Was wäre ein Reisebericht ohne ein Fazit! Reichlich Bedenkzeit hatten wir ja jetzt, um mit Abstand die Tops und Flops dieser Reise noch einmal zu rekapitulieren und eines steht fest: Was uns nun noch als Flop im Kopf geblieben ist, war wohl wirklich doof 😊
Doch ich kann euch beruhigen … wie dies Womo-Urlauben in den USA so eigen ist, war es auch dieses Mal ein traumhafter Trip, unglaubliche Natur und die gleichbleibende Sehnsucht immer und immer wieder zu kommen. Auch Nordkalifornien ist gigantisch und mit den Bäumen und dem Nebel wundervoll mystisch – ein paar weniger Waldbrände hätten es sein dürfen, aber damit muss man im Herbst im Westen der USA einfach leben.
Harte Eckdaten auf einen Blick
Wir waren in 2023 insgesamt 30 Tage unterwegs, davon 27 Nächte im Womo und drei - bzw. wenn man den Anreisetag nach Frankfurt mitrechnet - vier Nächte im Hotel. Während unserer Tour haben wir knapp über 2000 Meilen in den Staaten Kalifornien, Nevada und Oregon zurückgelegt. Geflogen sind wir mit der Lufthansa von FRA-SFO und retour, An- und Abreise nach/von Frankfurt mit der Deutschen Bahn und Fahrten in den USA mit Uber.
Gebucht und geplant haben wir dieses Mal fast alles kurzfristig, sprich weniger als vier Wochen vor Abreise xD total untypisch für mich. Die Ausnahme bildete logischerweise die Buchung des Lower Pines im Yosemite NP, die ich sekundengenau 6 Monate zuvor vorgenommen hatte und Anstoß dieser Reise und Routenführung war.
Erfahrungen CU Camper und El Monte
Das Womo haben wir nach den erstklassigen Erfahrungen in 2022 wieder bei El Monte über CU Camper gebucht inkl. Küchenausstattung und 2000 Meilen. CU Camper stand uns auch bei unserer fünften Reise in die USA als verlässlicher Partner zur Seite, dort sind wir einfach rundum zufrieden. Auch bei El Monte in San Francisco fühlten wir uns grundsätzlich gut aufgehoben, insbesondere die schnelle Übernahme (!) und Rückgabe waren klasse. Die Einführung durch die Mitarbeiterin war jedoch deutlich verbesserungswürdig, für uns als erfahrene Mieter jedoch vernachlässigbar. Die Womoline selbst (Motorhome C Medium, 25 ft) hat uns einwandfrei durch den Urlaub begleitet, Solarpaneel und Hausbatterien haben ausreichend gut für unseren solarbetriebenen Kühlschrank funktioniert – auch deshalb weil wir hier mit Erfahrung entsprechende Einstellungen vornehmen konnten – und die üblichen Zipperlein wie bröselnde Schubladen, schlecht schließende Fliegentür etc. gehören zu dem Mieterlebnis in den USA dazu 😉

Rentiert hat sich für uns der Verzicht auf die „persönliche Ausstattung“ bei der Buchung, die wir durch Mitnahme von Schlafsäcken & Co. sowie durch Kauf der für uns wichtigsten Dinge vor Ort kompensiert haben. Die Kosten für Besen und Kehrblech, welches wir unterwegs gekauft haben, weil im Küchen-Kit fälschlich nicht enthalten, wurden uns anstandslos erstattet. Wir würden uns sehenden Auges jederzeit wieder für El Monte entscheiden.
Campgrounds und Hotels
In 2023 haben wir an insgesamt 22 verschiedenen Campgrounds Station gemacht, davon habe ich 15 von Deutschland aus vorgebucht. Mehrfachübernachtungen waren in diesem Jahr rar gesät, nur 3x waren wir länger als eine Nacht vor Ort – allerdings sind wir häufig nur ein paar Meilen „gehüpft“. Längster Aufenthalt war mit vier Nächten im Yosemite NP auf dem Lower Pines CG, je zwei Nächte am Manzanita Lake im Lassen Volcanic NP und auf dem Elk Prairie CG in den Redwoods.
