Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Tag 03: Von Boston nach New York

7 Beiträge / 0 neu
Letzter Beitrag
Bernardo
Bild von Bernardo
Offline
Beigetreten: 01.11.2015 - 13:24
Beiträge: 239
Tag 03: Von Boston nach New York
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
30.04.2018
Gefahrene Meilen: 
380 Meilen
Fazit: 
Stress lass nach!

Tag 3

30. April 2018

Die Reise nach New York City, bzw. New Jersey City
Geschrieben von meiner Frau Ina.

Der Tag fing eigentlich ganz harmlos an.
Kurz nach 6 Uhr klingelte der Wecker und um kurz nach sieben verließen wir frisch gestylt unser Motel und fuhren in Richtung Rhode Island. Dort erreichten wir kurz nach acht, mit knurrenden Mägen unser erstes Ziel für heute. Wir gönnten uns ein leckeres Frühstück bei Denny’s, um uns für die weitere 4-stündige Fahrt zu stärken.
Ich glaube, ich habe noch nie so viele Kalorien so dicht gedrängt auf so engem Raum gesehen!  Die haben so viel Krach gemacht, dass man sein eigenes Wort nicht verstanden hat! Pancakes mit Sahnecreme, Crunch, Bananen und Toffee-Soße und sie waren jede Kalorie wert!
Die Bedienung, bzw. die Küche hatten heute nicht den schnellsten Tag und wir warteten über eine Stunde auf das Essen.
Ein wenig hatten auch wir die Zeit vergessen und als wir wieder im Auto saßen und nach New York aufbrachen waren es bereits 10:30 h. Fahrtzeit 3,5 bis 4 Stunden und bis 15:00 h müssen wir unser Wohnmobil übernommen haben. Etwas knapp, aber immer noch eine Stunde Luft und wir waren noch optimistisch.  

Dies sollte sich jedoch bald ändern, als wir im ersten Stau standen. Ein Unfall! Und es ging nur sehr langsam weiter. Bedrohlich fügte das Navi Minute für Minute zur voraussichtlichen Ankunftszeit hinzu. Diese tendierte bereits über 15 Uhr, in Richtung 16 Uhr. Bernd rief schon mal beim Vermieter an und kündigte uns für 4 pm an. Ja, ist OK, aber ruft an, wenn es später wird!
Allerdings sollten wir auf unserem Campground im Liberty Harbour bis 5 Uhr sein. Das ist jetzt auch nicht mehr zu schaffen. Auch da wurde angerufen. Kein Problem, wir sind bis 7 Uhr da.
Wir fuhren also einigermaßen beruhigt weiter. 

Der ständige Regen drückte etwas auf die Stimmung. Dann kamen der nächste Unfall mit kurzer Vollsperrung der Interstate und dadurch geraten wir auch noch in die Rush Hour von New York. Bereits 80 km vor unserem Ziel wurde der Verkehr immer dichter und wir kamen teilweise nur noch im Schritttempo weiter. Wieder Anruf beim Vermieter. Es wird wohl 5 Uhr werden oder später. Unser Gegenüber klang schon ein wenig genervt und wir versprachen uns zu beeilen. Haha, nicht wirklich einfach, wenn man sich nur im Schritttempo vorwärts bewegt. Wir mussten ja nach Middletown zu Road Bear, und das hieß aus unserer Sicht: Einmal um den Großraum New York City herum.

Kurz nach 5 hatten wir es geschafft. Ein nagelneues Wohnmobil stand für uns bereit. Die Einweisung ging schnell, man wollte wohl Feierabend haben. 

Schnell das Auto geräumt und wir fuhren vom Hof. Kurz anhalten und dem Campground Bescheid geben, dass wir die 7pm keinesfalls schaffen. Auch kein Problem – die Security wird uns in Empfang nehmen und uns auch einchecken. 
Bernd fuhr das Wohnmobil, ich den Leihwagen. Ah, verdammt, Bernd hat den Mietvertrag, den brauche ich doch gleich. Also wieder angehalten, Papiere geholt. Dann fiel mir ein, dass wir noch tanken müssen. Wieder angehalten, Leihwagen getankt.
Eigentlich sollten wir den Mietwagen in Woodbridge Township in einem Hotel abgeben. Diese Station gab es aber wohl nicht mehr. In Boston wies man uns darauf hin, dass wir nach Newark zum Airport müssten.
Die Verkehrsführung hier in New Jersey überforderte das Navi und mich auch, aber nach nur einmal verfahren erreiche ich den Flughafen Newark und gebe das Auto ab. Natürlich zu spät. 125 Dollar soll ich nachzahlen! Ich gucke entsetzt und werde zum Schalter geschickt, um das zu klären. OK, 80 Dollar, weil wir One-way von Boston nach New York gefahren sind, aber das hatte man uns bei der Übergabe bereits mitgeteilt. Der Rest ist Strafe und Miete für einen weiteren Tag, wegen zu später Angabe. Ich gucke entsetzt und verzweifelt. Verzweifelt genug, dass die gute Frau am Schalter mir die Miete und die Strafe erlässt und ich „nur“ die 80 Dollar zahlen muss. Uff, das ging ja nochmal gut! (Auf dem Voucher stand doch tatsächlich: Abgabe um 9am. - Da war wohl ein kleiner Fehler in der Planung) 

