Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Tag 10 oder "Life is a Highway" (Joshua Tree Nationalpark nach Seligman)

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Silke Ritter
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Beigetreten: 04.05.2016 - 18:12
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Tag 10 oder "Life is a Highway" (Joshua Tree Nationalpark nach Seligman)
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
09.07.2017
Gefahrene Meilen: 
300 Meilen
Fazit: 
Der Weg ist das Ziel

Guten Morgen Welt, Guten Morgen America

 

Die Nacht war sehr stürmisch und es hatte sogar kurz geregnet.

Durch den Wind ging dann auch ein kühles Lüftchen durch die offenen Fenster des Womos und man konnte, auch ohne Klimaanlage, wunderbar schlafen.

 

Kurz vor Sonnenaufgang wurde von Sven Kaffee gekocht und mit dem Kaffee in der Hand das beste Plätzchen gesucht, um den Sonnenaufgang zu genießen. Nur wir beide allein genossen die Wüstenruhe und den Sonnenaufgang.

 

Nachdem die Sonne aufgegangen war, wachten auch die müden Krieger auf.

Gefrühstückt wurde draußen in der noch aushaltbaren Sonne.

Um 08:00 Uhr hieß es dann wieder „Leinen los“ und wir machten uns auf den Weg zum Visitor Center.

 

Wir kamen zur richtigen Zeit an. Die Rangerin hisste gerade die US-Flagge am Fahnenmast.

Im Visitor Center fragten wir nach dem Junior Ranger.

Der nette Ranger gab uns zwei Hefte und wir gingen raus um die Aufgaben zu erledigen.

Da die Kinder ja kein English können, haben wir ihnen natürlich geholfen.

Das Heft wurde recht schnell voll und wir gingen wieder rein. Der Ranger kontrollierte die Aufgaben auf ihre Richtigkeit.

Währenddessen fragte man uns, woher wir kamen und wir lange wir bleiben wollen.

Sie freuten sich darüber, als sie hörten, das wir aus Deutschland kommen. Gleich wurden ein paar Deutschvokabeln raus gekramt.

Ein Ranger meinte, er wäre 5 Jahre in Rammstein stationiert gewesen. Und er fände es toll, dass wir mit den Kindern solch eine tolle Reise machen.

Nachdem die Aufgaben kontrolliert waren wurde es feierlich.

Philipp musste den Junior Ranger Eid abgeben. Mit der linken Hand in der Luft und ganz stolz, sagte er alles nach, was der Ranger ihm vorsagte.

Und schon gab es wieder zwei neue Ranger mehr.

Felix musste nichts sagen, weil er sich nicht traute.

Trotzdem bekam er einen Anstecker und einen Junior Rangerhut. Wir wurden noch mit allerlei Informationsmaterial versorgt.

Mit vielen guten Wünschen verabschiedenden sich die Ranger von uns und wir machten uns weiter in Richtung Seligman.

Jetzt stand uns eine lange einsame Fahrt bevor. Der Tank sollte noch bis Kingman locker reichen.

Wir fuhren los in Richtung Amboy, weil wir dort Roy’s Café ansehen wollten. Von da aus wollten wir so lange auf der Route 66 fahren, wie es geht.

Wir fuhren durch einsame Wüstenlandschaften. Vor uns nur ein anderes Wohnmobil. Hier sollte man am besten keine Panne haben. 

Ab und an kam ein kurzer Regenschauer runter, um im gleichen Moment wieder die Sonne scheinen zu lassen.

Wir hatten Glück, das die Eisenbahnschranke bei Amboy nicht geschlossen war, sonst hätten wir wahrscheinlich lange stehen können, bei den langen Zügen. Kaum waren wir über den Eisenbahnschienen, ging die Schranke auch gleich runter.

In Amboy angekommen fuhren wir rechts ran. Man sollte nicht meinen, was da los war.

Viele Leute machten Bilder vom Café.

Wo waren diese Leute, während wir hierhergefahren waren?

Einige stellten sich auch mitten auf die Straße, um Bilder von sich und dem Route 66 Zeichen auf der Straße zu machen.

Gott sei Dank war der Tank noch voll, den hier tanken ist echt teuer.

Wir machten Bilder vom Café, vom Womo mit Route 66 Zeichen und uns mit dem Zeichen.

Felix fand die Züge, die neben uns fuhren interessanter und Philipp las. So ist das eben mit Kindern.

Wir machten uns dann bald weiter.

Leider mussten wir kurz hinter Amboy die Route 66 verlassen, da diese gesperrt war. Wieder Pech gehabt. Also fuhren wir dann doch auf die Interstate.

 

In Needels fuhren wir ab und tanken unsere Möhre.

Für schlappe $3.99 die Gallone. Wir waren halt immer noch in Kalifornien.

Wir wollten noch nach Oatman fahren, um die Esel und die Schießerei um 12 Uhr zu sehen.

Die Kinder überstimmten uns aber und so fuhren wir direkt nach Kingman.

Wir überquerten den Colorado River und damit auch die Landesgrenze. Die Uhren wurden vorgestellt und schon hatten wir 13 Uhr. So schnell wird einem eine Stunde geklaut.

In Kingman angekommen, suchten wir uns einen Parkplatz. Wir wollten ins Museum, was aber heute geschlossen hatte. Blöd.

Wir liefen dann direkt weiter zum Park.

Als Felix die riesengroße Dampflok erblickte, stand ihm die Freude förmlich ins Gesicht geschrieben.

Er schaute sich ganz genau die Lokomotive an.

Erklärte uns, was was ist. Er ging ins Führerhaus und spielte Lokführer.

