Womo-Abenteuer

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Tag 18: Burr Trail

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Bolly_Bollo
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Beigetreten: 04.04.2018 - 09:55
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Tag 18: Burr Trail
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
19.10.2021
Gefahrene Meilen: 
0 Meilen
Besuchte Highlights: 
Fazit: 
... mit dem letzten Tropfen


Heute ist leider schon unser letzter Tag hier im Maze, und wir müssen Abschied nehmen,
so schwer es uns auch fällt.  crying

Die Sonne schiebt sich ein letztes Mal über die Felsen und wir stehen mitten im beeindruckendem "Alpenglühen"`à la Maze,
die Wände unseres Camps sind hell erleuchtet
- einbe wunderbare Stimmung und ein absolut würdiger Abschied, wie wir finden!
 

Morgenstimmung im Dollhouse:


Eigentlich kommen wir viel später los als geplant - ja, so ist das eben, wenn man sich nicht losreißen kann.
Solche Orte darf man auch auf keinen Fall überhastet verlassen, sondern muss sich innerlich verabschieden - ohne Hektik und Stress!

Unser Tagesziel heute ist Boulder, und zwar am liebsten via die Burr-Trail Road.

-->  Burr Trail

Das sind zwar insgesamt lediglich 180 Meilen Meilen,
diese führen jedoch anfangs durch teils übelstes Terrain, und der Burr Trail ist dann ebenfalls überwiegend Gravel road.
Vom Dollhouse bis Hite soll die Fahrt laut dem National Park service gute 6-7 Stunden in Anspruch nehmen,
und von Hite bis Boulder via Burr Trail sind es weitere 4 Stunden (laut google maps) - also insgesamt so um die 10-11 Stunden, Pausen noch nicht mit einberechnet.
Da es aber bereits um 18:30 dämmert, und es wenig Sinn macht den Burr-Trail im dunkeln zu fahren, müssen wir dann sehen ob es evtl. doch vernünftiger ist später noch umzuplanen.
 

Die Fahrt führt zunächst auf altbekannter Strecke zurück durch das "land of standing rocks"
und gewährt uns immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die umstehenden Buttes.
 

 

Anschließend durchqueren wir das "technical challenging" Terrain zwischen "mother and child" und tea pot canyon.
Für diese nur fünf Meilen lange off-road Strecke benötigen wir eine volle Stunde.

Ein paar Meilen nach dem tea pot rock fängt dann die Benzinanzeige wie wild an zu blinken. surprise
Jap - der Jeep frisst im schwierigen Gelände gut und gerne seine 30l /100km.
(Auf unserem gesamten Trip waren es im übrigen im Durchschnitt etwas mehr als 15l /100km)

Bis zum letzten Tropfen kippen wir den Inhalt unserer beiden Ersatzkanister in den Tank, 10 gallons, also 37,5 Liter,
und beginnen zu rechnen  ... das müsste bei mittlerem Verbrauch für weitere 150 Meilen reichen-  hoffen wir - wenn nicht, dann stehen wir ziemlich dumm da ...

Laut unseren Infos haben die Tankstellen in Ticaboo und in Bullfrog saisonal geschlossen.
Wenn wir also via Burr Trail direkt nach Boulder, und nicht den Umweg über Hanksville nehmen, dann befindet sich die nächste Tankstelle erst wieder in Boulder, also ziemlich genau diese berechneten 150 Meilen entfernt.

Nach guten 5 1/2 Stunden off-road-Piste erreichen wir den Highway bei Hite. Das ging, trotz etlicher Foto-Stopps, deutlich schneller als erwartet.
Wären wir später dran, oder hätten wir eine Gallone weinger im Tank, dann müssten wir wohl doch den Umweg über Hanksville und Torrey nehmen (zeitlich die schnellere Variante, mit mehreren Tankstellen, aber km-mäßig länger),
aber wir müssten dann vor allem auf den landschaftlich einzigartigen Burr Trail verzichten, und das wollen wir nicht.

