Der Tag fing wieder einmal früh an. Aufgrund der angespannten Parkplatzsituation am Jenny Lake wollten wir früh an unserem heutigen Tagesziel ankommen. Zunächst mussten wir jedoch feststellen, dass unsere Batterie wieder einmal leer war. Das konnten wir uns nicht wirklich erklären und ließen es erstmal auf sich beruhen.
Am Jenny Lake war der Parkplatz noch nicht allzu voll, es wurde jedoch mit jeder Minute voller. Wir frühstückten erstmal und schnürten dann die Wanderschuhe. Wir wollten zunächst um den halben See laufen, hoch bis zum Inspiration Point und dann gegebenenfalls noch einen Teil des Cascade Canyons. Für den Rückweg würden wir vielleicht das Boot nehmen, oder wieder laufen.
Wir starteten gegen 8 Uhr bei schönstem Sonnenschein. Am Bootsanleger war schon eine kleine Schlange. Der Weg um den See war nicht immer ganz einfach. Es ging teilweise bergauf und der Weg war oft eng.

Nach einer halben Stunde sah ich einen Schatten im Gebüsch: ein Elch! Wir hatten ihn einige Minuten ganz für uns. Als die nächsten Wanderer kamen, zeigten wir ihnen das große Tier und gingen selbst weiter. Einige Zeit später trafen wir auf eine Gruppe, die aufgeregt in den Wald deutete und fotografierte. Irgendwann erkannten wir, dass es sich um einen Bären handelte. Er war jedoch zu weit weg und zu sehr in den Büschen versteckt, um einen guten Blick zu erhaschen.

Je näher wir den Hidden Falls kamen, desto mehr zog es sich zu. Es würde doch wohl nicht regnen? Auf unsere Regenjacken hatten wir aufgrund des schönen Wetters verzichtet. Wir bewunderten zunächst die Hidden Falls und stiegen dann auf zum Inspiration Point. Währenddessen begann es tatsächlich zu regnen und weit und breit gab es nichts, wo man sich unterstellen konnte. Wie wir feststellten, waren wir aber nicht die einzigen ohne Regenjacken.


Den Cascade Canyon wollten wir nun doch nicht mehr laufen, bei dem Wetter würde das nicht wirklich Spaß machen. Also stiegen wir wieder ab. Plötzlich änderte sich das Wetter wieder und die Sonne kam wieder hervor. Wieder hoch zum Cascade Canyon kam jetzt aber auch nicht mehr in Frage. Wir schauten nochmal kurz bei den Hidden Falls vorbei und suchten uns dann ein schönes Plätzchen für ein Picknick. Ein kleines Ground Squirrel hüfte die ganze Zeit um unsere Füße und hätte sooo gerne ein paar Krümel von den Keksen, aber wir blieben standhaft und passten auf, dass es uns nichts wegschnappt.

Wir hätten nun mit dem Boot zurückfahren können oder den gleichen Weg zurück gehen. Da es aber noch sehr früh war und wir gerne noch mehr wandern wollten, entschieden wir uns, den See einmal komplett zu umrunden.
Nach dem Bootsanleger wurde es deutlich ruhiger und wir trafen nur noch selten andere Leute. Wir genossen das schöne Wetter und die tollen Ausblicke. Unterwegs trafen wir dann auch noch ein Murmeltier. Wir liefen bis zum String Lake, wo wir den Fluss, der beide Seen verbindet, überqueren konnten. Anschließend ging es am Ufer des Jenny Lake weiter. Ein Teil des Wanderweges war auch Teil des Jenny Lake Scenic Drives.


Um kurz nach Mittag kamen wir nach über 15 km wieder am Visitor Center an. Hier hätten wir jetzt gerne ein paar Souvenirs gekauft, aber leider gab es einen großflächigen Stromausfall aufgrund des Unwetters am Vormittag (von dem wir zum Glück nur den kurzen Regenschauer mitbekommen hatten). Wir entschieden uns dann, zur Jackson Lake Lodge zu fahren und uns dort umzuschauen. Von der Terrasse hat man einen wunderschönen Blick auf den Jackson Lake. Und in der vorgelagerten Wiese sahen wir in der Ferne sogar noch eine Elchkuh mit Kalb!

Ein weiterer Stopp führte uns ins Colter Village. Auch hier sahen wir uns nochmal um und traten schließlich den Rückweg zum Campground an. Hier nutzten wir nochmal das Wifi in der Lodge und ließen den Abend dann am Feuer ausklingen.
Unsere Batterie war nach der Wanderung übrigens wieder voll, sie hatte sich vermutlich durch das Solarpanel aufgeladen. Abends war sie aber bereits wieder ziemlich leer…