Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Tag 05 - Mono Lake South Tufa und Bodie Ghost Town

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JoIn
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Tag 05 - Mono Lake South Tufa und Bodie Ghost Town
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
06.09.2022
Gefahrene Meilen: 
128 Meilen
Fazit: 
Bizzarre Formen, Goldminen-Geschichte und das Staubrätsel

Dienstag, 6.9.

Ich bin wieder früh wach. Durch unsere Panorama-Fenster sehe ich vom Bett aus den Sonnenaufgang über den Bergen und schleiche mich mit Tagebuch und Kamera raus, naja, soweit schleichen möglich ist. Die Tür von unserem Womo ist diesmal besonders klemmend. Eigentlich geht sie nur mit purer Gewalt auf und auch wieder zu. Bis zum Ende des Urlaubs haben wir uns daran nur schwer gewöhnt, und immer mal wieder schimpft einer von uns beiden drüber…

Draußen ist es noch recht frisch. Mit einer kuscheligen Jacke setze ich mich mit den Füßen in den Hot Tub und schreibe in mein Tagebuch. Ich kann das nicht oft genug sagen: ist das herrlich hier! Kaum ist die Sonne da, wird es heiß.

 

Wir frühstücken und entscheiden uns, nicht noch länger den Hot Tub auszukosten, denn wir wollen den Mono Lake wenigstens noch im Vormittagslicht fotografieren, wenn schon nicht zum Sonnenaufgang. Deshalb fahren wir gegen 9 Uhr ab und finden, die teuerste No-Hook-Up-Site-ever hat sich so richtig gelohnt.

Der Weg zum Mono Lake dauert ca. eine Stunde, in der uns vielleicht 3 Autos begegnen. Was für eine Weite! Und wieder so beeindruckende Landschaften.

An der South Tufa Area stehen einige Autos auf dem Parkplatz, voll ist es aber nicht. Wir laufen gemütlich hinunter zum See. Die Tufas sind bizarr und sehr fotogen. Einen Sonnenauf- oder -untergang stelle ich mir hier Weltklasse vor – dafür hätten wir aber morgens schon unseren Hot Tub aufgeben müssen; vielleicht beim nächsten Mal. Wir laufen eine Stunde herum. Hinter den Tufas immer wieder das Panorama der Sierra Nevada, einfach nur schön.

   

  

Bevor wir unser geplantes nächstes Tagesziel ansteuern, kaufen wir im kleinen Supermarkt von Lee Vining einige Dinge ein. Meine Güte, ist das teuer. Auch Benzin muss nachgefüllt werden; hier haben wir Glück: während wir im Supermarkt waren, wurde der Preis von $6,59 auf sensationelle $6,39 gesenkt, geradezu ein Schnäppchen…

Und da war doch noch was: unser "Staubrätsel"... wieder sehen wir aus nördlicher Richtung kommend die weiß verstaubten Fahrzeuge, auch wieder abgeklebte Scheiben. Wollen wir wirklich nach Bodie Ghost Town? Was, wenn unser Womo danach auch so aussieht? Wir beschließen, dass wir es wagen. Nach dem Abzweig vom Hwy 395 sind noch 13 sehr kurvige Meilen zu überwinden, die letzten 3 davon auf einer Gravelpiste – immerhin breit genug für Gegenverkehr. Die Rüttelei nervt zwar, aber ich hatte es tatsächlich schlimmer erwartet. Am Parkeingang werden wir von einem älteren Ranger begrüßt: „You made it!“ Er erklärt uns, wo wir parken sollen, und wir zahlen den Eintritt.

    

   

   

Ist das groß hier! Ich bin echt beeindruckt und hin- und hergerissen zwischen der Vorstellung, wie das Leben der alten Goldgräber hier gewesen sein muss und andererseits dem Gefühl, ich bin auf einmal mitten drin in der Fernsehserie „Unsere kleine Farm“. Ein heftiger Wind pfeift über die Weite der Geisterstadt, und trotzdem ist es stickig heiß. Eine Stunde verbringen wir hier, staunend, fotografierend und schwitzend. Richtig klasse!