- teuerster CG: Zephyr Cove Resort RV Park & CG: $90
- günstigster CG: Lava Beds NM: $10 (fcfs)
Unsere drei liebsten Campgrounds dieses Jahr waren:


Überraschend positiv sind uns zudem die beiden privaten CGs Lighthouse Cove RV Park und Sutherlin/Umpqua Valley KOA in Erinnerung geblieben. Private Plätze fallen ja natürlicherweise hinter staatliche Plätze zurück und sind somit nicht wirklich vergleichbar, aber bei den beiden Genannten passte für uns das Kosten-Nutzen-Verhältnis und wir haben uns sehr wohl gefühlt.
Insgesamt war kein einziger echter Flop dabei, selbstverständlich waren auch die CGs an der Oregon Coast mit Stromanschluss schön, hier und da ist der Funke – vielleicht auch wegen des usseligen Wetters – jedoch nicht übergesprungen. Beim Jesse M. Honeymoon Memorial SP z. B. blieb ein beständiges mulmiges Gefühl, was nicht rational zu erklären ist, dennoch würden wir hier bei den schönen Alternativen an der Küste nicht noch einmal hinfahren.
Auch mit allen gebuchten Hotels waren wir zufrieden, alle Drei haben wir insbesondere wegen der Lage ausgewählt.
Reisezeit und Wetter
In der ersten Hälfte unseres Urlaubs wurden wir von absolutem Kaiserwetter verwöhnt – bessere Bedingungen im Yosemite NP kann ich mir kaum vorstellen, was bestimmt auch ein Grund war, warum uns die Tage hier so nachhaltig positiv im Gedächtnis geblieben sind. Am Crater Lake holte uns dann der Rauch der Waldbrände in Nordkalifornien ein, der dann gründlich von den Niederschlägen der nächsten Tage weggewaschen wurde. Dass ausgerechnet die herbeigesehnten Tage in Oregon so verregnet waren, war unschön, muss man in dieser Jahreszeit aber natürlich mit rechnen. Mehr noch als die Feuchtigkeit hat uns in diesem Kontext die Kombination mit der Kälte zugesetzt. Die Minusgrade nachts im Lassen Volcanic NP waren das Eine, viel ungemütlicher war jedoch die Feuchtkälte an der Küste, die uns jeweils ab nachmittags ins Innere der Womoline vertrieben hat. In San Francisco begrüßte uns dann zum Abschied wieder ein strahlend blauer Himmel.



Wir lieben den Reisemonat September, an die nordkalifornische Küste würden wir zu dieser Jahreszeit aber wohl nicht noch einmal fahren – es war uns einfach ein paar Grad zu kühl für unseren „Sommerurlaub“.
Wanderungen und Aktivitäten
In 2023 haben es uns insbesondere die langen und herausfordernden Wanderungen angetan, unsere drei Favoriten:
Die schönste Überraschung bildete das Lava Beds NM, welches uns ein unverhofftes Höhlen-Highlight und uns ganz andere Einblicke bescherte. Der „rundeste“ Tag an der Küste war der in den Oregon Dunes und in Bandon mit Sand, Seelöwen und Sonne.

Echte Aktivitäts-Flops bzw. Wanderungen, die uns nicht gefallen haben, hatten wir nicht. Alle angesteuerten Spots würden wir wieder besuchen. Wetterbedingt konnten wir einige vermeintliche Highlights wie z. B. die geplanten Hikes am Crater Lake leider nicht angehen – ein Grund bei besseren Bedingungen wiederzukommen 😉
€€€ Kosten $$$
Ein USA-Urlaub ist auch bei viel Selbstversorgung kein Schnäppchen, doch wenn man die Kosten auf die Reisedauer herunterbricht, ergibt sich bereits ein erträglicheres Bild.
