Bereits gegen 7 Uhr rumpelten wir mit unserem Wohnmobil los. Es sollte endlich in den Yellowstone Nationalpark gehen. Trotz der größeren Distanz hatten wir uns entschieden, den Yellowstone über den North East Entrance zu betreten. Der Weg dorthin führt von Cody über den Chief Joseph Scenic Byway.
Diese wunderschöne Strecke bot uns einen fantastischen Blick auf die umliegenden Berge. Am ersten Aussichtspunkt, dem “Dead Indian Summit Overlook", wurden deshalb erstmal eine Menge Fotos geschossen. Als das erledigt war, holten wir das Frühstück nach. Das schmeckte bei so einer Aussicht gleich doppelt so gut.

Nach dem Aussichtspunkt beginnt der kurvige Teil der Strecke, diese ist aber mit dem WoMo kein Problem. Unten angekommen erreichten wir die Sunlight Bridge. Hier hat man einen schönen Blick auf den darunter fließenden Sunlight Creek und man möchte gar nicht darüber nachdenken, wie es wäre, von der Brücke oder den umliegenden hohen Klippen in den Fluss zu fallen.

Ein paar Kilometer weiter erwartete uns eins der Highlights des Tages. Die Crazy Creek Falls. Hier ist der Name Programm. Wir hatten keine Probleme auf dem kleinen “Parkplatz” einen Platz zu finden. Es ging dann relativ steil an der Seite des Crazy Creeks hoch. Mit lautem Getöse rauschten hier unzählige Liter Wasser in der Sekunde an uns vorbei. Man weiß gar nicht so recht, was hier wirklich Wasserfälle und was nur normaler Fluss ist. Es wird alles mitgerissen, was sich dem Fluss in den Weg stellt. Einfach ein spektakuläres Schauspiel. Die meisten Leute entfernten sich nur wenige Meter vom Parkplatz, sodass wir die Fälle oben fast ganz für uns hatten. Mit einem kühlen Getränk und ein paar Keksen machten wir ein kleines Picknick direkt am Ufer.

Leider mussten wir irgendwann weiter, aber die Aussicht auf den Yellowstone ließ uns das “leider” schnell vergessen.
Am Eingangsschild wurde das obligatorische Foto geschossen und durch das unbesetzte Gate erreichten wir den Nationalpark.
Zunächst veränderte sich die Landschaft kaum. Die Straße führte durch den Wald. Aber irgendwann öffneten sich die Bäume und das Lamar Valley lag vor uns.
Die ersten Bisonherden kamen in Sicht, wir stellten den Camper ab und liefen ein Stück des Lamar River Trails.

Zurück auf der Straße lief plötzlich ein Koyote direkt neben unserem Wohnmobil her.
Kurz vor Tower Junction erklommen wir auf einer Picnic Area einen kleinen Hügel und hatten einen ersten schönen Blick auf den Yellowstone River.
Kurz darauf gab es einen Stau auf der Straße und wir sahen unseren ersten Schwarzbären in diesem Urlaub. Volltreffer!

Nach einem Halt an den Undine Falls ging es erstmal zum Campground. Wir checkten allerdings nur schnell ein und fuhren dann wieder nach Mammoth rein. Ein Parkplatz direkt an den Mammoth Terraces war nicht zu bekommen, aber weiter unten im Ort war genug frei. Wir sahen uns erstmal im Visitor Center um und liefen dann zu Fuß zu den Terassen.

Ein wirklich surrealer Anblick. Wir kamen aus dem Fotografieren gar nicht mehr raus. Auch eine (ungiftige) Schlange ließ sich ablichten. Zunächst liefen wir den unteren Trail komplett ab und da der obere Scenic Loop für RVs gesperrt ist, entschieden wir uns, diesen auch noch zu laufen. Dass wir dort oben keine anderen Wanderer treffen würden und uns sogar unterwegs noch eine Rangerin ansprach, was wir hier machen würden und ob wir nicht mitfahren wollen, hatten wir nicht erwartet. Aber nachdem uns die Rangerin noch eine schöne Wanderung gewünscht hatte, gingen wir den Weg tapfer bis zum Ende. Nochmal würde ich das aber nicht machen. Die unteren Terrassen waren deutlich schöner.



Wir waren jetzt ziemlich geschafft vom Laufen, der Wärme und der Höhe. Wir nutzten nochmal ausgiebig das Wlan des Visitor Centers (unwissend, dass es weder Empfang noch Wlan in den nächsten Tagen geben würde) und kehrten dann zum Campground zurück. Hier ließen wir unseren ersten Tag im Yellowstone am Feuer Revue passieren.
