Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Tag 26: Zion Canyon Overlook - Observation Point via Mesa Trail - Willis Creek - Kodachrome Basin SP

1 Beitrag / 0 neu
Bolly_Bollo
Bild von Bolly_Bollo
Offline
Beigetreten: 04.04.2018 - 09:55
Beiträge: 158
Tag 26: Zion Canyon Overlook - Observation Point via Mesa Trail - Willis Creek - Kodachrome Basin SP
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
27.10.2021
Gefahrene Meilen: 
0 Meilen
Fazit: 
... drei kleine Highlights to go

 

Unser heutiges Ziel ist der Kodachrome Basin State Park. Dieser liegt gute 100 Meilen entfernt, das dürfte in knapp 2,5 Stunden erledigt sein.
Der heutige Tag ist im Prinzip ein gemütlicher "Fahrtag" den wir mit ein paar Highlights entlang des Weges zu bereichern versuchen.

Nachdem wir das Frühstücksbuffet geplündert haben fahren wir erneut durch den Zion NP und den Mount Carmel Tunnel.
Das Wetter ist aber viel zu gut um einfach so durchzubrausen.
 


Kurz nach dem Tunnelausgang parken wir daher am Trailhead zum Zion Canyon Overlook.

Die Wanderung ist "nice short-but-sweet", ein 1-mile-roundtrip mit etwa 50m Höhenunterschied.
In der frischen klaren Morgenluft laufen wir los. Zu Anfang geht es teils über in den Felsen geschlagene Stufen hinauf, weiter oben wird es dann flacher.
Unterwegs hat man prima Blicke hinunter auf den Pine Creek Canyon. Hier muss es nämlich eine ganz tolle Canyoningtour geben, kurz und knackig
- ist natürlich schon fürs nächste mal notiert!
Dem Weg über Wurzeln und Steine folgend gelangt man schliesslich zum Canyon Overlook, von dem man ein wahnsinnstolles Panorama über das Zion Valley geniesst. Man steht hier übrigens genau über dem riesigen "Great Arch", der von unten weithin sichtbare Felsbogen in der Nordwand des East Temple.

Es ist noch recht früh am Tag, wir begegnen nur einer Handvoll Leute.
Vielleicht ist es sogar zu früh, die Berge werfen noch tiefe dunkle Schatten ins Tal, und der hohe Kontrast erschwert das Fotografieren.
Egal - gelohnt hat es sich allemal!
 

lower Pine Creek Valley

zu unserer Linken: der weiße Kegel des Bridge Mountains

im Hintergrund der platte Gipfel des "West Temple", daneben "the Towers of the Virgin" und "the Streaked Wall"

Im Tal erkennt man die switchbacks des Mt Carmel Highways welche sich zum Tunneleingang hinaufwinden.
Wie man oben sieht ist noch kaum ein Auto unterwegs.
 

Als nächstes wollen wir noch das berühmtberüchtigte Panorama vom Observation Point bewundern.
Da allerdings der Weeping Rock trail seit geraumer Zeit gesperrt ist, bleibt als einzige Alternative die Wanderung via East Mesa Trail.

Hierfür biegen wir kurz nach dem Verlassen des Nationalparks Richtung Ponderosa Ranch Resort ab.
Kurz nach der Ranch ende die geteerter Straße und geht auf einer dirt road weiter. Am Straßenrand stehen Schilder die ein Shuttle-Service anbieten: Die Straße sei unpassierbar, das Parken entlang der Zufahrtsstraße zum Trailhead unter Androhung hoher Geldstrafen streng verboten - Privatbesitz.

Tatsächlich wird die Straße immert schlechter, tiefe Spurrinnen ziehen sich entlang des lehmigen Untergrundes. In den Senken haben sich riesige Schlammlöcher gebildet. Unser Jeep pflügt sich wildschweingleich durch den Modder, dass es nur so spritzt. Am Trailhead-Parkplatz stehen schon ein paar andere 4x4-trucks in der Matsch-Pampe. Definitiv kein terrain für Stöckelschuhe ...

