die Ferien zu verbringen.

Viele Grüsse

Claudia