Wir kommen aber weiterhin prima voran und liegen absolut im Zeitplan. Wer hätte das gedacht ?!?
Kurz nach Ticaboo biegen wir auf die Burr Trail Road ab. Wir durchqueren die südlichsten Ausläufer des Capitol Reef National Parks, überwinden die Waterpocket fold und fahren die engen burr trail switchbacks hinauf. Unterwegs bieten sich herrlichen Blicke auf die farbenprächtigen Circle Cliffs.
Ab hier ist die Straße geteert. Von Boulder aus kann man bis hier oben auch mit dem WoMo fahren (siehe auch den Link oben).
Weiter gehts über die White Canyon flat, dann schlängelt sich die Straße durch den malerischen Long Canyon mit seinen roten Felswänden. Auf den letzten Meilen passiert man dann die sogenannten sugar-loaf hills, gelb-weiße Zuckerhauben der Durrfey Mesa, die so typisch für die Gegend um Boulder sind.

Der Burr Trail - ein scenic byway der Extraklasse, sehr farbenprächtig und abwechslungsreich !

Der Zeiger der Tankanzeige rutscht nun schon verdächtig nah auf die Nullmarke zu, mit den letzten Tropfen Sprit erreichen wir im Spätnachmittagslicht "Boulder downtown", das gefühlt nur aus etwa 10 Häusern, einem post office und einer gas station besteht.

Ganz in der Nähe haben wir uns über airbnb in einem kleinem gemütlichen Farmhäuschen eingemietet.
Idyllisch gelegen liegt es atwas abseits zwischen den sugar loafs und einem vorsichhinplätschernden creek.
Die zahlreichen Katzen und die Hühner scheinen hier das Sagen zu haben.
 

Unsere Gastgeberin empfängt uns herzlich mit selbstgebackenen noch ofenwarmen Cookies und frischer Milch.
Sie ist hier aufgewachsen und erzählt uns viel von der Gegend. In den sugar loafs soll es Pumas und Luchse geben, die ab und an ins Tal absteigen und sich dann auch mal eines ihrer Hühnchen schnappen.
Hier in Boulder soll es auch das saftigste Gras und die glücklichsten Kühe des Südwestens geben.
(So wie bei uns daheim im Allgäu ... laugh)

Als sie uns nach unseren besonderen Wünschen fürs morgige Frühstück fragt, sagen wir:
"everything is fine, but please no porridge - we had that for the last two weeks ..."  wink

Leider hat der "Hell's backbone grill" hinter der Tanke geschlossen.
Also landen wir letztendlich in der Boulder Mountain Lodge und gönnen uns ein saftiges Steak.
Aufgrund der Corona-Situation wird nur draussen serviert. Es ist empfindlich kühl und wir dinieren in Daunenjacke.
Zum Glück wird die Terasse durch Heizpilze gewärmt, sonst hätten wir noch Mütze und Handschuhe aus dem Auto holen müssen ... wink
Fazit: Ein ziemlich teuer Spaß, aber zugegebenermaßen richtig lecker - kein Wunder, das Fleisch stammt schließlich aus eigener Rinderzucht.
Dem Sagen nach ernähren sich ja die Boulderianer von nichts anderem als Rindfleisch.

Nach einem Absacker fahren wir zurück in unser bnb und lassen uns erschöpft in die warmen weichen Daunen fallen.

 

to be continued ...

Familie Roesner
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Beigetreten: 17.11.2019 - 11:47
Beiträge: 176
RE: Tag 18: Burr Trail

Hi Christian, 

das mit der Tanknadel hätte mich ordentlich ins Schwitzen gebracht. surprise​​​​​​.. Ich fahre auch immer wieder auf ein paar Tropfen zur Tankstelle, aber dort möchte ich mir das nicht ausmalen cheeky​​​​​​. Da hattet ihr richtig gut kalkuliert. Ihr seid eh sehr gut organisiert, das muss man sagen. Meinen Respekt yes​​​​​​

Ich finde eure Unterkunft auch ganz nett. wink​​​​​​

 

LG,

Christina 

scanfan
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Beigetreten: 27.06.2013 - 16:37
Beiträge: 2649
RE: Tag 18: Burr Trail

Servus Christian,

 

bei deiner Beschreibung des Burr Trail wird die Vorfreude auf diesen Trail noch größer. In ca. 4 Wochen werden wir, allerdings vom Norden her über die 24 und Nottom Road, nach Boulder fahren.

Liebe Grüße  

Micha