Die Wanderung geht im großen und ganzen relativ flach durch bewaldetes Gebiet, durchaus schön, allerdings nicht spektakuläres.
Plötzlich gackert und gluckert es im Unterholz. Wir schleichen uns an und überraschen ein paar wild Turkeys bei ihrem come together.


Der Trail ist kaum frequentiert. Nach einer guten Stunde erreichen wir die junction zum gesperrten Weeping Rock Trail,
und 15 Minuten später stehen wir dann schon am end of trail. Hier bieten sich tolle Ausblicke über den gesamten Zion Canyon.
Im Vordergrung natürlich das markante Profil von "Angels Landing" (das wir ja bei unserem letzten Besuch 2018 bereits erklommen hatten).
Wie eine Ameisenstraße zieht sich ein Band von angels-landing-Aspiranten über die Felsrippe nach oben.
 

ein leuchtend blauer scrub-jay lässt sich neben uns nieder und pfeift mit uns um die Wette

 

Wir setzten uns auf ein paar Felsen direkt am Canyonrand, und kaum haben wir ein paar Cookies hervorgekramt raschelt es schon im Gebüsch.
Ein Chipmunk nach dem anderen fühlt sich eingeladen uns Gesellschaft zu leisten. Zuerst scheinen sie ein wenig schüchtern, dann werden die kleinen possierlichen Kerlchen mutiger und klettern uns auf den Schoss, dann den ganzen Arm entlang bis auf die Hand.
 

der lebende Beweis: Querstreifen machen dick

Ok, jeder ein paar Bissen, dann ist aber Schluß!  -  Wir haben schliesslich auch Hunger!
 

Für die 6 km hin und 6 km zurück, mit insgesamt 250 Höhenmetern benötigen wir 2,5 Stunden.
Insgesamt hat uns der Abstecher zum Observation point, inklusive Anfahrt und Pausen, um die vier Stunden gekostet.

Die Fahrt geht weiter, erst nach Mount Carmel Junction, dann via highway 89 nach Norden, und via scenic byway 12 nach Osten.
Wir passieren den Tunnel des Red Canyons:


Verdammt, die roten Felsen sehen so toll aus ...
schon desöfteren sind wir an ihnen vorbeigefahren und haben jedesmal nur für ein paar Fotos gehalten.
Die Red Rocks werden, angesichts der Nähe des Bryce Canyons, meist links liegengelassen, dabei hätten sie mit Sicherheit mehr Beachtung verdient.
Ein Netzt aus Wanderwegen durchzieht dieses form-und farbschöne Gebiet.
Vielleicht schaffen wir es ja irgendwann hier doch noch eine Tour zu machen, vielleicht sogar noch in diesem Urlaub ... ?!?
 


Auch wenn wir von ihm 2018 äusserst begeistert waren, lassen wir den Bryce ebenfalls links liegen (bzw. genaugenommen rechts). Zum einen haben wir keine Lust auf Menschenmassen, zum anderen ist er uns nur für einen kurzen Besuch und ein paar Fotos vom Canyonrand zu schade.

In Henrieville fahren wir von der Hauptstraße auf die Cottenwood Canyon road ab und steuern den Kodachrome State Park an.
Da wir gut in der Zeit liegen entschliessen wir uns kurzfristig noch für einen Abstecher zum Willis Creek (da waren wir nämlich auch noch nie).
Wir biegen also auf die Skutumpha Road und folgen ihr 6,5 Meilen. Es geht relativ ruppig über die schlaglochübersäte Piste und staubt gewaltig.
Mit einem Womo wohl eher nicht fahrbar, es sei denn man will einen doppelten Achsbruch riskieren ... !

Der Willis Creek wurde ja schon zu genüge hier im Forum beschrieben: --> Willis Creek
Er ist ein sehenswerter hübscher Canyon mit einem kleinen creek in seiner Mitte - überaus fotogen - und versprüht eine ordentliche Portion slot-canyon-feeling.
Gerade richtig um sich nach einer langen Fahrt die Beine ein wenig auszuschütteln.
 


