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Tag 12 - 13: Auf dem Cassiar Highway weiter nach Süden, mit Abstecher nach Osten in das Hazelton / 'Ksan / Kispiox Valley

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Herbstfahrer
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Tag 12 - 13: Auf dem Cassiar Highway weiter nach Süden, mit Abstecher nach Osten in das Hazelton / 'Ksan / Kispiox Valley
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
Samstag, 17. September 2022
Gefahrene Meilen: 
464 Meilen
Fazit: 
Begegnung mit der beeindruckenden Kunst und Kultur der Gitxsan First Nations

17.09.2022

 

Bevor wir Stewart morgens bei sonnigem Wetter verliessen, erledigten wir noch den (kostenlosen) Sani-Dump in der 5th Avenue (!).  Über den Highway 37 A zurück ging es weiter südwärts, mit kurzem Stop bei der Meziadin River Fish Ladder, die wir leider nicht fanden. Auch die Abkürzung in das Nass Valley liessen wir rechts liegen und blieben auf unserer Route nach Süden durch die einsame wunderschöne Landschaft.

 

    

 

Wir erreichten die Region der Gitxsan Kultur, deren Clans in etwa 8 kleinen, verstreut liegenden Dörfern, teilweise entlang des Skeena-Flusses, leben.

 

      

 

Zuerst besuchten wir das etwas abseits des Cassiar Hwy liegende Örtchen Kitwancool (Gitanyow Historic Village, „Ort der grossen Zahlen“). Dort besichtigten wir die teilweise über 100 Jahre alten, aus Rot-Zeder geschnitzten Totem Poles, die zu den kreativsten und ausdrucksvollsten Beispielen der indianischen Schnitzkunst gehören sollen. Einige Poles sind Repliken, die Originale sollen im Royal BC Museum in Victoria stehen. Wir waren die einzigen Besucher und liessen uns viel Zeit für diese aussergewöhnlichen Objekte.

 

  

 

   

 

          

                                                     

  

 

                                                                                                        

Hole in the Ice“ (1850)

Die verzierte Öffnung soll eines der Löcher darstellen, das während eines besonders strengen Winters in den gefrorenen Fluss zum Fischen gehackt wurde, um den Ort vor dem Hungertod zu bewahren.

 

Auf der Weiterfahrt hielten wir bei der Gitwangak Battle Hill National Historic Site, eine Art Befestigungsanlage aus dem frühen 18. Jahrhundert zur Abwehr rivalisierender Stämme.

 

            

Es gibt einen ca. 1 km langen Lehrpfad, auf dem die Geschehnisse erläutert sind.

 

Bei der Kreuzung Hwy 37 und Hwy 16 (Yellowhead Hwy) erreichten wir Kitwanga (Gitwangak, „Volk der Hasen“), wo uns vor allem der oft abgebildete hölzerne Original-Glockenturm (1893) der Missionskirche St. Pauls Anglican Church interessierte. Leider war der linke Teil des Turms einem Feuer zum Opfer gefallen, er wurde nur noch notdürftig zusammengehalten.

 

  

 

  

 

Auch in Kitwanga stehen ca. 10 sehr alte, teilweise schon etwas windschiefe Totem Poles. In der Nähe fliesst der Skeena River.

 

   

 

Dann setzten wir unsere Fahrt fort und hielten uns Richtung Osten zu den „The Hazeltons“, bestehend aus den Ortschaften South, New, Old Hazelton sowie Hagwilget. Das ganze Gebiet ist stammesgeschichtlich und kulturell sehr interessant und touristisch gut erschlossen, man könnte ohne weiteres einige Tage dort verbringen. In dem kleinen Visitor Center an der Kreuzung zur # 62 nach Hazelton sind ausführliche Info-Materialien erhältlich.

 

Visitor Center, im Hintergrund kostenlose Dump-Station und Wasser

  

 

Bei dem Dorf Hagwilget (Wet’suwet’en-community, „Das schweigsame Volk“) mit der Hagwilget Brücke machten wir einen Aussichtsstop, genossen die Nachmittagssonne, den Blick in den Hagwilget-Canyon und auf den Buckley River.

 

  

 

      

 

Auf der Landzunge zwischen Skeena River und Buckley River liegt das hübsche Örtchen Old Hazelton (Gitan’maaxs, „Menschen, die beim Licht von Fackeln fischen“) mit ‘Ksan Historic Village & Museum sowie dem ‘Ksan Campground. Auf diesem wunderschönen CG, dessen dry sites am Ufer des Skeena River mit Familien und Anglern voll belegt waren (Wochenende), übernachteten wir auf einer grosszügigen Full-hook-up-Site auf grüner Wiese vor traumhafter Gebirgskulisse. Auf dem K’san CG sollen jeweils am dritten August-Wochenende die Gitxsan-Kulturtage mit festivals, live music, cultural dancers, drummers and singers, lokalen Künstlern und vieles mehr stattfinden.

