Am heutigen Tag wollten wir den südöstlichen Teil der Grand Loop Road erkunden. Der Wecker klingelte wieder einmal zeitig, um den Tag voll auszunutzen.
Nach einem entspannten Frühstück machten wir uns auf den Weg zu unserem ersten Ziel, dem Hayden Valley. Unterwegs kamen wir zufälligerweise wieder an den Gibbon Falls vorbei, und diesmal gab es auch noch einen Parkplatz für uns. Somit hatten wir diesen Punkt doch noch erledigt.

Einen weiteren Punkt konnten wir kurz darauf abhaken: Die Fahrzeuge vor uns wurden immer langsamer, bis sie schließlich zum Stehen kamen. Erst dachten wir, dass vielleicht ein Bär / Wapiti / Bison fotografiert würde und die Fahrzeuge deshalb langsamer wurden. Als sie aber ganz zum Stehen kamen und wir dann eine kleine Bisonherde am Straßenrand entdeckten, wussten wir, dass wir tatsächlich in einen “Bison-Jam” geraten waren. In aller Seelenruhe trotteten die Tiere auf der Straße und am Straßenrand herum, hatten scheinbar kein wirkliches Ziel. Vielleicht wollten sie auch nur ein paar Autofahrer verärgern bzw. erfreuen (so wie uns). Nach etwa zehn Minuten entschlossen sie sich dann aber doch dazu, die Straße zu räumen und in den Wald zu verschwinden.

Im Hayden Valley angekommen, nutzten wir einige der zahlreichen Möglichkeiten, das WoMo abzustellen und die Tiere zu beobachten und zu fotografieren. Wir genossen die malerische Landschaft und das wieder einmal herrliche Wetter.

Weiter ging es zur Mud Volcano Area. Wie der Name schon vermuten lässt, lassen sich hier hauptsächlich Schlammtöpfe und wunderbar matschig, blubbernde Erdlöcher finden.
Wir liefen vom Parkplatz aus den linken Weg hoch und entdeckten die ersten Schlammtöpfe. Beim Churning Caldron staute es sich plötzlich und die ersten Leute erzählten etwas von einem Bison. Wir waren neugierig und liefen weiter in Richtung Sour Lake. Jetzt sahen wir plötzlich, was die Leute meinten. Direkt neben dem Holzsteg stand ein großes Bison und an weiterlaufen war erstmal nicht zu denken. Das beeindruckende Tier rieb sich am Steg und wälzte sich im Staub. Ein tolles Erlebnis, das so hautnah mitzuerleben. Irgendwann stieg das Bison über den Steg, schaute sich am See um und gesellte sich dann zu seinem Kumpel am Ufer. Der Weg wäre nun frei gewesen, allerdings war er (wegen Bauarbeiten?) gesperrt, sodass wir erst zurück zum Parkplatz mussten und von da aus nochmal den rechten Weg hoch laufen mussten.


Unser nächstes Ziel war der Yellowstone Lake. Hier wollten wir den 4 km langen Storm Point Trail laufen. Am Trailhead bekamen wir problemlos einen Parkplatz und stiefelten kurz darauf los.
Zunächst ging es über eine offene Wiese, später durch den Wald und dann am Wasser entlang bis zum Storm Point. Unterwegs sahen wir Murmeltiere und nur wenige Menschen.
Am Storm Point machten wir eine Pause und stärkten uns mit kühlen Getränken und Keksen.

Nach unserer Wanderung entschieden wir uns für einen kleinen Stopp im Visitor Center und Souvenirshop bei Fishing Bridge.
Das nächste Ziel war das West Thumb Geyser Basin. Dieses liegt wunderschön direkt am Yellowstone Lake. Es besticht besonders durch seine hellblauen Pools und die Geysire, die am Ufer bzw. im See sind (z.B. der Fishing Cone). Wir liefen einmal das ganze Becken ab, fuhren dann ins Grant Village, checkten auf dem Campground ein und aßen noch eine Kleinigkeit im General Store.


Um 17:30 Uhr war es dann soweit. Wir hatten gestern noch spontan einen Kajakausflug über Prismatic Tours für heute gebucht. Dieser startete an der Grant Marina. Zu unserer Überraschung waren wir die einzigen Teilnehmer. Unser Guide Dylan erklärte uns erstmal, wie alles funktionierte und schon bald waren wir auf dem Wasser. Insgesamt hatten wir etwa 9 km vor uns, wir wollten einmal bis zum West Thumb Geyser Basin und wieder zurück fahren. Wir kamen schnell voran und etwa auf halber Strecke zum Basin machten wir einen Zwischenstopp an einem kleinen Strand. Dylan zeigte uns Grizzlybär Spuren, Pflanzen und Obsidian, welchen er aus dem Sand filterte. Er hatte viele Infos über den Park, seine Bewohner und die Geologie. Er erzählte uns auch von einem interessanten Buch: Death in Yellowstone. Hier wird beschrieben, auf welch unterschiedliche Weisen Menschen im Park zu Tode kamen. Dies wollten wir uns merken und am nächsten Tag nochmal im Store vorbeischauen.
Als wir am West Thumb ankamen, hatten wir nochmal eine völlig andere Sicht als am Nachmittag. Der Sonnenuntergang und die Ruhe auf dem Wasser machten die Szenerie noch schöner. Hinter dem Basin drehten wir und fuhren wieder in Richtung Grant Village. Nach drei wirklich schönen Stunden stiegen wir aus dem Wasser und bedankten uns bei Dylan für die tolle und informative Tour.

Zurück auf dem Campingplatz duschten wir schnell im Duschhaus und es gab noch ein kleines Abendessen im Camper. Unsere schöne Site, die in der Nähe des Sees lag, konnten wir leider gar nicht nutzen, da es schon fast dunkel war, als wir ankamen.