Währenddessen kämpfte Bernd mit der Mautstation. Akzeptiert wird nur Cash oder ein automatischer Bezahlsender. Für Mietwagen gibt es so ein Teil. Man befestigt es mit Saugnapf unter dem Spiegel an der Windschutzscheibe und kann dann an den Mautstellen einfach durchfahren. Für Wohnmobile gibt es das leider nicht, bzw. wird vom Vermieter nicht angeboten. Man muss Cash zahlen. Aber nicht mit Scheinen sondern ausschließlich mit Münzen. Davon hat man im Land der Kreditkarte nach zwei Tagen Urlaub ja auch jede Menge. Bernd fährt also Richtung Airport und muss an die Mautstelle. Vor der Bezahlstation steht auf dem Schild 0,50$ pro Fahrzeug mit zwei Achsen. Er wirft 2 Quarter in diesen komischen Trichter und will weiterfahren, da fällt ihm eine Leuchtanzeige auf: You have to pay: 4,30$. Da stand er nun. Ziemlich doof schaute er in die Gegend. Bedienungspersonal war keines anwesend. Ein beherzter Griff ins Portemonnaie brachte 1,50$ in Quarter und weiter 8 Cent zum Vorschein. Was soll er machen. Hinter ihm bereits Hupkonzert. Er steigt aus und ruft nach dem Service. Nichts. Also alles Kleingeld in den Trichter, die Anzeige hat dieses Geld überhaupt nicht registriert, also Vollgas und ab. 
Ich hatte in der Zwischenzeit alles mit dem Mietwagen erledigt und zu Fuß ging es schnell zu meinem Mann, der mit dem Wohnmobil draußen im Halteverbot stand. 

Jetzt hätte eigentlich alles ruhiger werden können, aber wir mussten ja noch zum Walmart, da wir dort einige Sachen bestellt hatten, die bis 8pm abgeholt werden sollten. Da bei der Planung aber ein anderer Drop-Off Punkt für den Leihwagen angenommen wurde, hatten wir auch den benachbarten Walmart in unser Planung mit einbezogen. Mit anderen Worten: Wir mussten jetzt von Newark wieder in Richtung Süden nach Woodbridge Township.
Um Kurz vor 8 sind wir da. Uff, gerade noch rechtzeitig. 
Alles ins Wohnmobil geschafft, schnell noch das Notwendigste eingekauft und ab zum Campground.

Ihr ahnt es schon, auch diese Fahrt war voller Hindernisse. Und dann mit der Kiste im dicksten Verkehr und 27 Baustellen durch Jersey City. Es war echt Wahnsinn. Genau wie die Straßen hier im Nordosten der USA. Bei uns haben ausgespülte Feldwege weniger Löcher als hier die Autobahn. Der Herd war schon komplett aus der Verankerung geschaukelt. Mitten in Jersey City war dann eine Großbaustelle und alles gesperrt. Das Navi leitete uns hartnäckig immer wieder dorthin zurück und wir kamen unserem Ziel einfach nicht näher. Völlig genervt erreichten wir dann gegen 11 Uhr den Campground.
Gott sei Dank gab es dort einen Wachmann, der den Papierkram erledigte und uns rein ließ. 