   

Die Feuerwehr - ob man mit diesen Wägelchen wirklich was ausrichten konnte?!

Ach ja, Tiersichtungen gab es auch noch. Bestimmt weiß jemand von euch, was das für lustige Vögel sind, ich leider nicht...

Die Überreste der Goldmine

   

Die alte Schule von außen und innen

 

Der Himmel zieht sich zu, als wir weiterfahren. Zurück durch Lee Vining geht es zum June Lake, wo wir 2 Tage bleiben möchten. Beim Check-In werden wir darauf hingewiesen, dass es Bärsichtungen gegeben hat. „So please don´t leave ANYTHING scented outside.“

  

Blick von unserer Site 

Die Site 7 ist herrlich, direkter Seeblick, wie von einer Terrasse aus. Allerdings geht es beim Einparken die ersten paar Meter ziemlich steil hinunter, und der Asphalt ist rechts und links ausgebrochen. Also ein kleines Abenteuer, das Fahrzeug gescheit runterzubringen. Mein Mann meistert das aber wie immer bravurös.

Einmal angekommen, laufen wir zum See hinunter.

   

Im kalten Wasser spülen wir wieder mal Schweiß und Staub ab und genießen anschließend die letzten Sonnenstrahlen auf unserer Site, bevor wir den Grill starten. Die Nachbar-Site 8 ist wirklich nah. Ein junges amerikanisches Paar mit Jeep parkt dort ein. Während sie ALLES macht (den Jeep fahren, den Grill aufbauen, kochen, ihm das Essen servieren, wegräumen), sitzt er auf einem Campingstuhl und spielt mit dem Handy. Irgendwann gibt es laute Worte zwischen beiden, und dann Funkstille. Dafür dröhnt die Musik aus der Box umso lauter – um die Stille zu füllen? Wenn es nicht Chill-Out-Musik gewesen wäre, die wir auch mögen, hätten wir was gesagt. Für einen CG war es definitiv zu laut. Immerhin halten sie die Ruhezeiten ein, abends ist dann nach einem versöhnlichen Kartenspiel irgendwann Feierabend, und sie verschwinden beide im Jeep, in dem sie auch schlafen.

  

Bei uns wird es 22Uhr. Die Bärenwarnung hat mich aufgeschreckt, ich schlafe unruhig und schrecke bei jedem Geräusch hoch.

 

Und, ach ja, nach der Ghost Town ist unser Womo nicht verstaubt. Bis heute wissen wir nicht, was es mit diesen rätselhaft verstaubten Autos auf sich hatte... Vielleicht weiß es jemand von euch?

LG, Inga

SusanW
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Beigetreten: 15.02.2019 - 10:45
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RE: Tag 05 - Mono Lake South Tufa und Bodie Ghost Town

Hi Inga,

wieder ein schöner Tag. Der Beschreibung nach würde ich auf Aschestaub aus einem Waldbrand tippen. Hatten wir mal so ähnlich in Griechenland.

Liebe Grüße Susan

JoIn
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Beigetreten: 12.01.2013 - 11:20
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RE: Tag 05 - Mono Lake South Tufa und Bodie Ghost Town

Hi Susan,

wir haben auch an Aschestaub gedacht - mich würde doch sehr interessieren, wo das dann gewesen ist. Alle Fahrzeuge kamen auf dem Hwy 395 von Norden.

LG Inga

SusanW
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Beigetreten: 15.02.2019 - 10:45
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RE: Tag 05 - Mono Lake South Tufa und Bodie Ghost Town

Moin,

ich meine, Anfang September wäre ein Waldbrand  in der Gegend westlich Lake Tahoe gewesen, das würde ja von der Richtung passen

Liebe Grüße Susan