- Flüge inkl. Sitzplatzreservierung: 1.500 €
- Womo: 4.500 €
- Hotels: 700 €
- Campgrounds: $1.100
- Tanken: $1.000
- Uber: $300
- Einkaufen: $800
Allein die Uber-Fahrt am Ankunftstag kurz vor der Rush Hour nach Dublin hat mit rund $100 zu Buche geschlagen, doch die Möglichkeit sich nach dem langen Flug einfach nur hinzusetzen, war uns dies wert. Die Womoline war für den Herbst ziemlich teuer, was allerdings nicht an fehlenden Rabatten lag – tatsächlich konnten wir da kurzfristig noch einen guten Deal eintüten – sondern einfach, weil die Miete in ganz 2023 signifikant teurer als in den Vorjahren war.
Dies würden wir anders machen … ![]()
Wir haben die kurvenreiche Streckenführung an der nordkalifornischen Küste schlicht und ergreifend unterschätzt. Insbesondere der Weg aus dem Inland von der Avenue of Giants hin zur Küste und dann die darauffolgenden Tage waren zu viel und zu weit. Selbstverständlich ist die Pazifik-Küste traumhaft, doch im Vergleich zu Big Sur – jop, mäkeln auf höchstem Niveau – gab es nach unserem Geschmack zu wenig Turnouts, zu wenig direkten Strandzugang und somit zu wenig Verschnaufspausen. Wir würden die Küste Nordkaliforniens nicht noch einmal im Womo besuchen, hier wäre die Kombi aus Mietwagen und Unterkunft tatsächlich zu präferieren gewesen.
Negativ verstärkt wurde diese Empfindung durch den „auf Achse“ Charakter dieser Tour. Wir fahren einfach lieber einmal den ganzen Tag, um dann einige Zeit vor Ort bleiben zu können und ausgedehnte Wanderungen zu unternehmen. Genau dies kam uns in diesem Jahr zu kurz. Geahnt hatte dies der Männe schon, aber ich war nicht bereit auf den Oregon-Abstecher zu verzichten, um die Tour zu entzerren … 😉 wieder was gelernt, noch weniger ist eben noch mehr!
Achja … und noch etwas: Trotz der tollen Tage in San Francisco – einfach eine besondere Stadt – hatten wir große Las Vegas Vermissung. Beim nächsten Mal wieder, du Lieblings-Glitzerstadt!
Dies würden wir genauso machen … ![]()
Die Übernachtung am Tag vor dem Abflug am Frankfurter Flughafen hat die Anreise sehr entspannt, dies ist uns die zusätzlichen Kosten der einen Nacht wert und würden wir wieder so handhaben. Gleiches gilt für das „Nicht-Buchen“ der persönlichen Ausstattung – hier sparen wir nicht nur ein bisschen Geld ein, sondern können vor Ort dann genau die Gläser und Teller kaufen, die uns (ok … mir^^) gefallen 😊 Mittlerweile haben es einige Stücke zurück nach Deutschland geschafft und sind alltägliche Erinnerungen an unsere Urlaube.
Auch die Reisezeit und -dauer lag absolut in unserer Komfortzone (länger geht natürlich immer 😉). Die Tage in der Sierra Nevada waren bombastisch. Granit-Felsen, Bergseen, Mammutbäume und anspruchsvolle Trails, einfach unglaublich. Sowohl der Yosemite NP, trotz der Massen an Menschen, als auch die Ostseite der Sierra Nevada und natürlich der Lake Tahoe … hier wollen wir wieder hin! Mit noch mehr Zeit!
Fortsetzung folgt
Und genau den oben formulierten Wunsch haben wir im Herbst 2025 umgesetzt 😊 Eine Tour mit Fokus auf die Sierra Nevada. Und ratet mal … auch hier ist die Bucket List wieder länger statt kürzer geworden!

Schön, dass ihr mitgefahren seid und uns auf unseren Abenteuern begleitet habt – bis zum nächsten Mal, die Schreibfeder ist bereits gewetzt.