Er schaute sich die Dampflok aus allen perspektiven an. Er war ganz aus dem Häuschen.

Natürlich sollten auch ganz viele Bilder gemacht werden. Mit ihm und der Lok. Ohne ihn und nur die Lok. Ich setzte mich in de Schatten und genoss den Anblick meines Sohnes, der sich so freute.

Philipp inspizierte die Lok auch sehr genau.

Nachdem wir dann genug von der Lokomotive hatten, außer Felix natürlich, er hätte die Lok am liebsten mitgenommen, ging wir zum nahegelegen Spielplatz.

Wir machten ein kleines Picknick und die Kinder spielten. Felix und Philipp haben dann auch gleich Freunde gefunden, mit denen sie verstecken und fangen spielten. Auch wenn es mit der Sprache nicht klappte, klappte es mit dem spielen. Da braucht man nicht die gleiche Sprache sprechen.

Nach ausgiebigen toben und verstecken mussten sich die Kinder von ihren neuen Freuden verabschieden und wir fuhren weiter in Richtung Seligman.

Diesmal fuhren wir über die alte Route 66. Im Radio lief die passende Musik, die Sonne lachte vom Himmel runter und wir genossen die Landschaft.

 

Am Hackberry General Store hielten wir an. Es wurden Bilder geschossen und natürlich wechselten auch Dollars den Besitzer für Magnete und eine Route 66 Flagge. Dann ging es weiter.

 

In Seligman fuhren wir dann direkt zum Campground, wo wir dann um 17:00 Uhr ankamen.

Wir meldeten uns an und uns wurde gezeigt, wo unser Stellplatz ist.

Nachdem sind wir wieder direkt nach Seligman gefahren und haben uns da einen Parkplatz gesucht. Wir hatten nämlich Hunger.

Und wir wollten zu Lilo’s Café. Ich hatte extra einen Magneten aus Wiesbaden dabei.

Sie selbst kommt auch aus Wiesbaden, so wie ich und damit wollte ich ihr eine freunde machen.

Wir machten aber noch ein paar Stopps in den verschiedenen Läden an der Straße.

Viele Asiaten waren da, die wie wild mit ihren Selfie Sticks rumliefen um in möglich kurzer Zeit so viele Bilder wie möglich zu machen.

Dann gingen wir direkt zu Lilo. Leider war sie nicht da.

Das essen war okay, haute uns aber nicht wirklich vom Hocker. Auch dort kaufte ich mir einen Magneten.

Nachdem essen haben wir uns noch ein wenig die Stadt an.

 

Von der Ferne hörten wir Donner und sahen ganz schwarze Wolken auf uns zukommen. Also sind wir zurück zum Womo und sind dann direkt zum Campground gefahren.

Dort angekommen, machten wir die Schotten dicht. Und dann ging das Unwetter los.

Der Wind war so heftig, das das Womo ganz schon wackelte.

Der Regen kam runter und bald floss ein Bach über den Campground. Die Blitze zuckten und gleich darauf kam der Donner.

Die Züge sahen gespenstig aus, in dieser unnatürlichen Dunkelheit. Hören konnte man sie jedenfalls nicht.

Wir setzten uns alle nach vorne um das Naturschauspiel zu beobachten. Nach einer knappen Stunde war das Unwetter vorbei und wir konnten endlich die Fenster öffnen.

Sven schloss das Wohnmobil an, damit wir Wasser und Strom hatten. Die Kinder duschten im Wohnmobil und ich ging zum Duschen raus zu den Waschräumen. Das Unwetter hatte ganze Arbeit geleistet.

Ein Baum ist umgestürzt und einige Campsites waren jetzt kleine Seen.

Relativ früh lagen wir dann in den Kojen. Der Regen, der wieder angefangen hat, prasselte aufs Dach. Das war so beruhigt, dass wir alle schnell eingeschlafen sind.

 

Fazit zum Tag:

Durch die Windschutzscheibe konnten wir die wunderschöne Landschaft des Südwestens genießen und erleben. Ab und an waren wir auf der Strecke zwischen dem Joshua Tree Park und Amboy mutterseelenallein. Links und rechts nur Wüste und Felsen. Ab und an kamen tatsächlich Wohngebiete zum Vorschein.

Roy’s Café ist, wenn man gerade in der Gegend ist, ein gutes Fotomotiv. Dort ist auch das beste Route 66 Sign. Wir haben keines mehr gesehen, was so groß war.

Auch wenn wir auf der Interstate unterwegs waren, da ja leider die Rote 66 gesperrt war, konnten wir viel Neues entdecken.

Zum Beispiel die riesigen Trucks, die Highway Cops oder auch die Landschaft, durch die die Interstate führte.

In Kingman kann man einen guten Zwischenstopp machen, für Eisenbahnfans gibt es hier ein Museum und eine riesige Dampflok von der alten Santa Fe Route.

Das letzte Stück über die Route 66 nach Hackberry ist leicht zu fahren und Landschaftlichen wunderschön. Der Hackberry General Store ist ein Touristenmagnet, wo am auf jeden Fall anhalten sollte und ein wenig die gute, alte Zeit erleben kann. Neben dem Store stehen mehrere ältere Oldtimer, auch ein tolles Fotomotiv.

Seligman hat nicht den gleichen Charme, der im TV rübergebracht wird. Ganze Busladungen an Leuten wurden ausgeladen, die dann wie Heuschrecken über die Läden hergefallen sind. Man musste manchmal den Kopf einziehen um nicht von einem Selftistick erschlagen zu werden.

Man merkt, das die Stadt in deutscher Hand ist. Die Geschäfte von ihnen sind aufgeräumt und ordentlich.

 
Silke

Routenplanung