 

                                                                                                           

18.09.2022

Am Morgen hatten wir noch einen netten Plausch mit einem Ehepaar aus Vancouver neben uns, die mit ihrem Van unterwegs nach Edmonton zu ihren Kindern und Enkeln waren. Eine ziemliche Strecke, wie wir fanden! Sie schienen aber guten Mutes und freuten sich auf das Wiedersehen. Wir machten uns auf den Weg zum ‘Ksan Museum, das direkt neben dem CG liegt. Es ist ein restauriertes Gitxsan Dorf mit Museum, Souvenirladen, Kunstschule und Werkstätten, die teilweise in sieben aneinandergereihten Langhäusern untergebracht sind, vor denen schöne Totempfähle stehen.

 

  

  

  

                                                                                                                                

  

 

Das Ganze wurde als Touristenattraktion konzipiert und ist sehr sehenswert. Einige Langhäuser können zu Öffnungszeiten besichtigt werden, im Souvenirladen gibt es hübsche indianische Kunst und Andenken zu kaufen, ein kleines interessantes Museum ist nebenan.

 

  

 

Nach unserem Besuch wollten wir noch intensiver in die Gitxsan-Kultur eintauchen und fuhren in das 14 km nördlich liegende Dorf Kispiox (Anspayaxw, „Volk des Verstecks“), wo in Flussnähe die aus Rot-Zeder geschnitzten Totem Poles stehen.

 

    

 

                                    

 

Im Kontrast dazu sahen wir in den Dörfern immer wieder kaputte oder vernachlässigte Häuser, viele Schrottfahrzeuge, herumliegende Matratzen oder Geräte. Menschen liessen sich kaum sehen.

Am späten Nachmittag machten wir uns wieder auf den Rückweg: Auf dem Yellowhead Hwy nach Westen, durch traumhaft schöne Landschaften parallel zum Skeena River und entlang der grandiosen Seven-Sisters-Gebirgskette.

 

   

 

          

 

Obwohl wir soviel gesehen hatten, hatten wir das Gefühl, immer noch manches rechts und links ausgelassen zu haben. Eine aussergewöhnliche Region, kulturell und landschaftlich, die wir sehr empfehlen können.

Bei unserer Suche nach einem Campground fanden wir mit Glück den wunderschönen Kleanza Creek PP CG, auf dem wir eine Nacht blieben. Am nächsten Morgen wurde der CG für die Winterpause geschlossen.

 

  

 

Viele Grüsse, Irma

                                                                         

 

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HaRue
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Beigetreten: 18.12.2012 - 13:50
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RE: Tag 12 - 13: Auf dem Cassiar Highway weiter nach Süden, mit

Ich grüße dich Irma!

Eine interessante Gegend um indianische Kunst und Gebräuche kennen zu lernen.

Uns hat es dort auch gefallen.

Beste Grüße vom HANS

JEDE REISE BEGINNT MIT DEM ERSTEN SCHRITT

suru
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Beigetreten: 05.03.2011 - 20:13
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RE: Tag 12 - 13: Auf dem Cassiar Highway weiter nach Süden, mit

Hallo Irma,

mir gefällt die Gegend auch sehr, dahin kann ich mir gut irgendwann mal eine Reise vorstellen. Ihr habt aber auch ein Riesenglück mit dem Wetter und immer wieder traumhafte Campgrounds.

Liebe Grüße

Susanne
Scout Womo-Abenteuer.de

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Canadier
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Beigetreten: 14.11.2022 - 10:34
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RE: Tag 12 - 13: Auf dem Cassiar Highway weiter nach Süden, mit

Hallo Irma,

ist alles notiert. Aber wir müssen mal sehen wie wir das alles zeitlich verpackt bekommen.

Viele Grüße aus dem Münsterland

Herbstfahrer
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Beigetreten: 25.10.2017 - 16:27
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RE: Tag 12 - 13: Auf dem Cassiar Highway weiter nach Süden, mit

Hallo Hans,

ja, wir fanden vor allem die Vielfalt der Symbole auf den Totem Poles sehr aussergewöhnlich. Das Bild mit den beiden Gesichtern im Hinterausgang des kleinen (geschlossenen) Museums erinnert fast ein wenig an die Gesichter auf den Osterinseln (?)

Viel Grüsse, Irma

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Herbstfahrer
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Beigetreten: 25.10.2017 - 16:27
Beiträge: 924
RE: Tag 12 - 13: Auf dem Cassiar Highway weiter nach Süden, mit

Liebe Susanne,

ich denke auch, dass euch diese indianische Kultur gefallen würde.

Ihr habt aber auch ein Riesenglück mit dem Wetter und immer wieder traumhafte Campgrounds.

Wir haben uns über das gute Wetter auch sehr gefreut. Es wurde zwar zwischendurch auch mal nass, aber das kann man verschmerzen.

Und die kanadischen Campgrounds sind auf ihre Weise grossartig, einer schöner als der andere.

Liebe Grüsse, Irma

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Herbstfahrer
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Beigetreten: 25.10.2017 - 16:27
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RE: Tag 12 - 13: Auf dem Cassiar Highway weiter nach Süden, mit

Hallo Kali,

Aber wir müssen mal sehen wie wir das alles zeitlich verpackt bekommen

Wir haben schon einiges an Kilometern gemacht. Ihr solltet gut auswählen - und evtl. nochmal wiederkommen. Wir konnten auch manches nicht besuchen, das merkt man erst, wenn man unterwegs ist.

Viele Grüsse, Irma

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