Lieben Gruß
Annika
Servus Annika,
ein wunderschönes und sehr ausführliches Fazit zu eurer Reise in 2023. Danke dir.
Und welcher Nordamerika-Virus Infizierter kennt das nicht.😉
Liebe Grüße
Micha
Scout Womo-Abenteuer.de
Meine Reiseberichte
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Hallo Annika,
vielen Dank für dein Fazit. Sehr Informativ.
Nur in einem Fall muss ich die wiedersprechen:
Womo: 4.500 € > geht auch für 1.500 €, siehe hier
Campgrounds: $1.100 > geht auch für lau, siehe hier
Einkaufen: $800 > zuhause muss man auch Essen, Heizen (Warmwasser, Licht) etc.
Hotels: 700 €, Uber: $300 > jedem selbst überlassen.
Das gesparte Geld stecken wir in die Flüge > jedem selbst überlassen, siehe hier
Liebe Grüße Gerd
PS. 14 Tage für 900 Euro Gesamtkosten wird es aber nicht mehr geben.
Meine Reiseberichte, bitte auch auf Seite 2 schauen.
Moin Gerd,
sehr gerne und schön, dass du mitliest! Das geht natürlich auch an dich, Micha
Vielleicht hätte ich mich deutlicher ausdrücken müssen:
Dass generell ein Womo-Urlaub in den USA - oder wie du als Beispiele anführst ab Vancouver - auch günstiger als bei uns geht (und natürlich auch um ein x-faches (!) teurer), ist klar
"Ein USA-Urlaub, wie wir ihn durchgeführt haben (viel Natur, keine großen Aktivitäten außer Wanderungen, einfache und häufige Selbstversorgung, Fast Food - Schuppen, Hotel San Francisco), ist auch bei viel Selbstversorgung kein Schnäppchen." Das Fass der Opportunitätskosten bzgl. Essen, Uber & Co. mag ich in dem Kontext nicht öffnen.
Ich finde es immer sehr interessant in anderen Fazits zu lesen, was so ungefähr ausgegeben wurde, einfach um ein für mich realistisches Bild der Kosten im Verhältnis zu gewissen Fixpunkten in einem Urlaub zeichnen zu können. Ich gönne es allen, die zeitlich völlig flexibel und nicht auf einen Start- und Zielort und gewisse Aktivitäten (insb. die Länge des Womo schränkt ja auch ein) festgelegt sind, ein super Angebot wahrzunehmen! Wenn man das Ganze jedoch realistisch betrachtet, wird für die große Mehrheit der Forums-Nutzer jedoch mindestens (!) eine Restriktion existieren und solch niedrige Womo-Preise, wie von dir verlinkt, somit kaum möglich sein. Genauso werden nur die wenigsten hier jede Nacht boondocken. Du beschreibst also ein theoretisches "Extrem", welches für eine solide Einschätzung nicht zielführend ist.
Die aus meiner persönlichen Sicht solide Einschätzung: Bei zwei Personen, gewissen Restriktionen und Wünschen und entspannten Essensansprüchen kommt man bei 4,5 Wochen in Kalifornien nicht unter 8k weg.
Lieben Gruß
Annika
Nordkalifornien 2023: Nebel, Rauch, Berggipfel, Baumriesen und wilde Küste
Hallo Annika,
es liegt natürlich auch an den persönlichen Präferenzen.
Ich wollte nur darstellen, wie es auch geht.
"On the Road" und "boondocking" ist die Freiheit für uns und einige hier im Forum.
Natürlich geht es auch anders:
Liebe Grüße Gerd
Meine Reiseberichte, bitte auch auf Seite 2 schauen.
Moin Gerd,
da bin ich voll bei dir, jeder so wie er kann und mag!
Lieben Gruß
Annika
Nordkalifornien 2023: Nebel, Rauch, Berggipfel, Baumriesen und wilde Küste