Fix und fertig aber beim Anblick der Miss Liberty waren wir wieder glücklich. :knut1:

Happy End???
Nein, noch nicht wirklich. Wir haben es geschafft, diesem sch… Tag noch einen oben drauf zu setzten.
Bernd wollte das kleine Fach aufschließen, hinter dem sich das Stromkabel verbirgt, damit wir wenigstens die Heizung anschmeißen können.
Das Türchen klemmte etwas, der Schlüssel ließ sich nicht drehen. Das gibt es doch nicht. Sekunden später hält mir Bernd den Schlüssel entgegen. Also das, was noch übrig ist. Abgebrochen, einfach so.
Fach zu, halber Schlüssel im Schloss!!
Na, wenn das nicht der Hauptpreis ist. 
Nun auch noch frieren. Nicht mit mir! Es gibt eine Öffnung, durch die man das Stromkabel führt. Ich passe mit der Hand durch und es gelingt mir, das Kabel raus zu fummeln. Wenigstens haben wir jetzt Strom.
Wir waren echt mit den Nerven am Ende. Gleich kommen die Jungs in den weißen Kitteln und führen uns ab.
Es reicht, es ist nach Mitternacht und wir haben Hunger. Aber wir haben irgendwie doch keinen Strom. Also mit der Taschenlampe raus an den Stromkasten. Sicherung raus. Sicherung rein, endlich Strom!
Pizza in Mikrowelle. (Uns fällt jetzt auf, dass wir keinen Backofen haben). Will nicht so recht. Irgendwann sitzen wir völlig fertig vor einer heißen, labbrigen Pizza und essen!!
Halb 2am, wir geben auf und gehen ins Bett! 
Noch Fragen?
Kann nur noch besser werden.
Ja, und es wurde besser, aber mehr dazu im nächsten Beitrag.

Best regards, Bernd

Bernardo
Bild von Bernardo
Offline
Beigetreten: 01.11.2015 - 13:24
Beiträge: 239
RE: Von Boston nach New York

Best regards, Bernd

DieTravemünder
Bild von DieTravemünder
Offline
Beigetreten: 21.06.2013 - 07:53
Beiträge: 1246
RE: Von Boston nach New York

Hallo Bernd & Ina,

das war aber wahrlich ein stressiger Tag. Da hat Murphys Gesetz ja voll zugeschlagen, wenn was schief geht, dann bekantlich gleich alles... Und 380 Meilen gefahren, auch wenn zum großen Teil mit Wohnmobil, das ist ja vergleichbar mit der Strecke von Hamburg nach Nürnberg in Deutschland surprise. Da hattet ihr euch aber echt ein straffes Programm für den Übernahmetag vorgenommen. Trotz aller Widrigkeiten hat im Endeffekt alles ein gutes (wenn auch spätes) Ende genommen. Bewundernswert, wie entspannt ihr das doch gemeistert habt!

An dieser Roadbear Station haben wir im Oktober 2016 auch unser Wohnmobil übernommen, allerdings hatten wir eine ganz entspannte Anreise mit der Fähre ab Manhattan.

Liebe Grüße von der Ostsee

Stephie

 

Bernardo
Bild von Bernardo
Offline
Beigetreten: 01.11.2015 - 13:24
Beiträge: 239
RE: Von Boston nach New York

Hallo Stephie,

das war wirklich ein sehr anstrengender Tag der viele schlechte Überraschungen hatte. Gott sei Dank waren wir aber eigentlich nur Zuschauer und uns ist, bis auf den abgebrochenen Schlüssel nichts passiert. 

Die Nacht haben wir jedenfalls ausschließlich in der Tiefschlafphase verbracht.

Best regards, Bernd

Bernhard
Bild von Bernhard
Offline
Beigetreten: 21.08.2009 - 15:31
Beiträge: 13941
RE: Von Boston nach New York

Halo Ina und Bernd, 

kleonwr Tip: schreibt doch bei den Tagesberichten zuerst z.B.  Tag 1,Tag 2 und ff. ,sonst werden die Berichte nicht in der Reiihenfolge aufgelistet.

Also dieser Tag war ja etwas für Hartgesottene! Da hätte man ja  gut 2 Tage draus machen können.  Mal sehen, ob es in die Tempo weitergeht.....

Grüße

Bernhard

 

Scout Womo-Abenteuer.de


Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen (G.C. Lichtenberg)

Schnathi
Bild von Schnathi
Offline
Beigetreten: 31.03.2014 - 14:07
Beiträge: 687
RE: Von Boston nach New York

Oha, da habt ihr ja wirklich einen üblen Tag gehabt. Wie schirbe Elli in meinem 2014er Beitrag: alles wird gut!

LG
Kathi

Bernardo
Bild von Bernardo
Offline
Beigetreten: 01.11.2015 - 13:24
Beiträge: 239
RE: Tag 3: Von Boston nach New York

@ Bernhard

Habe jetzt  die Nummerierung erledigt. Danke für den Tipp.

Gut, dass es nur ein Tag war. Nicht auszudenken was da noch alles passiert wäre.

 

@ Kathi

Es wird zunehmend ruhiger.

Best regards, Bernd