So, nun aber auf zur letzten Etappe!
Gute 30 Minuten später erreichen wir den Kodachrome Basin State Park und fahren vor bis zum Campground.
Der Campground verfügt übrigens über erstklassige Dusch- und Waschgelegenheiten, die Hosts sind superfreundlich.
Mehrere Sites bleiben heute Nacht sogar unbelegt.

Ja, es ist schon sehr idyllisch hier, umgeben von einem Amphietheater weißer Felsen,
ein Ort mit ganz besonderer Ausstrahlung den es wohl so kein zweites mal hier auf Erden gibt!
Leider reicht die Zeit nicht mehr für eine Wanderung.



Wir hatten uns für Site #17 entschieden.
Für Womos sind evtl. andere Sites vorzuziehen, da die loops größer und weiter von der Straße entfernt sind, aber für "Zeltler" ist die #17 ideal:
Über eine kleine "private bridge" gelangt man auf die andere Seite eines creeks und hat dort ein riesiges Areal mit vielen Aufstellmöglichkeiten fürs Zelt.
Das Gebiet hinter der Site ist sehr weitläufig und lädt zu Erkundungen ein, man befindet sich sozusagen im Vorgarten der "phallus spire".


der Jugendschutz ermittelt, doch es ist nur eine Laune der Natur:

Die Lage ist einmalig, direkt hinter unserem Zelt streckt sich die auffällige Felsnadel in den Himmel.
Gegenüber türmen sich die weißen Kliffs des Kodachrome Basins auf.
 


klein aber oho  -  kommt es wirklich auf die Größe an ... ?      wink

In Moab hatten wir uns zu Anfang unserer Tour Campingstühle besorgt, und ich stolperte dort über ein besonderes Schnäppchen, ein vermeintlicher lightweight chair, klein und kompakt, auf den ersten Blick ein tolles Angebot. Als ich den Stuhl aber dann das erste mal aus der Hülle holte kam dann die große Überraschung: Er hatte lediglich Zwergengröße
Bolly lacht sich heute noch kaputt...

laughwinkdevil

Ja ich weiss, Geiz ist geil -
aber ich habe mich aus Trotz den gesamten Urlaub mit meinem Hintern in den Stuhl gequetscht,
und ich muss sagen, er war sogar erstaunlich bequem ... nur das Wiederaufstehen  war jedes mal eine Qual !  cheeky

In unseren Stühlen mehr oder weniger konfortabel sitzend wohnen wir dem Sonnenuntergang bei. Stück für Stück kriecht der Schatten unaufhaltsam die Felsen noch oben. Zu guter Letzt ist es nur noch die Spitze des wohlgeformten Monolithen die im Abendlicht leuchtet.
 


Seit Wochen schon fahren wir mehrere bundle Feuerholz durch die Gegend.
Bisher haben wir ja meist in Nationalparks gecampt, und dort ist offenes Feuer ja verboten.
Heute lassen wir uns die Gelegenheit aber nicht entgehen und entzünden ein Lagerfeuer. Ein paar Würstchen finden sich auch noch in unserem food-container.

Der Pluspunkt des Kleinkind-Stuhls ist natürlich, man hockt näher am Feuer und hat so einen deutlichen Vorteil beim Marshmallow-Rösten.  smiley
Noch lange sitzen wir vor den knisternden Flammen, bis zwei ganze Bündel verfeuert sind.

 


Den ganzen Tag war prächtigstes Wettert. Der Himmel ist sternenklar ...  und die Nacht natürlich saukalt!
Tja, man vergisst es manchmal, aber der Kodachrome Basin State Park liegt schliesslich auf knapp 1800 m Höhe.
Ich muss mir nachts im Zelt die Mütze tief über beide Ohren ziehen und den Schlafsack-Reissverschluss komplett schliessen.
Nachts hat es deutlich unter 0°C, am nächsten Morgen als wir aufstehen ist die Umgebung draussen mit einer dünnen Schicht Rauhreif überzogen.

Dies sollte zum Glück die kälteste Nacht unseres Urlaubs bleiben, aber jetzt wurde es dann wieder zunehmend wärmer...


 

 to be continued ...